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Full text of "Uigurische Sprachmonumente und das Kudatku Bilik. Uigurischer Text mit Transscription und Übersetzung nebst einem uigurisch-deutschen Wörterbuche und lithografirten Facsimile aus dem Originaltexte des Kudatku Bilik"

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ÜIGÜRISCHE SPRACHMONÜMENTE. 



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ÜIGÜRISCHE SPRACHMONÜMENTE 



UND DAS 



KUDATKU BILIK. 



UIGÜRISCHER TEXT MIT TßANSSCEIPTION UND ÜBERSETZUNG NEBST EINEM UIGUßlSCH- 
DEUTSCHEN WÖRTERBUCHE UND LITHOGRAFIRTEN FACSIMILE AUS DEM ORIGINALTEXTE 

DES KUDATKU BILIK 



HERMANN VAMBERY, 

o. ö. Profeffor der orientalifchen Sprachen an der königlichen Univerfität zu Peft. 



IMpoque ä laquelle le Eaudat-kou paralt aToir 6U 

composd ^tant l'une de Celles sar lesquelles on posE^de le 
moins de documents historiques originaux, ce manuscrit est 
une rarete litteraire digne de piquer la curiosite et d'exercer 
la patience des savans. (Jatibebt im VI. Hefte des Journal 
Asiatique, 1823, Seite 95.) 



Gedrückt mit Unterstützung der Ungarischen Akademie der Wissenschaften. 



V/itÄ^, 



tnnsbkxjck:. 

PrUCK der WaGNER'sCHEN JjNIYERSITÄTS-puCHDRUCKEREI. 

IK COMHISSION BEI F. A. BROCKHAÜS IN LEIPZIG. 
18 7 0. 



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Vorwort. 



Als ich vor einigen Jahren die merkwürdige Handschrift des Kudatku Bilik 
zu Gesichte bekam und in den Schriftzeichen des sybillinischen Inhaltes zu forschen 
anfing, da hatte ich wirklich keine grosse Hoffnung, dass es mir je gelingen werde, 
dieses älteste Manuscript und Sprachmonument der Türken, wenn auch nur theilweise, 
zu lesen und zu verstehen, geschweige denn grössere Auszüge aus demselben ver- 
öffentlichen zu können. Eine heissbrennende Neubegierde, verbunden mit einem 
achtzehnjährigen Studium türkischer Mundarten und unterstüzt durch praktische 
Vertrautheit mit den heutigen Dialecten Centralasiens hat jedoch mein Vorhaben 
über alle Erwartungen gefördert. 

Ich bin nun im Stande, das Kudatku Bilik zu lesen, freiUch nur insoferne 
diess bei einem mit zweifelhaften Schriftzeichen und in einem ziemlich fremden 
Dialecte geschriebenen Texte möglich ist; was jedoch den Freunden der Turcologie 
hier dargereicht wird, ist das Resultat jener ersten Versuche, die mir in dieser 
Richtung glückten. , 

Wo der Autor den Text oft ahnen, die Uebersetzung errathen muss, dort 
darf der Beurtheiler keine besondern Ansprüche auf kritische Genauigkeit machen. 
Keine Variante stand mir zur Verfügung, um mit ihr den Text zu confrontiren, kein 
Wörterbuch, aus dem ich den fehlenden Wortschatz hätte schöpfen können. Wenn 
ich daher bei der Entzifferung so manchen Wortes, das in der Form eines dicken 
Striches vorliegt, in einen Irrthum verfiel oder dessen Uebersetzung verfehlte, 
so soll das Niemand tadehi. Mannigfach waren die Schwierigkeiten, die beim Zu- 
standekommen vorhegender Blätter besiegt werden mussten. Aus der Menge der- 
selben will ich nur einige hervorheben. 

Erstens, die Zusammenstellung des Textes; denn wenn ich auch dort, wo die 
Berichtigung der Handschrift rein unmögUch war, oft ganze Verspaare wegliess, so 
finden sich doch auch in den vorliegenden Musterstücken viele Stellen, die bei der 
etwaigen Entdeckung einer zweiten Copie des Kudatku BiHk Veränderungen unter- 
liegen werden. 

Zweitens, die Transcription. Diese war schon desshalb so erschwert, weil es 
sich um eine ausgestorbene Mundart handelt, die noch obendrein mit einem Alpha- 



- IV - 

bete geschrieben ist, von dem einige Buchstaben drei bis vier, andere sogar noch 
mehr Laute darstellen; dazu kommt noch, dass der Originaltext durch die ewig- 
schwankende Schreibart jedes festen Anhaltspunktes beraubt ist und eine consequente 
Transcription eo ipso unmöghch macht. 

Drittens, die Uebersetzung. Einerseits stand die gebundene Redeform des 
Textes — wiewohl die Verse ziemlich fliessend sind — einer wortgetreuen Ver- 
deutschung sehr im Wege; andererseits haben die UnleserHchkeit der Handschrift 
und der Mangel an einem Wortschatz oft alles Bemühen völlig fruchtlos gemacht. 

Weit entfernt daher, die Mängel und Fehler voriiegender Arbeit zu bemänteln 
oder gar zu beschönigen , kann ich nicht umhin , in Erinnerung zu bringen , dass 
uns dieselbe die erste sichere Kunde von dem eigentlichen Dialecte der Uiguren 
bietet, dass sie mehrere Hundert türkischer Wurzeln und Stammwörter 
der Vergessenheit entrissen hat, und dass sie endlich durch den Einblick in das 
früheste und allererste hterarische Product der Türken, den sie gewährt, die Bildung 
eines voii dem bisherigen ganz abweichenden Begriffes über die alten Culturzustände 
dieses Volkes nothwendig macht. Dieser nicht unbedeutende Erfolg war vielleicht 
der Mühe und Anstrengung werth, die mich die Ausarbeitung dieses Werkes kostete; 
denn fürwahr, meine Dervischreise von den Ufern des Bosporus bis zur alten Timur- 
stadt hat nicht viel mehr Ausdauer und Geduld in Anspruch genommen. 

Ich will nun noch, bevor ich dieses Vorwort schliesse, meinen innigsten Dank 
der Ungarischen Academie der "Wissenschaften ausdrücken, die mir als 
Beitrag zu den Druckkosten die Summe von 700 (rulden grossmüthigst bewilligt 
hat, und durch deren Vermittlung ich die werthvoUe Handschrift des Kudatku Bilik 
aus der k. k. Hofbibliothek in Wien auf mehrere Jahre zum Privatgebrauch erhielt. 
Nicht minder fühle ich mich zum Danke verpflichtet gegenüber meinem gelehrten 
CoUegen, dem Herrn Professor Dr. B. Jülg, der theilweise die grammaticalische 
Correctur des deutschen Textes überwachte; ohne seine Forschungen auf dem Gebiete 
des Ost- und Westmongohschen hätte vielleicht der Druck des ersten ui'gurischen 
Textes im ausserrussischen Europa gar nicht bewerkstelUgt werden können, da es 
nur auf Grundlage der auf Herrn Dr. Jülgs Anregung angeschafften mongolischen 
Typen möghch war, das uYgurische Alphabet so leicht herzustellen. Herr Anton 
Schumacher, Besitzer der Wagner'schen Universitäts-Buchhandlung in Innsbruck, 
hat mit wahrer Sachhebe an dem Unternehmen sich betheihgt. Und für die schöne 
Ausstattung und die mannigfaltige Sorgfalt, die er meinem Buche zu Theil werden 
Hess, gebührt ihm meine vollste Anerkennung. 

Pest im August 1870. 

Hermann Vämbery. 



Einleitung. 



Die Uiguren. 

Bedeutung des Namens, ihre Heimat, ihre socialen Verhältnisse und 

Sprachmonumente. 

Unter dem Namen Uigm- verstehen wir einen türkischen Volksstamm, der 
noch vor Christi Geburt im westhchen Theile des HimmUschen Reiches wohnte 
sich selbst aber Turk, seine Sprache die Sprache der Türken nannte. Unsere 
em'opäischen Gelehrten haben uneingedenk jenes Verhältnisses, welches zwischen 
einzelnen Stämmen, Zweigen und FamiUen der asiatischen Völker, namentlich der 
Türken existirt, diese Uiguren oft als ein selbständiges Volk türkischen Ursprunges 
bezeichnet. Doch ist dieses nicht ganz richtig. So wie die Özbegen, Turkomanen, 
Kiptschäk's der Neuzeit unter einander mit besonderer Beharrlichkeit auf die 
specielle Benennung ihres respectiven Stammes oder Zweiges hinweisen, jedoch in 
der Berührung mit der Aussenwelt an dem Prädicat Turk festhalten, 
ebenso hat dieses auch bei den Uiguren stattgefunden. Für diese Annahme bürgt 
am besten das älteste türkische respective uigurische Sprachmonument, wo die 
Nation immer ^ «^f türk, die Sprache f- -- « ^b turkee oder ot^ ^«^ turk tili 
und nie uigur genannt wird. Das Wort Ulgur könnte übrigens nach der Laut- 
lehre des alten uigurisch- türkischen Dialektes gar nicht ausgesprochen w^erden und 
müsste geradewegs ^j=il^ utkur heissen, ebenso wie das heutige ^jI-*j^' toj-mak, 

satt werden; ^U>L> jaj-mak ausbreiten; ^U*aj tij-mak verbieten u. s. w. in der altern 

1 



— 2 — 

Form immer tot-mak, jat-mak und tit-mak u. s. w. heisst. Es ist unstreitig, 
dass die Ulguren den ersten und ältesten Stamm der türkischen Nation bildeten, 



welcher durch geordnete staatliche und gesellschaftliche Verhältnisse sich auszeichnete, 
und die Verwandtschaft des Namens Ogur Uigur mit Oguz *), dem in den ältesten 
Schriften als Stammvater der Türken bezeichneten Fürsten, spricht wohl auch für das hohe 
Alterthum der Ui'guren, doch bildeten sie stets nur einen Stamm, einen Stamm, 
der in der alten Heimat seinen speciellen Namen verloren, aber in Turkestan, namentlich 
den Chanaten von Ohiva und Bochara, noch heute in bedeutender Zahl sich vorfindet, 
von den übrigen Özbegen sich genau unterscheidet, ja in den Spitznamen **), 
die ihm beigelegt werden, noch Kennzeichen jener geistigen Superiorität trägt, durch 
welche seine Vorfahren im hohen Alterthume sich auszeichneten. 

Was die Etymologie des Namens betrifft, so wird jeder Turcolog der Neuzeit 
die richtige Bedeutung des Wortes sogleich erkennen müssen. Die Wurzel ui" 
oder uj bedeutet, wie Abulgazi schon bemerkt hat, folgen, sich anpassen, 
Gehör geben, übereinstimmen, als in »oojf sJLcLef imamga ujdum ich folgte 
dem Imam ***); das Suffix gur ^^ hingegen (siehe cag. Sprachst. Seite 28) wird 
im Turkestanischen noch heute als Adjectivsuffix bei Wurzehvörtern gebraucht, als 
.yjuyj tojgur der satt wird, )y^^.y^ tojmagur der nicht satt wird, ;ytJ^' tingur 
der sich ausruht, ,;i^Uju3 tinmagur der sich nicht ausruht u. s. w. Uigur oder 
üjgur heist daher der Folgsame, der sich Anpassende, der friedlich zusammen 



*) Wie Kasembeg in seiner Abhandlung ,0b Uigurach" (über die ü!guren) im ministeriellen 
Journal der Volksaiifklärung 1841 Nr. 8 vermuthet. Oguz wurde als das Epitheton von ürtürkenthum bei 
den spätem Bestrebungen nach fremden Oulturen mit grob, ungeschliffen identisch und in diesem 
Sinne gebrauchen es noch heute die Osmanlis. 

**) ^JUr. ^yiuJ uigur akli = Uügursinn bedeutet Schlauigkeit, Spitzfindigkeit, und es ist wirklich 
noch heute ein bedeutender Unterschied was Geistesfähigkeit betrifft, zwischen dem uigur - özbegischen 
Stamme und den übrigen Özbegen. 

***) Abulgazi editio Komanzoffiana. Casani 1825. Seite 11. 



__ 3 — 

Lebende, ebenso wie uimagur der Unfriedliche, Uneinige, Widerspenstige heissen 
würde, und motivirt ganz treffend diese Benennung, wenn wir annehmen, dass die 
U'iguren schon zu einer Zeit eine friedliche Existenz führten, wo ihre übrigen 
Stammgenossen als die unbändigsten Nomaden in einzelnen Haufen gleich Wald- 
strömen gegen Westen sich zu wälzen l)egannen. 

Was uns Abulgazi von der alten Heimat der Uiguren, namenthch von den 
Zehn und Neun Flüssen, erzählt, ist zu dunkel, zu fabelartig, als dass wir es zum 
Ausgangspunkt unserer Forschungen nehmen könnten. *) Die Uiguren, unstreitig 
der erste Stamm, welcher von dem Riesenkern des auf den unabsehbaren Steppen 
Mittelasiens und Sibiriens nomadisirenden Türkenvolkes sich losriss, um auf seinem 
Marsche gen Süden jenseits des hohen Thien-Schan-Gebirges sich eine stete Heimat 
zu gründen, haben allem Anscheine nach jene Kluft auf dem Völkergebiete Mittel- 
Asiens eingenommen , welche zwischen den chinesisch - mandschuischen Elementen 
im Osten und den Parsen des alten Sogdianas und Chahrezms im Westen 
existirte. Wir können hiermit als die Grenzen des Uigurlandes bezeichnen: östlich 
die chinesische Provinz Kan-su und die Gobi -Wüste, südlich Tibet und das Kuen- 
Lün-Gebirge, westHch die Hochebene Pamir und nördhch die Dsungarei und die süd- 
lichen Ausläufer des Alatau - Gebirges , von welcher Seite her sie auch mit den 
übrigen Stammgenossen in steter Communication standen. Der Hauptsitz der Ui'guren 
mag wohl in der Gegend des heutigen Komul **), Turfan und Karaschehr gewesen 
sein, doch waren sie auch westHcher, namenthch in Kaschgar zu Hause, ja wenn 



*) Ebenso grundlos finde ich die Bemiihungeu Kasembegs, welcher in seinem vorhergenannten 
Aufsatz über die Uiguren S. 27 dem Historiker Chahrezmiens eine Verwechslung des türkischen Göl „See" 
mit dem mongolischen Gol .Fluss" zumuthet, und hieraus die Zahl der 19 Flüsse erörtern will. 

**) Komul drückt im Ostturkestanischen einen Haufen, einen Hügel aus, in welch' letzterem Sinne 
es auch im üigurischen vorkommt. Khamil und Hami oder Hamil sind daher nur eine Corruption des 
fraglichen originellen Wortes. 



die topographische Nomenclatiir nicht trügt, so sind auch Samarkand *) und Karschi, 
wovon ersteres auf ui'gurisch „reiche Stadt", letzteres „Palast" bedeutet, als uigurische 
oder alttürkische Colonien anzusehen. Wenn wir daher als die Heimat der Uiguren 
das heutige Ostturkestan oder die Chinesische Tatarei, wie es auch genannt wird, 
bezeichnen, so muss jedoch bemerkt werden, dass einzelne Colonien sich auch ausser- 
halb der bezeichneten Grenzen befanden, die mit der Zeit von mandschuischen oder 
mongolischen Völkern erobert, nun letztern auch als Heimat dienen. Solche sind 
Urumdschi, das alte Almalik und Karakorum, mit einem Worte eine bedeutende 
Anzahl jenseits des Thien-Schan-Gebirges gelegener Oertlichkeiten, an die bis jetzt 
nur einige Steininschriften uns erinnern, oder wofür jener Umstand als Beleg dienen 
kann, dass nach der Aussage Dr. Wilhelm Kadioffs selbst unter den ttlrkischen 
Nomaden des obern Altai sich noch heute uigurische Schriften vorfinden. 

Ebenso karg und unzuverlässHch sind die Notizen, die uns von den historischen 
Verhältnissen übrig geblieben sind. Ob sie ein grosses Gesammt - Reich bildeten, 
oder Ideine unabhängige Staaten ausmachten, ist unbekannt. Letzteres hat jedoch 
mehr Wahrscheinhchkeit, da dieses erstens im Nationalcharakter der Türken ist und 
es haben auch nur aussergewöhnlich starke Hände das Werk der Vereinigung voll- 
bringen können; zweitens das Kudatku Bilik im 5. Jahrhundert der Higre von einem 
selbständigen Kasgar Hi-Kasgar - Eeich spricht, wo Bokra Chan herrschte, und von 
einem andern Eegenten, der im Mesrik = im Osten d. h. gegen Komul zu regierte, 
ein türkisch redender Fürst, und fragliche Handschrift sich bringen liess und in 
grossen Ehren hielt. Wie weit sich ihr Verkehr mit den östlichen Chinesen erstreckte, 
darüber haben wir trotz dem dass die pekinger Annalen und chinesische Reise- 
berichte der Uigüren häufig erwähnen, nur wenig Aufschlüsse. Dasselbe Hesse sich 
auch von dem Umgang der Uiguren mit ihren westlichen Nachbarn, den Einwohnern 



*) ^^^^ Semii- = fett, reich und iui^ keiid = Stadt. 



— 5 — 

des alten Sogdiana, sagen. In Tarichi Narsachi finden wir, dass die Königin Chatun 
von Bochara, als sie von den Arabern bedrängt war, von einem benachbarten 
türkischen Fürsten türkische Hilfstruppen verlangte und auch erhielt. Diese Türken 
mögen wohl im Norden des Zerefschans oder am Jaxartes hausende Nomaden oder 
vielleicht kaschgarer Uiguren gewesen sein; wie dem immer sei, es unterliegt keinem 
Zweifel, dass der eigentliche Verkehr mit dem Westen nur nach Annahme des 
Islam immer mehr und mehr zunahm, und dass von dieser Periode angefangen 
der eigenthche u'igürische Dialekt durch fremd - türkische zuweilen auch arabisch- 
persische Elemente beeinflusst, seine Originalität einigermassen zu verHeren anfing. 

Es wäre von unermesslicher Wichtigkeit, wenn wir uigurische Sprachdenk- 
mäler aus dem vorislamitischen Zeitalter besässen, da diese ein grosses Licht auf 
die ältesten Sprachverhältnisse der Turk-Völker werfen könnten ; doch ist das Kudatku 
Bilik an und für sich schon ein grosser Schatz und liefert uns mehr Aufklärungen 
als alle chinesischen Quellen mitsammt ihren schrecklichen Wortverdrehungen, deren 
Identificirung mit den original-türkischen Wörtern wirklich ein Werk der lebhaftesten 
Phantasie ist und denen wir trotz aller Anstrengungen eines Eemusat, Klaproth und 
Pauthier nie unbedingten Glauben schenken können. 

Das K. B. verschafft uns erstens einen Einblick in die socialen und gouverne- 
mentalen Verhältnisse der Türken, denen wir sogar noch heute theils bei den 
schlichtesten Nomaden Mittelasiens theils bei dem verfeinertsten Regierungswesen der 
Türken begegnen. Die Eintheilung der Stände in kara am = schwarzes Volk und 
tapukei = Beamte, Diener erinnert stark an das kara söngek = schwarzbeinig 
(=Volk) und ak söngek = weissbeinig (Adel) der Kirgisen. Die Classificirung in 
Kaufleute (satikci), Landbebauer (taranci), Thierzüchter (igdisci), die das Volk aus- 
machen; ferner in Seid (alevi), Aerzte (öteci), Beschwörer (apsunci) und Sterndeuter 
(muneggim), welche die Honoratioren ausmachen — ist die älteste und primitivste 
Form der Gesellschaft bei den turco - islamitischen Völkerschaften. So auch die 



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Kegierungsverhältnisse und deren Principien, wo bei Beschreibung der Pflichten ein^s 
guten Veziers (vezir), Feldherrn (su basi), Schriftführers (bitikci), Gesandten (jolaoci), 
Thorstehers (kapukci) derselbe Geist obwaltet, welcher die Kegierung eines Alp Arslan, 
Mehk Sah und die ersten Fürsten des Hauses Osman beseelte. 

Es wäre interessant zu erforschen, ob die poUtischen und socialen Institu- 
tionen der Uiguren wie wir sie im Kudatku Bilik antreffen, von der parsischen Civili- 
sation des alten Sogdiana oder Bedachschans abstammen oder umgekehrt, denn von 
chinesisch -buddhistischem Einfiuss ist kaum die kleinste Spur zu entdecken. Ver- 
glichen mit andern Compositionen ethischen Inhaltes tritt der primitiv türkische 
Charakter des K. B. besonders durch die zahlreichen Kernsprüche türkischer An- 
schauung hervor. Die Lehren, welche der Vezier Öktülmis seinem in Fürstendienste 
eintretenden Sohne Otkurmis gibt, sind fast dieselben, welche ein alter özbeg seinem 
zum Dienste des Chans sich anschickenden Sohne noch heute ertheilt. Überall zieht 
sich Tapferkeit, Eedlichkeit und Treue, sowie Kargheit in Worten, Gelassenheit und 
das „laisser aller" gegenüber dem allmächtigen Schicksal als leitender Grundfaden 
durch das Gewebe der Morallehre. Diese tiefe Demuth und Unterthänigkeit gegen- 
über den Grossen, die Sanftmuth und Herablassung wenngleich auf der höchsten 
Stufe des Glückes, die Grossmuth und Freigebigkeit mit den ohnehin vergänglichen 
irdischen Schätzen, welche das K. B. predigt, kennzeichnen den rein patriarchalischen 
Charakter des türkischen Staats- und Familienlebens, welcher sich in solch scharfen 
und hervorleuchtenden Zügen bei keinem anderen Volke des iranisch - semitischen 
Stammes in Asien kundgibt. — Es gibt nur eins, was den Kenner türkischer Zustände 
in allen Theilen Asiens befremdet, und dieses ist das grosse Gewicht, welches der 
Moralprediger im Kudatku-Bilik auf Wissenschaft und Gelehrsamkeit (Bilik, Biliklik) 
im allgemeinen legt. Wissen wird von ihm höher gepriesen als Fürstenglanz, Eeich- 
thum, ja über alle göttlichen Segen und irdischen Schätze. Mit diesem parallel 
steht nur der Verstand (Okus), doch sind alle natürlichen Geistesgaben dem Wissen 



— 7 - 

untergeordnet und es ist fast keine Seite auf dem 93 Blätter starken Manuscripte, 
wo nicht dieser Anschauung der kräftigste Ausdruck verliehen wird. Dieses ist die 
einzige Seite, welche bei dem heutigen und auch frtihercn Bestände türkischer Civili- 
sationsverhältnisse fremdartig klingt, und das oft besprochene Bilik, es mag auf 
Eeligionswissenschaft ( ^ ilm, wie es die Mohammedaner verstehen) oder auf weltliche 
Erfahrungen im allgemeinen sich beziehen, ist nur dann begreiflich, wenn wir an- 
nehmen, dass die Uiguren schon frtih durch einen höhern Grad von Cultur unter 
den westlich gelegenen Völkerschaften Mittelasiens sich auszeichneten, ja was höchst 
überraschend ist, dass sie schon damals im Besitze einer Nationalliteratur waren, als 
unser gebildetes Europa noch der Sitz barbarischer Eoheit war. 

Zweitens finden wir im Kudatku Bihk das einzige und älteste Sprachmonu- 
ment der Uiguren, wodurch uns zum ersten Male ein Einblick in die Sprache der 
Uiguren und in ihr Verhältniss zu den übrigen Turkstämmen vergönnt ist. — Vor 
allem sehen wir, dass unsere OrientaUsten in ihren Abhandlungen, Erörterungen und 
Studien über den uTgurischen Volksstamm in Ermanglung originaler Sprachdenk- 
mäler auf einem sehr schlüpfrigen Boden standen. Die bis heute gekannten ui'gu- 
rischen Handschriften als das Miragnameh und Tezkeret ül evlia in Paris, das 
Bachtiarnameh in Oxford, das Timurdiplom in Wien, die Freibriefe und Contracte im 
Archive von Genua *) datiren sich höchstens vom vierzehnten Jahrhundert **) her 



*) Berezin spricht in seinen Kecherches sur les dialectes mussulmans S. 37 von einem Schreiben 
des Toqtamische (Tochtamisch) an Yagailo, das Kasembeg mit türkischer Transcription und russischer 
üebersetzung veröffentlichen sollte, — doch ist mir dieses Stück bis heute noch nicht zu Gesicht gekommen. 

**) Das Bachtiarnameh führt das Datum vom 836 d. H. (1432 n. Gh.), wie aus einer am Ende 
des Buches befindlichen Bemerkung ersichtlich ist. 

Ob^AS- Off^ C^^^ 

Kutluk bolsun tarich sekiz jüz otuz sekizda tauskan jil zil hige aj ning availinde Mansur 

Bachsi bitidi = Es sei gesegnet. Im Jahre 838 im Schlangenjahre im Anfange des Monat Zil hige hat 



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und können nicht anders genannt werden als Sprachdenkmäler des mittel- 
asiatischen oder cagataischen Dialektes in ulgurischen Schriftzeichen 
geschrieben, während das Kudatku Bihk, mn vierhundert Jahre älter, in sprach- 
lichen Eigenheiten zu letzteren sich ungefähr so verhält, wie z. B. das selgukische 
Gedicht, das Moritz Wickerhauser in der Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen 
Gesellschaft (20. Band IV. Heft S. 574) veröffentlichte, zu den neuesten Compo- 
sitionen im stambuler Dialekte. Nur sehr wenig von der Originahtät des altuigu- 
rischen Dialektes enthält das von Klaproth mitgetheilte uigurisch-chinesische Vocabular; 
ich sage wenig, denn auch dieses ist erstens entschieden eines spätem Ursprunges, 
zweitens von den chinesischen Copisten sehr entstellt, drittens nicht aus dem eigentlichen 
Ulgurenlande , sondern wie aus den vielen mongoHschen und chinesischen Worten 
hervorgeht, aus einer Grenzgegend uTgurisch - chinesischer Elemente, oder vielleicht 
gar von einem Chinesen selbst verfasst. *) Jedenfalls fehlte sowohl dieser Wort- 
sammlung, als auch der Sammlung der Bittgesuche, die von chinesischen Worten 



es der Minnesänger Mansur geschrieben (wo?). — Das Miragnameh und Tezkeret ül evlia der pariser 
Bibliothek ist in Herat im Jahre 846 durch einen gewissen Melik Bachsi geschrieben worden, wie aus 
dem am ,Ende dieser schönen Handschrift beigefügten folgenden Datum ersichtlich ist : 

Meäaich ül evlia tarichi 
Sekiz jüz kirk alti jil Gemazil achir onunda Heri de Melik Bachsi. — Also nicht in Samarkand oder um 
Samarkand herum, wie ßemusat, des Wortes Heri unkundig, oder indem er das ganze Datum übersehen 
hat, in seinen Kecherches u. s. w. Seite 61 behauptet. 

Die Keihenfolge der verschiedenen Daten abwärts ist daher 

Hegii-e n. Ch. 
846 = 1442 Mii-aguameh 
836 =■ 1432 Bachtiarnameh 
800 = 1397 Timurs Freibrief 
463 =^ 1069 Kudatku Bilik. 
*) Wie dieses ßemusat in seinen ßecherches etc. Seite 263 auch richtig erörtert. 



— 9 — 

und Formen mmmeln. mit einem Worte allen übrigen ulgurisclien Sprach- und 
Schriftdenkmälern jener primitive Typus, welcher in der Sprache des Kudatku Bilik 
liegt, so dass Abel Eemusat's irrige Anschauung, dass die uigurische Sprache keine 
Spur von einem sehr hohen Alterthume aufweise, ganz leicht zu rechtfertigen ist. — 
Ich habe hier zur leichtern Confrontirung des eigentlichen uigurischen Textes von 
den vorhandenen uigurisch geschriebenen cagataischen Sprachstücken einiges mitge- 
theilt; wie sehr erstere von den letzteren sich unterscheidet, wird jeder Turcologe 
bald einsehen; doch kann ich nicht umhin diese aus gegenseitiger Vergleichung 
entstandenen Nuancen in folgendem kurz zusammen zu fassen. 



Die Sprache der ÜYguren 

oder der Turk-Dialekt, den wir nun aus der Handschrift Kudatku Bihk kennen, ist, 
was übrigens Rubruquis mit auffallendem Scharfsinne vom Uigurischen schon früher 
bemerkt hat *), die eigentliche Quelle sämmtHcher uns heute schriftlich bekannter 
Turk-Dialekte vom Innern China's bis zu den Ufern der Donau. Es ist dies nicht 
dahin zu verstehen, als wenn das Uigurische eine Sprache wäre, von welcher die 
übrigen Turk - Dialekte abstammten — nein ! das Uigurische ist als die durch 
Schriftzeichen zuerst festgestellte Mundart die Quelle des ältesten Formen - und 
Wurzelschatzes der türkischen Sprache, eines Formen- und Wurzelschatzes, der noch 
heute bei den weit umher verbreiteten Turk -Stämmen zerstreut anzutreffen, im 
Uigurischen aber mehr concentrirt geblieben ist. In den Hauptzügen seiner 
Particularitäten hat es mit den westlichen Turk-Dialekten, dem Cagatai, Kazanischen 
und Osmanli, am meisten Gemeinschaft, ja im weitern Sinne des Wortes kann es 
auch zu ersterem gerechnet werden, doch haben einzelne Theile seiner Lautlehre 



*) Parmi les Jugures est la source et l'origine du language Türe et Coman. Nach Klaproth's 
Note Seite 3 in der Abhandlung über Sprache und Schrift der Uiguren. 

2 



— 10 — 

und seines Wortschatzes eine auffallende Verwandtschaft mit der Sprache der im 
fernen Norden Asiens lebenden Jakuten, was uns einen unbestreitbaren Beweis liefert, 
dass erstens die Jakuten ihre Heimat in der eisigen Zone erst dann eingenommen 
haben, nachdem sie von den Kazaken und den südaltaischen Stämmen verdrängt 
wurden, und dass demnach zweitens die Sprache der Uiguren sich noch in jenem 
Zeitalter consoUdirte, in welchem die heute in der weitesten Ferne zerstreut Hebenden 
Stammgenossen in einem viel engeren Bande des Zusammenseins waren — ja man 
könnte beinahe auf den Gedanken kommen, im ui'gurischen Dialekt jene Sprache zu 
erbUcken, welche die Türken in ihrem frühesten Sitze, also bevor sie sich noch nach 
allen Richtungen ausdehnten, gebraucht haben. 

Wir brauchen nur einen oberflächUchen Blick auf die heute uns bekannten 
Turk-Dialekte Nordsibiriens und Südsibiriens, wie diese in Boethlingk's und Radioffs 
vortrefflichen Arbeiten uns vorliegen, einerseits, und auf die westhclien mohammeda- 
nischen Dialekte anderseits zu werfen, um einsehen zu müssen, dass die Abweichungen 
in der Lautlehre, im Formen- und Wortschatze nicht eines primitiven Ursprunges, 
sondern vielmehr Ursachen einer Zeit- und Raumentfernung sind, in welcher die 
betreffenden Stämme des Turkvolkes ohne jegliche Berührung mit einander lebten; 
denn je geringer dieser Raum, je kürzer die Zeit der Trennung, desto mehr schwinden 
die divergirenden Einzelnheiten, desto mehr nehmen die Belege für die Beweisbarkeit 
eines gemeinschaftlichen Ursprunges zu. — Von den noch heute im Zustande der 
Roheit lebenden Jakuten, Altaiern, Teleuten, Kirgisen u. s. w. haben wir zur Auf- 
stellung einer derartigen Parallele nicht die nöthigen Sprachdenkmäler, und müssen 
im vorhinein die BeweisUeferung schuldig bleiben. Doch mit den westUcheren Mund- 
arten verhält es sich anders. Hier sind wir durch Annahme des Islams, durch 
stabile Lebensweise der Türken in die Lage versetzt, spracliliche Denkmäler altern 
Datums mit den neuern oder beide mit dem Uigurischen zu vergleichen, und schon 
der kleinste Schritt eines solchen Verfahrens wird unsere Behauptung rechtfertigen. — 



— 11 



So hat z. B. das Osmanli in Nesri's Geschichte oder im Selgukischen Gedichte 
von dem wir oben sprachen, durch den Gebrauch einzelner Wörter und grammati- 
kalischer Formen bedeutend mehr Aehnlichkeit mit dem Azerbaigani, Cagatai, d. h. 
mit dem Osttürkischen als mit dem heutigen Osmanh *). Dasselbe finden wir beim 
kazanischen Dialekte, dessen ältere Schriften schon mehr dem Cagatai ähnlich sind **), 
ja wenn wir schliesslich das Cagatai selbst von den verschiedenen Epochen mit 
einander vergleichen, wird es sich bald herausstellen müssen, dass je älter das Datum 
eines cagataischen Sprachdenkmales, desto frappanter die Züge seiner Aehnlichkeit mit 
dem Uigurischen sind. 



Strophe 5 


uslu 


uslu 


, 20 


dükäli 


tökel 


, 29 


c'av 


(iav 



*) Von dem Verhältnisse des Selgukischen zum Osmanli will ich hinsichtlich der Sprachformen 
anführen: 1) Der Optativ, als veräm ich soll geben, azerbaiganisch verem, osm. verejim. 2) Der stärkere 
Naselaut des 5 in dem Suffixe der zweiten Person Mehrzahl und in dem zueignenden Fürworte, das früher 
vXj ng geschrieben und gesprochen wurde, heute nur n klingt. 3) Dass das unbestimmte Perfectum auf 
ji*jo mis, welches bekanntlich im Osmanli häufig, im Cagatai, im Azerbaigani selten vorkommt, im Selgu- 
kischen auch wenig gebraucht wird. 4) Die stete Hinzufügung des Suffixes gil, kil zum Imperativ, welches 
wohl im Cagatai, im heutigen Osmanli aber nicht mehr gebräuchlich ist. — Hinsichtlich des Wortschatzes 
mögen folgende Beispiele dienen: 

Selgukisches Gedicht Selgukisch Cagataisch Osmanli Deutsch 

akilli verständig 

hepsi alle 

ses, chaber Kuf, Stimme, Nachricht (und nicht 
Mährchen, wie Wickerhauser übersetzt), 
seine Zeit (was der üebersetzer gänz- 
lich ausgelassen hat), 
viel 

das Uebrige 
schön 

alle insgesammt 
süss u. s. w. 

"") Le dialecte ^crit daus les anciens ouvrages litt^raires parait d'apres ses formes grammaticales 
et lexicographiques comme une section du djagataien. Berözine Kecherches sur les dialectes mussul- 
mans. Casan 1848. S. 44. 

2* 



32 



odi 



öti (uigur.) vakti 



54 


ögis 


ögüs 


eck 


64 


ajruqi 


ajruki 


baskasi 


80 


gürgli 


körükli 


güzel 


85 


Iramusi 


kamusi 


hepsi 


145 


süji 


sügük 


tat« 



— 12 — 

So wie die Sprache Nevai's und Baber's viele Eigenheiten hat, welche im 
heutigen Osttürkischen fehlen, so finden wir wieder die Sprache des mit ul'gurischen 
Lettern geschriebenen, aber eigentlich im Cagataischen verfassten Freibriefs Timur's 
vom Jahre 800 d. H. (1397 n. Chr.) dem Ulgurischen viel näher gestellt als die 
Literaturüberreste des Osttürkischen im darauffolgenden Jahrhundert. 

Darf es ausserordentUch scheinen, wenn wir die Behauptung aufstellen, dass 
die Sprache des Kudatku Bilik, welches das Datum 46ö d. H. (1069 n. Chr.) führt, 
also um mehr denn 300 Jahre älter als der timurische Freibrief, ja nicht nur das 
älteste, sondern auch das erste türkische Schriftstück ist — unter allen bekannten 
Turk- Dialekten den primitivsten Form- und Wortschatz bietet? Es wäre natürüch 
wünschenswerth die Kluft, diem^ zwischen de/K. B. 1069 und dem Freibrief 1397 
existirt, durch andere Sprachdenkmäler ausfüllen zu können, denn es müssten in 
diesen nothgedrungen Spuren der stufenweisen Veränderungen sich vorfinden, nament- 
Uch könnte man auf jene cagataischen Elemente mit Bestimmtheit hindeuten, welche 
in Folge eines häufigeren Verkehres ins üigurische sich einschhchen und es allmählich 
entulgurisirten; denn so wie die üigurische Schriftsprache zum Entstehen der 
cagataischen Schriftsprache den ersten Impuls gab — so hat der spätere moraUsche 
und physische Einfluss Transoxaniens auf Ostturkestan viel dazu beigetragen, dass 
die Uiguren sich immer mehr und mehr zu ihren westUchen Stamm- und Glaubens- 
genossen neigten, und so wie die tagik-özbegische Immigrationen die Uiguren ethno- 
graphisch entstellten, so hat der vom arabisch-persischen Wort- und Formenschatz 
schon damals befleckte cagataische Dialekt das üigurische immer mehr und mehr 
seiner Originalität beraubt, und ihm eine solche Zwittergestalt verliehen, die weder 
uigurisch noch cagataisch zu nennen ist. Dass daher die Wortsammlung aus dem 
Munde eines heutigen Turfaners, an der sich der gelehrte Klaproth und alle seine 
Fachgenossen vor etlichen vierzig Jahren noch so sehr ergötzten, keinen wahren 
Schatz uigurischen Sprachstoffes bieten kann — ist selbstverständlich. Nicht nur 



— 13 — 

heute, sondern schon im 13. und 14. Jahrhundert war der türkische Dialekt Ost- 
turkestans nicht mehr uigurisch, und die Mundart, deren sich die Bewohner der 
sechs Städte (Altischehr) heute bedienen, steht von dem alten Ulgurischen was den 
Wortschatz betrifft, viel weiter ab, als der an den eisigen Ufern der Lena gespro- 
chene jakutische Dialekt. — So mächtig ist der Einfluss des Glaubens und der 
Gesellschaft auf eine Sprache! 



Die Eiiifttlirung der Schrift. 

Nach dem was Klaproth, Eemusat und meine übrigen Vorgänger über die 
Einführung des syrisch - sabäischen Alphabets bei den in den fernen Thalgegenden 
des Thien-shan wohnenden Türken berichtet haben, und das durch den Umstand 
dass die heutigen Nestorianer am Urumia-See uigurische Schriften geläufig lesen*), 
genügend bestätigt ist, kann die Frage des Ursprunges der uigurischen Schrift ein für 
allemal als ganz entschieden betrachtet werden. — Es bürgen nicht nur historische 
Facta für diesen Umstand, sondern wir haben noch philologische Beweisgründe 
dafür, von denen wir einige anführen wollen. 

So wie unsere Turcologen der Neuzeit gegen das im Osmanli und in andern 
türkischen Dialekten eingeführte arabische Alphabet Klage führen, das als Baumaterial 
eines echt semitischen Gebäudes bei rein altaischen Sprachen nicht nur untaugUch, 
ja äusserst schädHch ist, so werden sie bei näherer Betrachtung der uigurischen 
Lettern auch wahrnehmen müssen, dass diese sich gewiss besser zur Interpretirung 
der syrisch-aramäischen Laute eignen als zur Transcription des von rein altaischem 
Geiste beseelten Uigurischen. 



*) Einige katholische Nestorianer, die auf ihrer Bettelreise nach Europa Pest passirten, waren ganz 
erfreut, bei dem Besuche, den sie mir machten, eine nestorianische Handschrift zu sehen, aber stark 
erstaunt, als sie solche lasen und nicht verstanden. Es war das Original des Kudatku Bilik. 



- 14 — 

Es ist höchst merkwürdig, dass beinahe alle dieselben Fehler und Gebrechen, 
welche das arabische Alphabet im OsmanU verursacht, das sabäische auch im Uigu- 
rischen veranlasst. Die Selbstlaute *, i, q, ungefähr mit dem arabischen _:_ fatha, 
~T kesre und J- zamma identisch, sind ebenso mangelhaft zur Bezeichnung des 
a, e, i, i, o, u, ö, ti, als die arabischen Lettern f Elif ^s jad und ^ wau. 

Fernere Fehler verursachen die Kehllaute o und h-, welche mit dem hebräischen 
3 kaf und p kof identisch, Aveit zu arm sind, um die mannigfaltigen Kehllaute des 
Osttürkischen auszudrücken; so dass selbst in Ermangelung historischer Daten schon 
der Geist des uigurischen Alphabetes seinen semitischen Ursprung verrathen müsste. 
Was nun die Zeit der Einführung betriift, so wäre bei gänzlichem Mangel 
an zuverlässigen Quellen eine genaue Angabe der Zeit schwer zu bestimmen. 

Wie uns Col. Yule nach seinen mit vieler Sorgfalt gemachten Forschungen 
berichtet*), ist das nestorianische Christenthum in China — und hierunter ist nattlrlich 
der westliche Theil des heutigen Himmlischen Kelches zu verstehen — bald nach seiner 
Trennung von der byzantinischen Kirche (ungefähr 998) über Persien und Mittel- 
Asien gedrungen, was durch positive historische Angaben, als die Errichtung von 
Erzbisthümern in Herat, Samarkand und China schon während des ersten Vier- 
tels des achten Jahrhunderts zur Genüge bestätigt ist. nicht minder aber auch 
durch den Umstand, dass die angefeindeten Seetarier in der weiten Ferne das Feld 
ihrer fieberhaften Thätigkeit suchten. Wenn wir nun für die Zeit der Bekehrung als Mini- 
mum hundert Jahre vor Errichtung des Bisthums annehmen, so mag wohl der Anfang 
des 7. Jahrhunderts als jene Periode gelten, in welcher das damals bedeutende Kaschgar mit 
dem Christenthume und hiermit auch mit der Schrift der Christen, nämlich der der 
Nestorianer, bekannt wurde. Von Kaschgar aus, welches die Hauptstrasse nach dem 
fernen Cathay bildete und selbst im vierzehnten Jahrhundert noch der Sitz eines 



*) Sieh Cathay and the way thither by Col. Henry Yule, London Hackluyt Society 1866. Vol. I. 
Seite 88 in Prelimiuary Essay Cap. VI. Nestorian Christianity in China. 



— 15 - 

Bistliums war, sind die Apostel der nestorianischen Lehre durch das ganze Uigu- 
renland bis ins Innere China's vorgedrungen; ihr Hauptsitz jedoch war und blieb 
die Stadt Kaschgar selbst; hier scheinen ihre Hauptschulen existirt zu haben, wo 
der türkische Dialekt jener Gegend zuerst mit sabäischen Schriftzeichen geschrieben 
wurde, und von hier aus wurde jener merkwürdige Kampf geleitet, welchen einige 
begeisterte Jünger der Lehre Christi gegen den in Ostturkestan damals mächtigen 
Buddhaismus, ja später auch gegen den nicht minder kräftig auftretenden Islam zu 
bestehen hatten. Dass das Türkische von den buddhistischen Eeligionslehrern mit 
tibetanischen oder Sanskrit - Buchstaben je geschrieben wurde, ist höchst unwahr- 
scheinlich, da östliche Glaubensprediger die Glaubenssätze von der Sprache, in welcher 
diese geschrieben wurden, für unzertrennHch halten, ferner da Tibetanisch jenseits 
des Kuen-Lün- Gebirges nicht ganz fremd gewesen sein mag. — Bei den Nestorianern 
war es ganz anders. So wie heute die Missionäre die Uebersetzung der Bibel, 
Liturgien und sonstiger Gebete in der üblichen Landessprache als ersten Anfang 
betrachten, so war dies auch damals der Fall, und es hat gewiss eine bedeutende 
Anzahl von fragUchen Schriftstücken in uigurischer Sprache existirt, die später von 
den überall mit zerstörender Wuth auftretenden Mohammedanern vertilgt wurden, 
wie wir solches bei Türken, Persern, Spaniern, Bosniaken und Griechen sehen, 
wo das strenge Religionsgebot jede Lecture ausser dem Arabischen, das allen 
fremd ist, als verpönt erklärt. — Merkwürdig und beinahe isolirt steht jene Erscheinung 
da, dass die uigurische Schrift selbst nach Einführung des Islam trotz allem Ab- 
scheu, den man gegen jedes Andenken an Vakt-i-gihal, d. h. das vorislamitische 
Zeitalter hegt, sich dennoch lange Zeit, ja sporadisch his heute erhalten konnte. 
Bischof Haytun, ein Zeitgenosse des Marco Polo, erzählt uns, dass zu seiner Zeit, also 
gegen das Ende des 13. Jahrhunderts, noch viele Grossen und Adeligen im Lande 
der Ui'guren an dem christUchen Glauben festhielten, was für die Existenz der uigu- 
rischen Schrift selbst nach Einführung der arabischen Schriftzeichen genug spricht. 



- 16 - 

Doch nicht nur Christen, sondern selbst Buddhisten und Mohammedaner haben die 
uigurische Schrift selbst damals noch lange beibehalten, als schon jeder Schatten 
des Einflusses dieser orientalischen Kirche verschwunden war. — Ja das eigentliche 
Aufblühen dieser Schrift ausserhalb des Uigurenlandes nimmt eben nach dem Verfall 
der staatlichen Existenz der Uiguren seinen Anfang; denn während einerseits ein 
buddhistischer Oberpriester ^äkja Pandita unter Dsingis zuerst das uigurische Alphabet 
zum Gebrauch für die mongoUsche Sprache einrichtete *), finden wir anderseits 
unter Dsingis und seinen Nachkommen einen grossen Theil der Schreiber und Eechner 
im Staatsdienste dem Stamme der Uiguren angehörig, und die meisten Copien der 
jetzt vorhandenen uigurischen Handschriften datiren sich von jener Zeit her. 

Von dem Zeitpunkte angefangen als die Nachkommen Dsingis Chans Bekenner 
des Islam wurden und der Einfluss west - mohammedanischer Gelehrsamkeit in 
den socialen und poUtischen Verhältnissen die Uebermacht gewann, haben endlich 
die alten uigurischen Schriftzeichen den neuangenommenen arabischen Platz machen 
müssen. Die von Dsingis Chan in Mavera-ül-nehr, Chorasan und Irak angestellten 
uigurischen Schreiber und Rechnungsführer, von denen uns Abulgazi erzählt, müssen 
indess theils ausgestorben, theils in die alte Heimat zurückgekehrt sein; an arabischen 
und persischen Schriftkundigen war überdies in den genannten Provinzen kein besonderer 
Mangel, und es ist demnach leicht zu begreifen, dass die Schrift der Uiguren, so- 
bald sie aus den genannten Ländern, welche den Centralpunkt islamitischer Intelligenz 
bildeten, zurückweichen musste, zwar nicht den Todesstoss, aber doch die gefähr- 
lichste Wunde erhielt. — In Turkestan, namentlich in Bochara, Samarkand, Belch 
und Chahrezm waren die arabischen Schriftzeichen bald nach dem Erscheinen der 
Araber angenommen und die uigurischen waren nach Annahme des Islam weder 
in Cis- noch in Transoxanien mehr gebräuchlich. Es wäre dies auch gar nicht 



*) Sieh Klaproth: Sprache und Schrift Qer Uigureu Seite 59. 



— 17 - 

möglich gewesen in solchen Ländern, wo man noch vor dem Falle des Bagdader 
Chalifats in Religiosität mit dem westlichen Islam wetteiferte. — Doch bei den im 
Norden der grossen Wüste an den Ufern der Wolga, des Kuban und in der Krim 
wohnenden Turkstämmen, wo der Islam keine so starke und tiefe Wurzel gefasst 
hatte, da hatte die von den Dsingisiden, vielleicht aber auch schon frtlher gekannte 
uigurische Schrift sich länger aufrechthalten können, und nicht nur mit den genue- 
sischen Kaufleuten, die im 13., 14. und 15. Jahrhundert mit der Krim starken 
Handel trieben, wurden Tractate in türkischer Sprache, aber uigurischen Schrift- 
zeichen gewechselt, sondern selbst Emir Timur, der sich überall bemühte, das rohe 
Türkenthum durch arabisch - persische Civihsation zu unterdrücken, musste es sich 
gefallen lassen, im J. 800 (1379) am Ufer des Dniepers, und gewiss auch an andern 
Orten, uTgurisch geschriebene Diplome auszustellen. 

Nach Timur und besonders unter der Eegierung seiner Nachkommen ist die 
uigurische Schrift in Folge des Aufblühens des Turki- (Cagatai-) Dialektes wieder 
zurück in die Thalgegenden des Thien-Schan gedrängt worden. Hier und nament- 
Uch in den Distrikten von Aksu, Turfan und Komul, als auch unter den in die 
Dsungarei verbannten Tarangis (Ackerbauer aus den 6 Städten von den Chinesen 
transportirt) sollen noch Schriften anzutreffen sein; es gibt Leute, die der Schrift- 
zeichen noch kundig sind, und dass die Transcription beliebter religiöser Werke noch 
in der Neuzeit angefertigt wurde, ist am besten bewiesen durch die Pariser Hand- 
schriften Miragnameh und das Tezkeret ül evlia, deren sprachliche Formen genau 
beweisen, dass sie höchstens im vergangenen Jahrhunderte geschrieben 
Avurden und zwar von einem solchen Gelehrten, der im chokandischen und 
bocharischen Dialekte besser bewandert war als im Ostturkestanischen. 

Wird es im Laufe der nächsten Decennien, wo die mittelasiatische camera 
obscura durch den Fackelschein abendländischer Forschungen sich klären muss, uns 
gelingen, uigurische Handschriften an's Tageslicht zu bringen? Das ist wohl bis 



— 18 - 
heute noch der Zukunft anheimgestellt. Dass es uigurische Handschriften gegeben 
hat, die auf die liistorischen, socialen und reUgiösen Verhältnisse dieses merkwürdigen 
Turkstammes Bezug katten, darf keinen Augenbhck bezweifelt werden. Vieles hat 
der eiserne Zahn der Zeit und das noch mehr verheerende Feuer tatarischer Kriegs- 
lust zu Grunde gerichtet. Kostbare, unersetzhche Kleinodien der Geschichte jener 
fernen Gegenden Asiens, wie jene, deren Kasehid-ed-Din noch bei Zusammenstellung 
seines Tag-et-tevarieh's sich bediente, sind für uns auf ewig verschwunden, doch 
vielleicht glimmen noch heute irgendwo im Verborgenen einige werthvoUe Funken, 
die zu einer wohlthuenden Leuchte angefacht werden können. 



ÜYgurische Scliriftgattiui^en. 

Was die Schriftgattuugen anbetrifft, so können wir bis heute drei verschiedene 
Schriften unterscheiden. Die eine und meist vorkommende ist die des Kudatku Bilik 
und des ßachtiarnameh, erstere mehr current, die zweite mit einer merklichen Sorg- 
falt kalligraphisch geschrieben, und diese Schriftgattung kann hiermit als das Nes'chi 
(^^.swi) des Uigurischen, zugleich als auch die meist gebrauchte und älteste bezeichnet 
werden. Ihre Hauptmerkmale sind dicke^ runde Züge mehr in die Länge sich aus- 
dehnend, als in der Höhe sich ausbreitend. Als zweite mag die in Diplomen und andern 
amtUchen Actenstücken vorkommende grosse dicke Schrift bezeichnet werden, welche mit 
ihren dicken langen phantastischen Zügen ganz passend die Divani {^^yi^^)- Schrift der 
Uiguren genannt werden kann; denn das eigentliche Divani der Osmanli ist auch erst nach 
Timur eingeführt worden und die zierlich pompöse Form der uigurisch-officiellen Buch- 
staben mag auf Entstehung des Divani nicht ohne Einfluss gewesen sein. — Die dritte 
Scliriftgattung fällt durch viereckige Form mit spitzigen Biegungen in die Augen. 
Sie ist die letzte und daher allerneueste Gestalt, welche die Schrift der Uiguren 
angenommen hat, und ist im Klaproth'schen Wörterverzeichniss (ungefähr 1417) am 



— 19 — 

Schliissblatte desKudatknBilik (geschr. 878— 1474) und als Aufschrift auf den helaguischen 
Münzen vorhanden. Eine Mittelstellung zwischen der ersten und dritten Schriftgattung 
nehmen die Handschriften der kaiserlichen Bibliothek zu Paris ein, nämlich das 
Miragnameh und das Tezkeret ül evha, welche Schrift zu den erwähnten Gattungen 
ungefähr in dem Verhältnisse steht, wie das Rikaa (wä^) der Osmanli zum eigent- 
lichen Nes'chi der Araber; — es ist mit einem Worte eine verzückte schnelle Hand- 
schrift der ursprünglichen regelmässigen und symmetrischen Buchstaben. 

Beim Anblick des durch die nestorianischen Bekehrer eingeführten sabäischen 
Alphabetes, welches mehr durch quadranguläre Formen sich kennzeichnet, mag die 
von mir an dritter Stelle angeführte Schriftgattung als die ursprüngliche genommen 
werden, — doch liefern uns die sichersten Beweisgründe die historischen Daten 
selbst, nach welchen die erste Schriftgattung immer älter ist als die dritte. 



20 



TJYgnrische Schriftzeiclien. 











W e r t h 


Ende 


Mitte 


Anfang 


Isolirt 


im europäischen und arabischen 
Alphabete 


\ - 


i 


i. 


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a, e 


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A 

0^ 


a. 


a 


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V, u 


J 



Erklärung. 

a) Selbstlaute, 
i welches sowohl dem a als e entspricht. Die unzulängliche Bezeichnung 
dieser zwei verschiedenen Laute durch ein und dasselbe Zeichen mag einigermassen 
dadurch erklärt werden, dass die genaue Unterscheidung dieser Laute noch heute 



- 21 - 

in manchen türkischen Mundarten schwankt. So osm. »uJf alma und elma, Apfel, 
cag. JLäj jasil, osm. jesil, grün, osm. ^L> japj, cag. jepü, Gebäude u. s. w. — Im Texte 
ist die genaue Unterscheidung nur bei den Kehllauten i> = k und o = k ermöghcht, 
dasselbe Verhältniss, welches zwischen dem arabischen f elif und £ ^ k sich vor- 
findet, sonst aber ist die genaue Aussprache, im Falle man nicht auf anderweitige 
Beispiele Bezug nehmen kann, immer zweifelhaft. 

^ i zugleich auch für das tiefe i in kizil roth. 

= und u, im Kudatku Bilik sowohl als auch in andern Schriften sehr häufig 
für ö, ü. Dieses verursacht mit Ausnahme bei den Kehllauten im Lesen grosse 
Schwierigkeiten; es ist auch dem Mangel eines speciellen Lautzeichens zuzuschreiben, 
denn das -ia ist für ö, ü angegeben, doch ob es eine spätere Erfindung, vielleicht 
aus dem Mongolischen, wo es mit Consequenz durchgeführt ist, oder ob es in Folge 
der Nachlässigkeit der Schreiber ausser Acht gelassen wurde, ist schwer zu entscheiden. 
Im Kudatku Bilik finden sich sehr häufige Stellen, wo söz = Wort, öz = er selbst 
in ein und derselben Zeile mit /^ und a^, 7^ und a-*= geschrieben sind» 

Im allgemeinen HinbHcke auf die Selbstlaute bemerken wir: 1) dass die Eegeln 
des Wohllautes hier mit mehr Consequenz durchgeführt sind als im Cagatai, obwohl 
nicht so genau wie im Osmanli; 2) dass bei solchen mehrsylbigen Wörtern, wo die 
Endsylben auf Selbstlaute ausgehen, der Mittelselbstlaut in der Schrift fehlt, und 
natürlich in der Aussprache auch verschluckt wurde. Als: qü-c^ kapki statt of^S*^ 
kapuki, seine Pforte (yif^s bilki statt oo-^jAS biliki, sein Wissen. 

b) Mitlaute. 

i = n, am Anfange eines Wortes *-, dem arabischen i (nun), dem hebräischen 
Schriftzeichen 2 ähnUch. 

3 bezeichnet die Lippenlaute b, p, f, zuweilen auch v (deutsches w), obwohl 
für letzteres das specielle Zeichen - existirt. Die Verwechslung der fraghchen drei 



— 22 - 

Lippenlaute ist im Osttürkischen nocli heute sehr in der Mode (sieh Cag. Sprach- 
studien Seite 14), und ^ f in den fremden Wörtern wird immer p ausgesprochen. 
= k im entsprechenden Werthe des arab. S" und hebr. 3. Da es im Uigu- 
rischen denjenigen Kehllaut bezeichnet, welcher in den mit arabischen Buchstaben 
umschriebenen Schwester-Dialekten das k und g ausdrückt, so war es schwer, in 
der Transcription des ui'gurischen Textes den genauen Werth beider Laute zu be- 
stimmen. Gemäss der Erfahrung, dass genannte Laute in den östhcher gelegenen 
Turk-Dialekten immer härter werden, wäre eine durchgängige Umschreibung in k 
nicht besonders fehlerhaft gewesen; doch habe ich in Ermanglung eines sichern 
Anhaltspunktes mich lieber an's Cagatai gehalten und z. B. i-=o*eo wie auch andere 
dergleichen nicht könkül, sondern köngül gelesen. Dieselbe Norm habe ich befolgt im 

i> = k, welches meine Vorgänger entschieden mit ch umschreiben und von 
mir, obwohl es das arabische ö und ^ zugleich vertritt, dennoch bei Wörtern tür- 
kischen Ursprunges mit k, bei den wenigen arabischen Wörtern aber mit ch um- 
schrieben wird*). 

^ = m 

t = 1 / Als Anfangsbuchstaben eines Wortes nur sehr wenig gebräuchlich. • 
;a = r 

t = t, d oder für das arabische ^ the, o dal und L thi. Nach Klaproth 
wäre t und d im Uigurischen durch zwei verschiedene Zeichen, nämlich ^ und f 
ausgedrückt, doch habe ich im Kudatku Bihk nirgends hierin eine consequente 
Regel bemerkt, denn beide Zeichen kommen nur im Inlaute eines Wortes vor, beim 
Anlaute eines getrennten AVortes oder einer Sylbe ist nur t. anzutreffen. Hinsichtlich des 
t ist zu bemerken, dass es sehr häufig als Auslaut eines Wurzelwortes an der Stelle 



*) Merkwürdig ist es, dass fi k als Endbuchstabe im Texte des Kudatku Bilik sehr häufig anstatt n 
gebraucht wird, und zwar so, dass während ein Vers auf i n als Accusativendung sich reimt, der andere 
ebenfalls im Accusativ auf fl sich endet. So auch das >—*. = k, welches oft mit l n gereimt ist. 



- 23 — 

des in anderen Mundarten vorkommenden j sich befindet. Z. B. osm. ^J-*fy kojmak 
uig. fuj- ii^ kot-mak, cag. ^yj koj-i = unten, ui'g. q^ kot-i, cag. ^f ij = Geruch, 
uTg. ^ it u. s. w., welches Verhältniss auch zwischen dem Jakutischen und den 
übrigen Mundarten existirt. 

^ = j kommt mehr als Anlaut vor und wird beim Auslaut oft durch ein 
Q i ersetzt. Als om> kai = welch. 

c = c. Da dieses Zeichen sowohl c als auch g ausdrückt, und im Cagataischen 
j'.uch heute noch verwechselt wird, so ist es sehr wahrscheinlich, dass die Verschie- 
denheit dieser beiden Laute wie in osm. ^^^^ coguk = kind, osm. ac = hungrig, 
agi = bitter im Uigurischen nie existirte. 

V = s und z. In den späteren uigurischen Texten für i ^ ii jo und i also 
für fünf Buchstaben, wodurch das Lesen arabischer Wörter ziemlich erschwert ist. 
Ob es im Uigurischen mit s zugleich auch ein z ausdrückte, ist höchst unwahr- 
scheinlich. 

^ = s. Als Anlaut im ganzen Kudatku Bilik nur zweimal gebräuclilich. 

a = w kommt sehr selten und dann nur in fremden Wörtern vor. 

Diese vierzehn Grundlaute (denn ^, i> und ^ sind als zusammengesetzte ab- 
gerechnet) waren natürlich viel zu arm, um einen Dialekt der an mannigfaltigen 
Selbstlauten reichen Turk- Sprache interpretiren zu können, und es mag gar nicht 
bezweifelt werden, dass dieselben Schwierigkeiten, welche das arabische Alphabet dem 
heutigen Schüler der türkischen Schriftsprache bietet, beim Erlernen des uigurischen 
Lesens noch viel grösser war. Die spätem Transcribenten arabischer Texte haben 
noch folgende Buchstaben hinzugefügt. Als: 



u 



z 



h H = ? i oder ^ = *^ h; 



auch wurde unter v die genaue Bezeichnung des arabischen Zischlautes gegeben, 
doch konnte dieses Alles nur wenig zur Erleichterung einer klaren Schreibart bei- 
tragen, und da in der Currentschrift die Punktation, gerade oder schräge Stellung 



- 24 — 

des Buchstabens, nur wenig beobachtet wurde, so muss man oft bei verwandten 
Zeichen, als o k k, v s, z, s und /D c g, welche in der Handschrift nicht ge- 
nügend zugerundet oder gespitzt sind, den Werth von mehr als sieben verschie- 
denen Zeichen errathen. — Dieses ist eigentlich die Hauptursache, dass das gänz- 
liche Lesen des höchst wichtigen Kudatku Bilik unmöglich wurde, und um dem 
Leser von der Schwierigkeit des Original - Textes einen kleinen Begriff zu geben, 
theile ich vom Blatte 6 die erste Seite in einem nach Photographie lithographirten 
Facsimile mit, das mit Vers 11 u. ff. im Abschnitte Nr. 4 des von mir gegebenen 
Textes verglichen werden kann. 



Ursprung und Datnm des Kndatku Bilik. 

Das Kudatku Bilik ist ein in gereimten Versen verfasstes Werk ethischen 
Inhaltes, und spricht hauptsächUch von den Pflichten eines Fürsten gegenüber seinem 
Volke, von der QuaUficirung der verschiedenen Beamtenklassen, von den Tugenden, 
die zum richtigen Lebenswandel gehören, von den Lastern, die der Gesellschaft 
schaden, — mit einem Worte von dem Verhältnisse des Individuums zur vergäng- 
lichen Welt und zu den unerbittlichen Verhängnissen des Schicksals. Der Geist, 
der die ganze Schrift durchweht, ist, nebst den im ganzen Islam oder im Allge- 
meinen im Osten herrschenden Ideen, ein rein altaischer, d. h. eine Morallehre, 
in welcher türkische Anschauungsweise vorherrschend ist, und auf welche tibetanisch- 
chinesische Lehren einen bedeutenden, die persisch-arabischen aber einen nur schwachen 
Einfluss ausübten. Der Zuschnitt des Buches ist durch die als Einleitung gebrachten 
üblichen Verherrlichungen Gottes, des Profeten und regierenden Fürsten wohl mo- 
hammedanisch, doch im Werke selbst ist vom Profeten und seinen vier Genossen 
nur bei einigen frommen Ausrufungen die Rede, und Religion ist im Verhältnisse 
zu den Geistesprodukten des heutigen Islams, geschweige des jetzigen Mittelasiens, 



— 25 — 

gar nicht berücksichtigt worden. — Die Bedeutung des Titels Kudatku Bihk, die so 

manchen meiner Vorgänger beschäftigt hat, ist „glückliches oder beglückendes Wissen" 

pjlft ja«*Är» wie wir solches im Texte mehrere Male angedeutet finden *), und die 

Etymologie ist folgende: Kut = Glück, kutatmak oder kudatmak = beglücken, und 

durch Hinzufügung des Adjectivsuffix ku ki kudatku = das beglückende, Bilik von 

bilmek das Wissen. 

Wie aus der Vorrede des Kudatku Bilik ersichtlich, ist dasselbe von einem 

gewissen Jusuf unter der Regierung Bokra öder Boghra Chans**) verfasst worden, 

wofür der Autor vom genannten Bokra derartig ausgezeichnet wurde, dass er ihm 

den Titel eines Chass Hagib (>-r^L=- u^^) Geheim-Vezier oder Privat- Vezier verlieh. 
Jusuf Chass Hagib, wie daher der vollkommene Name des Verfassers lautet, redet 

im letzten Abschnitte, in welchem er um Entschuldigung für seine Fehler bittet, 

nach der Weise orientahscher Schriftsteller, sich auch in diesem Namen an: 

eh Jusuf kerek sözni sözle küni, „Oh Jussuf sprich offen und gerade das nöthige 
Wort", und erzählt uns, dass er dieses Buch während ganzer achtzehn Monate und 
zwar mit viel Mühe schrieb. 

Als das erste Buch, welches in der türkischen Sprache verfasst wurde, hat 
der Autor ziemhch recht, wenn er sagt: 

kesik taki kördüm bu türkce sözün, „ er habe die türkische Sprache mangelhaft gefunden " 



*) Es wundert mich, wie dieses Jaubert's Aufmerksamkeit entging, der den Titel mit Wissenschaft 
des Regierens übersetzte; er hat im Kudatku irrigerweise das persische Chuda (= Herr, Hausherr) ent- 
decken wollen. 

**) Wahrscheinlich derselbe Satik (Sadik?) Bokra Chan, der nach einer von Velichanoff aus Kaschgär 
mitgebrachten historischen Handschrift mit dem Schwerte Komul und Turfan bekehrte und 1051 n. Chr. 
starb, wesshalb er auch Gazi Chan par Excellence genannt wurde. Die uns vorliegende Copie des 
Kudatku Bilik wäre daher 19 Jahre nach dem Tode obigen Fürstens geschrieben worden. 

4 



— 26 — 

und dennoch hat er sich, selbst ohne Hilfe des geborgten arabisch-persischen Wort- 
schatzes viel besser aus der Verlegenheit gezogen wie sein 500 Jahre später schreibender 
Sprachgenosse Mir Ali Sir, der bei der ungeheuren Menge arabisch-persischer Eedens- 
arten und Wörter, die er entlehnt, den Satz: *) ^^^-^^ ^ KaJLü ^ y ^J „in rein 
türkischer Sprache habe ich gedichtet" anführt. 

Bei erster Entzifferung des Kudatku Bilik schien es mir eine Uebersetzung 
oder Umarbeitung eines fremden, vielleicht chinesischen oder persischen Originales **), 
doch hat heute eine sorgfältigere Prüfung mich meines Irrthums belehrt. Das Kudatku 
Bilik ist ein rein türkisches Produkt, was aus folgenden Umständen ziemhch klar 
ersieh tUch ist. Erstens ist der Stoff aus rein türkisch socialen und gouvernemen- 
talen Verhältnissen geschöpft, aus Verhältnissen, die wohl mit den damaligen Zu- 
ständen Mittelasiens, die einen persischen Zuschnitt haben, analog sind, doch in den 
meisten Fällen den speciell türkischen Typus nicht verkennen lassen. Zweitens 
bürgt die textuelle Anführung des häufigen .^j^ >-*^, türk sözi = türkisches Wort 
und t^ihi- fö^S^ türkce mesel = türkisches Sprichwort, genügend für die Annahme. 
Drittens die Bemerkung in der Vorrede, dass es in Ostturkestan geschrieben, die 
erste Hälfte nämlich im östhchen Ostturkestan, also ungefähr in Komul, und die 
zweite in Kaschgar, wohin der Autor gegen das Ende seines Lebens sich begab, 
und von den Iraniern (}o^ —/>**■ —V, sa natae türki = türkisches Sahnameh ***) 
genannt wurde. Das Kudatku Bilik, dessen Geist sich im Jasao Dsingis und Tüzükat 
Timur treu wiederspiegelt, ist eine Sammlung derartiger Moralsprüche bezüglich des 
individuellen Lebenswandels und der Weltanschauung, denen wir noch heute in özbegisch- 
turkomanischen oder osmanlischen Sprüchwörtern begegnen, theils aber jener Prin- 



*) Schlusskapitel iu der Eomanze S^yi^J} »-«-i*« »jäS kissai Seif ul Muluk von Nevai. 

**) Welche Ansicht ich in meinen «Skizzen aus Mittelasien" S. 270 mittheilte. 

"**) Grosse, bedeutende Werke führten demnach in Iran noch von Firdusi den Namen Schahnameh, 
welch letzteres Wort nicht so sehr ,das Buch der Könige", als , Königliches Buch" heissen soll, ebenso 
wie die türkische Fabelsammlung des Envari Suheili den Titel Humajun nameh = kaiserliches Buch hat. 



- 27 - 
cipien und Regiemngsregeln , die im ganzen Osten, aber vorzugsweise von den 
türkischen Herrsehern als Norm betrachtet wurden, und hinsichtlich des erstem in 
Ibni Chalidun, der letzteren hingegen in Kotschi Begs Buch über die Verfassung 
Ausdruck verliehen wurde. — Es unterliegt keinem Zweifel, dass auf Jusuf Chass 
Hagib die Literaturzustände des damaligen Westasiens nicht ohne Einfluss gebheben 
sind, wie wir diess bei den Citaten des Efrasiab als Symbol irdischer Grösse und 
Nusirvan als Symbol der Gerechtigkeit sehen, doch im Ganzen genommen ist und 
bleibt es ein Musterwerk türkischer Geistesprodukte, das wahrscheinhch in Folge 
späterer Uebersetzung, oder richtiger gesagt Transcribirung, den Westtürken zugänglich 
gemacht wurde, in deren literarischen Arbeiten es sich oft in frappantester Aehn- 
Hchkeit wiederspiegelt, wie z. B. das vorletzte Capitel über die Vergänghchkeit der 
Welt im vorletzten Abschnitt des Kudatku Bilik und das Gedicht von Vehbi Efendi^ 
welches M. Wickerhauser in seiner Chrestomathie bringt. 

Das Datum des Buches ist genau an zwei Stellen angegeben. Die erste S. 92 
im vorletzten Abschnitte lautet: 

— hAS ^ ^^ Ot^ 0^ Wt tr^ 

jil altmis iki erdi tört jüz bile, ' 

bitejib tökettim bu söz ölküre, 
„Im Jahre vierhundert und zweiundsechzig habe ich dieses Wort (Buch) nach seinem 
Maasse geendet" — und wieder S. 93 im Schlusskapitel heisst es: 

—^ \is. v_Dj2ikc^ pj_ ^t^jiyifc .'^ ^ es 

jil altmis iki erdi tört jttz bile, 

bu söz soz ledim men tutub gan sere, 

„Im Jahre vierhundert und zweiundsechzig habe ich, die Seele in Kopf nehmend, 

dieses Wort gesprochen." 

4* 



— 28 - 
Wie nun das angeführte Datum 463 d. H. = 1068 n. Chr. mit der Behauptung 

Arabee tagikce kitablar ögüs bizning tihmizde bu birinki okus. „ Arabisch und persisch 
gibt es viele Bücher, in unserer Sprache ist diess das erste Buch", zu vereinigen 
sei, ist nicht so leicht zu erörtern. Dass eine Sprache, in der ein Buch wie das 
Kudatku Bilik verfasst wurde, noch vor dieser Epoche keine anderen geschriebenen 
Monumente aufzuweisen gehabt haben sollte, besonders da die Nestorianer mit der 
Einführung der Schrift die Verbreitung der christlichen Dogmen bezwecken wollten, 
wäre schwer zu glauben, und es scheint mir auch hierin nur das mohammedanische 
Wort kitab oder uigurisch okus, Lecture urgirt werden zu sollen, indem die 
Mohammedaner den Namen „ Buch " nur den in der mohammedanischen Aera 
entstandenen Werken verleihen. 

Das vorliegende Exemplar des Kudatku Bilik ist eine Copie, die im Jahre 
843 in Herat geschrieben wurde, wie aus einer Bemerkung nach dem Schlussverse 
ersichtlich ist: 

}b 0^ 0^-^ ^-*^ 0^ l^jr h^ (p*> ^ t^ /Ü°- W -^^ r^^ 03*^ 3^>iuiioi> Q^Iii^Dt' 
tökendi Kudatku kitabi tarich sekiz (jüz) kirk üc jilde koj jil Muharrem ai ning 
törti Heri de. „Es wurde vollendet das Buch Kudatku im Datum von acht (hundert) 
vierzig drei im Schafjahr den vierten Moharrem in Heri (Herat)", also ein Jahr 
vor der Geburt Mir Ali Sirs *), der uns seine letztgenannte Vaterstadt auch mit 
diesem Namen nennt, und zwar während der Kegierung des Timuriden Abul Kasini 
Bahadur, der, ein Zeitgenosse Abu Said's, damals in Chorasan (Hauptsitz) Herat 
herrschte. In Herat, obwohl es den Mittelpunkt der persischen Schöngeister Oho- 
rasans bildete, ist damals am Hofe und in der Beamtenwelt dennoch viel türkisch 
gesprochen worden, und dass die uigurischen Schriftzeichen den cagataisch redenden 



*) Ali Chir naquit a Heri l'an 844. Belin, Notice Biographique et lite'raire de Mir Ali Chir 
Nevai. Paris 1859 S. 6. 



— 29 — 
Türken nicht ganz unbekannt waren, beweist am besten das Entstehen dieser Copie, 
welche irgend ein vornehmer Türke, vielleicht der Fürst selbst, sich anfertigen Hess, 
als auch die der übrigen uigurischen Handschriften, die auffallender Weise sämmtlich 
in diesem Jahrhundert und zumeist in Herat geschrieben wurden. Sechs und dreissig 
Jahre später ist dieselbe Handschrift von Herat nach Tokat (Kleinasien) und von 
hier nach Konstantinopel gelangt, wie wir dieses aus folgender Notiz, welche am 
Ende der zum Manuscri pte hinzugefügten Kaside sich befindet, ersehen. Dieselbe lautet: 
JD|)Q. Qf^Q füi^i^i ^Qi. Qi. (ys>^ ^-»^^3 ei>^=Ö 33 e^ PJ^ fb A^'Ö^b ffi^ /^^ A^ |b [^^^ 
ja /<ß3 <-*i^3qi- 0^ o^i^iio v-oiai^ii. v_d^3 :> e- AM> 1^ ö ;W9 p^=fe fo t^S:t^i^ 

Tarich de sekiz jüz jetmis tokuz da jilan jil bu kudatku bilik Idtabini Abdur Rezak 
bachsi ucun Istambulda Tokattin Fachri Oglu Kazi Ali bitib jiverib keltürttiler. Mubarek 
bolsun devlet kilsun mihnet kitsun. „ Im Jahre 879 im Schlangenjahre hat der 
Kadi Ali Fachri Oglu dieses Kudatku Bilik für den Minnesänger Abdur Rezak aus Tokat 
nach Stambul bringen lassen. Es sei gesegnet. Es komme Glück und es gehe Leid." 
— Und schhesslich sagt eine Bemerkung am Ende des zuletzt stehenden Gedichtes: 
ft, ^ pi. v_»tiL ^ ^-^'^ upc s_»iiL j^ _ ^ _ ^j_ fx^ p^ '^ —/üjL v_iiii3 ^iiiL 

Hffe Ott- fP^ — P^ 
Naal bend Hamza diu satun alduk Molla Chair ed-din ning Gumaa mesgidi ning 

jani da Asnakuc (?) Hagi Telal. „Von dem Hufschmied Hamza hat es käuflich an 

sich gebracht der neben der Freitagsmoschee des Chair- ed-din sich befindende Hagi 

Delal (Sensal)." Von diesem letzteren verbheb es in Konstantinopel, bis es endlich 

in den Besitz des Baron Hammer Purgstall überging, der diesen grossen hterarischen 

Schatz nach Europa brachte, wo er jetzt ein Eigenthum der kaiserlichen Hofbibliothek 

zu Wien ist. (Siehe Flügel, die arabischen, persischen und türkischen Handschriften 

der k. k. Hofl)ibliothek zu Wien. 1867. HI. Bd. S. 29f5.) 



- 30 — 
Schrift des Kiidatku Bilik. 

Dieselbe ist unstreitig die älteste, wie schon bemerkt, unter allen existirenden 
uigurischen Schriftarten, wohl nicht so kalligraphisch als die des Bachtiarnameh in 
Oxford oder des Miragnameh in Paris, aber origineller und primitiver. Das ganze 
Kudatku Bilik ist durchgängig von einer einzigen Hand geschrieben worden, doch 
leider mit nicht immer gleichem Eifer. Bis Blatt 6 ist die Schrift auffallend deuthch 
und klar, mit grossen sorgfältig annexirten Buchstaben, besonders ist dies im 
^2us v_2u. Q^ ;C2ii^9 Fihris ti Eb vab, ^jf^f cj«*^^ (Verzeichniss der Artikel) der Fall, 
ja es scheint, als wenn der Schreiber hiermit den Unbewanderten in der u'igurischen 
Schrift mit einer Elementar-Lectttre an die Hand gehen wollte. Blatt 6 und 7 sind 
sehr schlecht geschrieben mit vielen Verbesserungen, oft ganze Zeilen voll. Sie 
Avechselt mitunter je nach dem Schnitte der Feder; manchmal sind nämlich die 
Buchstaben gross und dick, wie von Blatt 8 — 14, manchmal wieder dilnn und 
symmetrisch, wie von Blatt 14 — 16. Dieses wechselt ununterbrochen, je nachdem 
der Copist einer neu geschnittenen oder einer schon oft gebrauchten Feder sich 
bedient hat. So ist auch beim Zwischenraum der einzelnen Zeilen kein Augenmaass 
gehalten worden, manchmal sind sie sehr nahe an einander, ein anderes Mal weit 
von einander getrennt. An manchen Stellen treffen wir die zweite Strophe der ersten 
vorgesetzt, bei welchen Fällen der Copist es nie unterlässt, die betreffende Reihen- 
ordnung mit p:^ borun, zuerst und — *^ song, nachher, zu bezeichnen; ja an 
einigen Stellen, wie z. B. Blatt 62, sind neun Verse durch Zahlenbezeichnung in 
die gehörige Ordnung gebracht. 

Von Nutzen und besonderer Hilfe zur Entzifferung des Kudatku Bilik ist der 
Umstand, dass spätere Leser der vorliegenden Handschrift es nicht unterliessen, Annota- 
tionen oder Interpretationen beizugeben. Diese bestehen zumeist aus der interUnearen 
Uebersetzung solcher ui'gurischer Wörter, die, im Zeitalter des Lesers veraltet und ausser 



— 31 — 

Gebrauch, zwar von Wenigen gekannt, der gTossen Masse aber unzugänglich waren. Diese 
Verdollmetschung ist theils mit arabischen Lettern in persischer oder arabischer Sprache 
geschrieben, wie bei öo^, a^, ^jy^Äi u. s. w., die mit ^i gut oo schlecht, ^KoL Andenken 
unterschrieben sind; theils aber mit uigurischen Lettern in einer neueren, namentlich 
kaschgarischen Mundart, z. B. — »^s*- evik mit ^ü=\ii. asukkan, eilig, f^^ arkis mit 
fi=^^ kervan = Karavane, f^ij^ titmak mit \^^^ tijmak, verbieten u. s. av. BisAveilen 
finden -wir auch Interpretationen mit persischen Wörtern uigurisch geschrieben, wie 
^- !^n^^ , totub mit -^ sir, ^^>^ satt. Leider sind viele derartige Interpretationen in so 
schlechter Handschrift und ohne Punktation mit auffallender Sorglosigkeit hingeworfen, 
dass deren Entzifferung eine ganze Unmöghchkeit wird, und die tantahsche Mühe 
des Forschens in solchen Fällen ist leicht zu begreifen. 

Hinsichthch der Leserlichkeit des ganzen Manuscriptes müssen wir bemerken, 
dass eine gewissenlose Nachlässigkeit, die das sichere Lesen für immer erschwe- 
ren, ja vielleicht unmöglich machen wird, beinahe überall vorherrscht. Man 
findet oft in einer Zeile ein und dasselbe Wort in verschiedener Orthographie, einmal 
richtig, ein anderes Mal fehlerhaft geschrieben. Es ist diess namentlich bei der 
Schreibart der drei Lettern j]), v, o, k, s, c der Fall, wo der spitzigen oder runden Form, 
der rechten, geraden oder linken Stellung so wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde, 
dass man häufig zwischen den fraglichen Buchstaben den auf den Sinn am besten 
passenden errathen muss, was um so sinnstörender ist, als diese Buchstaben auf 
eine bedeutende Anzahl von Lauten Bezug haben. 

Das tiefe Bedauern, ja der Schmerz möchte ich sagen, den der Forscher 
beim AnbUck dieses mit Dornen und Disteln bewachsenen, mit schweren, nicht zu 
hebenden Steinen verrammelten Bornes, aus welchem er die seltensten Schätze der 
Wissenschaft schöpfen konnte, empfindet, — ist schwer zu beschreiben. Tage lang 
konnte ich bei einem AYorte verharren, bevor ich, der bitteren Hoffnungslosigkeit, 
es je entziffern zu können, nachgebend, mich entfernte. Ein unbekanntes AVurzel- 



— 32 — 

wort in einer der weitausgebreitetsten Sprachen der Welt, die keine Jahrtausend 
alten Literaturschätze, keine Inscriptionen hinterlassen hat, zu entdecken, ist kein 
alltäglicher Fund — besonders heute, wo die wissenschaftliche Welt durch und durch 
überzeugt ist, dass die der Vergangenheit entrissenen schwarzen Buchstaben einer 
Sprache zur Aufklärung der Dunkelheiten in der Geschichte der Menschen und 
unserer Erde ein weiteres und sichereres Licht verbreiten, als die noch so hell brennende 
Fackel, welche Klio angezündet. — Die Fesseln des Mysteriösen und des Verborgenen, 
in welchen Jaubert das Kudatku Bihk zurücklässt, und worauf auch das Motto 
dieses Buches hinzielt, sind gebrochen, mehr Vorbereitung, ein längeres praktisches 
Studium auf dem Grebiete der osttürkischen Mundarten und endlich ein grösserer 
Keichthum an Hilfsmitteln haben meine Bemühungen mit mehr Erfolg gekrönt als 
die meines Vorgängers, — doch bin ich noch sehr weit von der Behauptung entfernt, 
den Born ganz erschöpft zu haben; — viele unschätzbare Reichthümer der Turco- 
logie verbirgt derselbe noch, und harret auf geübtere Hände als die meinigen sind *). 



Einiges über die Eigenheiten des Formen- und Wortschatzes der 

uYgnrischen Sprache. 

A. 

Der grammaticahsche Unterschied des Uigurischen von den neueren türkischen 
Dialekten ist keinesfalls ein so geringer und unbedeutender, wie Remusat aus uigurisch 
geschriebenen cagataischen Texten folgernd uns mittheilt, aber auch kein so wesent- 
licher, wie z. B. der Unterschied ZAvischen dem Jakutischen und dem heutigen Cagatai 
oder gar dem Osmanli. Die Abweichungen in der Formenlehre sind von ganz 
eigenthümlicher Natur. So wie der Wortschatz des Uigurischen den ganzen Vorrath 



*) Jaubert's Vorarbeit im VI. Hefte 1825 Seite 39 — 52 und 87—95 des Journals Asiatique enthält 
nur dasjenige, was dem französischen Gelehrten durch seine Kenntniss des Osttürkischen verständlich war, 
rein TJigurisches hat er weder lesen, noch entziffern können. 



— 33 - 

von Wurzelwörtern aufweist, den die später westlicher gezogenen Türken in 
ihrer Sprache haben und hatten, — ebenso ist auch der Formenschatz des Uigu- 
rischen als das einzige und sicherste Inventar zu betrachten, in welchem sich alle 
grammaticalischen Eigenheiten, durch welche die verschiedenen Schwester- 
Dialekte sich heute unterscheiden, vorfinden. So z. B. hat ein Theil des Zeitwortes 
mit dem Verbum der Osmanli Aehnlichkeit, ein anderer Theil zeigt unverkennbare 
Spuren der osttürkischen Verbalformen, während ein dritter sich dem mongolischen 
Zeitworte nähert, und liefert uns einzelne Belege zur Darstellung des gemeinschaft- 
lichen Verhältnisses auch im Osten des turanischen Sprachgebietes. Das uigurische 
Zeitwort drückt z. B. die vergangene Zeit sowohl durch ^j- mis wie im Osmanli, 
als auch durch die Gerundialform ^-sjs üb, üb, oder durch die Participialform fAS j^o kan 
ken in Verbindung mit dem Hilfszeitworte > «u'^ ' und f^ß ermek und bolmak aus, 
und hat schliesslich eine Infinitivform in 5Ö ku, &i kü, welche bekanntlich mongo- 
lisch ist. Ja der üppige Reichthum und die beispiellose Fülle der Biegungsformen, 
über Avelche der uigurische Dialekt verfügt, ist höchst überraschend, namenthch ist 
diess bei der Wortbildung der Fall, und es leidet keinen Zweifel, dass die Schön- 
heiten und Vorzüge des türkischen Sprachenbaues, welcher mit Eecht die 
Bewunderung der Grammatiker der Neuzeit erweckt hat, und im Uigu- 
rischen in prägnanteren Farben hervortreten, keine Frucht späterer Ent- 
wickelung, sondern im Grundkerne der gemeinsamen Sprache aller Türken 
enthalten sind. 

Die genaue Detaillirung des uigurischen Formenschatzes und eine eingehendere 
grammaticalische Besprechung kann in diesen Blättern, wo ich mir die Entzifferung 
und Verdeutschung des ersten uigurischen Textes zur Aufgabe machte, nicht statt- 
finden, und ich habe hier nur folgende, zum Verstehen des Textes unentbehrliche 
Bemerkungen vorausgeschickt. 

Vom Hauptworte. Während im Osttürkischen der Genitiv durchgängig 



— 34 - 

mit S'jbi ning oder Ti^ nung ausgedrückt wird, finden wir im Uigurisclien , w^enn 
der Auslaut ein Mitlaut ist, manchmal ^-»" ing. So wird auch das Anschmiegen 
des Suffixes an verwandte Laute, wie z. B. das cagataische ning, nung, nüng hier 
ganz vermisst, da im Uigurisclien nur ing oder ning vorkommt. Der Dativ ist 
immer durch )k> ka, fi ke, der Accusativ mit qa ni gebildet. Die in sonstigen 
türkischen Mundarten fremden Endungen des ui'gurischen Hauptwortes sind 1) der 
Vocativ, welcher durch ein affigirtes a a, e, ^ i und ß o, u, ö, u entstellt mit der 
Bemerkung, dass in solchen Fällen der End-Mitlaut sich oft verdoppelt. Als q^q — 
ej beki = oh Fürst, ^oÄOb = ej tongga = o Mächtiger; 2) der Instrumentativ, 
welcher durch p on, un oder p in gebildet wird, als pltij. atakun, mit dem Fusse, 
poj^ ilkin, mit der Hand. 

Das Beiwort unterscheidet sich nur dadurch von den übrigen Dialekten, 
dass es bei Bildung der Vergleichungsstufen minder bekannte Partikel gebraucht. 
So scheint z. B. (yfi^ q^ eti jaksi, sehr schön, wjl^^ v_iiio ket jitik, sehr scharf, 
den Comparativ auszudrücken, während >— »i^ ing (das osm. S^i en) den Superlativ 
bezeichnet. 

Das Zahlwort hat folgende Eigenheiten. Jene Form des Grundzahlwortes, 
welche im Cagataischen durch :^;.f aola, eöle *), als : ^^LiCjf ikeöle, beide, ^^Lj ,yj törtaola, 
alle Vier, gebildet wird, entsteht im Ui'gurischen a) durch 5Ä> ku, oo ki, ,9^ kü, als: 
,50^0^ ikekü, Beide, alle Zwei, ffli ' ^'v^^ törtaku, alle Viere u. s. w.; b) durch ^le, als: 
/)Q*pj — fAA ikile közüm, meine zwei Augen. Die Ordnungszahlwörter werden nicht 
durch .^Äj!^ langi, lengi, wie im Osttttrkischen, sondern bei den Einserzahlen mit r^ 
ang, eng, bei den übrigen mit o^i*- angi, engl gebildet. (Sieh im Inhaltsregister 
des Kudatku Bilik die Reihenfolge der Abschnitte.) 

Im Fürworte sind folgende Eigenheiten wahrzunehmen. Der Dativ der 



'■') Sieh meine cagataischen 8i)rachstudien S. 17. 



- 35 — 

Personalia sowohl als auch der Demonstrativa ist entweder po" angga ^oo*Oi- = ihm 
und diesem, oder, was ziemlich auffallend erscheint, oW^ anggar, ihm und c}M>oisj-, 
diesem. Infolge der fehlerhaften Schrift hatte ich dieses ^ r Anfangs für ein ö o 
gehalten, doch kommen im Laufe des Textes viele Reime vor, wo derartige Dative 
den entsprechenden Reim von c5* ar haben. — Ein verstärktes Pronomen demon- 
strativum als: of^^^ munuki, dieses hier, ungeMr gleichlautend dem cag. ^^ bukim. 
Das Besitz anzeigende Fürwort ist: 

'- « i > !i j mening = mein v_»I^ /i^^ biz ning = unser 

sening = dein w»iii. ^ly siz ning = euer 

anung = sein -—»iiL ;y^ alar ning = ihr 

und so ist qo >- » '. ^ '^ J^ mening ki, der Meinige, qo ■ «^ ' " ^ sening ki, der Deinige u. s. w. 
Bemerken swerth ist ferner, dass einige Postpositionen, als pb din, von, — /Od öze, auf, 
nie mit Personalia, sondern immer mit Possessiva vereint anzutreffen sind, z. B. pt, »i^ij. 
mening din, von mir, und nicht ^.oj^ mendin, oder ^ojo benden, wie im Cag. oder 
Osm. pb ' » '' ^ ''y sening din, von dir, und nicht ^^oa***. sendin, oder ^.oa«. senden u. s. w. 
Das Nebenwort, welches im Uigurischen einen Redetheil von weit grösserer 
Bedeutung bildet als in den neuern Turkdialekten, wird gebildet 1) durch p ce, ge, 
welches nicht nur dem Adjectiv, sondern dem als solches figurirenden Particip an- 
gehängt wird, z. B. p — »laio kerekce, nöthigerweise, f- ^-Jül^ kesikce, mangelhaft^ 
gebrechlich p ov^i^ jetmisige, vermögend, gemäss, A^ ^üi^Äii} ic^^^iij^ v_»iD,j)c«> 
kücüng jetmisige katiklankü öz = deiner Kraft gemäss schärfe dir es ein (75); 
2) durch p, p un, ün, in, z. B. po^ etkün, gütlich, wohl, po*aQ<>^ etkürekün, besser, 
welches aber auch Haupt- und Nebenwörtern angehängt wird, als po^ioo körkün, zieriich, 
schön, po»a. öngün, zuerst, von ^»ia- öng, vor; 3) durch (y- ni, welches aber zumeist dem 
Wurzelworte angehängt wird, als o*^ bütni, gänzHch, (yüu^ sakni, achtsam; 4) durch 
sa ru, rü, als &i^ jetrti, genügend, ff^^i^ kengrü, reichhch. Orts-Adverbia sind 
beinahe dieselben wie im Cagataischen, die Zeitadverbia hingegen haben eim'ge merk- 

5* 



- 36 — 

liehe Eigenheiten, als ot^ feali, wenn, >— »i^si- abank, wann, so auch der Gebrauch 
i^ jilin, pi- ajin, pico künün, während Jahre, Monde und Tage, welche Redensart 
in den westlichen Mundarten ohne jegliches Suffix gebraucht wird. 

Die Nachwörter haben in ihrem Bereiche ausser den in den späteren Dia- 
lekten vorkommenden auch solche, die im westhchen Sprachengebiete der Türken 
heute nicht mehr existiren. Solche sind ^-^ kat, unter, a-^ öz, zu, o^ koti, nieder, 
^ örü, auf, in die Höhe. Beinahe sämmtliche Nachwörter nehmen das Adverbial- 
Suffix p un, ün an, als: p^ katin, unten, pV^ östün, oben, pji. elin, vor, pi^ songun, 
zuletzt u. s. w., und da sie zumeist in dieser Form vorkommen, so ist die Con- 
struction auch eine andere wie bei den übrigen Dialekten, z. ß. cag. und osm. 
fjoüJf ,j fos kara jer altinda, unter der schwarzen Erde, heisst im üigurischen 
jAii :^ii. —^ kara jer katin, fj.*x^^f f^S Gök oder Kök üstünde heisst p^^ ■— *ao 
kök üstün. 

Das Zeitwort macht sich erstens durch die consequente Eegelmässigkeit 
bemerkbar, mit welcher es in der Bildung der verschiedenen Arten vorgeht*). 
Während man z. B. im Osm. und Cag. die leidende Form, wo das "Wurzelwort auf 
1 endet, nicht durch 1, sondern durch n bildet, ist im üigurischen das 1 durch- 
gängig beibehalten. So wird von f^pß bulmak und ^ »ü^ g bilmek die leidende 
Form nicht bulunmak und bilinmek, sondern fiüPi^S bululmak und — juj+^i^ Ijüilmek. 
Dasselbe ist auch bei der transitiven Form bemerkbar, welche durchgängig mit t gebildet 
ist, als fuiMi^9 batutmak, erhöhen, fuf^q^ kudatmak, beglücken. Hinsichtlich der 



*) Bemerkenswerth ist es, dass im UTgurischen die active Form nur durch das Grundzeitwort 
ausgedrückt wird und nicht wie in den neueren Dialekten, wo die äussere Form eine zurückführende oder 
überleitende ist, der innere Werth aber ein actives Thun bekundet. Im Osmanli heisst z. B. ^^^jj^ to- 
kunmak, berühren, eigentlich sich anschlagen, im üigurischen fu^üßt, tokimak, anrühren, anschlagen. 
Cag. LjUÄj^f aritmak, reinigen, eigentlich reinigen lassen, uig. pu^iai. arimak, reinigen, und fui^.iai. aritmak, 
reinigen lassen. Es ist diess eine nicht zu verkennende Reinheit der Sprache, welche mit zahllosen Bei- 
spielen belegt werden könnte. 



— 37 — 

Eeiclihaltigkeit der verschiedenen Arten gibt das uigurisclie Zeitwort den neueren 
Scliwesterdialekten gar nichts nach, nur in der Formation sind einige Verschieden- 
heiten. So hat das Möglichkeitszeitwort erstens die dem OsmanU verwandte Form 
(a, e) u, ü, wie ' ■ ^ ^ ft^ s bilümek, wissen können, f^ifj^ kilumak, thun können; zweitens 
statt des im Cag. gehräuchhchen jjUf almak, s'Uf elmek das Zeitwort >- ^ ^ s^i, türmek, 
erdulden, ertragen, als > »i^^f &'^ jüi'i türmek, gehen können, - * \ i^i, 0^ biti 
türmek, schreiben können. Das Müssen, Sollen ist auf zweierlei Weise ausgedrückt, 
a) durch das Nomen verbale auf ^, 50 ku, kü mit dem besitzanzeigenden Fürworte, 
als ov ^s^^ kilkusi, er muss thun, und b) mit demselben Nomen verbale und kerek 
= muss, soll, als *— «uaMi ^^ bitkü kerek, man muss schreiben, eigentlich: das 
Schreiben ist nöthig. In den Zeiten zeigt das uigurische Zeitwort, so wie wir 
solches aus dem vorliegenden gebundenen, versificirten Texte beurtheilen können, bei- 
nahe dieselbe Fülle wie das Verbumd es osmanischen Dialektes, ja in manchen Fällen 
übertrifft es sogar Letzteres. Als Beispiel sei das meist vorkommende \^^ barmak, 
gehen, aufgestellt. 

a) Anzeigende Art. 
1. Gegenwärtige Zeit. p^ bardik = wir gingen 

fij- 0^ barir men = ich gehe ^uoiiiiaijg bardingiz = ihi* ginget 

pV 0^3 harir sen = du gehest Ö*i^^ bardilar = sie gingen. 

Ö^^ barir = er geht 3. Vergangene Zeit. 

;*Asoder,4i-0^ barir miz oder biz = wir gehen ^b^^ :>^ barir erdim = ich bin gegangen 
^ ^A^ai^ barir siz — ihr gehet > „i ,I >C\"i l ^j^ barir erding = du bist gegangen 

^ ;yüiß barir lar = sie gehen. O^ai. ;;püiQ barir erdi = er ist gegangen 

2. Halbvergangeue Zeit. wjli^i. ;A,iai^ barir erdik = wir sind gegangen 

jb^^3 bardim = ich ging yiX>*^i- ;-^ barir erdingiz = ihr seid ge- 

' « ' >^^ i(9 barding = du gingest gangen 

0^ bardi = er ging ' ;ju^^ ^1^5 barir erdiler = sie sind gegangen. 



- 38 - 

4. Längstvergangene Zeit. 
ß^^Lii. Y^jaijj barmis erdim = ich war gegangen u. s. w. 
b) Gebietende Art. 
pai^ barajin = ich soll gehen 
0^5 oder tr^ ^ barkil oder bar = gehe du 
0»Q*P5 oder pv^ barsun oder barsuni = er gehe 
f^^^i^ baralik = gehen wir 
;^^^iO>^^i^i>^ barkih'ngiz = gehet 
::;i^^ barsunlar = sie sollen gehen. 

c) Verbindende Art. 
1. Gegenwärtige Zeit. 

|ij /dl. ^j:^ oder j^i — ^M9 barsa men oder barir ersa men = wenn ich gehe oder 

gehen würde u. s. w. 
: 2. Vergangene Zeit. 

— /Cü. f^^^ ^^^ barir erdim ersa = wenn ich gegangen wäre u. s. w. 

d) Wünschende Art. 

'^ fbjLQ barka men = ich möchte gehen 

yif — fb\9 barka sen = du möchtest gehen 

^5Ö^ oder — f^s barka oder barku = er möchte gehen 

;Oj_ — f^9 barka miz = wir möchten gehen 

^ — f^a barka siz = ihr möchtet gehen 

^ — f^9 barka lar = sie möchten gehen. 
Gerundien sind heinahe dieselben wie im Cagataischen , hingegen zeichnet 
sich der Infinitiv dadurch aus, dass er die im heutigen Cagatai nicht überall bekannte 
Endsylbe mak, mek durchgängig annimmt, und auch über die cagataischen Infinitiv- 
Formen verfügt. Der Infinitiv in fü^ mak, •—'^ mek wird auch als Nomen verbale 
gebraucht, und entspricht dem osm. «u» ma, me. So z. B. heisst osm. ^lS*j ^lsä^suJI^ ^5«- M^iy 



— 39 - 

varmasi gelmesindin jejdir im Ul'gurischen ^jaacb >-»Aii^ pt 0>äM> f^6- barmaki 
kelmeki din jekrek turur = sein Gehen ist besser als sein Kommen. 

Das Nomen verbale kommt in verschiedenen Formen vor. Eine ist die 
schon erwähnte in &i, 50, 00 ku, kü, ki, als 5^^ barku, das Gehen, ^Offo kelkti, 
das Kommen, und 00^ erki, das Sein; die zweite ist jene, welche dm'ch \^ ik, p>ß 
uk, «-iti ik, oder •—»0 ük gebildet wird, als fti^fc barik, der Gang, ■-»^ kelik, die 
Ankunft, —»^^11^5 bitik, die Schrift, von bitmek, ^*^ bihk, die Wissenschaft, von 
bilmek. — Von diesen verschiedenen Verbal - Nomina entstehen auch verschiedene 
Verbal- Adjectiva, und zwar von &^ barku, &^^ kelkü und &^^^ turku wird 0^0**^ 
barkuci, o=i ^offo kelkuci und qc &^^ turkuci; von f<^^ barik, wjl^jw^ kelik und f^ä^ turuk 
hingegen wird durch Hinzufügung des Suffixes (}*_li wird o^^^s barikh, der Gehende, 
0^0^ kelikli, der Kommende, ojiiß^ turukli, der Stehende, eine Form, welche in 
consequeuter Durchführung in keinem der späteren Dialekte der Turksprache existirt *). 
Dass nebst den erwähnten ausnahmsweisen Nomina verbalia auch die übrigen in 
den westlichen Dialekten vorhandenen, als z. B. die auf v^ is endenden f^ akis, 
Aufgang, f^ enis, das Absteigen, im Uigurischen nicht fehlen, braucht kaum erwähnt 
zu werden. Es wird ausser diesem das Stamm-Zeitwort sowohl der gegenwärtigen, 
als auch der vergangenen Zeit als Hauptwort gebraucht, z. B. (ß^ —f^s ^ A^ Ö^j^o 
kelirimiz ke baka turdi, er beobachtete unser Kommen, q^^jAS 0*- A^j — /"^ y- ne ersa mizni 
bildi. er wusste, was wir seien. 

So hat auch die Wortbildung einen weit grösseren Kreis im Uigurischen, 
als in den westHchen Dialekten. Die Partikel qc ci, gi z. B. kann zu jedem Haupt- 
wort oder Nomen verbale hinzugefügt werden, um ein Nomen agentis zu bezeichnen, 
Man sagt z. B. qc v^9 basei, Oberhaupt, Anführer, 0=: /^ söz ci, Redner, qc ^ közci, 



*) Im Osmanli ist das Nomen verbale in ik nur noch in einigen Worten zu finden, als ^.ii barik, 
(jang (ijjpLj y ev bark = Haushaltung, eigentlich Hausgang), ^vL jazik. Schade, vom uigurischen fü^^ux 
jazmak, fehlen, S'Jo delik, Oeffnung, Loch, von S^^Jö delmek, durchlöchern ti. s. w. 



- 40 - 

Seher, Aufseher u. s. w., was bekanntlich im Cagatai und Osmanli nicht der Fall 
ist. Die Partikel f^, f%, ^-*ßfc, Hk, luk, lük macht aus einem Hauptworte ein 
Beiwort und aus einem Beiworte ein Hauptwort, z. B. 'F*^ okus, Vernunft, ftc^^cilQ. 
okusluk, vernünftig, fiß^ kuruk, leer, trocken, f^t f^"^ kurukluk, Leere, Düi-re; 
ftD^ oder >— »i^t luk oder lük drückt ausserdem noch ein Sammelwort aus, als v-*op^ 
jikülük, der Speisevorrath, von ^i^ jikü, Speise, >— »üfco^ ketkülük, die Kleidungs- 
stücke von ^ij)^ ketkü, Kleid u. s. w. 

B. 

Was die Eigenheiten des Wortschatzes betrifft, so ist schon bemerkt worden, 
dass dieser gewiss den ganzen Vorrath von Wurzelwörtern in sich schliesst, den die 
westhcheren Dialekte zusammen aufzuweisen haben. Dieser Umstand ist mit Hin- 
blick auf das hohe Alter des uigurischen Dialektes leicht zu erklären; was aber dem 
Turcologen dabei zu gute kommt, ist, dass die uigurischen Wurzel- und Stammwörter 
in der primitiven Bedeutung vorkommen, während die westUchen Dialekte solche 
Wörter nur in abstractem oder verwandtem Sinne gebrauchen. So z. B. heisst im 
Cagataischen loben jjLoLÄjLe maktamak, dessen Etymologie uns nur dann verständlich 
wird, wenn wir das uigurische ^jr maku, hoch, fti j^aü tj- makutmak, erhöhen, kennen. 
Nehmen wir ferner osm. ^jx^yxjil^ kamastyrmak, verblenden, cag. ^jLeyUU kamalamak, 
belagern, cerniren, und die Etymologie beider ist uns nur dann verständhch, wenn 
uns das uigurische Zeitwort füj^ kammak, binden, bekannt wird; wobei man sogleich 
auf den Ideengang kommen wird, welcher in dem abgeleiteten obwaltet. 

Abgesehen von dem bekannten Wortschatze der verschiedenen Turk-Dialekte 
gibt es im Uigurischen noch eine nicht unbedeutende Anzahl solcher Wörter, die 
im Westen heute ganz unbekannt sind, und da die ältesten cagataischen Sprach- 
denkmäler von ihnen keine Spur auftveisen, vielleicht auch nie bekannt waren. Solche 
sind z. B. öt^Ai- etkü, gut, ,^■i^^ jildis, Wurzel, (}A> küni, gerade, f^X/i^-^ jaleik, Mond, 



— 41 — 

—^ jola, Fackel, ^-^^^ arat, Mannschaft, i:A^ ertem, Verdienst u. s. w. u. s. w., 
die aber, was merkwürdig genug ist, entweder bei den Mongolen oder bei den im 
Norden wohnenden Jakuten theils in nah verwandter, theüs in ganz analoger Form 
und Bedeutung anzutreffen sind. 

In Betreff der mongolischen Verwandtschaft bedarf es keines besonderen 
Scharfblickes, um zu bemerken, dass ein grosser Theil des gemeinschaftlichen Wort- 
schatzes entweder gemeinschaftlichen Ursprunges ist, oder in Folge der alten und 
langen Nachbarschaft, in welcher die Ulguren zu den nördlich hausenden Mongolen 
standen, von ersteren zu letzteren übergegangen sind; — denn dass die Uiguren, 
deren Culturzustände schon aus dem Kudatku Bilik genügend beleuchtet sind, auf 
ihre nomadischen Nachbaren ausser der Verleihung der Schriftzeichen einen bedeu- 
tenden geistigen Einfluss ausgeübt haben, wird wohl Niemand bezweifeln. Was aber 
die specifisch jakutische Verwandtschaft der Ui'gurischen betrifft, so finden wir in 
dieser Erscheinung einen solch wichtigen Beleg zur Erörterung der Ursprungsfrage 
der grossen Turkfamilie, wie uns selbst die meist verlässhchen geschichtlichen Daten 
zu liefern kaum im Stande wären. Die von Klaproth, Hammer und Ritter aufge- 
stellte Theorie, dass die Türken, vom Altai -Gebirge stammend, von da sich später 
den Steppenländern Turkestans und den südlichen Abhängen des Thien-Schan zu- 
gewendet haben, erhält zwar einige Bekräftigung, doch ist die Entfernung von dem 
Quellengebiete des Jenissei und den Ufern der Lena, dem heutigen Wohnort der 
Jakuten, eine zu grosse, um die Wiege des Türkenvolkes so weit südlich verlegen 
zu können. 

Das engere Verwandtschafts-Verhältniss der Uiguren zu den Jakuten erstreckt 
sich natürUch nur auf einige Analogien in der Lautlehre und auf eine beschränkte 
Anzalil von Wurzelwörtern, welche den übrigen Schwesterdialekten fehlen; doch muss 
man in Erwägung ziehen, wie viele stürmische Jahrhunderte zwischen diesen End- 
ringen der vom eisigen Norden gegen Süden sich erstreckenden Kette türkischer 

6 



— 42 — 

Völkerschaften dahingetobt haben, und die Ueberreste der Analogie werden uns 
keinesfalls geringfügig scheinen. Bei den Jakuten hat die abgesonderte Lebens- 
weise in dem grauenvollen eisigen Norden Vieles von dem alten und primitiven 
Wort-, wenn auch nicht Formen-Schatz uns aufbewahrt; bei den Ul'guren hat uns 
das achthundert Jahre alte Sprachmonument ähnliche und grössere Dienste erwiesen, 
— denn die Formenlehre des Jakutischen kann auch schon desshalb nicht alt genannt 
werden, weil die durch die Schrift nicht festgesetzten Sprachen eben im Bereiche 
ihrer Formen den grössten Veränderungen unterhegen, während die Sprache des 
Kudatku Bihk uns jene Formenlehre zeigt, welche den Grammatiken der westüch 
bis zur Donau sich erstreckenden türkischen Mundarten zu Grunde liegt. 



Kudatku Bilik. 



I. 

-iiJCt' - V^ P*^ ■ ^ i ^^n i> ju^ ^ /iii^ fb^ flüfo. j^ _o Qü^iit, 0^ ifKfi- v-iiuii^ Qi^if 

_j5>ü. Qil^ -yCii. Qt7 -t^ (^4>^ fio^ ^ ;\ca _^> ^ fhaifc f^ fH> w^iSii. qL x_»ao qL ^ 

^ fü^, p. ;i59 -^ _^ ;iaj_ ^ w^ jt^uiß^ ^ ^ ßii^ flQjc. ^0% --^ -0 0^ /ipiui. 

j^ P^. fi^o^ w fb ^-^i^a f^jfü- />^ ^ o^Bs fM^ w ^ j()^ pi>> e*^ 

flcÄ pt p. fiot ;^ v_iiia^i> _;Cü. Q^it, ^ jt)^ |-j- a^ ^ -v^ -;t)=^ v-sAso C5 i'=^ 
■ *^[}\ z-^ ö CJAS -Jmr ^-^i^ ir^ ■:J^ (^ ^-*^ :^ t^ t=^ pb pO=t w»aj<iaao }^ pb 

_j^iL _y ^ f^t p. ^ 0^ ^sa^ -^jüa p^ ^ fhj. fha^^ -it. Qiufe ^^ij^^ij- j^ 
^IlMa^ ^^ fh^ pißfc :^ yiiib ^»ßgi- 0^ -/^ ^% -b C^ Ai^ ^ V^ 0*>^ ü^ 

pov^ 0^ 0^&b (yi^ f^f-j- ^^i^ t*^^ -b ötr" ö'h^ d^ >-siii^o ^ -j[^ i'^^ :•*- 

Dank- und Lobpreisungen, viel Lob dem Gotte, der Herr der Grösse, ein gar mächtiger Padischah 
ist; Erde und Himmel hat er erschaffen, allen Geschöpfen hat er Nahrung gegeben; was er wollte, that 
er; was er will, thut er. (Gott handelt, wie er will, und regiert, wie es ihm gutdünkt.) Auch zahllosse 
Grüsse und Danksagungen, mehr als die Sonnenstrahlen, dem Zeit-auserkorenen Gottesgesandten, dem 
grossen Propheten Mohammed Mustafa, sollen über ihm und über seinen Gefährten sein. (Gottes Zufrie- 
denheit sei mit Sämmtlichen.) 

Dieses Buches Name ist das -grosse Wunderding, es ist mit den Erklärungen der Gelehrten Cin's 
geziert, mit den Beispielen der wissenschaftlichen Männer Macins geschmückt. Die dieses Buch lesen, die 
dessen Verse begreifen, werden durch dieses Buch noch mehr verherrlicht. Die Gelehrten (iius und Macins 
haben darin übereingestimmt, dass in allen östlichen Ländern, ja in ganz Turkestan, in der Sprache Bokra 



I. 

Sipas-i minnet ögüs ökti tangrika kirn ulukluk idisi tökel kudretlik padsa turur. 
Jerni kökni jaratkan kamuk tinliklarka ruzi bergen, herkim tiledi ersa kildi, jimerd 
tilese kilür. „Jefäl Allah ma jasa ve jehkum ma jerid." — Taki sanziz selam-u 
durud chalis lar da neri jalauclar ka üd böndüsi uliik saucisi Mohammed i Mustafa 
öze bolsun, taki da aning esleri öze. — „ Eizvan Allah aleihum egmain. " — Bu kitaba 
tm'ur ati jaulak tangsuk. — Cin hukemaleri ning esa'rleri bile araste Maein ulema leri 
ning emsali bile bezenmis turur. Bu kitabni okiklar, bu beitler ni ma'lum kilkucilar 
kitabdin aziz rak erür. Cin ü Macin a'limlari kamuki itifak boldüar kim mesrik vilajeti 
da, kamuk Türkistan ilinde Bokra Chan tiUnde türk lugatide bu kitabdin jaksirak 
hergiz kim ersa tasnif kilmai turur. Bu kitab kajuma padsa ka kaju ma ikhm ka 
tegdi ersa, chairet uzlukun din uruk din kece kürklük lükin din ol illar ning 
hekimleri kabul kilib tegme biri bir türlük at lagab urtilar- — Cinlikler Edab bül 
Muluk atatiler Maein mehkining hukemaleri Ajn ul Memleket tetiler, mesriklikler Zinet 
un Ümera tep aitilar Iranliklar Sah nameh ji turki atmislar. Baazilari de Pendname 
ji muluk temisler turanlildar Kudatku Bilik tep ajmisler. ßu kitabni kosukni bile 

saat mevludlik idisi er turur. Amma bu kitabni Kasgar ilide tökel 

kilib mesrik meliki tapkac chani özginge jikürmis Mehk Bokra chan da ani akirlab 
öz chass hagibliki angga beri jarlikamis turur, aning ucun Jusuf Chass Hagib tep 
ati agunda jajilmis turur. Bu aziz kitab tört uluk akir ol öze teme kötörtümis 

Chans, in türkischer Zimge, Niemand, wer es auch immer sei, ein besseres Buch als dieses je verfasst 
habe. Dieses Buch, an welchem Padischah, an welchem Lande es immer auch angelangt sei, so haben die 
Weisen jenes Volkes wegen der Fülle seines Segens, wegen seinen auf Nachkommen sich erstreckenden 
Schönheiten es angenommen und ohne es zu beschädigen, hat jeder von ihnen einen verschiedenen Namen 
und ein Epitheton ihm beigelegt. Die Leute von Cin haben es Adab ul Muluk, Sitten der Fürsten genannt ; 
die Gelehrten des Fürsten von Macin haben Ajn ul Memleket, das Auge des Eeiches geheissen ; die Morgen- 
länder haben es Zinet un Umera, Zierde der Fürsten betitelt. Die Iranier hiessen es das türkische Schah 
Nameh, ja manche nannten es sogar Pend Name i Muluk, der Kathgeber der Könige. — Und schliesslich 

die Turanier hiessen es Kudatku bilik, die glückliche Wissenschaft. ( 

• . ) Aber (wisse), dass dieses Buch in Kasgars Land vollendet wurde. Der Prinz des Ostens, der ehr- 



— 46 - 

-j^Oib -;^ O'i^ ■ «iJL^^^O -A^ ^ -f^ Ö1>^^ CJ°^ P*^ ir^ OIW- ^:P^ ' ^ ' po 
— ^ «_a.iai^9 v-iii. v-»^ Q^iilat, po — ö t^ ^^^^ S^ p^ ^ pai. p^a. ^3 — ö pi^ 

yi^tt. ACij«_Ait, .;^0iO — ö**pai- «-Sussci vosca^ —^ ^^ ^3 fui^ ;^päa^ ifL*^ s_ait, OiUfe. i^ >_iaiL 

;2Qli. i^ Q^Uyi v_»ilL —^ Qaiyit, ;Cj^ _t t^ <-^ P- 

Würdige Chan, Hess es sich holen; auch der Fürst Bokra Chan schätzte es hoch und geruhte ihm den 
Titel Geheim-Minister zu geben. Daher auch sein Name: Der Geheim-Minister Jusuf sich in der Welt 
verbreitet hat. Dieses herrliche Buch ist nach vier grossen, ehrenvollen Eigensehaften benannt worden. — 
Diese erste ist Adil, nämlich rechtschaffen wandeln; die zweite, Kud, das heisst Glück; die dritte, Oku§, 
nämlich Verstand, und die vierte: In-Zufriedenheit-zu-leben. Ohne anzurühren hat man diesen sämmtlichen 
je einzeln verschiedener Männer Namen beigegeben. Die ßechtschaffenheit hiess man Kün Tokti Ilik, 



n. 

Versificirte Vorrede. 



_;uy fta ^ou. o^Q. 0^ ipyj. _;ilo. pf f^ tP- --^^^ C^ ^üla. 1 

_^^ py «-»n. yi^m. qL ^/ca — t^ P^ 0/^^ «-ado ^— 3 

pll^ p: 0/^ Ö^^^^ C}^^^^ P^if^ W J^ ^e t^ /4i^ pD^ 5 

-^ --iii. -p> t^o ^jQOOjf />^ OiM> -B9 :^ ^*^i^ f^: 0^ V^> p'PS 10 



1 Gott ist, ein Gott ist über alle Geschöpfe; 
Viel Lob und Dank ist ihm auch gebührend. 

2 Besitzer von Grösse, ein glorreicher Gott, 
Erschuf und erzeugt er Alles mit Vollkommenheit. 

3 Er ist Herr von Himmel und Erde und aller Geschöpfe; 
Nahrung ertheilt er auf gleicher Weise Allen, 

4 Unermesslich Vielen ertheilt er Nahrung, 
Gibt Allen zu essen, isst aber selber nicht. 

5 Er lässt nicht hungrig keinen der mit Seele begabten. 
Er tränket und speiset alles Belebte. 



- 47 — 

erür bu evveli aadil turur tüz jüritmek, ikingi kut devlet turur ücüngi aakil okus 
erür, tortüngi kanaat öze tirilmek turur; jirae tegme birinka bir ögün erenler atin 
atmis turur: Aadilka küntokti Eik at berib padsa özinge tegmis turur, Devletke 
Ajtoldi at berib vezir orninka ornatmis turur Aakilka Öktülmis at berib vezir ning 
okli jerinde tutmis turur, kanaatka Otkurmis at berib vezir ning karintasi tep ajmis 
turur. Taki anlar ara suval guvab munazara keeer tep sözlemis turur. Bu ^amuk 
okiklarning köngli acilib musanipka etkü dua birle jad kilsun tep insallah aziz tangri 
taala ning öktisin ajor. 

Prinz Sonnenaufgang, und diese zielte auf den Padischah selber. Das Glück hiess Aitoldi, Vollmond, und 
personificirte den Vezir. Der Verstand wurde Öktülmis genannt, und wurde für den Sohn des Vezirs 
gehalten. — Die Zufriedenheit nannte man Otkurmis, welche für den Bruder des Vezirs galt, und es 
spricht von Fragen und Antworten, die unter diesen vorfallen. 

Die dieses alles lesen, denen soll die Seele sich erheitern und sollen des Verfassers mit einem 
frommen Gebete gedenken. — So Gott will, spricht er von dem Lobe des Allmächtigen und Glorreichen. 



n. 

Versificirte Vorrede. 



1 Okan bir bajat ol kamuk tin öze 

2 Uluklui: idisi Okan zul gelal 

3 Jer kök idisi chalaik birle 

4 sagis siz berikli kamukka ruzi 

5 acin koimaz ol bu kamuk tinlikin 

6 nedek kirn tileti de boldu kamuk 

7 durud ol ötürmis resulka selam 

8 Mohammed jalauc chalaik: basi 

9 Jime bu kitab ol eti ök aziz 
10 bizen mis akirhk biHkler bile 



ögüs hamd-i ökti angga ok seza 
jaratkan töretken ma kadir kemal 
ruzini anutmis jeksan köle 
jetürür kamukni ma jemez özi 
jetüi'ür icüillr tüzi ganlikin 
jime kim tilese bolur ol uluk 
jime esleringe selam hem ulam 
kamuk barcalarka ol göz kasi 
biliklikke bolkai bihktin tengiz 
kali kim sükür kil kanaat bile 



6 So wie er es wollte, so wurde Alles; 
Alles, was er will, wird auch gross. 

7 Heil dem auserkorenen Propheten, Heil! 
Seinen sämmtlichen Genossen Heil und Lob! 

8 Mohammed, der Prophet, das Haupt der Geschöpfe. 
Er ist die Augenbraune von Allem, was da ist. 

9 Für Alle ist herrlich dieses Buch 

Der Wissenschaftliche soll vom Wissen ein Meer bekommen. 
10 Mit ehrenvollem Wissen ist es geziert, 
Durch Genügsamkeit danke dafür. 



— 48 - 

^^ «-sflt. f^ &^ a^ ^-2>-iv^ Oi^ 0^ 0*^ fi^ -/ipe f^ 11 

QOii- |t pt)*- Ft f^ '-^^ ^-*^ 00*0 f^ püi^ 0*>^> f^J- '^ 12 

;^ii^ v_DA^ ^^^^>^ — pV^ V4i^ A^ «— Olji. qL wSi^ QQ ^CU|> 18 

QiCij xufiuü. jiO^AS pici*Q- 0"- V"^ 0*^ fio^»^ pb ^-2uÄ^ 16 

Oyt f" CJ*^ fa PÜ^ p>HA ^ /^ v-aiiilo f^ A^ ^-*^ 17 

v>/*^v^ v_*;^_^ ^iiii^ ^^^ ^,cct o^A^ /)^ p=^ "^ o/>^r -■^ H^ 1^ 

^5^ f^ P^ pb (Mpo A^ |pl?. 52^ >-»^ "-»^ hi- (> C5^ >-aiii^ 20 

6%- BS Pi^ — A^ ' toCi ye^ ^-»"54. O^itf^ v-Doi^^ JO (y^ p^ Oß 21 

0*M> Ä- >^A^ f\9^ fiojj|kaüia. oißj. ^ujc^ ;i^ ^-»^S />^ v-juiuL 22 

qIcj. y^ OQ fd p^ ^^> _^ qIoj ^1)^ s_^;iis. jjx '^ -^jilqg (^ 23 

QU. ^j_ ^AicA. — A^i- ö^S tr^'Ö^- 0^ a-i- i^^ >-*^ v_aIq1qj ;Cü. /yio 25 

^ y,^i^ >_iii. piO. u> v_2uil^o ;yl. ^ ^ii> Qllaci ^iQiCt v_iiiM> ,9M> 26 

.Äßaoti — 100^%, ^-»Jüi- t^ trü. V^^ v-^ «—DÄiSb f^"^ OV 6^8 «-jÜ^ ^ ^ 27 

ö^ f-J- >-*^ hi- t°V C^t PÜÜ- Ö*^ ^-^ ^-*^{^ h^ö ^-2^ 0% 0*^ 28 

0^ :J^ 0=^ -Ötf p^ O^J- C54: f^i?- Ib pf^ f^^J- <^ 29 



11 Im Ganzen sind die Worte der Weisen 
Gleich Perlen darin gerade aufgereihet. 

12 Dieser Prinz des Ostens, der Beg von Macin, 

In Wissenschaft und Weisheit in der Welt einzig. 

13 Alle haben dieses Buch genommen und sich angeeignet, 
Haben es in die Schatzkammer gelegt und verborgen. 

14 Von Einem auf den Andern ging es als Erbtheil über, 
Fremden nicht gebend, sich selber es behaltend. 

15 Nützlich ist dieses Buch, frei von allen Fehlern. 
Viele Türken verstehen nicht dessen Bedeutung. 

16 Wer vom Buche je was hört, wird 

Der Leser und Schreiber, er versteht es nie. (?) 

17 Hand und xVugen fesseln des Buches Worte 

Nach allen beiden Welten erstreckt sich sein Wirken. 

18 Die Gelehrten Macin's, die sämmtlichen von Cin 
Haben Alle gepriesen dessen Schönheit. 

19 In diesem Osten's Lande, alle Türken und Chinesen 
Haben ein Buch wie dieses noch bei Niemanden gefunden. 

20 Des Buches Werth kennen nur die Gelehrten, 
Den Unverständigen fällt es gar nie zu. 



— 49 



11 kamuk barcasinda bügiler sözi 

12 Bu mesrik meliki macinlik beki 

13 kamuk bu kitabni alib özlemis 

14 biridin birige miraslar kalib 

15 asiklik turur ol jok ol naca jazi 

16 kitabtin isitken bolur os ani 

17 ilik köz tutasi kitab sözleri 

18 Macinler hekimi bu Cin jümkisi 

19 Bu Mesrik ilinde kamuk Türk ü Cin 

20 kitab kadrini ma biliklik bilir 

21 bu tegme kisike kitab bermeki 

22 nedek kirn biliksiz bilumes muni 

23 Bu Bokra Chan ol vakt icre muni 

24 Munung tek kitabni kim aimis öze 

25 kim ersa munung tek eter mu kani 

26 kaju kent ulus urdi j^arsi jer 

27 Ol ilning bügisi hekimi turub 

28 Cini ler Adab bul Muluk tep aitar 

29 Bu Mesrik ihnde uluklar muni 

80 Iranlik ma Sahnameh terler mungar 



tizib jingu leju kamuk top tözi 
bihkhk okusluk agunde jeld 
chazina icinde urub kizlemis 
atinlarka bermez özinke alib 
ögüs türkler okmas munung mänisi 
okukan bitiken okumaz muni 
ikikun agunda jiter isleri 
tözi barca aimis munung jaksisi 
munung tek kitab jok özindin atin 
okus suz kisidin atinka kalir 
abang dosting ersa emin bolmalji 
okusluk okuban közi tur kani 
jime chan tihnge bu aimis muni 
katinde kim aikaj munungtek öze 
aitkil bar ersa ökermen ani 
kitabka ögtin at aitmislar 
at urmis ol ilning törice körüb 
Macinler Sul ma Melik ma ter. 
Zinetun umera tejorlar küni 
Turanhk Kudatku Bilik tep okar. 



21 Einem derartigen Menschen soll man es gar nicht geben, 
Wenn er selbst ein Freund wäre, misstraue ihm, 

22 Denn der Unerfahrene kann's ohnehin nicht begreifen, 
Und der Verständige sättigt, lesend, sein Auge daran. 

23 Dieser Bokra Chan hat in seiner Zeit 
Dieses Ganze in seiner Sprache angeschafft. 

24 Wer hat bis jetzt ein solches Buch verfasst? 

Wer soll nun von nun an je ein solches verfassen? 

25 Wo ist er, der ein solches verfassen kann? 
Sage mir, gibt es einen, so lobe ich ihn. 

26 Jedweder Stamm, Kolonie, Pallast, Hof und Ort 

Haben diesem Buche einen verschiedenen Namen gegeben. 

27 Die Weisen, die Gelehrten des Volkes sind aufgestanden 
Und haben den Gesetzen des Volkes gemäss es benannt. 

28 Die Chinesen haben es ,Die Sitten der Könige' genannt, 
Die Maciner heissen es Sul ma Melik (Usul i Melik). 

29 Im Reiche des Ostens haben die Grossen es 
Fürstenzierde gerade genannt. 

30 Der Tränier betitelt es Schahnameh; 
Der Turanier heisst es Kudatku Bilik. 



h 



— 50 - 

^jiiki^t? wAit, oyao fiüi^ ^ •— *^ 0*^^ ^ f«2JM> «-suii^ 03 — /^ 34 

p^ 0«=^ 0=i^ '-^fji P^ OV — f^ 09^ ^-**^ '-^t^ °5 B7 

ov^ Ob 0^^ K^ p- f^ f^^^ ov^ Ofc f^^ (> '-^t^ ^a ^*^ — K 4ö 

Qi. ^f^i> |H^ «—10^, ,90"- — f^?^ (}älo*a. v^V^aoi. p^ ^^ ^-*^ ^ « ' ^ ' O 41 
^ pc ^ ^ [ife, — ;\%ßo f-j- >-»^> 0^. ^ A^ v_i\iiiia 09 _j^ 43 

^^M^ ^ piLü^ pi,>AüC ^ü^at, qg ^ji^ £ßö piii. _*it» £4iii. ;Aili. 45 

' »i'iio V »sQilri^ ^0^ p^ v_iLiiL ^ ^ v_Ju:sio &i'^^ *— »^ 50*^ ^ *— *^{^ 46 

s^iSi. ^ piü. — sut, Qi^iüo (> v> A=^ ;j*^ cj^ p^ <y- ' *^ ttj j^ioii^ ce 47 

p> ^5i> w2ui> fkux ■ ■,.■ ^ , ^^^^^ l ^ qL ^ j(yio |^ ^üj^ fta^Jb '-^ piÄ^^ 0^ 0^ 48 

qL ^fit^ fkm. --sjt, ;«iti. ;iaj^ 03 Qi. ^lüist, piiu. v-oat, eo^^ ft>i- ^a 49 

pi 30^13 ^lao v-oa^ix 01)110^ pi 300 AMi p. yj^ ^^iiü^ ^ — [n. 50 

31 In wie vielen Namen verschiedener Zungen 
Ist es bei allen Völkern herumgegangen! 

32 Alle haben dem Buche einen grossen Namen gegeben, 
Gott möge diese guten Diener gerne haben! 

33 Oh, der dieses Buch angenommen. 

Und in türkischer Zunge es bewundert hat, 

34 (Wisse) Dieses Buch nützt Allen, 

Die Fürsten besonders hüten es ihren Augen gleich. 

35 Wer es immer sei, der Länder regiert, 
Er bedarf dieser weisen Sprüche. 

36 Wenn Fürsten mit der Wehr sich beschäftigen, 

So ist diese Vorschrift ein Bedingniss seiner Herrschaft. 

37 Des Keiches Bestand und Kuin kommt von dem. 

Das Bleiben und Gehen der Herrschaft kommt von dem. 

38 Wie man Truppen, Heere und Armeen 
Sammeln und beschäftigen soll, 

39 Diese Vorschriften sind von diesem Buche 
Gemacht, gewählt, und allen bekannt (gestreuet). 

40 Auch den Männern, die die Regierung fest halten wollen, 
Jenen Männern ist hier ihr Werk anbefohlen. 



51 — 



31 Ne türlük bu söz 1er ögün tildeki 

32 Jime bu kitabka at urmus uluk 

33 ol bu kitabka kabul bolduki 

34 Jime bu kitab kamukka jarar 

35 Kim ol men bu mülkni tutukli kaju 

36 Melikler ma karuki ma esbabi töze 

37 Bu mülkning cliarabi bakasi andin 

38 Jime bu cerik su arat ma kamuk 

39 munung tertibi men kitabdin naca 

40 Jana berk bu mülkni tutukli kisi 

41 kereklik okus luk jürüsi ongkaj 

42 Bütün ning aki bu melikler öze 

43 jime bu raaiet kütezkü ani 

44 kaju ol melik kim tokus kilkuni 

45 ajor nektltek etinkü eiler 

46 Melikke nekü tek etinkü kerek 

47 Bu janglik melikni bütünler sever 

48 koti ber jakin tep tapuk kilkuka 

49 bir naca bekütüb jakin tutkuni 

50 Jana bir siaset basin keskü ke 



jükürmüs mungar kamuk ildeki 
Bajat jarlikaku ol etkü kulun 
bu türkler tilinde agib kördükü 
melikler artuk közi tek tutar 
kerekli anga bu hekimler aju 
bu tertibi sarti emaret öze 
ja mülket kaliri bariri andin 
nekütek tirilki birilki toluk 
etirmis ötürmis kamukni saca 
jaraklik erenke bujurdi isi 
jolaka nekütek acik kilur aj 
melikning aki bu bütüntin töze 
melik ma közetse teni ma gani 
uruslar ütinde eerikler tüzküni 
bu tösmen cerikin sikinka tiler 
özining bütünler ktlnilik kerek. 
jüzini körej tep atinlar ever 
kimini jautub jirak kapkuka 
bu kutsuz jauz tep jirak salkuni. 
ikingi jarasib köngül berkilke 



41 Verständigkeit ist nöthig, der Wandel sei gerade, 
Es scheine, als wenn der Mond beleuchtet, 

42 Des Volkes Pflichten den Fürsten gegenüber, 
Der Fürsten Pflicht dem Volke gegenüber; 

43 Die Unterthanen sollen ihn (Fürsten) beschützen. 

Der Fürst soll bewachen Seele und Körper (des Volkes). 

44 Wenn der Fürst Krieg führen muss 

Und in Kampfes Zeit Heere rüsten muss, 

45 Fragt, wie er handeln soll 

Wenn er des Feindes Macht brechen will, 

46 Wie soll ein solcher Fürst wohl handeln? 
»Gerechtigkeit muss er dem Volke thun". 

47 Einen solchen Fürsten liebt das Volk, 
Alles eilt herbei ihn zu sehen. 

48 Lass herannahen (das Volk), um dir zu dienen, 
Den einen nähere, den andern entferne. 

49 Dessen Nähe du willst, den befestige dir, 

Den heillosen Bösen muss man in die Ferne schleudern. 

50 Muss züchtigend einem den Kopf abschneiden. 
Dem andern das Herz gewinnend henmziehen. 



- 52 - 

^ v-iiiiLi ^)D59 ^iil^ ^ flQjM> ot, — fif 'P^ —ABS P^ ^-^i"^ 52 

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yAjit, flaoiX v-aill. -^1^ ^> ^OO^Oj- Ö^ö 0^ V4^ ^joH^ ^ --iii. — fM> 70 

51 Der Vernünftige, Weise, Mächtige und Hochherzige 

Muss seine Schatzkammer füllen und wieder ausfliessen lassen. 

52 Wenn die ünterthanen ganz gehorsam sind, 
So haben sie in allen Dingen viele Ruhe. 

53 Diese einige Worte lass ich in einem Amulette dir zurück. 
Ich bin fertig, vergiss im Gebete mich nicht. 

54 Sehe auf den Mann, der dieses Buch gemacht, 
Begabt war er, hervorragend unter den Leuten. 

65 Mit so vielen Vorzügen und Wissen 
War er geziert und wandelte 

56 In dieser Weise in voUkommner Achtung 
Mackellos, gelehrt und von reinem Worte. 

57 Aus dem Lande seiner Geburt zum Wandern ausziehend 

Hat er dieses Buch, um es zu vollenden, mit sich genommen. 

58 Die Hälfte war fertig und geordnet. 

In Kasgar's Eeich hat er das Ende hinzugefügt. 

59 Vor dem Könige hat er es gelesen. 

Vor diesem herrlichen Kara Bokra Chan der Chane. 

60 Er beehrte ihn mit gar vielen Ehrenkleidern, 
Mit vieler Achtung als Sold der Feder. 



- 53 — 

51 okusluk biliklik tongga alp jürek chazine tolalap akitku kerek. 

52 Kaajetke bolsa ögüs taati I?:amu^ is icinde bolur rahati 

53 Bukacharfkojarmenkomardakusangga kutundum unutma dua kil mangga 

54 baka kör kitabni bu etken kisi hünerlik ermis kisiler basi 

55 bu türlük fezail okiislar bile araste ol ermis jürümis küle 

56 bütünlük ma liürmet bu suretlik öze saki jok biliklik ariklik söze. 

57 Bu tokmis ilindin ciJkib barkali kitabni kosuban tökel kilkali 

58 jarusi bitimis tuturmis nizam bu Kaskar ilinde ^osulmis temam 

59 Melikning önginde okumis muni bu tapkac Kara Bokra chanlar cliani 

60 akirlamis artuk ogüs cMrati kalimning aki tep ög-üs hürmeti 

61 bu chass hagib atin tegllrmis mungga muni bu özinge jautmis Jana 

62 bu maani ucun kör akirlar ani Jusuf chass hagib tep ajorlar küni. 

63 Jana bu kitabning bejanin ajor bu tört neng serifler ösele kilur. 

64 Birisi ma adil ol künihk öze ikingi bu devlet kut ikbal öze 

65 ücingi ol chired ol öluklu^ bile törtünci ^anaat e'naiet bile 

66 bu tegme biringe at urmis ögün bu janglik atini atamis teUm 

67 Adil ka Küntokti Ilik tep atar ani kör mehkUk korin^a kotar 

68 bu Ajtolti devlet atanir küni vezirlik jeringe tutar kör muni 

69 Chiredke atati osol Öktülmis muni de vezirning okli temis 

70 Kanaatka Otkurmis ati berir mungga ma vezir ning jauki temis. 

61 Den Namen Geheimvezir verlieh er ihm 
Und hat ihn zu sich angenähert, 

62 Und in dieser Bedeutung ehrt man ihn, 

Jusuf den Geheimvezir nennt man ihn gerade aus. 

63 Nun von des Buches Inhalt zu sprechen: 
Vier Dinge sind auf edle Personen angewandt. 

64 Eins ist Gerechtigkeit mit Redlichkeit, 
Das Zweite Glück mit Glückseligkeit, 

65 Das Dritte ist Verstand und Grösse, 
Das Vierte ist Zufriedenheit mit Gnade. 

66 So heissend hat man das Eine genannt, 
In dieser Weise das Andere benannt. 

67 Die Gerechtigkeit nennt er Küntokti ulk 
Und hat ihm Königsrang verliehen. 

68 Das Glück wurde Ajtoldi genannt. 
Dem wurde der Vezirsposten verliehen. 

69 Den Verstand nannte er Öktülmis 

Und diesen hat er den Vezirsohn geheissen. 

70 Der Zufriedenheit gibt er den Namen Otkurmis 
Und hat diesen als des Vezirs Nächsten bestimmt. 



— 54 ^ 

71 Auf diese Vier erstreckt sich die Philosophie dieses Buches, 
Diese ordnend ist das Buch vollendet worden. 

72 Arabisch und türkisch der Bücher gar viele (gibt es), 
Doch in unserer Sprache ist dieses die erste Leetüre. 

73 Diese türkischen Verse habe ich dir zusammengestellt. 
Beim Lesen vergesse nicht, bete für mich. 



m. 

Iiihaltsverzeichniss der Abschnitte. 

^jß^ p. ^^ ^.-mIA. ^iDoo^i. ö^ ^-^ tf^ 1 

:^pij. p. f\s^ -s^^jr ^ ■^■ i ''''> f^ r»^ /ipM^ ^-^ /C^^ 2 

jjQH. ^ p. AS^ifi. ^,-auA ^ ^j.y^ V .^^^f ^-*^ A^ atPi^ ^-^3 fö^ 3 

-Äü. py -^ p. ftY- >-*i2is> pi*^ trH? ^-^ /D^^^ 7 

-j^ A^ pii^ -f^l}=\S*- -/>^ piliijc^ Q^ v_dAx> «-Di^s Q'^ic^ fi:^ 11 

-31. p%ii^ ^Ju v_A^j\ Qiülot, po fö A^ ^^ 01>^^ P- 12 

^jsu. p, ||iij_ jaaao >-:üho -fti. _jüja. Qilibt, jao v-su^ otsifiDa. p. 13 

^jou. p\4ia^ |i> piia^ Oi^"2b po O^B? Qi- ^-SAS Ot>a^ p- 14 

1 Erster Abschnitt: Bespricht das Lob Gottes, (verherrlicht und gepriesen sei er). 

2 Zweiter Abschnitt: Bespricht das Lob Mohammed Mustafas, des grossen Propheten. 

3 Dritter Abschnitt: Bespricht das Lob der vier Gefährten des Propheten. 

4 Vierter Abschnitt: Bespricht das Lob des regierenden Fürsten. 

5 Fünfter Abschnitt: Spricht über die Existenz der 7 Sterne, der 4 Gegenden und 12 Zodiaken. 

6 Sechster Abschnitt : Erzählt, dass die Achtung der Erdgeborenen vom Verstand und der Wissenschaft kommt. 

7 Siebenter Abschnitt: Spricht über die Vortheile der Zunge, über ihren Nutzen und Schaden. 



- 55 - 

71 Muniing hikmeti kör bu tort neng öze kitabni töketmis bularni töze. 

72 Arabce tagikce kitablar ögüs bizning tilimizge borunki okus 

73 bu türkce ^osuklar tözettim sangga Okir de onutma dua |:il mangga 

74 barir men agundin isitkil özüng ögüs ibret alkil da ackil közüng 

75 Ilaki sen ok sen tözi jarlika ruzi kil kamuk mu'minlar ga lil5:a. 

74 Ich ziehe hin aus der Welt, du höre mich doch, 
Nimm ein Beispiel dir nun, und mach die Augen auf. 

75 0, Gott auch du genehmige Alle, 
Ertheile Nahrung allen Eechtgläubigen. 



m. 

Inhaltsyerzeichniss der Abschnitte. 

Fehris-ti Eb-vab. 

1 Evvel bab: tangri ezze ve gel ning öktüsün ajor. 

2 Iking bab: jalauclar uluk Mohammed-i Mustafa öktüsün ajor. 

3 Ücüng bab: jalauci ning tört esleri ning öktüsüni ajor, 

4 Törtüng bab: ordugi chani bek medhin ajor. 

5 Bising bab: jeti jolduz tört jakin oniki ögek erdükim ajor. 

6 Alting bab: janglik okli kizi akirliki okus bilik erdükin ajor. 

7 Jeting bab: til artamin munung asikin jazin ajor. 

8 Seksing bab: kitab egesi sözlemisike özrin Jkolur. 

9 Toksing bab: etkülük kilmiske ot sub erik tutusur. 

10 Onung bab: jangluk akirliki bilik okus bile erdükün sözler. 

11 On biringi bab: kitab ati jorukin jime abuckalikin sözler. 

12 On ikingi bab: sözbasi Küntokti Ilik adil sifatin ajor. 

13 On ücüngi bab: Küntokti Ilik Jana kelib körünmisin ajor. 

14 On törtüngi bab: Aitoldi Küntokti tapukinka kirmisin ajor. 

8 Achter Abschnitt: Eigenthümer des Buches bittet um Vergebung seiner Fehler. 

9 Neunter Abschnitt: Wer Gutes gethan hat, der kräftigt sich. (?) 

10 Zehnter Abschnitt: Sagt, dass das Ansehen des Menschen nur von Gelehrsamkeit und Wissen herstamme. 

11 Elfter Abschnitt: Spricht über die Wanderung des Namens des Buches, als auch über dessen Alter. 

12 Zwölfter Abschnitt: Bespricht die Eigenschaften des Hauptredners, des Prinzen Küntokti Ilik, der Gerechtigkeit. 

13 Dreizehnter Abschnitt: Sagt, wie Küntokti Ilik wieder kam und sich zeigte. 

14 Vierzehnter Abschnitt: Sagt, wie Ajtoldi in den Dienst Küntokti's eintritt. 



- 56 — 

-Äü. pili^ _;Ci. pü^ fAs^ «-^iißib ^-^ OC'*^ p- 16 
^pi. p. ^^_^ v-i^acojAS PF y^ (}%b 0^ ^-*^if 0^^ po ^-Äi5 OD*^*^ p- 17 

^^ o^b (y- 05*=^ ^-*^i> ^^ aiw^ 20 



C^ 



.^^osa. 



^J2^ po^ /^^ -^ pc^ -,A:3i- v-Äiot f'V^'^^ *-2u3 Ot^*^^^ Oii^o^ 24 

^ja^ p. ^_ii2. |o f^_^^ C)ii^^ ^yi:^ O^^ifib Qi. v-ai^ Ot^^f^ Oi^*>^ 25 

ja j^^j% >_*^ ^ -iAsi^ ^-a.^ v_^9 jo ^-*^0l Qii^ Qi. v-Djg Q|UiV 0:i^^ 26 

->Qii. p. ^^4jaf5 willig pj, ^c%x «_A^^ <_ai,9 Q^Liiii^ (v^:^*^ 27 

^ ^ ^A«ißc > « i M i -[i^L |A>- ipj- t^A^ :J^ t^ *-*^ '-^ OüW<>"/ Üii^^o^ 28 

;;aCÜ. piO>i2iO v_±iÄiL ^^i^ ^ wÄJit, ^giiiL ^0 v_jü{. v_a1j5 ._£u5 Q^iOip^ 30 

:^pii. poi^Mi v_*if 6<>*^ Ö^ A^ fa A=V ^-^ 01)^5 A^^ 31 
-All. poi^iio v-Äife, öt>ü. w»A^ fio^ v-ai^ ()t>H>^ z«:^ 32 

jßii. po*aio ^ v_»it, ^ |Ä> fi^ 0=; v-*A9 |o ^ ^-»^9 v-oi^ q^v^vl^^s ^iaiic 35 

-i:^ pi^^io wii^, ^5oü- 0= v> f^ |<> -As '-^ Ot^J^ M^ 36 

-,aii. po*^ v-^if 50^ OH^ --^ --^tM^ ^ *-^3 Oü^^^ /^^ 37 

15 Fünfzehuter Abschnitt: Sagt, wie Ajtoldi selbst bekannt macht, was das Glück sei. 

16 Sechszehnter Abschnitt: Spricht über die Eigenschaften und Eigenheiten des Glückes. 

17 Siebenzehnter Abschnitt: Sagt, wie sich Küntokti Ilik dem Ajtoldi zu erkennen gibt. 

18 Achtzehnter Abschnitt: Wie Küntokti Adil mit Ajtoldi über den Keichthum spricht. 

19 Neunzehnter Abschnitt: Bespricht die Frage, welche Ajtoldi an den Ilik stellt. 

20 Zwanzigster Abschnitt: Die Ajitwort Eik's an Ajtoldi. 

21 Einundzwanzigster Abschnitt: Spricht über die Vortheile der Zunge und den Nutzen der Kede. 

22 Zweiundzwanzigster Abschnitt: Spricht von der Frage des Vezirs Ajtoldi's, von der Antwort Ilik's und 
wie sich dieser zu dessen Dienste bereitet. 

2 3 Dreiundzwanzigster Abschnitt: Ob Eeden besser ist, oder StUlsein? 

24 Vierundzwanzigster Abschnitt: Spricht über das Glück und dessen Unbeständigkeit. 

25 Fünfundzwanzigster Abschnitt: Ajtoldi erzählt dem Vezirsohne Öktülmis, worüber er nachgedacht hat. 

26 Sechsundzwanzigster Abschnitt: Ajtoldi ertheilt dem Ilik ßath und verfasst ihm ein Erinnerungschreiben. 



— 57 - 

15 On bisingi bab: Ajtoldi özi devlet erdükin bilkürtmisün ajor. 

16 On altingi bab: devlet sifatin kilikin ersalikin ajor. 

17 On jetingi bab: Küntokti Ilik Aj toldika özin bilkürtmisin ajor. 

18 On seksingi bab: Küntokti adil neng ertükün Ajtoldika ajor. 

19 On toksungi bab: Ajtoldi Ilikke sual kilmisin ajor. 

20 Jikirmingi bab: Ilik guvabi Ajtoldika. 

21 Jikirmi biringi bab: til artam larin söz asiklarin ajor. 

22 Jikirmi ikingi bab: Ajtoldi vezir suali Ilik guvabi tapukinda jarakin jaramisin 
ajor. 

23 Jikirmi ücüngi bab: söz sözlemek mu etkürek asi sük turmak. 

24 Jikirmi törttlngi bab: kutsiki devlet ersa likin vefasiz likin ajor. 

25 Jikirmi bisingi bab: Ajtoldi vezir okli öktülmis ke otlanisin ajor. 

26 Jikirmi altingi bab: Ajtoldi Ilikke pend berib komari bitib bitmisin ajor. 

27 Jikirmi jetingi bab: Ilik Öktülmiske pend bermisin ajor. 

28 Jikirmi seksingi bab: Ilik suallari Öktülmis ke Jana aning guvablari 

29 Jikirmi toksungi bab: Öktülmis Ilikke okus suretin ajor. 

30 Otuzungi bab: Beklikke negütek er vezir netek kerekin ajor. 

31 Otuzbiringi bab: Bek söz bascisi er negütek kerekin ajor. 

32 Otuz ikingi bab: Uluk hagib negütek kerekin ajor- 

33 Otuz ücüngi bab: Kapuk baslar er negütek kerekin ajor. 

34 Otuz törtüngi bab: Jalauc likka itku er negü tek kerekin ajor. 

35 Otuz bisingi bab: bekler ke bitikci lik ke negütek er kerekin ajor. 

36 Otuz altingi bab: padsaka akici negütek kerekin ajor. 

37 Otuz jetingi bab: as bascisi ket salar negütek kerekin ajor. 

38 Otuz seksingi bab: idis ci lar basi sarabdarlar negütek kerekin ajor. 



27 Siebenundzwanzigster Abschnitt: Sagt, wie Ilik dem Öktülmis Kath ertheilt. 

28 Achtuiidzwanzigster Abschnitt: Die Fragen Ilik's an Öktülmis und dessen Antworten. 

29 Neunundzwanzigster Abschnitt: Öktülmis spricht zu Ilik über die Art des Verstandes. 

30 Dreissigster Abschnitt: Sagt, was für ein Vezir den Fürsten nothwendig sei. 

31 Einunddreissigster Abschnitt: Sagt, wie der Mann sein soll, der das Wort führt. 

32 Zweiunddreissigster Abschnitt: Sagt, wie der grosse Minister sein soll. 

33 Dreiunddreissigster Abschnitt: Wie der Oberhofmeister sein soll. 

34 Vierunddreissigster Abschnitt: Sagt, wie der zur Gesandtschaft bestimmte Mann sein soll. 

35 Fünfund dreissigster Abschnitt: Sagt, wie der Mann sein soll, den die Fürsten zu ihrem Schreiber bestimmen. 

36 Sechsunddreissigster Abschnitt: Sagt, wie die Zahlmeister der Fürsten sein müssen. 

37 Siebenunddreissigster Abschnitt: Sagt, wie der Speiseuufseher und Haushälter sein müssen. 

38 Achtunddreiäsigster Abschnitt: Sagt, wie das Haupt der Getränkebewahrer und die Mundschenke sein 
müssen. 

8 



58 — 



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-iii. py -^_u^. py 3^v^. v_Ai^ -L^L — ipi3 ^ ||U. «-2^3 Q'^'i^iL. wk^ 56 

-.2lL p\lii-13 (^llilAÜ2. p-<)2. v—lii^i^y ^12^1^1. s_2.13 Q-'J,Llyi>y v_»^U. 58 

^i. p ^_iiM:, qL ^131^, -— »^^A. yui^ -2M^ ^2^3 (}''ji2Yil2t, ^-lLii^. 59 

^J2^ p 1|pj;M0 ^ v-2.iiai ^ ;;^ 

39 Neununddreissigster Abschnitt: Sagt, was die Pflicht der Diener gegenüber ihrem Herrn ist. 

40 Vierzigster Abschnitt: üktülmis beantwortet die Fragen Ilik's. 

41 Einundvierzigster Abschnitt: Küntokdi llik hat dem Otkurmis einen Schreiber geschickt. 

42 Zweiundvierzigster Abschnitt: Erzählt, wie Otkurmis und Öktülrais mit einander discutiren. 

43 Dreiund vierzigster Abschnitt: Otkurmis erklärt dem Öktülmis die Fehler der Welt. 

44 Vierundvierzigster Abschnitt: Öktülmis sagt dem Otkurmis, dass seit die Welt entstand, man mit 
Religion sein Endziel erreicht. 

45 Fünfundvierzigster Abschnitt: Erzählt, wie Otkurmis dem llik in einem Briefe Rath ertheilt. 

46 Sechsundvierzigster Abschnitt: Wie llik das zweitemal an Otkurmis einen Brief sehreibt. 

47 Siebenundvierzigster Abschnitt: Wie Öktülmis mit Otkurmis das zweitemal discutirt. 

48 Achtundvierzigster Abschnitt: Bespricht die Art und Weise, den Fürsten zu dienen. 

49 Neunund vierzigster Abschnitt: Spricht, wie mau sich mit dem Volke einer Pforte vertragen soll. 
60 Fünfzigster Abschnitt: Spricht, wie man sich zum niedern Volke gesellen soll. 



— 59 - 

39 Otiiz toksungi bab: tapukci aki bekler öze netek ertükin ajor. 

40 Kirkingi bab: Uik suallarinka Ökltilmis guvablarun ajor. 

41 Kirkbiringi bab: Küntokti Uik Otkurmiska bitik itmisin ajor. 

42 Kirk ikingi bab: Otkurmis Öktülmis bile mnnazara kilmisin ajor. 

43 Kirk öcüngi bab: Otkurmis Öktülmiske dunja aiblarin ajor. 

44 Kirk törtüngi bab: Öktülmis Otkurmiska dünja bolubdin birle ukbin kazkankusia 
ajor. 

45 Kirk bisingi bab: Otkurmis Hikke bitikte pend berib itmisin ajor. 

46 Kirk altingi bab: Ikilingi joli Uik bitik itmisin Otkurmiska ajor. 

47 Kirk jetingi bab: öktülmis Otkurmis birle ikingi mnnazara kilmisin ajor. 

48 Kirk seksingi bab: Beklerke tapinmak töresin tokasin ajor. 

49 Kirk toksungi bab: Kapukta arat bile negütek jaraskusin ajor. 

50 Ellikingi bab: Kara am bötünke negütek katilkusin ajor. 

51 Ellik biringi bab: Aleviler bile katilmakin ajor. 

52 Ellik ikingi bab: Ilim ata lari birle katilmakin ajor jime: Ütciler, mukasimlar, 
muabirlar, muneggimler, sairlar, tarangilar, satikcilar, iktisciler, özler cikai lar bile 
katilmak negütek kerekini, kerekemesini ajor. 

53 Ellik öcüngi bab: evlik almak okul kiz ekitmeklikini ajor. 

54 Ellik törtüngi bab: Elik asirkaniklarin netek tutkusin ajor. 

55 Ellik bisingi bab: aska okimak barkusin barmakusin ajor. 

56 Ellik altingi bab: aska barsa negütek jekusin jemekusin ajor. 

57 Ellik jetingi bab: Otkurmis dunja jarib aiblarin aitib kanaatdin üger. 

58 Ellik seksingi bab: Öktülmis ziaret ucun okikali barmisin ajor. 

59 Ellik toksungi bab: Otkurmis Uik taparni kelmisin ajor. 

60 Altmis singi bab: Uikke Otkurmis pend bermisin ajor; jime aralarinda suallari 
guvablari kecmisin ajor. 

51 Einundfünfzigstev Abschnitt: Spricht über das Geselkn zu den Frommen (Nachkommen des Propheten). 

52 Zweiundfünfzigster Abschnitt: Spricht über das Gesellen zu den Vätern der Wissenschaft (Gelehrten), 
oder wie man sich zu Ärzten, Zauberern, Trauradeutern, Astrologen, Poeten, Landleuten, Kaufleuten 
und Gestüttsaufsehern, zu den Leibeignen und Armen gesellen, oder nicht gesellen soll. 

53 Dreiundfünfzigster Abschnitt: Spricht vom Sich-verehelichen, und vom Knaben- und Mädchen-erziehen. 

54 Vierundfünfzigster Abschnitt: Spricht, wie man die Leute halten soll, welche die Hand 

55 Fflnfundfünfzigster Abschnitt: Spricht über das Einladen zum Speisen, über das Gehen und Nicht-gehen. 

56 Sechsundfünfzigster Abschnitt: Spricht, wie man essen oder nicht essen soll, wenn man zum Speisen geht. 

57 Siebenundfüufzigster Abschnitt: Otkurmis spricht über die Fehler der Welt und über Zufriedenheit. 

58 Achtundfünfzigstes Abschnitt» Öktülmis spricht, wie er zum Besuche geladen worden und gegangen sei, 

59 Neunundfünfzigster Abschnitt: Bespricht, wie Otkurmis den Ilik aufzusuchen gegangen sei. 

60 Sechzigster Abschnitt: Spricht, wie Ilik dem Otkurmis Kath ertheilt, so auch welche Fragen und 
Antworten zwischen ihnen vorgefallen. 

8* 



— 60 — 

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61 Einundsechzigster Abschnitt: Öktülmis erzählt dem Ilik das Gute und die Kegel des Zustaudes. 

62 Zweiundsechzigster Abschnitt: Öktülmis bereut und fällt der Busse zu. 

63 Dreiundsechzigster Abschnitt: Spricht über das Grossthun als Erwiederung auf Grossthun. 

64 Vierundsechzigster Abschnitt: Otkurmis spricht über das Gelesene des Öktülmis. 

65 Fünfundsechzigster Abschnitt: Öktülmis erzählt, dass er einen Traum gehabt hat. 

66 Sechsundsechzigster Abschnitt: Otkurmis deutet ihm diesen Traum. 

67 Siebenundsechzigster Abschnitt: Erzählt, wie Otkurmis dem Ötkülmis Kath ertheilt. 



IV. 
Lobpreisung des Allmächtigen, gepriesen und verherrlicht werde er. 

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1 Mit Gottes Namen bab ich zu reden angefangen. 
0, Schöpfer, Zerstörer, Vergeber, mein Gott! 

2 Mit viel Lob meine Zunge tausend Lobpreisungen, 

Dem Gotte, dem einzelnen Gott, der ohne Verfall ist. — 

3 Die braune Erde, blauen Himmel, Tag und Nacht 
Erschuf er, alle Geschöpfe sammt der vergänglichen Zeit 



— 61 — 

61 Altmis biringi bab: öktülmis Ilikke al etküsin töresin ajor. 

62 Altmis ikingi bab: öktülmis ögün ögünüb töbeke okramisin ajor. 

63 Altmis ücüngi bab: kisilik kilmakka janut kisilik kilmakin ajor. 

64 Altmis törtüngi bab: Otkurmis Öktülmis nink okumisin ajor. 

65 Altmis bisingi bab: öktülmis tös körkenin ajor. 

66 Altmis altingi bab: Otkurmis tösinke taabir kilmisin ajor. 

67 Altmis jetingi bab: Otkurmis Öktölmiske pend bermisin ajor. 

68 Altmis seksingi bab: Öktülmis Ilikke Otkurmis jiklemisin ajor. 

69 Altmis toksungi bab: Otkurmis Öktülmis katasi jaz tutmisin ajor. 

70 Jetmis singi bab: tiriklik jaba kilmisin ögünmeklikin ajor. 

71 Jetmis biringi bab: Jusuf eil basi jikitlikke ögünüb abuckalikin ajor. 

72 Jetmis ikingi bab: ötlek er taki dost katas gefasin ajor. 
Song bab: kitab ikesi özinke pend berib öz özrin kolar. 



68 Achtundsechzigster Abschnitt: Öktülmis erzählt dem Ilik von dem Krankwerden des Otkurmis. 

69 Neunundsechzigster Abschnitt: Ötkülmis erzählt dem Otkurmis, dass er seinen Freund betrauert. 

70 Siebenzigster Abschnitt: Spricht über das Verschwenden des Lebens und über die Eeue. 

71 Einundsiebenzigster Abschnitt: Der Cil Basi Jusuf bedauert die Jugend und spricht von dem Alter. 

72 Zweiundsiebenzigster Abschnitt: Der vergängliche Mensch spricht über Kummer, Freundschaft und 
Genossenschaft. 

Letzter Abschnitt: Der Eigenthümer des Buches ertheilt sich selber Kath und bittet um Verzeihung. 



IV. 
Lobpreisung des Allmächtigen, gepriesen nnd yerherrlicht werde er. 

Tangri ezeve gel öktüsin ajor. 

1 Bajat ati birle sözün basladim töretken jikitken kecürken Idim 

2 Ögüs ökti birle tilim ming sena Okan bir Bajatka angga jok fena. 

3 jakiz jer jasil kök kün birle tun töretti chalaik üt ötlek bu kün. 

4 tiledi töreti bu bolmis kamuk bir ök „bol" tedi boldi kilmis kamuk. 

5 kamuk barca munkluk töretilmi-si munki jok idi bir angga jok isi 

6 Ej erklik Okan mingi munksuz Bajat jaramas seningtin atinka bu at. 



4 Er wollte, er schuf dieses alles Gewordene. 

Ein „Sei" sprach er und alles Geschehene entstand, 

5 Mühsam sind alle seine Schöpfungen, 

Doch bei keinem seiner Werke hatte Mühe er. 

6 0, mächtiger Gott, mein ewiger, müheloser Herr! 
Es geziemt ausser Dir keinem andern dieser Name. 



62 — 



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A^*- pb tAiißo f^ piii-^ ^ ;Ci^ _i. 19 

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—00^ ßPO"^ />^i.^ p2. —00^ 25 

fü- tW^ fP^ a=i s^v ^-*^^ 26 



7 Grösse ist Dir, Erhabenheit Dir, 

Du bist fürwahr, kein Anderer kommt Dir gleich, 

8 Ein Andrer gesellt sich nicht zu Dir, 

In allen Dingen bist Du voraus und hintan. 

9 Deine Einheit kann den Gedanken sich nicht anpassen, 



10 Ununterbrochen bist Du Eins, himmlischer Vater! 

Seine Kraft kann sich zu den Gedanken nicht gesellen, sich ihnen niclit anpassen. 

11 Alles Innere und Aeussere kennend, Alles ist Dir klar. 
Vom Auge mir entfernt, bist meinem Herzen Du nah. 

12 Dein Ganzes ist Wissenschaft, heller als Sonne und Mond, 
Zu seiner Beschreibung genügt kein Geist, kein Lob. 

13 Allen hast Du eine Beschaffenheit gegeben, 

Und geht Alles zu Gnmde, bist Du dennoch am Leben. 

14 Den Einen Schöpfer beweisen die Geschöpfe, 
Der Beide erschaffen hat, sein Zeuge ist bereit. 

15 Keine Aehnlichkeit gibts für sein Gesicht und Aussehen. 
Eine Beschreibung erreicht nicht sein Aussehen. 

16 Er geht nicht, er liegt nicht, er schlaft nicht, ist wach. 
Weder sein Antlitz noch Ebenbild ersteht die Farbe. 



— 63 - 

7 Uluklulj sani^ga ol batukluk sangga sen ök sen atin jok sanggä tös tingge. 

8 Aja bir birikmez sangga bir atin kamuk asui de sen sen öngtin katin 

9 sakiska Ikatilmas sening birli-king tüzi ikike jetti erklik lildng. 

10 kesik siz bir ok sen ej mengi aci katilniaz karilmaz sakiska kuci 

11 ne ic tas biliklik ej hakk ul jakin közümdin jiraksin köngülke jakin 

12 baring bilkttlttk sen kün ajdin jaruk neteklikke jeter köngül ökti jok 

13 kamukka töretting ne ersalikin jok etür ne ersa sen ok sen tiriL 

14 töretken biringe töremis tanuk töremis iki bir tanuki anuk 

15 angga oksaki jok jüzi mengzeki neteklikke tekmes özi mengseki 

16 jorimas ne jatmas otimas otuk ne mengzeki ne jangsaki keturmes botuk 

17 katin öngtin ermes ne soldin savdin ne astin ne östin ne ötrü urim. 

18 agun ol töretti urun jok angga aning siz urun jok bütün bil munggu. 

19 asizka jakin sen köngüldin atiz tanuk ol sangga barca suret-i ratiz 

20 töretting turnen ming bu sansiz tirik jazi tak tengiz ötrü jaruk 

21 jasil kök bezetting tümen jolduzun kara tun jaruttttn jaruk kündüzün. 

22 ucuklar joruk lar tinikler naca tiril^u seningtin bolub bir naca. 

23 atiz arsdin kelding karaka tegi tüzi barca munkluk sangga ej Idi 

24 Ej munksuz Idim sen bu munkluk kolun sojurkab kecürkil azukun kamuk 

25 sangga ok sikindim umuncum sangga munkatmis jerimde elik tut mangga, 

26 sevük sauci birle suvarkil meni elik tuttaci kil künilik küni 

17 Es ist nicht hinten, nicht vorn, nicht links, nicht reclits, 
Nicht unten, nicht oben, nicht gegenüber der Platz. 

18 Die Welt hat er erscliaffen, doch keinen Platz hat er, 
Ohne ihn gibt es keinen Platz. Fürwaiir glaube dieses. 

19 Dem Bösen bist Du nah, wenngleich vom Herzen fern. 
Bekannt ist Dir in der ganzen Form. 

20 Du hast erscliaffen diese viele Tausende zahllose Geschöpfe, 
Ebene, Berg, Meer — — — . 

21 Den blauen Himmel hast Du geziert mit hunderttausend Sternen, 
Die finstere Nacht erleuchtet gleich hellen Tag. 

22 Die Vögel, die Thiere und alles Lebendige, 
Ihr Leben,, von Dir ist es geworden. 

23 Vom hohen Himmel bist Du bis ins Auge gekommen, 
Alles insgesammt ist um Dich bestrebt. 

24 0, müheloser Herr, diesen mühevollen Sdaven 
Erfreue und vergebe alle seine Sünden. 

25 Zu dir habe ich mich geflüchtet. Dir mich anvertraut. 
An meinem qualvollen Orte halte mir die Hand. 

26 Mit dem liebevollen Propheten erfreue mich. 
Führe meine Hand am Tage der Gerechtigkeit. 



— 64 — 

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27 Seinen vier Genossen Hundertlausend Grüsse, 
Viele Verherrlichung lass stets zukommen. 

28 Zeige am grossen Tage ihr Antlitz, 
Unterstütze durch gute Worte mich. 



V. 
Lob und Verherrlichung des Propheten. 

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h> 0=^ ö*V OV-^ — fii't' 0^ P^ }<)^f^ f'^ pb ^-*^ 0^ )^ 12 

1 Den lieben Propheten hat edel sein Herr erschaffen, 
Im Volke ist seine Güte beim Manne sein Wohl. 

2 Eine Leuchte schuf er ihn dem Volke in der finstem Nacht, 
Sein Glanz erschien und er erhellte dich. 

3 Von Gott war er ein Vorleser dir; 

Den geraden Weg hast du daher betreten o Mann! 

4 Seinen Vater, seine Mutter opferte er auf, 

Die Nation war sein Wunsch und dieser widmete er sich. 

5 Bei Tag ass er nicht, bei Nacht schlief er nicht. 
Dich bat er von Gott, was Anderes bat er nicht. 

6 Dich hat er Tag und Nacht verlangt, sieh mit dieser Mühe, 
Ihn lobe daher mit liebhafter Seele nun. 



— 65 - 

27 aning- tört esike tümen ming selam tekürku kesük süz tutasi ulam 

28 uluk künde körkit alarning jüzin elik tutaci kil feil etkü sözün. 

29 seni ertüküng tek ökümez özüm seni sen met (medh) ökkil kesildi sözüm. 

29 Deinem "Verdienste nach kann ich Dich nicht rühmen, 

Du rühme Dich selber, ich habe genug gesprochen. : 



V. 
Lob und Verherrlicliung des Propheten. 

Jalauc alelii es selam öktüsin ajor. 

1 sevtik sauci itti bakirsak Idi bütünde talusi kiside keti 

2 jola erdi chalka karanggu tüni jarukluki basti jarutti seni 

3 okigi ol erdi Bajatdin sangga sen otrü küni jolka kirding tongga 

4 atasin anasin joluk kildi ol tilek ömmet erdi angga berdi jol 

5 künün as jemeti tüntin jatmadi seni koldi rebdin atin kolmadi 

6 seni koldi tun kün bu emgek bile ani ök sen emdi sevük gan bile 

7 kamuk katkusu erdi ümmet ucun kutulmak tiler erdi raajet ucun. 

8 atadin anadin bakirsak bolub tiler erdi bütci Bajatdin kolub 

9 Bajat rahme ti erdi chalki öze kilingi uluk erdi kilki töze 

10 dost erdi alcakta kilki silik obutluk bakir sak aki keng elik 

11 jakiz jer jasil kokte erdi kösüs angar berdi tangri akirlik ögüs 

12 basi erdi öngtin kamuk bascika katin boldi tamka tözi saucika 

7 Alle seine Sorgen waren des Volkes wegen. 
Vergehen wollte er nur des Volkes wegen. 

8 Vom Vater, von der Mutter war schon edel er, 
Gläubige wollte er und verlaugte sie von Gott. 

9 Gottes Gnade war über sein Volk, 

Gross war seine That, gerade sein Naturell. 

10 Ein Freund war er den Niedern, von reiner Natur, 
Schamhaft, edel und von weiter Mildthätigkeit. 

11 Auf der grauen Erde, im blauen Himmel war er nützlich, 
Ihm hat Gott gegeben gar viele Ehre. 

12 Sein Haupt war voran allen Oberhäuptern, 
Hintenher der Siegel sämratlicher Propheten. 



— 66 - 

u^iip^ N_Dja^ ffi ^^ A^ —»0211/ f*y^ <_julli. Qj^jji. />l^ ^oi=0 13 

pp. Qiif^ |»_M> iSDib ^-^ ^-*^t Pf^ ""^^ Pft? ^-^WssDo ^fc, «—iiMiii^S 15 

13 Das Herz hab' ich nun auf seinem Wege gegeben, 
Sein liebes Wort hielt ich, glaubend seiner Kede. 

14 Gott beschütze Du mein Herz, 

Mit dem theuern Propheten erwecke mich, wenn ich aufstehen muss. 



VI. 
Die Vorzüge der vier Gefährten. 

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1 Seine vier Gefährten wisse, ....... 

Kathschläger waren sie bei ihm bleibend, 

2 Zwei waren Schwiegerväter, zwei Schwiegersöhne, 
Hilfe waren diese und Wohl dem Volke. 

3 Sidik (Abubekr) war zuvor und über allen 
Gott ergeben dem Herzen und Wort gemäss. 

4 Körper und Seele opferten diese auf. 
Nur des Propheten Freude wünschten sie. 

5 Ein anderer war Faruk (Omar) des Menschen Hilfe, 

Sein Herz und Wort war gleich seinem ganzen Betragen. 

6 Dieser war ein Führer zum geraden Glauben, 

Das Keligionsgesetz nahm von seinem Hauche Nutzen. 

7 Ein anderer war Osman der reine und bescheidene. 
Zu den Leuten gelang seine freigebige Huld; 



- 67 — 

13 köngül berdim emdi aning jolinka sevük söztin tuttum bütüb k:avlinta 

14 nahi kütez kil mening könglümi sevük sauci birle kovar ^ovfeumi 

15 kiamette körkit toluntek jüzün elik tut taci kil Ilahi özün. 

15 Zur Auferstehung zeige sein Vollmond gleiches Gesicht, 
Lass sein Antlitz mir ein Führer sein. 



VI. 
Die Vorzüge der yier Gefährten. 

Tört sahabe nink fazilet un ajor. 

1 aning tört esi bil atinku körüb kenkesci olar erdi birle turub 

2 Iki katin erdi kübeki iki bular erdi ötrüm bütünde jeki 

3 Sidik erdi asni kamuk ta öze Bajatka tanukli köngül til töze 

4 joluk kildi olar ten-i ganini jalauc sevinci tiledi küni 

5 Basa Faruk erdi kisi ötrümü tili köngli birtek bütün kötrümi 

6 Bu erdi bösütci küni din ke kezük seriat tini din kötürdi asuk 

7 basa Osman erdi obutluk silik kisi de ötürmis aki keng elik 

8 fida kildi barin angga hem özin jalauc angga berdi iki kizin 

9 Ali erdi munda basa ki tali körersin jüreklik mengzi toli 

10 bular erdi din hem seriat köki alar jutti kabir munafik jüki 

1 1 bu tört es mangga tört tek turur tökülse ten-ü gan tiriklik bolur 

12 mening din olarka tümen ming selam tekür ej Idim sen kesüksüz ulam 

13 Olarni mening tin saun dur tuci uluh: kün te yikü elik tuttaci. 

8 Sein Hab und Gut, sich selbst opferte er auf. 
Der Prophet gab ihm seine beiden Töchter. 

9 Ali war hier ein anderer Guter, 

Du siehst ihn beherzt und mit strahlendem Antlitz. 

10 Diese waren des Glaubens und des Gesetzes Wurzel. 

Auch sie hat das heuchlerische, lügnerische Grab verschlungen. 

11 Diese vier Gefährten sind gleich vier .... mir. 

Wenn Seele und Körper zusammenstürzt, so wird dennoch Leben. 

12 Von mir lass ihnen hunderttausend Grüsse 
Zukommen o Gott, ununterbrochene Verherrlichung 

13 Erfreue sie immer ob meiner (von mir). 

Am grossen Tage mache sie mir zum Händehälter. 

9* 



- 68 



vn. 

Die Jahreszeit des glänzenden Frühlings das Lob des grossen Bokra. 

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1 Vom Osten her weht der Frühlingswind, 

Die Welt hat zum Guten des Paradieses Weg geöffnet. 

2 Der braunen Erde Busen hat mit Kampfer sich angefüllt, 
Schmücken will sich die Welt, und sandte ihre Schönheit aus. 

3 Hiervon hat die Seele gewährt mit schöner That, 

Der strahlende Sommer hat wieder errichtet des Glückes Altar. 

4 Vertrocknete Bäume sind grün geworden. 

Das Volk schmückte sich in Purpur, gelb, blau und roth. 

5 Die braune Erde wird grün, im Antlitz 

China's Karavane hat Tapkac Name verbreitet. 

6 Der Ebene und des Berges hat sich ausgeschmückt, 

Arme und Braunen haben sich gefärbt durch rothe und blaue Kleider. 

7 Tausendfache Blumen breiteten sich aus. 

Mit Moschus und Wohlgerüchen füllte die Welt sich an. 

8 Der Zephir hat mit Nelken Duft sich emporgehoben. 
Die Welt hat ganz und gar von Ambra geduftet, 



— 69 — 



vn. 



Die Jahreszeit des glänzenden Frühlings das Lob des grossen Bokra. 

Jaruk jaz fazlin Uluk Bokra kan öktüsün ajor. 



1 Tokardin ese keldi öng din jeK 

2 ja^z jer ici toldi kafur ketib 

8 andin gan sürdi jaksi asin 

4 kovarmis jikaclar tokti jasil 

5 jakiz jer jasil tokar jüzke bati 

6 jazi tak tarairi tösendi jatib 

7 tömendi cecekler jazildi köle 

8 sabah jeli kopti karamfil jitin 

9 Jkaz ördek kuku kilkili kik tuti 

10 kajusi kopar kör kajusi konar 

11 kökis turna kokte onin jangsilar 

12 olar koos onin tartdi ondarasin 

13 onin atdi keklik köle katkura 

14 kara cumcujk atti siba tumsukin 

15 ciceklikte sinic atar ming onun 

16 chaJik kasi tökti közi jas sacar 



agun etküke acti ucmak joli 
bizenmek tiler dünja körkin itib 
jaruk jaz Jana kordi devlet jasin 
bizendi bütün al sarik kük kizil 
Chitai arkisi jatdi tapkac ati 
atindi koli kasi kök al ketib 
jipar toldi kafur agun it bile 
agun barca bötrü jipar vurdukin 
kakilaju katnar jokari koti 
kajusi capar kör kajusi icer 
tizelmis tepir tek ucar jetkular 
silik siz okir tep köngül bermisin 
Kizil Gazi kan tek kasi kap j^ara 
oni oklakai kaz oni tek jakin 
okir sure-i-ibare künün hem tünün 
cecek jazdi jüz köz jola katkanir 



9 Gans, Ente, Schwan, Specht . . . ,. Papagei 
Ziehen schwirrend auf und ab. 

10 Siehe, der eine steigt auf, der andere lässt sich nieder. 
Der eine jagt nach Frass, der andere trinkt Wasser. 

11 Kukuk und Kranich lassen in der Luft ihre Stimmen wiederhallen. 
In Eeihe gestellten ähnlich fliegen die ...... . 

12 Diese lassen in Eile ihr Stimmenpaar ertönen. 
Und scheinen mit Hingebung zu singen. (?) 

13 Das Rebhuhn Hess seine Stimme ertönen klagend, 

Kohlschwarz sind seine Braunen gleich denen des Kizil Gazi Chans. 

14 Der schwarze Sperling (?) warf den glatten Schnabel auf. 
Mit seiner Stimme beinahe der Gans nachahmend. 

15 Im Blumengarten singt der Fliegenfänger in tausend Tönen 
Er liest den Text der Sure Tag und Nacht. 

16 Der Schöpfer hat seine Braunen gestreuet, aus seinem Auge fliessen Thränen, 
Die Blume hat 100 Augen geöffnet, es betrübt die Fackel sich. 



- 70 



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17 In dieser Zeit sieht die Welt sich selber au, 
Vergnügt und erfreuet blickt sie nach ihrem Haus. 

18 Zu mir wendete sich die Welt, fing zu reden an, 
Sagte: hast du des Chakans Antlitz nicht geseh'n? 

19 Hättest du geschlafen auf türkisch tausend Augen, 

Und wenn du nichts gehört hast, so höre von mir ein Wort. 

20 Seit Tausenden von Jahren war ich verlassen und .... 

Das Kleid der Finsterniss ist abgeworfen, und ich hatte das Licht angelegt, 

21 Doch nun habe ich mich geschmückt, denn mein Fürst ist ein grosser Chakan geworden. 
Ich flehete: meine Seele sei ein Opfer ihm, wenn er es verlangt 

22 Die Wolke dröhnte und pflanzte der Wache Fahne auf, 
Es blitzte und der Chakan schwang die Fahne. 

23 Einer kam von hinten hervor und streuet Worte aus, 
Der andere verbreitet seinen Kuf in die Welt. 

24 Die Welt regiert der majestätische grosse Bokra Chan. 
Dieser glückliche Name erhelle die Welt. 

25 Des Namens Glorie ist für das Glück bereit 
Oh des Volkes Krone, des Gesetzes Seele! 

26 Gott hat jeden ersehnten 'Wunsch erfüllt, 
Gott möge auch nun geben Stütze und Hilfe. 



71 



17 bu üdde agun öz özike bakib 

18 iladi mangga tünja acti sözün 

19 otir erdink ersa türkce ming köz 

20 tümen jilde bari tul erdim tolaz 

21 bezindim bekim boldi Kakan uluk 

22 bulut kökreti urdi neibet tuki 

23 biri kinda cikti sürüb til tüker 

24 agun tutti tapkac uluk Bokra chan 

25 atin i'zzi devletke hazir mujjsin 

26 bajat berdi barca tilemis tilek 

27 ej dünja gemali uluklukka kork 

28 bular berdi abran Ilik berdi takt 

29 agun tinti örneb bu Kakan öze 

30 ezardin kelikli kalik kuslari 

31 öger atin ondab onin turkuzub 

32 bu türlük cecek jerde niunge batiz 

33 kajusi iti birle tapinir tapuk 

34 kajusi ilik sondi tutsuk tutar 

35 kajusi tokardin tutar ming neguk 

36 tapukka kelikli kut kapukta turur 



kebenib süjünüb ebinke bakib 
ajor körmedink bu Kakan jüzin 
esitmedink ersa esit mende söz 
bu toi toni söclüb urung kettim az 
otundim muni kolsa ganim joluk 
jasin jasnadi tartti Kakan tuki 
biri közi cavi agunka jatar 
kudatku bu ati jarutku giban 
amilatka tagi seriatka tin 
bajat ok buli berku arka jülek 
ej mtilketke nuri tabi' i i:urtka örk 
tuta berku tangri bu takt birle bakt 
anin etti dun ja negukler töze 
kaju rai liindi kaju kaisari 
kevinc birle onor sevinc ke tüzüb 
jazi tak tarairi jasil kök mengiz 
ka,ju kork mengiz birle asti kapuk 
kaju bu kör erkin agun jit kopar 
kajusi batardin tapukci anuk 
kapukta turukli tapukta turur. 



27 Oh Schönheit der Welt, oh Zierde der Grösse! 
Oh der Kegierung Licht, oh des Alters Würde! 

28 Dieses hat das Schicksal gegeben, Ilik hat den Thron gegeben. 
Gott möge erhalten mit diesem Throne das Glück. 

29 Die Welt ruhte, sich legend auf diesen Chakan, 
Ihn hat die Welt der Würden gleich gemacht. 

30 Von Azar (?) kommen des Schöpfers Vögel, 

Der eine ist ein indischer ßaja, der andere ein Kaiser. 

31 Seinen Namen rufend lassen sie die Stimme ertönen, 
Mit Vertrauen sich hingebend, mit Freude bereit. 

32 Derartige Blume auf der Erde so hoch 

Des Berges und Thaies Fläche sieht grün und blau nun aus. 

33 Die eine macht Aufwartung mit ihrem Geruch, 
Die andere erscheint mit schönem Antlitze. 

34 Der eine streckt die Haüd aus und hält ein Sträusslein empor, 
Der andere sieht's und die Welt 

35 Der eine erhält von Osten tausend Ehren, 

Der andere von Westen ist zum Dienste bereit. 

36 Der in Dienste tritt, steht an. der Pforte, 
Der an der Pforte Stehende steht im Dienste. 



- 72 — 



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37 Zu derartigem Dienste hat die Welt sich getummelt, 

Der Feind hat den Rücken gebeugt und hat sich erhoben. 

38 Des Chakan's Ruf und Blick drang in die "Welt. 
In sehnsuchtsvollem Auge er selbst. 

39 Zur Ruhe gelang die Welt, Ordnung wurde geschaffen, 
Mit dem Gesetze hob sich sein Name empor. 

40 Wer die Gestalt der Grossmuth sehen will, 
Der komme und sehe des Chakan's Antlitz. 

41 Wer ohne Leid Freuden mit Glück haben will. 
Sehe ihn an, sein Thun ist lauter Freude. 

42 Wenn einen von sanfter Natur und edlem Herzen 
Du sehen willst, so komm, sehe diesen an. 

43 Willst du Nutzen haben, so öffne dein ganzes Geheimniss, 
Tritt näher und diene mit Herzenslust. 

44 Oh gute That, gutem Stamme entsprungen. 
Die Welt möge ehren ohne ünterlass 

45 Gott hat das Verlangen gegeben, volles Glück gewährt, 

Dessen Dank muss man sagen, tausendfach seinen Namen preisen. 

46 Ein sehr altes Wort kommt in diesem Spruche: 
„Des Vaters Name und Platz bleibt dem Sohne." 



— 73 - 



37 bu janglik tapukka jilindi agun 

38 agun da cavi bardi Chakan közi 

39 agun encke tekti tüzüldi törü 

40 aki suretin kirn körein tese 

41 gefa siz vefalik tilese kutun 

42 tüzün kilki alcak bakirsak köngül 

43 asik kolsa barca özüng jaz sirin 

44 ej etkü kilinc hasili etkü uruk 

45 bajat berdi arzu eter keng koti 

46 eti kecki söz bu meselde kelir 

47 ata orni kaldi ati da bile 

48 tuei neng neguk tarti jüz ming ilik 

49 olarning neguki kelir hem barir 

50 naca bersa dünja tüker alkinur 

51 Kitabta bitildi bu Chakan ati 

52 ja reb isde devlet tökel kil tilek 

53 severin esen tut Jarsin ketür 

54 jaka turku jamkur jasiiku cecek 

55 bolur bolsa ebren tuci ebrilir 

56 jakiz jer bakir bolmakinca kizil 



jaki bojni ikti kopardi özün 
köri munkli közlerde jini özi 
törü birle atin kopardi örtl 
kelib körkü Chakan jüzi öze 
jürün kör kilingi vefa ol bütün 
körein tese kel muni kör emol 
beri kel tapu^ kil köngül barasin 
agun taplasuni kesiksiz kurufe 
munung sükri kilku okub ming ati 
ata ati orni okulka t:alir 
atinda taki boiku ming ming jile 
muni kol neguki Jkudatku bilik 
mening bu neguk boldi mingi kalir 
bitisa kalir söz agun tiskinur 
bu at mingi boldi eter keng ^:uti 
kamuk iske bolkil sen arka jülek 
kevingin tolu tut sivingin k;otur 
kovurmüs jikac salinku kesek 
kuti bolku düsmen basi kobkolur 
ja otta cecek önmekince jasil 



47 Des Vaters Platz blieb sammt seinem Namen, 

Bei andern bleib» sein Name tausend und tausend Jahre. 

48 Alle Vermögen und Würde haben Hunderttausend Hände weggetragen, 
Diese Würde verlange, das , Glückliche Wissen". 

49 Ihre Würde kommt und geht wieder weg, 
Diese meine Würde aber bleibt ewiglich. 

50 Was die Welt immer gibt, es täuscht und vergeht. 

Das geschriebene Wort aber bleibt, so lang die Welt sich rührt. 

51 Im Buche wurde geschrieben dies Chakans Name, 

Dieser Name ist ewiglich geworden und beglücket reichlich. 

52 Oh Gott, in sein Thun lass das Glück vollkommen sein. 
In jedem Thun sei Du Stütze und Hilfe. 

53 Seinen Freund bewahre, seinen Feind entferne. 
Erfülle ihn mit Vertrauen, segne ihn mit Freude. 

54 Es regne der Regen, es erspriessen die Blumen, 
Die ausgedörrten Bäume sollen Zweige schaukeln. 

55 Das Schicksal, so es will, dreht sich immer. 

Es glücke ihm, und des Feindes Kopf ist ausgehöhlt. 

56 Bis die graue Erde nicht kupferroth wird, 
Oder bis im Feuer nicht grünes Gras wächst. 



10 



— 74 - 



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57 Soll er immer mit tausend Glücke leben, 
Soll sein Aug' auf unsichtbare Orte reichen. 

58 Was auch sein Wunsch und Verlangen sei, 
Dazu soll von Gott Glück und Hufe gelangen. 



vm. 

Ueber die sieben Sterne (Planeten) nnd zwölf Zodiaken. 



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1 Mit Gottes Name habe ich das Wort begonnen. 

Oh du mein schaffender, vertilgender und verzeihender Gott! 

2 Er erschuf dem Wunsche nach alle Welten, 

Erhellen liess er in der Welt die Sonne und den Mond. 

3 Er erschuf sieh! den sich stets kreisenden Himmel, 
Mit diesem sich bewegend, bewegt sich Alles. 

4 Den blauen Himmel, alle Sterne erschuf er, 

Die schwarze Nacht erhellte er gleich hellen Tag. 

5 Die Sterne in diesem Himmel einige 

Einige sind die Wächter dieser 

6 Einige sind Wegweiser, wenn man den Weg verliert, 
Einige hat der Schöpfer erhellt. 



75 - 



57 tiiilsuni özi ming kutun 

58 taki da negü ersa arzu tilek 

59 sivingin ebingin kebingin ja Ali 



tökülku karaki körümez urun 
bajattin jetilku angga kut jülek 
asaku jasasuni Lokman jili 



59 Mit Freude, Behagen und Zufriedenheit 
Soll er gemessen und leben Lokman's Alter. 



vm. 

lieber die sieben Sterne (Planeten) und zwölf Zodiaken. 

Jeti jolduz on iki ögek burc un ajor. 



1 Bajat ati birle sözük baslatim 

2 Töretti tilektek tözi alemin 

3 jaratti kör abran tuci abrilar 

4 jasil kök jaratti jime jolduzi 

5 bu kökteki jolduz bir naca bekek 

6 bir naca kulakuz bolur jitsa jol - 

7 kajusi örürek kajusi koti 

8 bulardin ing östün Sekendiz jürür 

9 aningdin basa keldi ikilenc Ongkaj 

10 öcünc Jürüt keldi körkin jürür 

11 Jasik toldu törtünc jeride agun 

12 sevük jüz urundi bisinc Sebid 



töretken jikitken kecürken Idim 
jarutti agunda künün hem ajin 
aning birle teskinc jime teskinur 
kara tun jarutti jaruk kündüzi 
bir naca kütez ci bu jekke jekek 
bir naca jarutmis chaJik ke ol 
kajusi jarukrak kaju öksüti 
iki jil sekiz aj bir ebde kalir 
bir ebde kalir on atin iki aj 
l^ajuka bu baksa jasarmis korir 
bakissa jarutur jakissa oson 
sefa (sabah?) bakti ersa sen özni epit 



7 Der eine höher, der andere unten, 
Der eine heller, der andere dunkel. 

8 Von diesen am allerhöchsten zieht der Saturnus, 

Zwei Jahre und acht Monate bleibt er in einem Hause (?). 

9 Nach diesem als Zweiter kömmt der Jupiter, 

In einem Hause bleibt er zehn andere zwei Monate. 

10 Als Dritter kömmt der Mars und zieht schön einher. 
Den dieser anblickt, der lebt und wird alt. 

11 Die Sonne hat am vierten Platze die Welt erfüllt, 
Wenn man sie beäugelt, erhellt sie alsdann 

12 Ein liebliches Antlitz zeigte (schien) am fünften Venus, 
Wenn sie vergnügt (Morgens?) dir gewinkt, so erbaue dich. 



10 



■^ 7i5 — 



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e^ o^Bs 01)^ ev otP- ^-^ oü^ 20 

PÜ°- Ob f^ f^ Aü- f^ 22 



13 Ein anderer kam der Wunsch Merkur, die Wünsche (?) 
Wem dieser scheint, der steigt empor 

14 Von diesen am untersten scheint der Mond, 
Wenn er mit der Sonne sich begegnet, wird er voll. 

15 Die zwölf Zodiaken drehen sich in tausend Weise, 
Die einen gepaart, die anderen einzeln. 

16 Der Widder, der Frühlingsstern, dann kömmt der Stier, 
Zwillinge, Schütze und Jungfrau gehen zusammen. 

17 Mit dem Löwen hat der Krebs sich vereint, 
Die Wage ist wieder des Scorpions Gefährte. 

18 Wieder kam der Bock, Wassermann und Fisch, 

Als diese entstanden, hat der Schöpfer erhellt (die Welt). 



77 — 



13 basa keldi arzu Tilek arzular 

14 bular da ing altin bu jalcik jarur 

15 on iki ögek ebrilur ming atin 

16 tuzi jazki jolduz basa öt kelir 

17 kör arslan birle koosti tokti basi 

18 basa keldi oklak jünek hem balik 

19 tici jazki jolduz tlci jaiki bil 

20 üci ot tici su üci bolur jel 

21 bularda birisi biringe jaki 

22 ^arismas jaki jarasti ucun 

23 epikli Bajatim netek etti öz 



kajuka jarusa akar öz olar 
jasik birle ötrü jakissa tolur 
kaju iki eklik kaju birke in 
ekendiz ucik birle sevgi jürür 
basa ölki boldi citanja isi 
bular tokti ersa jarutti chalik 
üci közki jolduz üci kiski bil 
üci keldi toprak agun boldi il 
jakika jaki itti kesti coki 
körüsmes jakilar köterdi ucun 
ete berdi tözdi jarasturdi töz. 



19 Drei sind Frühlings-, drei sind Sommersterne, 
Drei des Herbstes, drei des Winters Sterne, 

20 Drei sind Feuer, drei Wasser, drei Wind. 
Drei sind Erde, und die Welt wurde ruhig. 

21 Von diesen ist einer dem andern feindlich. 

Zum Feinde hat er den Feind geschickt, ihm seine Macht gebrochen. 

22 Es mengt sich nicht der Feind des Friedens halber. 
Es gesellt sich nicht der Feind des halber. 

23 Mein kunstvoller Gott so er es selbst gemacht, 
So schuf er, ordnete und richtete Alles her. 



— 78 - 



IX. 

Dass des Menschensohnes Ehre nur durch Wissen und Verständigkeit 

entstehe. 

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^0^9 fbüa _;t^ |ii^ ifCMß. 8 

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poa ^ fl^i- ^ ^ ^ — ;*B9 f^ 1^ 

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^IqÜcl v-juü. "— ^A5 />^^ 0^^ ^ooü- 

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wSlI 1^ ^O^ ^Q. A^ "— '^^ 

^-*^^ i^^ö ^ —t^ —t^ ^*^s 



1 Er schuf, er machte Feuer, Wind, Wasser und Erde, 

Ihm (dem Menschen) hat er Tugend, Wissen und Verstand gegeben. 

2 Ein Herz gab er und liess die Zunge bewegen, 
Bescheidenheit gah der Schöpfer und reine That. 

3 Wissen gab er und hat den Menschen heute erhöht, 

Und da er Verstand gegeben, so ist entfaltet vollends (?). 

4 Wem Gott Verstand und Wissen gegüben, 

Da hat zu vielem Guten seine Hand sich ausgestreckt. 

5 Das Wissen betrachte als hoch, den Verstand als gross. 
Mit diesen Zweien erhöht er den auserlesenen Sklaven. 

6 Als Zeuge dieses Wortes ist ein anderes Wort gekommen, 
Dieses Wortes bediene dich und brich die Eede ab. 

7 Der Verständige versteht, der Wissenschaftliche weiss. 
Der Wissende und Verstehende erreicht seinen Wunsch. 



79 



EX. 

Dass des Menschensohnes Ehre nur durch Wissen und Verständigkeit 

entstehe. 

Jalinkuk okli azizliki bilik okus bile ertükün ajor. 



1 Töretti etirdi kizi jel ögü kok 

2 köngül berdi hem jürütti tilin 

3 Bilik berdi jangluk batutu bu kün 

4 Bajat kimke berse okus ök bilik 

5 bilikni batuk bil okus sun uluk 

6 bu sözke tanuki mesel keldi söz 

7 ol^usluk okar ol biliklik bilir 

8 okus kajta bolsa okuk bolur 

9 bilik ma'nisi bil negü ol bilik 

10 biliksiz kisi barca iklik bolur 

11 jürü ej biliksiz ikingni üte 

12 o^us ol burunduk ani tutsa er 

13 okus bolsa erke- kör aski ögüs 

14 okus birle isle kamuk is ketuk 



angga berdi artam bilik ök okuk 
obut berdi chalik hem kiline silik 
okus berdi ötrü jasildi töktin 
ögüs etkülükke uzati ilik 
bu ikin batutür ötürmis kuluk 
bu söz iske tutkil sözün munda öz 
bilikli okukli tilekke tekir 
bilik ^ajta bolsa bitiklik bolur 
bilik bilsa ötrü erir erde ik 
ikin imlemese kisi terk ölür 
biliksiz ütinsen ej bilke kuta 
tilekke tekir ol tümen arzu jer 
bilik bilsa ötrü bolur er kösüs 
bilik birle bekle bu bilmis otuk. 



8 Wo es Verstand gibt, gibt's auch Verstehende, 
Wo es Wissen gibt, gibt's auch Wissende. 

9 Kenne des Wissens Sinn, was das Wissen sei, 

Des Wissens halber vergelit beim Menschen das Uebel. 

10 Die Unwissenden sind alle mit Uebel behaftet. 

Wenn der Mensch das Uebel nicht heilt, stirbt er sicher. 

11 Wohlan du Unwissender, heile dein Uebel, 
Den Unwissenden heile du, o weiser Freund. 

12 Der Verstand ist ein wenn der Mensch ihn hält, 

Erreicht er sein Verlangen, geniesst tausend Wünsche. 

13 Hat man Verstand, siehe! so hat man viel Nutzen, 
Des Wissens halber wird man erfolgreich. 

14 Mit Verstand thue jede Arbeit 

Mit Wissen schliese diese bekannte 



80 



X. 
Ueber den Werth der Zunge, ihren Nutzen und Schaden. 






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/*^ K> 6^ — 0M> A^ /^^ 6^6 —»laifi^ 



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p. ,u^ >-»^M6 ^-lo^ip^ (ü. ' tr t^ r >^ 6 

[^ y^ cMs ^-*^i3a ^-*^ ^-*^ 7 






1 Dem Verstände und der Wissenschaft ist ein Dollmetscher dies, 
Eine glänzende Sprache ist es, die die Welt erhellt, 

2 Den Mann ehrt die Zunge, mit ihr findet er Glück, 

Den Mann erniedrigt die Zunge, mit ihr verliert er sein Haupt. 

3 Ein Löwe ist die Zunge, der da liegt vor der Thür, 
Wenn du zu eilig bist, so isst sie dein Haupt. 

4 Höre, wie derjenige spricht, den die Zunge geplagt, 
Benütze dieses Wort und besänftige dein Gemüth. 

5 Mich hat die Zunge geplagt, sehr stark meine Zunge, 

Doch damit sie das Haupt nicht abschneide, schneide ich lieber die Zunge ab. 

6 Hüte dein Wort, dass dein Kopf nicht geh', 

Hüte deine Zunge, dass sie die Zähne dir nicht breche. 

7 Der Kluge hat' bewusst das Haupt der Zunge übergeben, 
In der Zunge bewahre daher dein Haupt. 

8 Wissend rede das Wort, denn nur das Wissen ist gepriesen, 
Das unwissende Wort frisst seinen eigenen Kopf. 



- 81 



X. 
lieber den Werth der Znnge, ihren Nutzen und Schaden. 

Til artamin munung aski jazin ajor. 



2 Okuska bilikke bu tilmegi bil 

2 kisin til aldrlar bulur kut kisi 

3 til arslan turur kör isikte jatur 

4 tilin emgemis er negü ter isit 

5 meni emgetir til eti ök tilim 

6 sözüngni kösetkil basing bermesun 

7 biliklik bilib berdi tilke basin 

8 bilib sözle sözni bilik kisenir 

9 ögüs sözde artuk asik körmedim 

10 ögüs sözleme söz birer sözle az 

11 kisi söz birle kopti boldi muluk 

12 ögüs sözlese iksitter bilik 

13 tilingni kösetkil kösetildi bas 

14 esenlik tUese sening bu özüng 

15 til aski talim bar jazi de ögüs 

16 ]j:ali mundak ersa bilib sözle söz 



jarutaci jerni jaruj^ tilni bil 
kisin til ueuzlar barür öz basi 
aja evlik ersan basingni jitür 
bu söz iske tutl^il köngülni alkit 
basim kesmesuni kesein tilim 
tilingni kösetkil tising sinmasun 
aja til ünde kütez kil basin 
biliksiz sözün öz basini jejor 
Jana sözlemis de tatij^ körmedim 
tümen söz tükünin bu bir sözün jaz 
ögüs söz basi feildi jerke k:uluk 
Jana sözlemese a^n ter tilin 
sözüngni kisurt kil uzatüdi jas 
tilingtin cikarma jaraksiz sözüng 
ara öktülür til ara ming söküs 
sözüng bolku jüzsüz kara ^uka köz 



9 In vielen Worten habe ich nie Nutzen gesehen, 
In erneuerter Kede habe ich nie Geschmack gefunden. 

10 Viel rede nicht, rede lange und sachte, 

Anstatt hunderttausend zu streuen, rede oft ein einziges. 

11 Mit dem Worte hat der Mensch sich erhoben, ist Fürst geworden. 
Viele Worte haben erniedrigt und zum Sklaven gemacht. 

12 Wer viel spricht, vermindert das Wissen, 

Wer wiederholt nicht spricht, sagt stumm seine Zunge (?), 

13 Hüte deine Zunge, und dein Kopf ist bewahrt, 
Verkürze das Wort, es verlängert das Leben. 

14 Willst du Heil, so führe dein Wort 

Nicht aus dem Munde als unschickliches Wort. 

15 Viel ist der Nutzen des Wortes, viel auch sein Schaden, 
Bald wird es gelobt, bald wird es geflucht. 

16 Wenn es demnach nun sei, so sprich bewusst das Wort, 
Dein Wort sei dem gesichtlosen Blinden ein Aug. 



11 



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17 Der Unwissende ist ein Fluch sicherlich, 
Wohlan, Unwissender, betheilige am Wissen dich. 

18 Der Geborene stirbt und wird spurlos, sieh! 

Sprich daher wohl das Wort, und unsterblich bist du. 

19 Der Mensch kommt zur Welt und stirbt, doch sein Wort bleibt, sieh! 
Nur durch sein Wort bleibt sein Name, sieh! 

20 Willst du Leben daher und Unsterblichkeit, 
Dein Wort, die gute That erlasse, oh Weiser! 

21 Bald hat die Zunge gelobt, bald hat sie getadelt, 
Kede war mein Wunsch, die ich dir ergehen liess. 



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XI. 
Das Lob und der Nutzen des Wohlthuns. 

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1 Wenn möglich, nimm zum Volke deinen Blick, 
Alles Gute thue mit Freude, mit Wort (?). 

2 Die Jugend vergeht, das Leben erlischt, 

Aus dieser traumgleichen Welt ziehst du bald hin. 

3 Das Leben verwende zu Nutzen und Güte, 
Dein Freund finde gute Nahrung und Kleidung. 



17 biliksiz karkü turur belkülük 

18 tokukli ölür kör bolur belküsüz 

19 kisi tokti öldi sözi kaldi kör 

20 tiriklik tilese ozüng ölmekü 

21 tilin öktüküm hem ara jaztukum 

22 kamuk sözni jaksa okus taplamas 

23 sözüm okluma sözledim men sangga 

24 sangga sözledim men sözüm ej okul 

25 kömüs kalsa altun meningdin sangga 

26 Kömüs iske tutsa tökel alkinir 



83 - 

jüri ej biliksiz bilik al ülük 
sözüng etkü sözle özüng ölküsüz 
sözi birle jalkuz ati kaldi kör 
ol etkü kilingi sözüng ^ot büki 
tilekim söz erdi sangga jürtüküm 
kerek sözni sözle kisi kizlemez 
okul mendin alkin mangai tengga 
sangga berdi bu pend özüm ej okul 
anga bütma kil sen bu sözke tinge 
sözüm iske tutkil kömüs kazkanir 



22 Der Vernünftige traut nicht jedem Worte, das gefällt, 
Das nöthige "Wort verheimlicht nicht der Mann, 

23 Das Wort habe ich zu dir, mein Sohn, gesprochen, 
Von mir nimm mein Sohn, mich höre an! 

24 Zu dir habe ich gesprochen das Wort, oh Sohn! 
Dir hab' diesen ßath ich ertheüt, oh Sohn! 

25 Wenn Gold und Silber von mir dir hinterbleibt, 
Dem glaube nicht, diess mein Wort hör' an. 

26 Wo man Silber anwendet, täuscht man sich oft. 
Wende mein Wort an, und es schaffet Silber dir. 



XI. 
Das Lob nnd der Nutzen des Wohlthuns. 

Etkülük kilmak öktisin asiklikin sözler. 



1 Kali bolsa alkin bütünke jüzün 

2 jikitlik kecer ol tiriklik ücer 

3 tiriklikni mun kil asik etkülük 

4 negü ter isitkil kisi etküsü 

5 agunda ne jangluk eren to^ti kör 

6 kerek bek kerek kul ni etkü asiz 



kamuk etkülük kil sevin^in sözün 
bu töstek agundin özüng terk köcer 
jaring bulku etkü jekü ketkülük 
jüribtin tokukli achir ölküsü 
bir naca tirilti Jana öldi kör 
özi öldi ersa ati kaldi kör 



Höre einmal, wie der Gute spricht, 

„Der vom Geborene muss endlich sterben." 

Welche Männer hat diese Welt schon erzeugt! 

Ein wenig lebten, dann starben sie, sieh! 

Ob Fürst oder Sklave, ob gut oder böse, 

Wenn er selbst gestorben, sein Name ist geblieben, sieh! 



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- 84 — 



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7 Ist diese mangelhafte Welt dir zugefallen, 
Alles Gute thue, ordne dich wohl. 

8 Das Lebendige muss schliesslich sterben 

Stirbt der Mensch, des guten Mannes Name ist lebendig. 

9 Zweierlei Namen sind in der Eede, 

Ein guter und ein schlechter Name bleibt in der Welt. 

10 Der Schlechte bekommt Schimpf, der Gute Lob, 
Siehe dich daher um, welchen du willst. 

11 Bist du selbst gut, wird dein Name gerühmt, 
Wenn aber schlecht, so ist Schimpf, oh Reiner! 

12 Der eine war gut, den hat man gerühmt. 

Der andere war schlecht, den hat man geschimpft. 

13 Wie beschimpft hatte Zohak, das Feuer gefunden, 
Wie selig hat Feridun das Glück gefunden! 

14 Ist der Böse dir lieb oder der Gute? 
Willst du Schimpf haben oder Lob? 

15 Welches du immer verlangst, Eines wähle. 
Ob gut oder böse 

16 So spricht (vergleicht das Wort) der erfahrene Mann, 
Der Erfahrene, er kennt der Welt und des Volkes Thun. 



85 - 



7 sangga tekti ersa kesikce agun 

8 tirik ölkü akir tösünkü jerük 

9 iki türlük at ol bu tilde jürir 

10 asizka söküs etkü öktü bolur 

11 özüng etkü bolsa ating öktülik 

12 bu bir etkü erdi ani öktiler 

13 söküslük nelük buldi Zahak otun 

14 asiz mu sanga jek asi etkü mu 

15 Icajusin tilese ötürkin birin 

16 mungga mingsetir söz sinamis kisi 

17 naca kördim ersa asizlar basi 

18 naca men sinadim asiz kolkuci 

19 asizliJk: ot ol ot köjürken bolur 

20 bilü berse bizdin öze barkuci 

21 bolar da kaju boldi ersa okus 

22 biliklik kirn ersa agun bekleri 

23 bu kirn etkü atinsa kisi 

24 büki bek kim ersa bilikke jakin 

25 bilik urmis iske bakib islemis 

26 ilin etmis ötrü bajumis kara 



kamuk etkülük kil sen etkü tüzün 
kisi ölse etkü er ati tirik 
bir etlnl bir asiz agunda kalir 
özüngke baka kör kajusin kolur 
kali bolsa asiz söküs ej silik 
biri asiz erdi ani söktiler 
nelük etkü buldi Feridun kutun 
söküs mu kolursen asi keskü mu 
asiz etkü bolsa urun ma jekin 
sinamis kisi bildi il kün isi 
uci kelmedi ej biliklik kisi 
kanda bardi künde özüldi kuci 
jolinda kecik jok sajilkan bolur 
kara tut ja beider agun tutkuci 
dar kilmis etkü agunda ögüs 
törü etkü urmis kisi jekleri 
olar boldi asni ol etkü basi 
biliklik kisi kilmis özike jakin 
bilik iske bütmis bütün baslamis 
lj:ara bailikin feilmis özke töre 



17 Wie viel ich immer des Bösen sah, 

Sein Erfolg kam nicht, oh du gelehrter Kann! 

18 Wie sehr ich den Bösewicht beobachtete, 
Wohin er immer ging, es brach seine Macht. 

19 Bosheit ist Feuer und brennet, 

Auf seinem Wege gibt's keine Rettung 

20 Es wisse diess der von uns hinweg Gehende, 
Ob Pöbel oder weltbeherrschender Fürst, 

21 Wer von diesen Verstand gehabt. 

Der hat viel Gutes in der Welt gethan. 

22 Der Weltenfürst, der gelehrt ist. 

Der hat gute Gesetze gebracht, dieser Allerbeste. 

23 Der Mann, den man den Guten nennt. 

Der ist immer voran der Guten Oberhaupt geworden. 

24 Der Fürst, der dem Wissen nahe ist. 

Hat nur wissenschaftliche Leute sich nahe gebrachtf 

25 Wissen hat er in's Werk gesetzt, und behutsam gearbeitet, 
Wissen der Arbeit gepaart, und so das Volk geleitet. 

26 Da er sein Reich bestellt, hat das Volk sich bereichert, 
Des Volkes Wohlergehen hat er sich zum Gesetz gemaeht. 



86 — 



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27 Sehr gut wurde er und berühmt seine Freigebigkeit, 

Der Freigebigkeit hat, dessen Namen wisse immer lebendig. 

28 Des Todes einbewusst, hat er Gutes gethan, 

In der Schrift hat er seinen Namen hinterlassen. 

29 Der ihn heute erwähnt (ruft), kennt ihn rein. 

Nach dem richtet er sich, von ihm kommt auch Gutes. 

30 So wie in der Welt vom Wissen Nutzen erspriesst. 

So kommt dem Unwissenden nur hässlicher Schimpf zu. 

31 Hör' einmal, wie der Gelehrte, 

Der Welterprobte und Bejahrte spricht: 

32 »Wenn dem 'Unwissenden am Ehrensitz der Platz zuföllt. 
Dieser Ehrensitz ist dadurch Untenan (unterer Sitz) geworden; 

33 Sollte aber dem Weisen der untere Platz zufallen, 

So ist dieses Untenan selbst vom Ehrensitz viel höher (?) geworden. 

34 Mit Wissen ist immer Ehre vereint, 
Ob unten oder obenan gestellt. 

35 Zweierlei sind die Adeligen, sieh! 

Einer ist Fürst, der andere ein schlichter, aber gelehrter Mann. 

36 Ausser diesen die Uebrigen halte für Pöbel, 
Ob du diesen oder jenen hältst. 



— 87 — 

27 eti etkü bolmis atinmis aki aki bolsa atin tirik tep oki 

28 ölükin bilib kilmis özke itik bitib kotmis atin bicikke bitib 

29 bu kün kirn okisa ol arik bilir anggar ongur andin etkü kelir 

30 negü bar agunda biliktin kösüs biliksiz tese erke körksüz söküs 

31 negü ter isitkil biliklik kisi agunda sinajib jetilmis jasi 

32 biliksizke törde olsa urun kör bu tör ilke sandi ilik boldi tör 

33 kali büke ke tekse ildin asun bu il boldi törde taki kez jirun 

34 bilikle turur bu akirlik kamuk öztinke kerek tör kerek il kapuk 

35 iki türlük bu ol kör bu asli kisi biri bek biri büke jangluj^ basi 

36 aningtin neri barca jilki sani tilese muni tut tielse ani 

37 sen emdi kajusin mangga a,j naca iki tin biri bol ücüng tin kaea 

38 kilic aldi biri bütün nun tüzer bilik birle biri jorik jol söker 

39 olardin tali keldi etkü törü kumari turur tekse koprar öri 

40 ölektin tirikke ^umari söz ol kumari söz tutsa aski jüz ol 

41 biliksiz karaku turur belkülük ej közsüz biliksiz bilik al ülük 

42 kisi körki söz ol söz aski talim jüri etkü sözlük kisi ök tilim 

43 mesel keldi türkce munggar mingzeti ani sözledim men men ü jangseti 

44 okus körki til ol bu til körki söz kisi körki jüz ol bu jüz körki köz 

45 til birle jangluk sözin söz lejor Sozi jaksi bolsa jüzi sevlinur 

46 körü berse emdi bu türk bekleri agun beklerinde bular jekleri 

37 Welchen willst du nun mir angeben? 

Von Zweien einen, doch den Dritten meide. 

38 Der Eine hat das Schwert genommen, regiert das Volk, 
Mit Wissen bricht der Andere seineu Weg. 

39 Von diesen ist stets ein gutes Gesetz gekommen, 
Ein Talisman, wem es zukommt, den hebt es empor. 

40 Vom Todten zum Lebendigen ist diess ein Angedenken, 
Ein Talisman, der ihn hält, hat hundert Nutzen. 

41 Der Unwissende ist blind sicherlich. 

Oh augenloser Unwissender, vom Wissen nimm Antheil! 

42 Des Mannes Schönheit ist das Wort, des Wortes Nutzen viel, 
Wohlan, du Mann des guten Wortes 

43 Es gibt einen türkischen Spruch diesem ähnlich, 
Diesen habe ich auch als Gleichniss hier angeführt. 

44 „Des Weisen Zierde ist die Rede, der Eede Zierde das Wort, 

Des Menschen Zierde ist das Antlitz, des Antlitzes Zierde das Aug',* 

45 Mit der Zunge spricht der Mensch sein Wort, 

Ist sein Wort schön, so erfreuet sein Antlitz sich. 

46 Wenn sie ihn nun sehen würden die türkischen Fürsten, 
Unter den Fürsten der Welt sind diese die besten. 



- 88 - 

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0*- f^ Oi?- —A^? — ir^ &^ C^ C^^ f*^ — Af-^ — /^ /l)^ 56 

47 Sein hohes Wissen und viele Tugenden 
Sieh! diese waren des Mannes Hilfe. 

48 Welch auserkohrener, welch hoher, welch Mann! 

Ein Weltgelungener ist er in die Welt gelangt. 

49 Bei den Turk-Fürsten ist sein Name bekannt, 

Als grosser, tapferer Mann ist sein Name bekannt, 

50 Die Perser nennen ihn Efrasiab, 

Vo diesem Efrasiab Heil und Segen verlangend. 

51 Ja, sehr viel Tugend und Wissen ist nöthig. 

Um die Welt zu regieren, wenn die Herrschaft einem zufällt. 



xn. 

lieber die Erklärung des Namens und Alters des Buches. 

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Q^ 30^ = p. —Qi. pö^aax ^ ^ ^Cüy j5>iilit, ^»J^^ Q^ilot, po c^S 4 

Qii. ^ ^ ^_^ QjOMr a^i?b 0^ 05 0*^ t^ (9^ ai<>ib 0^^? pO £^9 5 

p|^ ^i^ OQ ^ Q^ yclla pipjfoiitia ^ qV />^^ _;ii^ 6 

1 Das Wort habe ich gesprochen, die Schrift geschrieben, 
Durch beide Welten hindurch soll sie mich leiten. 

2 Des Buches Name habe ich Kudatku Bilik genannt, 
Das Glückliche soll dem Leser ein Führer sein. 

3 Wer beide Welten selig kennt. 

Der ist von diesem Worte ganz beglückt. 



— 89 



47 batuk bilki birle ögüs artami 

48 ne ötrüm ne kötrüm ne sin eren 

49 bu Türk bekleride ati belktilük 

50 Tagiklar ajor ani Efrasiab 

51 eti artuk artam kerek ök bilik 

52 Tagiklar bitikte bitimis muni 

53 eti jaksi aitmis asiklik körür 

54 ming artam kerek bu gihan tutkuka 

55 agungi ka artam kerek ming tümen 

56 kilic ursa jassa jaki botini 



olar boldi körkin kisi ötrümi 
agun de jetik er jeti bu gihan 
tongga alp er erdi ati belkülük 
bu Efrasiab tin itler tileb 
agun tutkuka jetse ötrü ilik 
bitikte jok ersa kim okkaj ani 
asiklik eren berk tu (?) künler jtlrir 
kör arslan kerek kez kulan tutkuka 
aning tutsa il kün ketürse tümen 
töri birle tutsa ili bütnini. 



52 Die Perser haben diess in der Schrift zurückgelassen, 
Wenn's in der Schrift nicht wäre, wer würde es verstehen? 

53 Sehr wohl sagte: »Der Nützliche sieht (?), 
Der nützliche Mann fest . . . währt lange fort. 

54 Tausend Vorzüge sind nöthig, um die Welt zu regieren. 
Denn ein Löwe ist nöthig, um die flinke Zebra zu erhaschen, 

55 Der Herrscher braucht hunderttausend Vorzüge, 
Dass ihn das Volk stütze 

56 Dass er mit Säbelhieben des Feindes Nacken löse, 
Und durch Gesetze das friedliche Volk erhalte. 



xn. 

Ueber die Erklärung des Namens und Alters des Buches. 

Kitab ati jorukin ajor jime abuc ka lik in söz 1er. 



1 Sözün sözletim men bititim bitik 

2 Kitab ati urdum Kudatku Bilik 

3 Kisi iki agun ni bilsa kutun 

4 Bu Kün-tokti Ilik tedim söz basi 

5 Bu Kün-tokti tegli törü ol küni 

6 Basa ajtim emdi kör Öktülmisin 



sürüb iki agun ni tutsun ilik 
kudat ku okik li^a tutku ilik 
kudat mis bolur bu sözüm din butun 
jorukin aja jin ej etkü kisi 
bu Aj tolti tegli kut ol kör ani 
okus ati ol bu batutur isin 



4 Den Fürsten Küntokti habe ich als Hauptperson genannt, 
Die Erklärung will ich nun sagen, oh guter Mann! 

5 Dieser Küntokti Genannte ist ein gerades Gesetz, 
Dieser Ajtoldi Genannte, den wisse als Glück. 

6 Einen andern habe ich Öktülmis genannt. 

Des Verstandes Name ist es, das das Werk erhöht. 



12 



— 90 — 



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^if t^o ^o"j- v^i^ oV ö^ 18 






v_iLi:i^ 50"> 01)^ />^^ !^^'^ = 20 



7 Ausser diesen ist noch der Otkurmis da, 

Den habe ich zuletzt genannt and selbst gedeutet. 

8 Diese vier Sachen betreffend, habe ich gesprochen, 
Beim Lesen wird's klar, schärfe dein Aug' 

9 Oh freudig wandelnder guter Jüngling! 

Verwerfe mein Wort nicht, besänftige dein Gemüth! 

10 Befestige im Sinne dir der Redlichkeit Weg, 
Vergeude die Jugend nicht, ihr Nutzen ist viel. 

11 Gebrauche nützlich die Jugend, denn sie flieht von dir schnell, 
Ja, sie flieht diese Jugend, wie sehr fest du sie auch hältst. 

12 Wenn bei dir der Jugend Kraft noch ist, 
Vergeude sie nicht imd diene! 

13 Ich sehne mich nach der Jugend, sie reuet mich. 

Meine Keue hat keinen Nutzen, ich breche daher das Wort ab. 

14 So wie die Jugend von mir gegangen, 

Und das Alter gekommen, so wird es auch dir kommen. 

15 In der Jugend häufig diene Gott, 

Im Alter ist es nicht möglich, wisse diess genau! 



— 91 — 



7 Aning din basa kör bu Otkurmis ol 

8 Bu tört neng- öze sözledim men sözün 

9 Sevingin jurikli ej etktt jikit 

10 Katiklan akil da künilik jolin 

11 Kösüs tut jikitlik kacar sendin terk 

12 Sening de bar ersa jikktlik kuci 

13 Közermen jikitlik ke ögünür özüm 

14 Jikitlik negü bardi erse mangga 

15 Jikitlik de japrak bajat tapku kil 

16 Kiming kirkde kecse jikitlik jili 

17 Tekürdi mangga ilki elik jasim 

18 Okir emdi altmis mangga kel teju 

19 Kiming jasi altmis töketse sakis 



muni akibet teb özüm jormis ol 
okisa acilkai itik kil közün 
sözümni jaba kilma köngülün isit. 
Jigitlik jaba etme aski kaiin 
kacar bu tiriklik naca tutsa berk 
jaba kilmakil sen tapuk kilk:uci 
ögüncüm asik jok keser men sözüm 
karilik kelib emdi kelkü sangga 
^arilik de bolmas muni tari bil 
esen kecti erke tiriklik jeli , 
kuku kildi koskun bositek basim 
bosuk cikmasa jolda bardim saju 
l^aiik bardi andin basi boldu kis 



20 Ej mungsuz Idim tuei mengi tirik öltimke töretting kamuk teprenik 

21 Tiler men seningdin duam bu sözün tirik tutkil naca jasim kil uzun 

22 Sening din kolub köc bu söz basladim tökel kilku ka köc sen ök ber Idim. 

16 Dessen Lebensalter die Vierzig überschritten, 

Dem Manne ist sicher des Lebens Wind abgeschnitten. 

17 Mein Alter hat das einundfünfzigste Jahr erreicht, 

Und Schwanen (weiss) hat es mein rabenschwarzes Haupt gemacht. 

18 Es ruft das Sechziger mir ,komm her" zu, 

Das3 kein Unglück entstehe, habe ich auf den Weg mich begeben. 

19 Dessen Alter die Zahl Sechzig vollendet hat. 

Stärke ist von dem gewichen, sein Kopf wurde Winter. 



20 Oh mein müheloser Herr, der immer ewig und lebendig, 
Zum Sterben hast du beschaffen Alles, was sich bewegt. 

21 Ich bitte von dir, mein Gebet ist dieses Wort, 

Halte mich lebendig, verlängere wie sehr immer mein Leben. 

22 Von dir Kraft erbittend, habe ich dieses Wort begonnen. 
Um es zu vollenden, gib auch Kraft, mein Herr! 



12 



92 — 



xm. 

Wie Ajtoldi in Küntokti's Dienste tritt. 



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1 Einen Mann Namens Ajtoldi gab es, sagten wir, 

Dieser Ruhmvolle hörte diess, und liess ihn schnell rufen. 

2 Ein junger Held war diess von gelassener Thät, 
Von Verstand, Wissen und festem Gemüth. 

3 Sein Gesicht war schön, der ihn sieht, den verblendet es. 
Sein Wort war sanft, seine Zunge von gerader Ader. 

4 Viel verschiedene Tugenden lernte er. 

Die Tugenden zur Hand nehmend, wandelte er. 

5 Sich selbst ansehend, sprach er: Heute 

Stehe ich mit meinen Tausend Tugenden dem Volke voran, 

6 Wozu gehe ich so leer hier herum? 

Zu Hik will ich gehen und Dienste verrichten. 

7 Sollten dem Ilik meine Verdienste sich anpassen. 
Vielleicht bemitleidet er meine Sorge und Mühe. 

8 Ein weiser und gelehrter Fürst war er. 

Er verlangt das Nutzlichmachen der Verdienste. 



— 93 



XIII. 
Wie Ajtoldi in Küntokti's Dienste tritt. 

Ajtoldi Küntokti tapukinka kelmisin ajor. 



1 Bir Ajtoldi atlik er erdi tetik 

2 Jikit erdi oklan kilingi emol 

3 Jüzi körklük erdi körüb köz kamar 

4 kamuk türlük ertem tökel örgenib 

5 özinge bakib ajdi men men bu ktin 

6 negüge jürür men bu jerde kuruJk 

7 Ilikke tüzülse bu ertemlerim 

8 okuslu]^ biliklik bek ermis emol 

9 okus kadri okusluk bilir 

10 sözün ajdi sair mungai mengzeti 

11 biliklik bilir ol bilikning ati 

12 bilik kadrini hem biliklik bilir 

13 bu Ajtoldi itti körettin tolum 

14 özinge kerekin kildi etik 

15 tünenib köngtil urdi barmak öze 

16 jene aidi mundin barur men turub 



isitti bu cavluk initti itik 
okusluk biliklik hem öklük köngül 
Sozi jumsak erdi tili tüz tamar 
jtirür erdi ertem elikke alib 
tümen ertemin bile ildin borun 
Ilikke barajin kilajin tapuk 
aginkii mening ^atku emkeklerim 
tiler ermis ertem itelikin ol 
bilik satsa ilke biliklik alir 
tili lafsi maani angai jengzeti 
biüksiz ne bilgej bilik hür meti 
köver (goher) kadri nakid salir kimeti 
ajor kündörejin tapukka jolum 
jüz urdi flikke bu bilge tetik 
sefer katkusi birle cikmak öze 
Ilik tapkinka bu özüm jüz urub 



9 Der Weisheit Werth kennt nur der Weise, 

Wenn Wissen man der Welt verkauft, kauft's der Wissenschaftliche nur. 

10 Diesem ähnlich hat der Dichter ein Wort gesagt. 
Wort und Sinn hat er diesem angepasst. 

11 Der Wissenschaftliche kennt des Wissens Werth, 

Der Unwissende, wie soll er des Wissens Achtung kennen? 

12 Des Wissens Werth kennt der Wissende, 
Des Edelstein'^ Werth kennt der Wechsler. 

13 Dieser Ajtoldi machte aus sich eine Waife, 

Und sagt: Auf den Weg des Dienstes will ich mich begeben. 

14 Das Nöthige machte er sich fertig, 

Und begab zu Ilik sich dieser weise Jüngling. 

15 Nachdenkend entschloss er sich zum Gehen, 
Um mit der Reise Besorgniss aufzubrechen. 

16 Wieder sagte er: Von hier gehe ich nun weg, 
Zu Ilik's Dienste will ich mich wenden. 



94 — 






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17 Sich erhebend, ging er von seinem Volke heraus, 
Zur glücklichen Keise begab er sich auf den Weg. 

18 Im fremden Lande muss man Was haben, 

Denn wenn die Hand eng würde, könnte sie mich beschämen. 

19 Sehr, sehr hart ist der Fremde Los, 

In der Fremde irrt sich selbst der beste Mann. 

20 Unaufhörlich ist Gold und Silber nöthig. 
Wenn du dir vornimmst, viel zu wirken. 

21 Höre, wie der, dessen Wissen ein Meer ist, spricht! 
Der erröthet, wenn er sein Wort verfehlt. 

22 Wer sich vornimmt, in Dienst zu treten. 

Dem sind zwei Dinge nöthig, kurz will ich's sagen. 

23 Ein Leben ist nöthig immer ohne Krankheit, 

Um eifrig zu dienen, und das Antlitz zu erleuchten. 

24 In dieser Weise zog der Ajtoldi einige Zeit umher. 
Der Fremde Kummer bleichte ihm das Antlitz. 

25 Er machte sich mit allen Leuten bekannt, 

Er vereinte, gesellte, befreundete sich 

26 Alle machte er zum Freunde, Gefährten und Nächsten, 
Grossen und Kleinen kam er nah. 



95 - 



17 turub cikti ildin bu japrakin ol 

18 kariblik jerinde kerek bolka neng 

19 eti ket katik bu kariblik basi 

20 kesiksiz kerek bolka altun kömüs 

21 negü ter isitkil ej bilgi tengiz 

22 kirn ersa tapukka kirein tese 

23 tiriklik kerek bir tuci jiksizün 

24 Bu Ajtoldi naca jüridi bu jeng 

25 bilisdi jime ök kisiler bile 

26 jime tutti es dost jakin kildi öz 

27 bu Ajtoldi kör özke etti isin 

28 atas tutti Ajtoldi etkü kisi 

29 angai acti Ajtoldi köngli sözi 

30 jerindin bu jerke nelük kelmisin 

31 Ilikke jakin chas hagib erdi bir 

32 közemis anga bardi bir kün turub 

33 ajti bu hagib ka sözün jetrürek 

34 hagib ajtti asni mangga kelsuni 

35 jene okturajin Ilikke bu söz 

36 közemis turub cikti ajdi jene 



okurluk seferke cikib aldi jol 
bu ilkim tarusa sarik kilka eng 
kariblikta janglir tah er basi 
özüm is letejin tese men ögüs 
sözün jangsatir körse kiskor mengiz 
iki neng kerek bil söz aitim kese 
tapunsa kijiksiz jarutsa jüzin 
kariblik saginci sarik kildi eng 
biristi jarusti jarunti köle 
ulukka kicikke jakin tutti jüz 
atas tutti anda bir atlik kisin 
közemis ati erdi etkti isi 
ne ermis tileki kirn ermis özi 
aji berdi barca özin bilmisin 
eti arsin Ilik birle sözke bir 
sözin söz ledi sözke ol tob urub 
tileki ne ermis taki jetrürek 
körejin ani ol meni körsüni 
j^aju kün körünkü kacan kelkü öz 
kelib ajdi Ajtoldi tokti küne 



27 Dieser Ajtoldi, sieh! hatte sich seine Sache gemacht, 

Denn zum Freunde hatte er sich dort einen Vornehmen gemacht 

28 Einen guten Mann hat er zum Freund sich gemacht, 

Sein Name war Közemis (der Bothe), sein Thun stets gut. 

29 Diesem öifnete Ajtoldi sein Wort und Herz. 
Was sein Wunsch, wer er selber seie, 

30 Wie er von seinem Orte hierher gekommen. 
Ja, Alles sagte er, was er nur gewusst. 

31 Dem Ilik stand ein vertrauter Vezir nahe. 
Sehr edel und mit Ilik gleichen Wortes. 

32 Diesen besuchte er eines Tages, 

Er erzählte und sprach das Wort vom Grunde auf. 

33 Er sprach zum Vezir mehr als genügend, 
Was sein Wunsch war, mehr als genügend. 

34 Der Vezir sprach: Zuerst soll er zu mir kommen, 
Dass ich ihn und er mich sehe. 

35 Dann will ich wieder dem Ilik das Wort zur Kunde geben, 
Wann er sich sehen lassen, wann er kommen soll. 

36 Es ging der Bothe nun wieder hinaus, 

Er kam und sprach: Ajtoldi! die Sonne ist aufgegangen, 



— 96 — 



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37 Auf! mache dich mit dem Vezir bekannt, 
Was dein Wunsch sei, verlange von ihm. 

38 Er soll dich sehen, kennen, dein Wort vernehmen, 
Was dein Verlangen sei, mache nun selbst bekannt. 

39 Ich habe ihm deine Worte wohl gesagt, 
Doch besser als ich sage du nun selbst. 

40 Sehr schön spricht der von gerader Zunge und Herzen, 
Wenn er genügend gerade Worte sieht (hört). 

41 Wie sehr vornehm der Mann, der dir nahe steht, 
Denke: ist er denn edler von dir selbst? 

42 Willst du Jemand edler, als du selbst bist, haben? 
Edler von dir selbst ist Niemand. Genug des Wortes! 

43 Sein Kleid legte Ajtoldi an und stand auf. 

Er brach mit dem Bothen auf und ging weiter. 

44 Des Dienstes Ort berührend, trat er schnell ein, 

Es sah ihn des Vezirs Mann, der eben herbeigekommen. 

45 Der Bothe trat ein, liess sich nieder, kam wieder heraus, 
Und nahm ihn, um den Vezir zu begrüssen 

46 Es sah ihn der Vezir, gab ihm den Ehrenplatz, 

Süss sprach er das Wort mit Zunge und Mund. Sieh! 



- 97 - 



37 jurejü ber bilis emdi hagib bile 

38 seni körkü bilkti isitku sözüng 

39 angar sözledim men sözüngni saca 

40 eti jaksi sözler tili köngli töz 

41 naca ket kisi bolsa özke jakin 

42 bakirsak tilese özüngge özüng 

43 toni ketti Ajtokli turdi öri 

44 tapukka tekib töctü kirdi jürib 

45 kösemis kirib töstü jantru cikib 

46 köri aldi hagib urun berdi tör 

47 ajor hagib: Ajtoldi könglüng nedük 

48 biUsing ne barmu atas ja katas 

49 jene ma ajdi tileking ne ol 

50 bu Ajtoldi ajdi: ej hagib Jkuti 

51 isittim jiraktin bu Ilik cavini 

52 özüm arzuladi aning tapkinka 

53 tilek bu Ihkke tapunsa öztlm 

54 körüb sevdi hagib bu Ajtoldini 

55 biri körki kilki kilingi özi 

56 anin sevdi köngh ani tapladi 



tileking negü ersa andin tile 
tileking ne ermis bilin ej özüng 
taki mendin jekrek sen ajkil naca 
köri berse jetrü küni ok bu söz 
öztingdin bakirsak bolur mu sa^in 
özüngdin bakirsak jok ol kes sözüng 
kösemis bile cikti bardi neri 
köri aldi hagib kisisi kelib 
alib kirdi hagib tapari or kib 
isik sözledi söz tilin akzi kör 
kelib kaida töstüng ja özüng nedük 
berikli ne barmu jekü ickü as 
negü is kilürsen kereking ne ol 
isittim bu Küntokti Ilik ati 
bilikin okusun silik savini 
tapinkaU keldim aning kapukunka 
jarak körse hagib ötünkü sözüm 
tilinke jürütti kamuk öktüni 
kamuk jaksi kördi tili öz sözi 
Ihk tapkuka bu jarakai teti 



47 Es spricht der Vezir: Ajtoldi, wie ist dein Gemüth? 
Wo hast du dich niedergelassen, wie befindest du dich? 

48 Hast du Bekannte, Freunde oder Genossen? 

Hast du Jemand, der Speise und Trank dir gibt? 

49 Wieder sprach er: Was ist dein Verlangen? 

Was für ein Geschäft hast du, was ist dir nöthig? 

50 Und Ajtoldi sprach: Oh glücklicher Vezir! 
Ich habe des Prinzen Küntokti Name gehört, 

51 Ich habe von der Ferne dieses Prinzen Ruf gehört. 
Sein Wissen, seinen Verstand, seinen reinen Ruf. 

52 Ich sehnte mich nach seinem Dienste, 

Zu dienen bin ich nun an seine Pforte gelangt. 

53 Mein Wunsch nun ist, diesem Prinzen zu dienen. 
Möge der Vezir mich würdig finden, und mir vergeben. 

54 Der Vezir sah und liebte den Ajtoldi, 

Und Hess auf der Zunge alles Lob hinabgeleiten. 

55 Seine Schönheit, Beschaffenheit und That, 
Alles lobte seine Zunge, sein Wort. 

56 Ihn liebte sein Herz und hing an ihm. 

Er sagte: Für Hik's Dienst soll dieser taugen. 



13 



98 — 



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57 Höre, wie der beliebt gewordene sagt: 
Beliebt sein das erste der Verdienste, 

58 Den der Fürst liebt, dessen Fehler sind Vorzüge, 
Den man nicht liebt, dessen Vorzüge sind Schmach. 

59 Diesem Worte ist mein Dichter Zeuge geworden. 
Wer Zeugen hat, dessen Verlangen ist erfüllt. 

60 Den das Herz liebt, an dem findet es Tugenden, 
Seiner ganzen Umgebung (?) Düfte erfüllt. 

61 Kath ertheilte der Vezir dem Ajtoldi, 

Er sprach: Eile nicht, sei meiner gewärtig, 

62 Ich will zuvor dem Ilik dein Wort hinterbringen. 
Was dein Verlangen ist, wer du selbst seiest. 

63 Er kenne dich, und dann soll er dich sehen, 

Damit er dich nicht geringschätze, sondern in Ehren halte. 

64 Ich will das Nöthige dir selbst bereiten. 

Alle deine Geschäfte will ieh gerne verrichten. 

65 Viele gute Worte sprach er mit ihm. 

Deine Arbeit will ich thuu sagend, beglückte er ihn sehr. 

66 So ist der gute Mensch, 

Ja der gute Mensch ist des Volkes Glaube. 



99 — 



57 negü ter isitkil seütmis kisi 

58 kimi sevse aibi bek artam bolur 

59 bu sözke muni keldi sairim tanuk 

60 köngül kimni sevse muni artam bolur 

61 ögüt berdi hagib Ajtoldika 

62 men asni Ilikke ajajin sözüng 

63 seni bilkü ötrü jüzüng körsüni 

64 sangga men kerekin japa turkamen 

65 ögüs etkü sözler bilin sözledi 

66 bu jangluk bolur ol kisi etküsi 

67 negü ter isitkil bütün baslar er 

68 kiming devleti bas kötürse örü 

69 kiming ilki bolsa bütünke uzun 

70 joruk bolsa kimning bütünke sözi 

71 tatik ol bu devlet eter hem bozar 

72 bu kutka inanma öze etkü kil 

73 bu kutka inanma ej kut bulkuci 

74 ej devlet idisi bu devlet bile 

75 sanga tekse beklik ulukluk nu^a 

76 jene ajdi hagib sen emdi jori 



sevtttse kisi muni artam basi 
kisi sevmese artam üktüm bolur 
tanuk bolsa erke tileki anuk 
^amuk jetrusi ning kokusi tolur 
ajor evme emdi mangga tur baka 
ne ermis tileking kirn ermis özüng 
ucuz tutmasun akir tutsuni 
kamuk isleringni seve ^Ika men 
ising ilke men teb katik korbati 
kisi etküsi ol bütün but kusi 
kamuk isün jetrü körtib isler er 
kamuk etkü kilku bütünke törü 
silik kilku kilkin kilingin sözün 
sügik tutku til söz makutku özi 
hem arzal turur terk erikse kacar 
bu kün munda ersa jarin anda bil 
kelikli turur kut jene barkuci 
turajin tese sen etkü tile 
kiciklik anuk tut özüng bulkuka 
sevingin tiriklik bating kut kori 



67 Höre, wie des Volkes Führer spricht, 
Der jedes Werk genug prüfend gethan, 

68 Dessen Glück in die Höhe steigt. 

Dessen gute Werke sind dem Volke ein Gesetz. 

69 Dessen Hand sich über das Volk erstreckt, 

Der soll von reiner Natur, That und Worte sein. 

70 Dessen Wort beim Volke gangbar ist, 

Der soll Mund und Wort versüssen, damit er gepriesen wird. 

71 Süss ist das Glück, es bauet und zerstört, 

Auch gemein ist's, wo es schnell gedeihet, flieht es auch bald. 

72 Glaube dem Glücke nicht, thue immer Gutes, 
Ist es heute hier, so wisse es morgen dort. 

73 Glaube dem Glücke nicht, oh Glücklicher, 
Kommend ist es, aber auch gehend das Glück. 

74 Oh Glückesmann, wenn du mit dem Glücke 
Verharren willst, so verlange Gutes. 

75 Sollte Herrschaft und Grösse dir zufallen, 

So halte Demuth bereit, um dich aufzufinden. 

76 Wieder sprach der Vezir: Du gehe nun 



Mit Freude hast du das Leben nud das Glück befestigt. 



13^ 



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— 100 — 



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77 Du eile nicht, Alles ist an die Zeit gebunden, 
Kommt die Zeit, wird die geschlossene Pforte geöifnet. 

78 Sehr wohl sprach des Gelehrten Wort, 

Des Gelehrten Wort merke dir gänzlich auf. 

79 Zu was man sich eilt, das wird lang und bleibt auf spät, 
Auf eilig gemachte Dinge folgt stets Eeue. 

80 Zu seiner Zeit muss man das Werk bewahren und nicht eilen, 
AUes geschieht in seiner Zeit, oh Fürst! 

81 Es hörte Ajtoldi alle Worte, 

Er sprach: Ich bin erprobt, nun will ich mich halten. 

82 Mich sah der Vezir, er hat mich angehört. 

Seinem Wohldüuken gemäss muss ich nun die Zeit abwarten. 

83 Zu welcher Zeit der Vezir mich verlangen sollte, 
Zu jener Zeit will ich kommen, sagte er gerade. 

84 Es erhob sich Ajtoldi und ging hinaus. 

Nach Hause kommend, entkleidete und legte er sich. 

85 Der Vezir sah den Ajtoldi, sein Naturel und Aussehen, 

Sein männergleiches sein menschenähnliches Aussehen, 

86 Er (der Vezir) sprach: Niemand ist gleich ihm 
Gelehrt und weise, hervorragend im Volke. 



101 — 



77 sen az ivme isler ütinke tutuk 

78 jime jaksi aimis biliklik Sozi 

79 kaju iske ivse uzar kec kalir 

80 ütünke kütezktt ising ivmekü 

81 isitti bu Ajtoldi barca sözün 

82 meni kördi hagib sözum tingleti 

83 kaju titte hagib tilese meni 

84 turub cikti Ajtoldi andin jene 

85 hagib kördi Ajtoldi kilki jengi 

86 ajor körmüsim jok bu janglik kisi 

87 bu mundak kisiler bolur iti kiz 

88 kaju neng kiz ersa osol neng kösüs 

89 bu mundak kisiler Ilikke kerek 

90 kamukka tüzülür kör ertemlik er 

91 üti boldi hagib Ilikke sözin 

92 aju berdi kilkin kilingin jenggin 

93 isitti Ilik ajdi keltir kani 

94 tiler erdi emdi bu janglik kisi 

95 tilek barca buldum bu ol bir sözüm 

96 jüri ber okikin ani sen mangga 



üti kelse acilur bu baklik kapuk 
biliklik sözi körse bekin tözi 
ive kilmis isler ögünclük bolur 
kamuk is ütünke bolur ej beki 
ajor men sinandim tutajin özün 
jaraki körü turku vakti üti 
ol ütte kelejin teti söz küni 
ivike kelib tösti jazdi tona 
erentek isi kisitek öngi 
bihklik okusluk bütünde basi 
bu kiz sizliki kildi kiz eti kiz 
kösüstin tileb bolmas hem ker ögüs 
Ihkke kerektek körelke kerek 
bu ertem bile er tilek arzu jer 
naca ajdi Ajtoldi kilki tüzin 
saju berdi bilikin okusun jenggin 
kajuda turur men körejin ani 
Ute bersa kilsa bu beklik isi 
bu janglik kisike munkatir özüm 
tapukta körtintflr ej arzik tongga 



87 Derartige Menschen sind sehr selten, 

Das macht sie sehr selten. (?) 

88 Was selten ist, das ist erwünscht, 

Vom Erwünschten lässt sich nicht verlangen. 

89 Derartige Leute sind dem Ilik von nöthen, 

Und so wie dem Ilik, sind sie auch der Keichsversammlung nöthig. 

90 Der verdienstvolle Mann passt sich Allem an, 
Mit Verdienst erreicht man seinen Wunsch. 

91 Als die Zeit kam, erzählte der Vezir dem Ilik 
Alles was Ajtoldi sprach, seine ganze Beschaffenheit. 

92 Er sprach von seiner Natur, Thun und Art, 

Er führte sein Wissen, seine Weisheit und Manier an. 

93 Ilik hörte und sprach: Bring ihn her, wo ist er denn. 
Wo hält er sich auf, ich will ihn sehen. 

94 Er wollte ehen einen derartigen Menschen haben, 
Der ihm folge und der Regierung Werk venichte. 

95 Ja, mit diesem Wort habe ich all mein Verlangen erreicht, 
Nach einem derartigen Menschen sehne ich mich. 

96 Wohlan, rufe ihn du mir her, 

Dass er im Dienste sich zeige, oh edler Grosse! 



— 102. — 

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97 Es erhob sich der Yezir uud ging zur Thür hinaus, 
Einen Jüngling liess er mit der Botschaft aufbrechen. 

98 Der Jüngling ging, hinterbrachte das Wort. • 
Er kleidete sich, stand freudig plötzlich auf. 

99 Er bestieg sein Pferd, und stieg vor der Pforte ab, 
Tritt schnell ein, als der Vezir rief, und setzte sich. 

100 Es ehrte ihn der Vezir, und gab ihm den Ehrensitz. 
Mit Anstand setzte sich nun Ajtoldi, sieh! 



XIV. 
Ajtoldi's Antwort an Ilik. 

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1 Ajtoldi sprach: Ilik soll es hören, 

Wenn die Zunge nicht spricht, bleibt das Wissen zurück. 

2 Wer mit der Zunge schweigt, der hat kein Lob, 
Das Wort hat Lob sowohl als Schimpf. 

3 Alle Geschöpfe, diese zahllos viele, 

Sie geben Zeugenschaft von einem einzigen Gott mit Worten ab. 

4 Er erschuf die Hunderttausende der Geschöpfe, 
Mit reiner Zunge lobpreisen sie Gott daher. 



- 103 - 



97 turub cikti hagib kapukka tekib 

98 bu oyan jükttrti tekürti bu söz 

99 atin mindi keldi kapukta tösüb 

100 akirlati hagib urun berdi tör 

101 hagib kirdi Hik tapa jüz urub 

102 Ilik ajdi onda manga kirsuni 

103 hagib cikti Ajtoldika ajdi tur 



bir oklan jükürti tilin söz etib 
tonin ketti turdi seving birle öz 
jürüb kirdi hagib okiiti tösüb 
edeb birle olturdi Ajtoldi kör 
Ilikke öttindi atakin turub 
tapukka körünsttn meni körsüni 
tapukka körünkin kapunk bati kor 



101 Der Vezir tritt ein, um den Hik aufzusuchen, 
Er flehte zu Ilik, auf den Füssen stehend. 

102 Ilik sprach: Eufe ihn, er soll eintreten, 

Er soll im Dienste erscheinen, und mich sehen. 

103 Der Vezir trat heraus, und sprach zu Ajtoldi: Auf, 
Erscheine im Dienste du, dein Dienst ist beglückt! 



XIV. 
Ajtoldi's Antwort an Ilik. 

Ajtoldi gevabi Ilikke. 



1 Bu Ajtoldi ajdi isitku Ilik 

2 tilin sükse bolmas talim ökküsü 

8 kamuk teprenikler bu sansiz kaiin 

4 töretti tümen ming chalaiklarin 

5 eti öklük kisike kereki bu ol 

6 köngül til töreti küni söz ucun 

7 küni sözlese söz kör aski ögüs 

8 küni sözler ersa tiling teprekü 



tilin sözlemese kalir bu bilik 
sözüng ökküsi bar jime sökküsi 
tanukluk berir bir bajatdin tilin 
tili birle tangri ökerler arik 
birisi tilin söz 1er birisi köngül 
Sozi ekri bolsa köjer örk ucun 
kaU sözlese ekri barca söküs 
sözüng ekri bolsa özüng kislekü 



5 Des sehr Verständigen Pflicht ist dieses. 

Der Eine spricht mit der Zunge, der Andere mit dem Herzen. 

6 Herz und Zunge erschuf er wegen gerader Worte, 
Der krumme Worte hat, der brennt aus Furcht. 

7 Das gerade Wort, sieh! hat viel Nutzen, 
Das krumme Wort ist lauter Schimpf. 

8 Sprichst du gerade, kannst die Zunge kühn bewegen, 
Ist dein Wort krumm, so musst du dich verbergen. 



- 104 — 



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^jo. s-iiüo Q»^ o^i^ji. j^>Aoitj 25 

^ ^ O^i^ib yyCf^ ^-^^ 0^^^ 26 



9 Wer nicht spricht, den nennt man stumm, 
Wer viel spricht, dessen Sinn ist sehr trüglich. 

10 Sie (die Zunge) ist des Mannes Verachtung, des Mannes Täuschung, 
Des Mannes Achtung, des Mannes Belohnung, 

11 Diese Worte hörend, erfreute sich Ilik, 

Sein Auge gen Himmel richtend, erhob er die Hand. 

12 Gott dankte und pries er viel. 

Sprach: Oh mein Gott! du bist gar sehr edel, 

13 Alles Gute ist von dir mir zugekommen. 

Dein werth (dienst) loser, sündiger Sklave bin ich. 

14 All mein Wunsch und Verlangen hast du mir gegeben. 
Weitenruh, Glück und so viel Gutes. 

15 Wie kann ich selbst diesen Dank abstatten? 

Du danke, danke dafür, denn mein Ich gehört dir. 

16 Er schwieg und öffnete seine Schatzkammer, 

Und theilte viel Vermögen und Spenden den Armen aus. 

17 Er ehrte den Ajtoldi gar sehr, 
Lobte ihn frei mit Hand und Zunge. 



— 105 — 



9 tilin söz lemes akin ter kisi 

10 kisi de ucuzi jangsaki kisi 

11 bu sözler isitti süjündi Ilik 

12 Bajatka sükür kildi ökti ögüs 

13 jkamuk etkülük tekti sendin mangga 

14 tilekimni berding kamuk arzular 

15 bu sükrün netek ötermen özüm 

16 sözün kesti acti aki kaznaki 

17 akirlati artuk bu Ajtoldini 

18 vezirlik angga berdi tamka ajak 

19 jkamuk ilke liildi ilrü özttn 

20 bu Ajtoldi sürdi kamuk is ketük 

21 böjüti bütün hem etildi ili 

22 kutuldi bütün .... imkekleri 

23 etildi üi hem tüzüldi törü 

24 jürüti bir naca bu janglik kutun 

25 tekim erdi jengi kent ölüs 

26 sevündi Ilik incke tekti özi 



ögüs sözlese ati jangsak basi 

kisi de akiri kisi ol aki 

közin kökke tikti köterdi ilik 

ajor aj Idim sen bakirsak ögüs 

tapuksuz kulung men jazuJk luk sangga 

erinc dünja devlet talim etküler 

muning sükri sen ]ß[ sangga öz özüm 

üledi ögüs neng cikai lar aki 

acik berdi tilin ilkin öktüni 

taki köprüki birle jeri Ijoja^ 

bojun ekti düsmen ketürdi özün 

kevüng kildi özke bu bilmis ütük 

Hikke duva erdi bütün tili 

^:uzi birle katlib jürüti büri 

Ilik devleti boldi künde öri 

böjüti ili totti bötti bütün 

ilik kaznasi toldi altun kömüs 

agunka jazildi kör etkü sözi. 



18 Das Vezirat gab er ihm mit Siegel und Becher, 
Auch sammt den Panzer. (?) 

19 Aller Welt setzte er ihn voran. 

Den Nacken bog der Feind und hob sich von dannen. 

20 Ajtoldi hing auch jeder Arbeit an 

Verschaffte sich Zutrauen, seine gekannte 

21 Es wuchs das Volk, er erbauete sich das Reich, 
Es segnete Ilik des Volkes Zunge. 

22 Das Volk war glücklich, es seine Plagen, 

Mit dem Lamme vereint wandelte der Wolf. 

23 Es blühte das Land, Gesetze wurden geschaffen. 
Und Ilik's Glück stieg von Tag zu Tag empor. 

24 So ging's eine Weile glücklich einher. 

Das Land vergrössei-te sich, das Volk war satt und wuchs heran. 

25 Neue Dörfer und Stämme nahmen zu, 

Ilik's Schatz füllte mit Gold und Silber sich. 

26 Ilik war froh, und gab sich der Kühe hin. 

In der AVeit verbreitete sich sein guter Name. 



14 



— 106 



XV. 
Wie lUk Öktttlmis den Sohn Ajtoldi's ruft. 



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1 Des Ajtoldi's erinnerte sich Ilik, 

Er rief seinen Sohn und gab ihm Stärke. 

2 Er sprach: Oh Sohn, nun trauere nicht mehr, 

Wenn der Kummer vergeht, folgt auf seine Nacht die Freude. 

3 Nicht nur dich allein hat dieser Kummer berührt, 
Auch mich hat lange Sorge und Kummer berührt. 

4 Lass den Muth nicht sinken, erbaue dich, 
Bleibe bei mir und bereite zum Dienste dich. 

5 Wenn dein Vater gestorben, so bin ich nun Vater dir, 
Vater will ich sein, sei ein Sohn du mir. 

6 Öktülmis küsste die Erde und sprach: 
nik soll lange leben und essen! 

7 Ich bin dein hausgeborener Sklave, dein Diener, 
Ich gebe für Ilik meine Seele hin. 

8 Des Vaters Brief zog nun der Sohn hervor, 
üeberreichte dem Ilik ihn ehrerbietungsvoll. 



— 107 — 



XV. 
Wie Ilik Öktnlmis den Sohn Ajtoldi's ruft. 

Ilik Ajtoldi okli öktttlmisin okimisin ajor. 

1 Bu Ajtoldi isin kecürti Ilik okib oklika berdi ötsüb erik 

2 ajor ej okul kilma artuk saking saking kecse akir tttninke seving 

3 sangga tekmeti bu saking jalkuzun mangga tekti katku sakinglar uzun 

4 köngül cökürme özüngni epit baka tur mangga öz tapuk ka epit 

5 Atang öldü ersa ata men sangga atalik kilajin okul bol mangga 

6 jer öpti kör Öktülmis ajdi Ilik uzun kec jasaku asaku Ilik 

7 men ektis kulung men tapukci sening joluk bolku ganim Ilikke mening 

8 cikarti atasi bitikin okul Ilikke ötündi kör akir emol 

9 Dik aldi acti okiti bitik sözün okti ajdi ej arzik tetik 

10 ajor ej bakirsak kiside borun ^apukum koturtung koritting urun 

11 tirikle tapinting öteting akin ölerde munkatting munkum em tenin 

12 aj^ingni ötejü metim men sening Bajat ok ötekü sening ak laring 

13 netek kirn sevinglik men sendin bu kün Bajat bersuni ming sevinging kutun 

14 sözin kesti Ilik közün jas saca turub cijkti andin sakingin koca 

15 evinke kelib kirti köngüli tisük kapuk batti kac ktln sakingin tökük 

16 bu Ajtoldining kildi okli joki cikai ka üledi kömüs hem aki 

9 Ilik nahm, öffuete und las den Brief, 

Er verstand das Wort und sprach: edler Theuerer! 

10 Oh Edelster unter allen Vorzüglichsten, 

Meine Pforte hast du verlassen, den Ort wüst gemacht. 

11 Im Leben warst du anhänglich, hast deine Pflicht erfüllt, 
Durch deinen Tod hast du mich ganz betrübt. 

12 Deine Verdienste konnte ich dir nicht vergelten. 
So möge nun Gott deine Verdienste dir vergelten. 

13 So erfreuet ich heute von dir bin. 

So möge Gott tausend Freuden mit Glück dir geben. 

14 Ilik schwieg, seine Augen streueten Thränen; 

Er erhob sich, ging hinaus mit Kummer erfüllt. 

15 In sein Haus trat er, das Herz durchbohrt. 

Er schloss die Thür, brachte einige Tage in Sorgen zu. 

Iß Ajtoldi's Sohn hat indess angerichtet, 

Vertheilte unter Arme Gold und Silber, 

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108 



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17 Er opferte seinem Vater viel Speisen und Getränke, 
Den Ai'men theilte er viel Gold und Silber aus. 

18 Er machte bald des Vaters Sorgen verschwinden, 
Und liess gute Leute sich nahe kommen. 

19 So höre, wie der Verständige sagt, 
Der viel erprobt, der viel versteht. 

20 Was der Vater dir gegeben, das halte sehr fest, 
Dass deine Tage glücklich und angenehm seien. 

21 Ehre und erfreue deinen Vater und deine Mutter, 

Dass dein Dienst dir an Vergeltung gebe tausendfachen Nutzen. 

22 Auch nik hatte sich gestärkt von nun weiter, 
Täglich stieg er höher und schuf gute Gesetze. 

23 Es wuchs das Volk, seine Lage war gut, 
Es segnete den Hik des Volkes Zunge. 

24 nik sass eines Tages ganz allein, 

Und hielt sich ob des Buches lange Zeit zurück. 

25 Das Wort war zu Ende, doch das Herz nicht erbauet, 

Einen Menschen zu sprechen wünschte er, und fand ihn nicht. 

26 Er dachte an Ajtoldi's Verdienste, 

Und sprach: Oh dass er lebe dieser Verdienstvolle! 



— 109 



17 jufe etti atasika as sub ögüs 

18 keeürdi jime ök ata katkusin 

19 negü ter isit emdi öklük kisi 

20 ata berdini sen katik tut katiJk 

21 atang ni anang ni sevündur tapin 

22 Hik te katiklandi andin nerü 

23 böjütü bütünde epildi hali 

24 Ilik bir kttn olturdi jalkuz özün 

25 töküldi Sozi köngli japlumati 

26 sakindi kör Ajtoldi artamlari 

27 tapuk körki erdi mangga etkü is 

28 kuruk kaldi özni erildi isim 

29 jene sakniladi kör öktülmisin 

30 ölerde ol Ajtoldi okiin mangga 

31 ata öldi ersa okul bar tirik 

32 kisi itti terkin kör Öktülmisin 

33 jürüb kirdi Öktülmis ötrü turub 

34 Hik kördi terkin okiti ani 

35 negütek kecer bu kacar üt küntlng 

36 netek kildi özlük atangdin katin 



cikai ka tlledi köb altun kömüs 
jakin kildi özke kisi etküsin 
basinda kecürmis bilik ej kisi 
kudutkai könüng berke künde tatik 
janut berke tapkung tümen ming asik 
küninke örü bardi etkü berdi törft 
Ilikke duva kildi bütni tili 
kemisti kitab ötrü vakti uzun 
tileti aitku kisi bulmati 
ajor ej tirika ol artam eri 
bütün aski erdi anggar tekse is 
erikler jetirkti kani bir kisim 
ajor men unutmis men etkü isin 
tutundi ani men unuttim tangga 
birisin jitürdum tütajin birin 
okiti özünke bekütti isin 
Ilikke köründi sevünglük bolub 
ajdi negü yidi özlük seni 
küni mu jürürsen ja ekrü jolung 
seving mu barir ja saking katkudin 



27 Eine Wohlthat war sein Dienst mir, 

Des Volkes Nutzen, wenn ein Werk ihm zufiel. 

28 Er ging, mein Thun ist dahin, 

Wo finde ich Jemand, der mir Hilfe bringt. 

29 Wieder bedauerte er den Öktülmis, 

Und sprach: Oh, ich habe ein gutes Werk vergessen. 

30 Als Ajtoldi starb, hat er seinen Sohn 

Mir übergeben, den habe ich nun vergessen. 

31 Wenn der Vater gestorben, so ist der Sohn doch lebendig, 
Den Einen habe ich verloren, den Andern will ich halten. 

32 Er sandte schnell Jemand um Öktülmis, 
Er rief ihn zu sich 

33 Öktülmis trat ein, und stellte sich ihm gegenüber, 
Er präsentirte sich dem Ilik und war erfreuet. 

34 Ilik sah ihn und rief ihn herbei. 

Sagte: Wie hat die Trennung dir angeschlagen? 

35 Wie vergeht diese flüchtige Zeit und der Tag? 
Wandelst du geraden oder krummen Weges? 

36 Wie hat die Trennung von deinem Vater dich gemacht? 
Zieht die Freude etwa aus Sorge und Kummer weg? 



— 110 



1^ Q^OOfe, loOHi- >— »a^ /^^2^ 0^^ v_»^i. yi^ — »iüc flc\3i^ «_*^ Z)'^^^ f**^i^ 38 

ffiif^ Q^icai^i. (^^ ^L. ;>iIco />ofi- Ob —^^ 0*- f^^ "-^t^ 41 

> 1 1^^^^ 0^^ V^t?b —• "^ °ö Ob P^- '— *^B9 0^^^ v- no i y^ ti*>b ' -'^^ 42 



37 Flehend sprach Öktülmis: Oh seliger Hik! 
Lange soll er leben, sein Name sich verbreiten. 

38 Fern bin ich von Ilik's Dienste gefallen, 

Die Trennung hat sich verstärkt und mich geschwächt. 

39 Verdeckt war Ilik's Antlitz, ich sah ihn nicht, 

Mit Sorge und Kummer lebend, habe ich nie gelacht. 



XVI. 

öktülmis erzählt, wie ein Diener sein soll. 

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QjQi. ^Qi^ 0^5 ^^i. p^ J^>x>^9 Oi?^ Q^iaaiiao '-»Ai^id^ — *^ f^^ fa 2 

fbja. <_V> p>>oü- iS^O A- pb >-i^ fioiaii f^iiüaj a:ii. ^53 v_ju^ 31h> 3 

_^ ^ip. 05 Qiiai^ Qo^S f^*i^ —^ Pb ;^ 0^ O^t ^-*^9 K^ 4 

p^ O^iqs o^aü —^ ^0 ^-»^ p^ \^C^&- 0^ 0^3 Pl>- ^ 

QU. (^) ^V. ^ip. fo &Si^ PV^ 0*°> 0^^)p" OV 0)p*> t^ p^ 6 

_^ pi^ ^oaafe 50^ Qi^ p^x _;i:L 51p. qe p.v Qi. ti^ Q^ac^ 7 



1 Durch den Diener hat der Fürst sich erhoben. 

Wer Wunsch gemäss dient, der beruhigt seineu Fürsten. 

2 So manch' Kopfweh, Last und Mühe hat sein Arm aufgehoben, 
Und hat dem Fürsten des Wunsches Pfad geöffnet. 

3 Sieh, wenn ein Fürst einen derartigen Diener gefunden. 
So ist von Gott üim was Grosses bescheert. 

4 Die Fürsten der Welt sind über uns gestellt, 
Viele Fürsten haben nach diesem sich gesehnt. 



■^ 111 — 



37 ötündi bu Öktiümis Ilik kuti 

38 jirak boldum Ilik tapukunda tas 

39 böte boldi Hik jüzi körmedim 

40 bu kün özleb Ilik meni indadi 

41 Ilik jarlikini isitti özüm 

42 nik tekme türlük ajtti bilik 



özi kec tirilku jaziiku ati 
eriklendi özlük mangga tökti kas 
saking katku bile jürüb kölmedim 
umuno lukta devlet mangga kürbati 
künüm etkü boldi jaruti közüm 
ötündi bu Öktülmis asti tilin. 



40 Heute nun hat Ilik mich zu sich gerufen, 

In der Hoffnung hat er Glück mir bescheert. 

41 Ilik's Wohlgefallen habe ich selbst vernommen, 
Mein Tag ist gut geworden, mein Auge erhellt. 

42 Verschiedenartiges Wissen berührend, sprach Ilik, 
Öktübnis flehete und fing zu reden an. 



XVI. 
Oktttlmis erzählt, wie ein Diener sein soll. 

Öktülmis tapukci negütek kerekin ajor. 



1 Tapukci bile bek kötürdi ekin 

2 bas akrik jük emkek kötürdi koli 

3 kaju bek bulur ersa mundak kulun 

4 agun bekleri oldu bizdin öze 

5 agun btittü tindi evingin kutun 

6 atin il kisisi isitti muni 

7 kecürdi jil aj kün bu arzu öze 



tilektek tapuk kilsa tintürür bekin 
bekimke aca berdi arzu joli 
Bajattin etekü anga ket uluk 
ögüs beki bardi bu arzu öze 
Hikke duva kildi bütni bütün 
jüzin körküke arzu aldi ani 
ilin etti etkü törüsün töze. 



5 Es wuchs die Welt im Behagen und Glück, 
Den Hik segnete das ganze Volk. 

6 Anderer Völker Leute haben diess gehört. 

Und sehnten nach der Schönheit seines Gesichtes sich. 

7 So verlebte er Jahre und Monde, 

Sein Keich war bestellt, sein Gesetz geordnet. 



— 112 - 



xvn. 

Öktttlmis erzählt dem Ilik, wie ein die Armee leitender Ober-General 

sein soll. 



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1 Öktülmis erwiederte und sprach: Ilik, 

lieber den Feind muss man immer Oberhand haben. 

2 Ununterbrochen braucht der Fürst den Feldherrn, 

Er hat nie Friede, wenn er den Feind unverfolgt lässt. 

3 Für dieses Geschäft ist ein starker, fester Mann nöthig, 
Der viel erprobt und ein überaus grosses Herz hat. 

4 Es ist ein gar grosses Ding, eine Armee zu führen, 
Um Truppen auszurüsten und den Feind zu brechen. 

5 Hierzu ist ein guter, gesunder, wachsamer Mann nöthig. 
Den kein unerwartetes Unglück trifft. 

6 Freigebig, tapfer, hoch und dennoch leutselig. 

Von reichlichem Brod und Salz und sanfter Natur. 

7 Besonders soll der Feldherr freigebig sein. 
Damit als Helfer sich viele um ihn sammeln. 

8 Was er hat, soll er der Mannschaft austheilen, 

Er soll viele Freunde, Gesellen und Genossen haben. 



— 113 — 



xvn. 

Öktttlmis erzählt dem Ilik, wie ein die Armee leitender Ober-Greneral 

sein soll. 

öktülmis Ilikke su baslar bek sipe salar negütek kerekin ajor. 



1 Janut berdi öktülmis ajdi Ilik 

2 kesik siz kerek bekke su bascisi 

3 bu iske eti kurc katik er kerek 

4 eti ök uluk is bosu baslamak 

5 bu iske tali er kerek sak otuk 

6 aki alb atiz bolsa alcak köngül 

7 aki bolku artuk su baslar kisi 

8 ülese aratka kamuk bar nekin 

9 özOnke bir at ton tolum tutsa tep 

10 okul kiz kisim tep elik irmese 

11 kilicin tüese kamuk arzusin 

12 jetürse icürse ketirse ketim 

13 annga terlir ötrü kör erzik eren 

14 jüreklik kerek artuk öklük kerek 

15 jürek siz kisiler cerik artatir 

16 jakida kereksiz jüreksiz kisi 



Jakika tuci bolku östek elik 
jarasmas jakitin kotürse izi 
basinde kecürmis ttlkel tong jürek 
cerik tüzmekü em jakini simak 
angga tekmese bir mufaga jotuk 
tuzi etmekide keng kilki emol 
terilse angga ötrü ötrtim kisi 
atas koldas artas tutunsa kaiin 
cauksa agunda atin bekse tep 
ja jer su bakim tep kömüs tinmese 
urub alsa berse baturtsa közin 
at ustam kul oklan böjürse talim 
sevtik gan joluklab terer baz' ain 
köküzlük kerek hem köngüUük kerek 
cerik artan er erik artatir 
jüreksiz kisiler tisiler esi 



9 Sich selbst soll er nur ein Kleid, Pferd und Waffe halten, 
Dass er berühmt werde, und seinen Namen befestige. 

10 An Dinge wie Sohn und Tochter soll er nicht denken. 

Um Aecker, Wasser, Gärten und Silber soll er sich nicht scheeren. 

11 Mit dem Schwerte soll er alle seine Wünsche erlangen. 

Schlagend soll er Alles nehmen und geben, um sein Aug' zu erhöhen. 

12 Er gebe zu essen, zu trinken und Kleider zu kleiden, 
Dass Reiter und Sklavenjungen (Infanterie) sehr gedeihe. 

13 Sieh, um einen Solchen werden die Edelsten sich sehaaren, 
Freudig die Seele aufopfernd 

14 Sehr beherzt und verständig muss er sein, 
Eine Brust und Herz muss er haben. 

15 Unbeherzte richten die Truppe zu Grunde, 

Der Truppen ruinirt, richtet auch Kräfte zu Grunde. 

16 Beim Feind ist der Unbeherzte nicht von Nöthen, 
Herzlose Männer sind der Weiber Gefährten. 

15 



— 114 - 

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17 Beim Feinde muss man beherzt und scharfsichtig sein, 
der Feind mit dem Pferde, muss man sich rühren. 

18 Vorherbestimmt ist der Tod sicherlich, 

Wenn die Zeit nicht kommt, stirbt nicht der Mensch. 

19 Höre, wie der rein Sehende sagt: 

Wer den Tod vergisst, der schlägt den Feind. 

20 Der Muttergeborene stirbt zeitlos nicht, 

Wozu sich fürchten daher beim Anblick des Feindes? 

21 Der Feind greift gleich der Flamme an, 

Ohne Schicksalsbestimmung ist doch noch kein Mann gestorben. 

22 Bescheiden soll er sein, denn der Bescheidene 
Wird dem Feinde gegenüber immer gewinnen. 

23 Zwei Dinge sind des Fürsten Begehr 

Eins ist Gerechtigkeit, das Andere Gesetze, des Landes GrundwurzeL 

24 Welcher Fürst gerechte Gesetze schaiFt, 

Der hat sein Keich bestellt und sich seine Tage erhellt. 

25 Diese Zwei sind der Herrschaft Begehr, 

Sind diese Zwei vollkommen, so übt man Herrschaft aus. 

26 Höre, wie der Kriegführer spricht: 

Mit Kedlichkeit wird der Feind besiegt. 



- 115 - 



17 jakida jüreklik serinki kerek 

18 itiklik turur ba ölüm belkülük 

19 negüter isitkin ariklar körer 

20 kisi ütsiz ölmes anatin tokub 

21 jaki jalintek erende urub 

22 obuti kerek er obuti ucun 

23 iki neng turur bekke baki biki 

24 kaju bek törü berse ilde küni 

25 bu beklik baki kör bu iki bolur 

26 negü ter isit kil jakiei körer 

27 aja ilci bekler ilin kolsa sak 

28 bu saklik tin artti bu beklir ili 

29 bu saklik tin sen jaki bqjni janc 

30 iki neng birle ilci beklik bozar 

31 biri küc biri si usalik kilür 

32 jaki bojni jancmak tiler ersa bek 

33 bu saklik bile sangti bekler jaki 

34 usal bolsa bekler isin bötrümez 

35 sak er tuci atanib usalik bozar 

36 sak ersa bek ilke tekmez elik 



jaki at kemisse terenki kerek 
üti kelmekinge er ölmes kölük 
ölümün onutsa jakisin orar 
nelük korkor özüng jakisin körüb 
egelsiz ölmis bolmas erke bolub 
jaki birle karsi kasitmak ucun 
biri saklik ol bir törü il köki 
ilin etti bütni jarutti küni 
bu iki tttkel bolsa beklik kilür 
bu saklik bile er jakisin örer 
bu saklik birle sen tüzi ilke bak 
usalik kirü bozdu beklik öli 
bütünke töri kil tiril kil kör enc 
kirür ekri jolka künidin azar 
bu iki bile bek halin artatur 
közi kulkaki sak kerek tutsa bek 
usalik birle boztu beklik baki 
usal bek bütün belkü beklik jemez 
usal bolmakin jakin kim basar 
kali tekse jatrur okus ök bilik 



27 Oh herrschender Fürst, dass das Land redlich seie, 
Musst du das ganze Volk gleich redlich behandeln, 

28 Durch Kedliclikeit hat der Fürsten Land zugenommen. 

Wo Bosheit eingetreten, hat es der Herrschaft Bau zerstört. 

29 Mit Kedlichkeit wirst du des Feindes Nacken beugen, 
Schaffe dem Volke Gesetze, und lebe im Frieden. 

30 Durch zwei Dinge zerstört der Herrscher sein Keich, 

Er kehrt vom rechten Wege ab und schlägt den krummen ein; 

31 Gewaltthätigkeit ist das eine, Bosheit das andere, 
Durch diese Zwei geht der Fürst zu Grunde. 

32 Will der Fürst des Feindes Nacken beugen, 
Muss er Auge und Ohr stets rüstig halten. 

33 Durch Küstigkeit hat der Fürst den Feind besiegt. 
Mit Trägheit hat er der Herrschaft Garten zerstört. 

34 Ist der Fürst träge, so schliesst er nicht sein Werk, 
Ein träger Fürst der geniesst die Herrschaft nie. 

35 Thätigkeit erbaut, Trägheit zerstört, 

Sei nicht träge, wer wird den Feind vernichten? 

36 Ist der Fürst rüstig, so berührt keine Hand sein ßeich. 

Und wenn sie es berührt, ' so erlegt sie der Verstand und das Wissen. 

15* 



116 - 



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37 Dem Gewaltsamen wird die Herrschaft nicht zu Theil, 

Des Gewaltsamen Kraft kann das Volk nicht unterdrücken. (?) 

38 Brennendes Feuer ist Gewalt, der ihr nahet, brennt sie, 
Gesetz ist gleich "Wasser, wo es hinkommt, gedeihet Segen. 

39 



40 Durch Gesetz gedeihet das Volk, die Welt ordnet sich, 
Durch Gewalt nimmt das Volk ab, Alles wird zerstört. 

41 Viele Höfe hat die Gewalt verstört, 

Schliesslich hat das Gesetz des Gewaltsamen TJebel gefunden (?). 

42 Wenn der Fürst Herzen aussöhnt und Gesetze schafft, 
Seine Herrschaft geht nicht unter, steht vielmehr lauge. 

43 Am schädlichsten von Allem ist, oh seliger Ilik, 
Wenn der Fürst den Kuf eines Lügners erhält; 

44 Sein Wort muss wahr, seine Kode ganz sein, 
Dass das Volk ihm glaube und glücklich lebe. 

45 Die unwahren Menschen sind treulos, 

Treulose Menschen bringen Unordnung in's Volk. 

46 Höre, was der treue Mann sagt: 

Treue ist beim Manne die Haupt-Männlichkeit. 



117 - 



37 bu kücki kisi kendi beklik jemes 

38 köjer ot turur küe jakusa köjer 

39 özün il tapin tep jara ej beki 

40 il artar törü birle etlir agun 

41 talim urdular bozti kücki kücin 

42 köngül tüzse bekler jtiritse törü 

43 kamukta jaraksiz ej Ilik kuti 

44 Sozi ein kerek bolsa kavli bütün 

45 bu jalkan kisiler vefasiz bolur 

46 negü ter isitkil vefalik kisi 

47 tili jalkan erning gefa kilki ol 

48 kisi jalkaninde tileme vefa 

49 jüreklik kerek bek jene alp etim 

50 SU baslar körerke jürek ket kerek 

51 jüreklik jüreksizke bolsa basi 

52 bu sözke tanuki mesel kör oki 

53 kör arslan bolu berse atka basi 

54 kali bolsa arslanka at bascisi 

55 akilik kerek bek kotki köngül 

56 angga jiklu terlir arat su bolur 



bu kücki kücini bütün batrumas 
törü sub turur aksa nimet onar 
törü tüz jüritku bütünün köki 
il öksür bu küc birle bozlur bütün 
törü buldi achir bu kücki acin 
bu beklik bozulmas turur kec örü 
bu bekler öze kopsa jalkan ati 
inansa angga chalk tirilsa kutun 
vefasiz kisi chalkka tengsiz kaUr 
vefa ol kisike kisilik basi 
gefa kimde bolsa osol jilki ol 
bu bir söz sinamis öküz jilki ol 
jürek birle boldu jakika jetim 
jüreksiz arat alsa andin jürek 
jüreklik bolur ötrü tekme isi 
okirde anuk tut köngül ol jaki 
bu at barca arslan bolur öz tuci 
ol arslan bolur barca at sakisi 
bu kotki köngül birle kilki emol 
arat su bile er tilekin bulur 



47 Der Lügen spricht, verschafft nur Leid, 
Der Leid verursacht, ist ein Unmensch. 

48 Von dem Lügner verlange keine Treue, 

Dieses Wort ist erprobt: Ein Ochs, ein Thier ist er. 

49 Beherzt muss der Fürst sein, und von tapferer That, 
Mit Herz kann man den Feind überwinden. 

50 Der Mann, der die Truppe führt, braucht ein festes Herz, 
Damit muthlose Mannschaft von ihm Muth bekomme. 

51 Wenn der MuthvoUe des Muthlosen Anführer wird, 
So wird des Letztern Werk stets muthvoll sein. 

52 Für dieses Wort ist ein Spruch als Zeugniss da. 
Lese und halte demnach dein Herz bereit. 

53 Sieh, wenn der Löwe Pferde anführt, 
Diese Pferde alle werden Löwen immer. 

54 Doch wenn den Löwen ein Pferd anführt. 

So wird der Löwe immer einem Pferde gleich. 

55 Freigebig sei der Fürst und von sanftem Gemüthe, 
Ein sanftes Gemüth hat sanfte That. 

56 Dem strömt, fliesst Mannschaft, Truppen zu, 

Durch Mannschaft und Truppen erreicht man den Wunsch. 



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57 Höre, wie spricht der Mann, der bekriegt und gibt, 
Kriegführend nimm oh Tapferer, und gib's wieder weg. 

58 Sei freigebig, schenke, gib zu essen und zu trinken. 
Wenn es weniger wird, so schaffe nehmend wieder an. 

59 Des reinen Mannes Vermögen nimmt nie ab. 
Des kämpfenden Falken Frass nimmt nie ab. 

60 Der Schwert und Axt führende braucht ein starkes Herz, 

Einem solchen Manne soll man vergängliches Gut nicht vorenthalten. 

61 Der herrschende weise Fürst, wie nimmt er Schätze, 
Wo es Mannschaft gibt, sind Schätze auch bald bereit. 

62 Um ein Land zu halten, braucht man Truppen und Mannschaft, 
Um Truppen zu halten, muss man Vermögen austheilen. 

63 Um Vermögen zu haben, braucht man ein reiches Volk, 
Des Volkes ßeichthum schaffen Gesetze nur. 

64 Wenn von diesen Eines fehlt, fehlen alle Vier, 
Wo alle Vier fehlen, geht die Herrschaft unter. 

65 Auch soll der Fürst diese fünf Dinge fern halten. 
Damit sein Name gut sei 

66 Eins ist Uebereilung, eins der Geiz (?) 

Das dritte ist der Zorn 



119 — 



57 negüter isitkil urub berli er 

58 aki bol bakisla icür hem jetir 

59 ariklik kör erke nengi öksümez 

60 kilic baltutukka kari küc jürek 

61 agungi büki bek nelük kenc urur 

62 bu il tutkuka kör arat su kerek 

63 bu neng alkuka bai kerek bai bütün 

64 bulardin biri kalsa törti kalir 

65 atinde bu bis neng jirak tutku bek 

66 birisi eveklik birisi saran 

67 bu tört tin javuz bekke arkuk kiling 

68 bu kac nengtin bekler jirak tutku öz 

69 bulardin ekinke bu arkuk kiling 

70 mungar mingseti sözni sair ajor 

71 aj^ir jük kisike kiling arkuki 

72 ögüs il tutain tese ej Ilik 

73 ong ilkin kilic tuisa özke silik 

74 tilin sözlese söz sekertek sücik 

75 But urtu kerek hem teküng jarals 

76 bor icmes kerek bek fesad kilmasa 



urub al ej alp er jene erke ber 
kali ökstise öz jene al jetir 
tokukli tukan kus mengi öksümez 
bu erke keter nenge kuramas kerek 
arat kaida bolsa anuk kenc alur 
arat tutkuka neng tekerkü kerek 
bütün bailikinka törü tur kutun 
bu törti jime kalsa beklik ölür 
ati etkü bolsa köceb bolku tek 
ücüngi bosilik saran aztaran 
bisingi jaraksiz bu jalkan iring 
ati artamasa jorik bolku söz 
bu arkuk kiling lik ne mungluk irinc 
bu sair sözi sözke tutsa sözke bajor 
kiling arkuki ersa bolun at oki 
üc is kilku ötrü etilse ising 
sol ilki bile neng ülese alib 
bojun berdi bekke uluk da kicik 
isin ortasin tut ej etkü kisi 
bu iki kiliktin kacar kut basa 



67 Von diesen Vier sind des Fürsten Thaten schlimm, 
Das fünfte Nutzlose ist die falsche Ruhe. 

68 Von diesen einigen Dingen müssen die Fürsten sjch fern halten, 
Damit ihr Name nicht verderbe, ihr Wort im Gange sei. 

69 Von diesen kommt (auf die Schulter) die böse That, 
Der böse Thaten übt, wie schwer ist seine Euh! 

70 Diesem anpassend, hat der Dichter ein "Wort gesagt, 
Wer dieses Dichters Wort anwendet, wird reich. 

71 Eine schwere Last ist dem Manne die böse That; 
Ist die That böse, so ist der Ruf zerstört. 

72 Willst du viel Völker halten, oh Ilik, 

Musst du drei Dinge thun, dass dein Werk gelinge. 

73 Mit der Rechten musst du ein scharfes Schwert halten, 
Mit der Linken Schätze nehmend austhcilen. 

74 Mit der Zunge musst du zuckersüsse Worte reden, 
Und Klein und Gross hat den Nacken dir gegeben. 

75 Festung, Lager und tüchtige Waffen sind nöthig. 
Fasse die Sache in der Mitte an, o guter Mann! 

76 Wein soll der Fürst nicht trinken, keine Revolte anstiften, 
Von diesen beiden Gewohnheiten flieht das Glück bald weg. 



- 120 



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77 Wenn am Süssen die Fürsten zu viel Wohlgefallen finden, 
Wird des Volkes Los auch bald bitter werden. 

78 Wenn der Fürst dem Spiele sich hingibt, 

Er zerstört sein Eeich, und wird selbst ein Bettler. 

79 Wer der Herrschaft Pflicht von sich wegstosst. 

Der wird sie nicht mehr halten können 

80 Oh Zecher, du Sklave deiner Kehle, trinke keinen Wein, 
Wer Wein trinkt, der hat der Armuth Weg geöifnet. 

81 Wenn der Pöbel zecht, wird sein Habe zu Wind, 

Wenn der Fürst zecht, wie soll der Zustand sich erhalten? 

82 Ein Feind ist der Wein, sage nicht Gold und Silber, 
Zank ist seine That, Kampf sein Naturell. 

83 Wer sich berauscht, wird toll und närrisch, 
Wie kann ein Toller in Ordnung kommen? 

84 Wenn der Fürst trinkt, und sich dem Spiele hingibt, 
Wann soll seine Hand und Sinn an's Werk sich legen? 

85 Wie viel die zu verrichtende Arbeit sei, beim Weiutrinken bleibt sie zurück. 
Wie viel die nicht zu thuende Arbeit sei, beim Weintrinken kommt sie. 

86 Das Laster schneidet Stamm und Wurzel ab. 
Das Laster verdirbt die gute That. 



121 — 



77 sügikke suginse agun bekleri 

78 ojunka epinse agun tutkuci 

79 özidin kecürse bu beklik isin 

80 bor icme aja borci bokzung kuli 

81 kara borci boldu neki boldu jel 

82 jaki ol bu bor time altun kömüs 

83 isürse kisi tilbe munduz bolur 

84 bor icse ojunka epinse beki 

85 naca kiljku isler bor icse kalir 

86 fesad ol kesikli töbüng jildising 

87 fesad kaida bolsa kacar kut teze 

88 arik ol bu kut kib ariklik tiler 

89 beki icJkuci bolsa mufsid ütün 

90 kara tengsizin barca bekler eter 

91 kali iklese üt ütci berir 

92 arik tutku bekler küni chalk kilik 

93 netek tutsa bekler bu öngti törü 

94 bu sözke tanuki muni bu söz ol 

95 bu bekler ne jolda jürise koli 

96 beki etkü bolsa jürise küni 



aeik boldu il kün bütün jekleri 
ilin bozdu boldu özi kolkuci 
ani tutsa bolmas atarisa tösin 
bor icse acildi cikailik joli 
beki borci bolsa kacan turkai hal 
kilingi tutus ol kilki urus 
bu tilbe kisi kör kacan töz bolur 
^acan tekkü ilkün isike ögi 
naca kilmaku is isürse kelir 
fesad ol bozuklu kör etkü isin 
fesad ol jürir tutci beklik boza 
sözük ol bu devlet sözükke ular 
kamuk ickuci boldu bütni bütün 
beki kilsa tengsiz ani kirn titer 
ütci ikinke üti kirn kilir 
bütün bek kolindin tüzer jol jorik 
bütün boldi andak ol öngti körü 
sözinke baka körse ma'ani tüz ol 
osel bekning juriki kulining joli 
taki artuk: etkü jurikli kuli 



87 Wo Laster ist, flieht das Glück, 

Das Laster geht umher, um die Herrschaft zu ruiniren. 

88 Sei rein, denn das Glück wünscht Eeinheit nur, 
Sei klar, denn den Klaren trifft das Glück. 

89 Ist der Fürst ein Zecher, ein Bösewicht 

So wird das ganze Volk zum Zecher. 

90 Des Volkes Unart richten die Fürsten, 

Doch wird der Fürst unartig, wer wird ihn abhalten? 

91 Wenn man krank wird, gibt Medizin der Doctor, 
Wenn der Doctor krank wird, wer gibt ihm Medizin? 

92 Eein und redlich sollen die Fürsten bleiben. 

Denn nach den Fürsten richtet das Volk seinen Lebenswandel. 

93 Wie die Fürsten Kegel und Gesetze halten, 

Nach derselben Kegel wird auch das Volk sich halten. 

94 Zum Beispiel jenes Wortes sei dieses hier, 
Lese es wohl, und verstehe es richtig: 

95 Auf welchem Wege diese Fürsten wandeln, 

Eines solchen Fürsten Weg ist auch seines Dieners Weg. 

96 Ist der Fürst gut, wandelt er gerade. 

So wird auch sehr wohl sein Sklave wandeln. 



16 



— 122 - 



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97 Stolz und Hochmuth sind unnöthig, 
Denn Stolz führt den Rechtschaffenen irre. 

98 Ist der Fürst nun von bekanntem Glücke, 
Muss er demüthig sein, um Erfolg zu haben. 

99 Wenn der Fürst zu gross und erhaben sich hält. 
Wird er ohne Ablass Verachtung begegnen, oh Sohn! 

100 Durch Stolz steigt Niemand in den Himmel hinauf, 
Höre dieses Wort du Höchster der Fürsten! 

101 Der Stolz verfinstert nutzlos das Gemüth, 
Der demüthige Mann wird hoch erhoben. 

102 Der Fürst muss nieder und demüthig sein, 

Ist er nicht derartig, so wende dich von ihm ab. 

103 Ergeben und nachsichtig soll der Fürst sein. 
Damit er dem Sündhaften die Sünden vergebe. 

104 Des Volkes Oberhaupt muss Grossmuth haben, 
Nebst Grossmuth muss er Mildthätigkeit haben. 

105 Der Heeresführer muss folgende Eigenschaften haben, 
Dass er dem Feinde gegenüber Verheerung anrichte. 

106 Zum Feinde muss man ein Löwenherz haben, 

Im Handgemenge muss man einen Arm haben. 



— 123 — 



97 küvez kör kereksiz ne köngli uluk 

98 uluk boldi bekler kutun belkülük 

99 uluksik batuk tutsa bekler köngül 

100 küvezlik bile kökke akmaz kisi 

101 küvezlik asiksik köngül tomlitur 

102 bek alcak kerek bolsa kotki köngül 

103 bek alcak kerek bolsa köngli acuk 

104 bütün bascisi bekke himmet kerek 

105 kerek su basinka bu bir kac kilik 

106 jakika kör arslan jttreki kerek 

107 tonguztek jitimlik büri tek küci 

108 sakizkanda sakrak kerek tutsa öz 

109 jeni alci bolsa kizil ttilki tek 

110 batük tutsa himmet kör arslan laju 

111 bu nengier bile er jakici bohr 

112 jakici jirakci kisi ol tuci 

113 tozi etmek keng asi keng kerek 

1 14 ulukluk tilese as icki bile 

115 kerek sou isinke bu bir kac kilik 

116 Sozi ein kerek bolsa kavli bütün 



küvezlik azi tur künilik jolun 
kicik tutku köngli kötürse ülük 
kesiksiz ucuzluk körer ej okul 
isitkil bu sözni ej bekler basi 
köngül kotki bolsa kisi joklitur 
muni tep jok ersa sen andin töngül 
jazukluk kisitin kecürse jazuk 
bu himmet bile hem muruvet kerek 
jakika jüz ursa bütürse jutik 
karisturda esri (ekri?) bileki kerek 
atik laju aksun kuturtek üci 
^ara kuskuni tek jirak tutka köz 
tapir bokrasi tek kör üc sürse kerek 
ökü tek usuz bolsa tünle saju 
jakici bolurda jirakci bolur 
jakisi küci hem itürken uci 
ati ton talumi anga keng kerek 
usun jas tilese bolur as bile 
etilse isi ötrü tösse jorife 
uluk bolsa jalkan inanmas bütün 



107 Gefrässig gleich dem Schweine, gewaltsam gleich dem Wolfe, 
Betrunken gleich dem Bären, einen Groll gleich dem Tollen. 

108 Beim Zielen soll er achtsam sich halten. 

Gleich dem schwarzen Kabeu soll er fernsichtig sein. 

109 Schlau soll er wie der rothe Fuchs sein, 

Gleich dem männlichen Elenthier (?) soll er in Wuth ausharren. 

110 Gleich dem Löwen soll er den Eifer hoch halten. 
Gleich der Eule schlaflos die ganze Nacht hindurch. 

111 Mit diesen Sachen wird der Mann ein Krieger, 
Wenn man Krieger wird, wird man auch Ablenker. 

112 Sei Krieger und Ablenker immerfort, 

Den Feind richtet Gewalt und Groll zu Grunde. 

113 Viel Salz und Brod, Speisen muss er reichlich haben, 
Pferde, Kleider und Waffen muss er reichlich haben. 

114 Wer Grösse will nur durch Speise und Trank, 
Ein langes Leben kann nur durch Speise sein. 

115 Zum Truppenwesen braucht man diese einige Eigenschaften, 
Dass das Werk geschehe und der Weg gut ausfalle. 

116 Wahr muss sein Wort, ganz seine Eede sein, 
Ist der Grosse falsch, so glaubt ihm Niemand. 



16* 



124 - 



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117 

118 
119 
120 
121 
122 
123 
124 
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132 
133 
134 
135 
136 



117 Zweitens Freigebigkeit ist nöthig, man muss geben, 

Dem Geizigen nähert sich Niemand, um etwas zu erlangen. 

118 Drittens beherzt und gewaltig muss man sein. 

Sieht der Herzlose den Feind, liegt er krank darnieder. 

119 Viertens muss er List und Schlauheit kennen. 
Der listige Mann lockt den Leuen zu sich. 

120 Standhaft muss man sein, wenn man eine Armee hält, 
Thätigkeit ist nöthig, wenn man die Truppe zusammenhalten will. 

121 Diese Verdienste muss ein Heeresführer haben, 

Dass er den Feind zermalme, und der Herrschaft Blick erweitere. 

122 Wenn ein derartiger General die Armee führt, 

Soll nik es wissen und über den Feind arbeiten. (?) 

123 Wenn dieser Feldherr zum Feinde sich wendet, 

Soll er wachsam sein, Tag und Nacht den Schlaf abwehren. 

124 Nicht viele Soldaten, sondern auserwählte sind nöthig. 
Hat man Auserwählte gefunden, so ist viel nöthig. 

125 Wo viele Truppen angreifen, da herrscht Unordnung, 
Wer eine ordnungslose Armee anführt, bleibt ohne Erfolg. 

126 Wer rührig ist, ist wachsam auch. 

Den Feind besiegt nur der Wachsame stets. 



— 125 — 



117 ikingi akilik kerek berse neng 

118 ücüngi jüreklik kerek kücki kör 

119 bu törtüngi kerek algi hile bilir 

120 daimlik kerek hem tutulsa cerik 

121 bu artam bile bolsa su bascisi 

122 bu janglik su basci su ni baslasa 

123 jüz ursa jakika bu su bascisi 

124 ögüs SU kereksiz er ötrüm kerek 

125 ögüs SU cerik ursa bassiz bolur 

126 bu saklik bolurda otukluk bolur 

127 otuk bek sözi kör büke jolcilik 

128 jay sanckuka tutku iki talum 

129 ing asni jakika kerek hile al 

130 ikingi saklik otukluk turur 

131 jaki su talim bolsa azrak sening 

132 jarasku jaraki bar ersa jaras 

133 kali baskuka bolmasa sen jeri 

134 tilin askak: il bol kütezkil özüng 

135 taki bolmas ersa jaki okrasa 

136 uzatma ising sen cerik bir tokus 



saranka ju initmas kisi alku neng 
jüreksiz jaki körse ikleb jatur 
bu hile bilir erke arslan ulir 
iteklik kerek ket kamitsa cerik 
jaki jancka jatka bu beklik közi 
Ilik bilke düsmen öze islese 
otuk turku tun kün kötürse usi 
er ötrüm bulilsa talim tum kerek 
bu bassiz su baslar er jeng siz bolur 
jakika kajusi sak ersa urur 
kör arslan minu^li kilic kamcilik 
bu iki talumdin jakin jer ölüm 
bu hile bile kil jaki mingzi al 
kajusi sa^ ersa ol jüz teng bolur 
toj^uska ivme jarak kör ing 
jok ersa jaraklan jel alcib köres 
jalauc itib sen bir ailas jüri 
tokuska itenme da keskil sözüng 
tokusmak tilese köngül barmasa 
üle neng erik ok tolius et tokus 



127 Des wachsamen Fürsten Wort ist ein weiser Begleiter, 

Sieh, der einen Löwen reitet, muss das Schwert statt Peitsche gebrauchen. 

128 Den Feind zu besiegen, muss man zwei Waffen haben. 
Von diesen zwei Waffen frisst den Feind der Tod. 

129 Für's allererste braucht man List zum Feinde, 
Durch List wird der Feind erröthen. 

130 Das zweite ist Emsigkeit und Wachsamkeit, 
Wer emsig ist, wird Hunderte aufwiegen. 

131 Hat der Feind viel Truppen, du aber wenig, 
Eile nicht im Kampfe, bereite dich zuerst vor. 

132 Gibt's zum Frieden Mittel, mache Frieden, 

Wenn aber nicht, bewaffne dich, und den Wind täuschend kämpfe. 

133 Solltest zum Ueberfall du keinen Kaum haben. 
Sende einen Gesandten, und gehe ein wenig. 

134 Beherrsche mit Wort deine Leute, und hüte dich. 
Schicke dich zum Kampf nicht an — und sei still. 

135 Wenn aber diess nicht möglich, und der Feind doch herannahe, 
Wenn er kämpfen will, und du keine Lust verspürst. 

136 Zögere du nicht und greife an (gib Sclilacht). 
Theile Geschenke aus, und kämpfe tüchtig. 



— 126 — 

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b^ i^ ^ pf ^— »icoic^ pb ^— *iof?V p^ pb *— *^ tr^ tr^ '• *'''" CJ"^ — p- 143 

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j^illipit. &^^ p^*^ CJ\9 0^ i^'^ö'b C^ h — A*^6^ f^ 154 

—/uj,^ pjoa eiiÄQb Qi^s^i. v-»!^ — Aü^ f^ f^ pv — At)MS t^ 155 



137 Wenn du mit dem Kampfe zögerst, wird der Feind klug, 
Wenn er viel sieht, gewahrt sein Aug' so manches. 

138 Höre, wie der Feindeschläger sagt, 

Der Mann, der viel erfahren, viel gesehen. 

139 In der Feme erblickt des Feindes Auge nicht. 
Wen er erblickt, so heftet er bald das Äug'. 

140 Dass der Feind gleich der Flamme dich nicht überrasche. 

Zögerst du, so bist du geheftet (von des Feindes Blick), dann hebe leichten Fuss. 

141 Vor der Armee wirf Einige dem Verderben hin, 

Die Schützen zu Fuss lass voraus, du ziehe voran einher. 

142 Die jungen Helden pflegen sehr scharf zu sein, 
Doch wenn sie einmal umkehren, ist die Zeit dahin. 

143 Strenge dich hinten und vorn an, 
Rechts und links stürze los. 

144 Wenn der Feind der Truppe sich nähert und handgemein wird, 

Wenn seine Mannschaft umfusst, muss in gleicher Reihe gefochten werden. 

145 Allzuerst muss aus der Feme dein Pfeil angreifen. 
Wenn er sich nähert oder zertrete ihn. 

146 Vermengt er sich, haue mit Axt oder Schwerte zu. 
Mit Zähnen und Nägeln fasse den Feind. 



127 



137 tokusun uzatsa jaki öklenir 

138 negü ter isitkil jaki sancmis er 

139 körüsmes jaki ning közi ket jirak 

140 jaki jalin tek neging almaku 

141 ceriktin bir naca bozukka jikür 

142 Jkicik kul jikitler bolur ket jiti 

143 inanir erik kilkil öngtin katin 

144 jakusa cerikke ilisse eri 

145 eng asni jiraktin tekisku okung 

146 katilsa kilic baltu birle tekis 

147 teren arka berme jakika bolub 

148 kelin kiz sevingi köten tonlari 

149 bu alp er sekirtüb cerik terkeni 

150 cerik körse alp er kör arslan bolur 

151 jaki körse alp er kisartir mengiz 

152 okus teng jarakli bolur kip kizil 

153 jaki at kemisse sangga okrasa 

154 jaki teprense sen ötü teprekil 

155 kali kacsa sendin jaki turmasa 

156 munkunsa jaki jüz ölümke urur 



ögüs körse az neng közi ökrenir 
basinde kecürmis közün körmis er 
körüsse bekinir körükli karak 
uzatsa bekitting jenk kil atak 
jatak okci tösrüb sen öngtin jükür 
kali jüz öbürse otittir üti 
solungtin öngüngtin bir naca atin 
tüzin ce tekisku sarussa eri 
jakusa sökün tekü joksa tepüng 
tisin tirnakin tek jaki tut alis 
jaki sanc jok ersa urus jat ölüb 
bu alp er kevingi cerik künleri 
alcin kus tutar tek kaiin karkani 
sekirtür ja öltürür ja urusi ölür 
karissa bozulur kizil hem jakiz 
kizil kizku jengier bolur jep jesil 
sirin arka berme sacilka basa 
ötü ber atakin jüri turmakil 
erik etkü tutku bolin bolmasa 
ölümke jüz arsa angga kim turur 



147 Zeige dem Feinde den Bücken nicht, sammle dich, 
Besiege ihn, oder falle sterbend. 

148 Des jungen Mädchens Freude sind Kattunkleider, 
Des Heldenmannes Behagen sind des Kampfes Tage. 

149 Der Held überrumpelt der Truppen Haufen, 

So wie der kleine Falke den grossen Raben fangt 

150 Wenn der Held die Armee sieht, wird er ein Löwe, 

Er überfällt, entweder er tödtet, oder er wh-d kämpfend selbst todt. 

151 Wenn der Held den Feind sieht, entflammt sein Antlitz, 

Wenn er einfällt, wird roth und braun (Blut und Erde) vermengt. 

152 Der Weise, gut Gerüstete wird glühend roth. 
So manch' glühend Eother wird grasgrün. 

153 Wenn der Feind, das Pferd anstürmend, dich angreift, 
Zeige nicht den Rücken, sonst zerstäubt er dich. 

154 Bewegt sich der Feind, bewege auch du dich, 
Lass die Füsse schreiten, auf! und stehe nicht. 

155 Sollte der Feind vor dir die Flucht ergreifen, 

Musst du dich zusammennehmen, dass keine Verwirrung entsteht. 

156 Strengt der Feind sich an, dem Tode sich zuwendend, 
Wer dem Tode zugewandt, wer steht dem gegenüber? 



— 128 — 

:y^ fM^ ^ — /^!33 t^ o°J?- fte :?^^^^ 0^ > —ABS e*/^ 158 

^jQ^ fii- p:»"- — /^ai. ^ ^ ^^allo, ^JD^ s_£Ut ^J^ _^ ^lljA ^ ^ 159 

CJ^9^ Hi 1|i^ D3 ^yuij^ v_^i. y^ ;yi^ ^_»IiL — ^ ;iQy v-JtU^ ^ -a^ 161 

157 Hier nun hüte dich wohl mein Sohn! 
Hüte dich, wenn aber nicht, kehre um. 

158 Ist der Mann träge, so stirbt er beim Gehen, 

Ist man nicht träge, so erreicht man den "Wunsch. 
169 Ist Jemand gefallen, trage ihn in Ehren fort, 

Wenn er Kinder hat, gib ihnen Belohnung. 
160 Sieht die Mannschaft diess, wird sie erfreuet. 

Gibt es einen Krieg, so zieht sie freudig dahin. 



xvm. 

Oktttlmii^ erzählt, wie man mit dem gemeinen Volke umgehen mnss. 

pio. ^|4jf^ i^ ^süot, fbi. ^gaot, p^ IS^i. — c^ ^ 0^59 A^ ft^ 2 

yi. 1^ qIi. ^ /i^ 31^ pj^ yx /^ifc^ —1^ ^ ^3 poiji^ 3 

— Ä- ö'^^^ 0*- /^^ hü^^ — ^ — ^ OD*^B> A^ '-^^^ t^ —Ö^ 4 

^ ;\all^ ^{1. fbi. piü. pt, ,AaIlQ3 ^ ^lalÜöt, piM> cjifc >-*^B9 "-"^ —1^ ^ 
PD^ /^ ftpAS ■:> ^ fiifc p^ pi)a. QlaM> ^1)3^9 ^oil^Mi — i-*^ 8 

1 Des gemeinen Volkes ganzes Naturell und Aeussere, 
Sein Wissen, sein Verstand, sein Thun und Aussehen; 

2 Gestaltlos ist es das gemeine Volk ganz. 

Und kennt in seinem Verkehr weder Sitten noch Gesetz. 

3 Jedoch ohne diese geschieht gar nichts, 

Kede gut zu ihnen, mache sie aber nicht zum Freund. 

4 Ungeregelt ist das gemeine Volk, sein Thun gemein (schwarz), 
Mache dich nicht gemein (schwarz), sei auf der Hut. 



129 - 



157 bu jerde özüngni kütez 1dl okul 

158 usal bolsa er kör jürür de öltlr 

159 Kali ölmis ersa akirlab kötür 

160 arat körse ötrü sevinglük bolur 



sakinkin jok ersa özüngtin töngül 
usal bolinasa er tilekin bulür 
o^ul kiz bar ersa anga ak jetir 
jaki okri bolsa sevük gan barir 
bos azad kisiler bu iske iver 



161 küler jüz isik söz üle neng davar 

162 bu janglik bolur ersa su baslar er isi barca etlib küvengke teker 

163 jaraklik vezir bolsa andak kerek su basi tilese bu mundak kerek 



161 Mit lachendem Gesicht, süssem Wort theil' Vermögen aus, 
Freigeborene Leute eilen diesem zu. 

162 Ist der Truppen-Befehlshaber ein solcher Mann, 
Geschieht all' sein Werk, er erzielt Freuden. 

163 Ein tüchtiger Vezir muss ein solcher sein. 

Willst du einen Feldherrn, der muss so wie dieser sein. 



ÖktUlmis erzählt, wie man mit 

öktülmis kara am 

1 Kara am bütün kilki barca öngi 

2 kilik siz bolur lar kara am bütün 

3 veleikin bularsiz jime bolmas is 

4 kara kilki tengsiz kilingi kara 

5 kara kilki bassiz kilingi kasi 

6 jime berk bilikler karin totkusi 

7 negü ter isitkil kara kilkini 

8 Ijara katkusi barca karni ucum 



xvni. 

dem gemeinen Volke umgehen mnss. 

birle adab kilkusin ajor 

biliki okusi kilingi jengi 
törü jok toku jok katilmis ütün 
tilin etkü sözle ani kilma es 
kara kilma özni kütezkü türe 
isi körki barca kilingi tösi 
bokuztin atin jok alar katkusi 
sinab sözlekuci kisi barkani 
bütün taksiri barca bokzi ucun 



5 Ohne Kichtung ist das Volk, sein Thun und Ansehen (Augenbraun), 
Sein Verstand, seine Zier, Alles ist sich gleich. 

6 Alle verstehen sie wohl den Wanst zu sättigen. 
Ausser der Gurgel haben sie keine Sorge. 

7 Höre, wie spricht der des Volkes Eigenschaften 
Prüfend aus Wort sich begeben hat. 

8 Des Volkes ganze Sorge ist nur des Bauches halber, 
Alle seine Fehler sind nur ob seiner Kehle. 

17 



— 130 - 

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,W- 0^ OSß^ r^ f^ A^ F<>^ .Ai^QO t^ pMS A^ Aüit /^ ^^=0^ 13 



9 Wenn der Gemeine sich sättigt, legt seine Zunge sich, 

Wenn er aber sich nicht sättigt, zieht er stark auf den Fürsten los. 

10 Viele Leute sind gestorben ob der Gurgel, 

Ja desshalb liegen sie unter der schwarzen Erde. 

11 Zum Volke jedoch geselle dich, oh Freund! 
Gib ihnen zu essen und zu trinken. 

12 Sprich sanft mit der Zunge, gib wenn Was bleibt (?), 
Der Geber gewinnt, geniesst den Nutzen. 



XIX. 
Wie man mit den Abkömmlingen des Profeten umgehen muss. 

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o^Bs v> f^ —^ ö^ f^ —BS :f^ op^(y^&i(p^)bö^^ 

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1 Der Menschen Besten, des Volkes Vornehme 

Sind die Abkömmlinge des Profeten, oh guter Freund! 

2 Von den Massen verschieden, von den Leuten abgesondert, 
Sind dies umgangsfähige Menschen, oh Freund! 

3 Sie stammen aus der Familie des Profeten, 
Heilvoll wird's, wenn du diese hoch ehrdt. 



^ 131 



9 kara karni totsa tili bas sirer 

10 talim chalklar öldü bu bokzi ucun 

11 olarka jime ök katil ej katas 

12 tilin sözle jumsak jengi kalsa ber 

13 ögüs sözlemes söz karin til kütez 

14 negü ter isitkil özün tutmis er 

15 sözün barca söz tep cikarma tilin 

16 okuslukni kördüm kör az sözledi 



basa totmasa bek öze berk stirer 
kara jer katinda jaturlar ucun 
berü tur olarka jekü ickü as 
berikli alir kör aning aski jer 
ögüs sözlemis söz subi boldi az 
tilin pek tutub ket tilek bulmis er 
oju sakni sözle kereki alin 
ögüs sözledim tep ökünti tilin 



13 Eede nicht viel, bewahre die Zunge, 
Viele Worte haben wenig Ehre. 

14 Höre, wie spricht der Mann, der sich enthalten, 

Der durch das Halten der Zunge seinen Wunsch erreicht hat. 

15 Jedes Wort iWorf heissend lass nicht von der Zunge ab, 
Nur behutsam rede, das Nöthige nimm. 

16 Der Vernünftige, wenn er gleich Wenig gesprochen, 

,Ich habe viel gesprochen", sagt er und bereuet es sehr. 



XIX. 
Wie man mit den Abkömmlingen des Profeten umgehen mnss. 

Aleviler birle katilmakin ajor 
1 Kisilerde engi kamuk chalkka bas erür sauci urki ej etkü katas 



2 arat da ökinrek kisisindin tas 

3 olarda biri sauci urki turur 

4 katik sub bularin köngülde baru 

5 bular asti riajet ol liabib saucika 

6 icin ertemkil ne kilki tüzün 



katilku kisiler bular ej atas 
bularin akir tutsa kutki bolur 
ekin etkülükke kiratur körü 
ol etkü kulakuz küni jolgika 
meger tilde tengsiz jüritse sözin 



Im Herzen musst du diese viel ehren. 

Zur besondern Güte , . . . 

Dem geliebten Profeten sind sie eigentlich angehörig. 
Jenem guten Wegweiser des gerechten Wanderers. 

Im Innern , . Kechtschaffener, 

Wenngleich die Zunge unschickliche Worte führt. 



17' 



— 132 - 

XX. 
Wie man mit den Ackersleuten umgehen soll. 

f^*b pb ^M)^ /y^ i-^^*b ^ ev^b f^ Pb C-'f 5 fO C^i^5M? W 3 

Q^ v-tiri^iin^3 ^5:i^ pu. — ,-^k^^ O^^ =5 v-juiu> a^ wJüi^i^ ^ »oo^ 5 

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QOuj_ Qt fia^a. ^ ^ yi. Qt fi^ax qÜ. ^ Qi^a^^ ^ ^*^c^ f^ 17 

Isip. v—iia^ H^t^- ffc ,-^5if Q^üliX pi^ v-iiai^:^ ^ ^^^ ^ j_lilM> ^ :yß$ 18 



1 Der Ackersmann, sieh wieder eine Gattung, 
Nöthige Leute sind dies alle. 

2 Zu diesen geselle dich, mit diesen verkehre. 

Vom Munde beraubst du dich, lebe ohne 

3 Allen Lebenden kommt von diesen Nutzen, 
Allen gelangt von Speise und Trank Genuss. 

4 Der Prinzgeborene, der einen Vezir sich hält, 
Sind auf diesen angewiesen, so lange sie leben. 

5 Auch dir sind diese Leute stets nöthig. 
Damit des Magens (Kehle) Sorge versehen sei. 

6 Mit diesen verkehre, oh Freund, 

Damit dein Magen rein, deine Kost erlaubt sei. 

7 Höre, wie sagt der makellose Chef, 

Der von jeder Sache sich genau gehütet hat. 

8 Willst du auf dem geraden und feinen Wege bleiben, 
Musst du den Magen reinigen, oh du von reiner Natur! 

9 Willst du bestimmt makellos sein, 

Gib der Kehle und dem Rücken nur gesetzlichen Antheil. 



- 133 



XX. 
Wie man mit den Ackersleuten umgehen soll. 

Tarikcilar birle katilmakin ajor. 



1 Tarikci turur kör taki bir koti 

2 bularning bile sen katil hem karil 

3 kamuk teprettirke bulardin asik 

4 törüdin tokukli hagib tutkuci 

5 sangga da kesik siz kerek bu kisi 

6 bularning birle katil ej katas 

7 negü ter isitkil saki jok basi 

8 küni jol tutajin tese inckelik 

9 saki jok bolajin tese belkülük 

10 cikai bolmajin bai bolajin tese 

11 akirlik bolajin tese sen özün 

12 fesaddin kaear öl bolinmis kutun 

13 eti jaksi ajmis kilingi silik 

14 fesad tekse turma jürime jakuk 

15 fesad birle devlet turumas kacar 

16 tarikci kisiler bolur ilki keng 

17 kamuk teprenikler tüzi jer ani 

18 bularka katilkil karilkil özüng 



kereklik kisiler turur bu büti 
bokuztin singersin sakin siz tiril 
tüzike tekir jem icimdin tatik 
mungar boldu munkluk tirik bolkuci 
etilse anin ötrü bokzung isi 
arik bolka bokzung helal bolka as 
kamuk türlük istin sakinmis kisi 
bokzung aritku ej kilki silik 
bokuz ka ekinke helal ber ülük 
zina kilma hergiz katiklan öze 
fesadka jakuma ej kilki tüzün 
fesad tumrur ol otimis otun 
bilik birle iske jitürmis ilik 
fesad kaida bolsa ucuzluk anuk 
kali tursa teng jok toku ce konuk 
Bajat bermisindin totar köngli keng 
jurikli asi ol ucukli mengi 
tilin jaksi sözle acuk tut jüzüng 



10 Trachtest du nie arm, und immer reich zu sein, 
Buhle nicht, und schärfe dir es wohl ein. 

11 Trachtest du darauf um geachtet zu sein, 

So nähere dem Bösen dich nicht, oh Kechtschaifener ! 

12 Der Selige, der fliehet vom Bösen, 

Die Bosheit beängstigt 

13 Sehr wohl hat Kedlichhandelnder gesprochen, 
Der mit Wissen an's Werk die Hand gelegt. 

14 Wenn Bosheit dich berührt, stehe nicht, komm' nicht nah, 
Wo die Sünde ist, dort ist auch Verachtung. 

15 Mit der Sünde weilt das Glück nicht, es flieht. 

Und wenn es bleibt, so ist es ungeregelt, und ein wechselbarer Gast. 

16 Die Ackersleute haben weite Hände (Freigiebigkeit), 

Was Gott gegeben, von dem sättigen sie sich wohlgemuth, 

17 Alles Lebende geniesst vom selben. 

Es ist die Kost der Gehenden, das Futter der Fliegenden. 

18 Zu diesen geselle dich, mit diesen verkehre, 

Sprich gut mit der Zunge, halte frei das Angesicht. 



— 134 



XXI. 
Wie man mit den Kaufleuten umgehen soll. 



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1 Gleich diesen ist wieder der Kaufmann da, 

Der Kaufmann ruhet nie, er ist stets ein Erwerber. 

2 Das Leben suchend durchstreifen sie die Welt 
Mit und Herz vollauf Gott anheimgegeben. 

3 Mit diesen verkehre beim Kommen und Gehen, 
Gestatte Handel und Wandel wie sie es verlangen. 

4 Bei diesen finden sich der Welten Wünsche vor, 
Die allerschönsten und vorzüglichsten Kleider. 

5 Vom Osten gen Westen ziehen sie umher, 
Den angestrebten Wunsch bringen sie dir. 

6 Tausendfache Spende der Welt, Wunderdinge, 
Sind bei diesen zu finden, oh Allerweiseste! 

7 Gäbe es keinen Kaufmann, der die Welt durchzieht, 

Wie könntest du dich kleiden in der Mitte des rauhen Winters? 

8 Wenn Chatai's Karavane dahinzieht, so ist es eine Karavane, 
Von wo tausendfache Spenden kommen sollen. 

9 Sollte der Kaufmann nicht umherziehen. 

Wer würde mit dem Auge die Perlenreihen sehen? 



— 135 — 



XXL 
Wie man mit den Kaufleiiten umgehen soll. 

Satikci lar bile katilkusin ajor. 



1 Munungtek basa bu satikci turur 

2 agun teskinur lar tirilkii tileb 

3 bularka katilkil kelis hem baris 

4 bolarda bolur bu agun arzusi 

5 tokartin batarka jürüb tiskinur 

6 tümendü akilar agun tangsuki 

7 satikci jok ersa agun kezkuci 

8 Kitai arkisi kezse arkis turur 

9 satikci jüri medi ersa kezib 

10 baka bersa mundak bu jangluk tilim 

11 bu jangluk bolur satikci kamuk 

12 katikla bularin jime etkü tut 

13 bular ol agunda atin iltkuci 

14 negü ter isitkil agun kezmis er 

15 agunka atingni jatajin tese 

16 cavikmak tilese özüng belkülük 

17 at etkü tilese özüng ej uri (üri) 

18 bu janglik ]k;atilkil satikci bile 



satikci birle tinmes asikci turur 
öki köngltt jetrü bajatka üleb 
negü kolsa berkil alis hem beris 
bütün körki ötrüm talu ketküsi 
tilemis tileking sangga kelttirür 
olar da bolur ej biliklik aki 
kacan ketkü erding kara kis ici 
kajun kelku erdi tümendü afei 
közün kim körer erdi ingü (?) tisib 
uzun bolka söz tep titildi tilim 
katilkil burlarka aeuk tut kapuk 
sening ating etkün jira^ barka but 
asiz etkü ersa caving jatkuci 
basinda kecürmis közün körmis er 
kömek etkü tutkil katikla öze 
satikcika etkü janut kil ülük 
ömek arkisin etkü tutkil jüri 
tiril etkü atin sevingin küle 



10 Sollte meine Zunge in dieser Weise fortfahren, 

Möchte die Eede zu lang werden, daher ich Einhalt that. 

11 Derartig sind sämmtliche Kaufleute, 
Verkehre mit diesen, halte oifen dein Thor. 

12 Merke wohl auf, behandle diese gut. 

Damit dein Name im Guten weit sich verbreite. 

13 Diese sind's, die in der Welt deinen Namen herumtragen, 
Die deinen Kuf ob gut oder schlecht verbreiten. 

14 Höre wie der Weltbewanderte spricht, 

Der so manches erprobt, so manches gesehen. 

15 Gedenkst du in der Welt deinen Namen zu verbreiten, 
Nimm gute Hilfe in Anspruch, merke dir's auf! 

16 Willst du sicherlich dich berühmt machen, 

Lass dem Kaufmanne gute Vergeltung zu Theil werden. 

17 Willst du einen guten Namen dir verschaifen, o Herr! 
Behandle das Karavanenvolk stets gut. 

18 Auf dieser Weise verkehre mit den Kaufleuteu, 
Lebe mit gutem Kufe, mit Freude 



— 136 - 

XXII. 

Wie man mit den Aerzten umgehen soll. 

:jq^ (F it)*- ^ ^ — r=b ^-*^ w cj^aofe Qu — iwi ^ ,0^15 |t ^i^ 2 

pii^ _y^ — ,A:i2o oCii^ fx>^ j-^ >-»^ — />ii- fiooj*:^ —^So *-*^^ 4 



1 Ausser diesen gibt's noch einige andere Gattungen, 
Siehst du, genau ist ihr Wissen von allen Wissen zuvor. 

2 Von diesen ist einer der Arzt, 

Allen Krankheiten ist ein Heilspender er. 

3 Sehr nothwendig ist dir dieser Mann, 
Seine Arznei ist des Lebens Bedingniss. 



xxin. 
Wie man mit den Wunderdoctoren nmgehen muss. 

Ö^ J^ -ö^ h> ^-*^ — *^ -— *^ t^ ^ Ö^ Ot>°V ^-^ 0^^ —HS Pb ^^^ 1 

pf^ Cjca^i. ^ 0^ />;Y^j- p*pf />V*=> .-^ü^- 01)^ 4 

1 Von diesen verschieden sind die Mährchensager, 

Für die vom Schlage (Wind) entstandenen Uebel sind sie die Heiler. 

2 Mit diesen allen musst du verkehren, 

Die vom Winde enstandene Krankheit muss man weglesen. 

3 Willst du, dass der Wunderdoctor dir nützen soll, 
So glaube ihm Alles, oh edler Mächtiger! 



- 137 - 

xxn. 

Wie man mit den Aerzten umgehen soll. 

Ütci ler bile katilmakin ajor 



1 Bular da basa kac koti bar atin 

2 olarda birisi ütci turur 

3 jime ök kerek ol sangga bu kisi 

4 tirik bolsa jalguk jime iklerin 

5 ik ol kör kisike ölüm kosnisi 

6 bularni etkü tutkil bakin 



baka körse bilki biliktin öngin 
kamuk ik toka ka bu emci turur 
bnlaring emi ol tiriklik basi 
ikin emci körse jime emlerin 
ölüm ol kisike tiriklik közi 
kereklik kisi kütez kil akin 



4 Lebt der Mensch, für alle Krankheiten 

Besorgt der Arzt so viele Arzneien. 
. 5 Beim Menschen ist Krankheit der Todes-Nachbar, 

Tod ist dem Menschen des Lebens Auge (?). 
6 Diese (Aerzte) behandle gut, gib acht, 

Nothwendige Leute sind dies, hüte ihren Werth. 



xxni. 

Wie man mit den Wunderdoctoren umgehen muss. 

Mukasimlar bile katilmakin ajor 



1 Bulardin basa keldi afsungilar 

2 bularka jime ol katilku kerek 

3 feami aski teksun tese sen sangga 

4 ütci onamas mukasim sözün 

5 ol ajmis ütün jese ikke jarar 



bu jil jiklik ikke bular emciler 
bu jel jiklik ikke okiku kerek 
jime etkü tutkil ej erzik tongga 
mukasim ütcike evrür juzin 
bu ajmis bitik tutsa jikler jirar 



4 Der Arzt ist mit des Wunderdoctor's Worte nicht zufrieden, 
Der Wunderdoctor wendet dem Arzte das Antlitz. 

5 Jener sagt: Medicin essen nützt der Krankheit, 

Dieser sagt: Eine Schrift (Talisman) halten entfernt die Krankheit. 



18 



— 138 - 

XXIV. 
Wie man mit den Crestütenaiifsehern umgrehen muss. 

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v_*njQO e=^ ^i^^a^ X^ i'*^ pb CJ^ «-Äcp*^ -^iii. — iii. ^j^Ii*- >5ot}^ 50*^ 3 

^j&DMi w»^ - «>^V ' ffc —Aß ^-*^t 0^ :^^^ /^ c^^^ t^ t^*^ t^*> t^ 6 



^^10^ ^ ^«^iAS r'^ i'C^S p> p|hs fc^ h ^^>^ H: /^ ov**^ P*^ 9 

Q^p^ v-sui^ v_2li^ _iJ^ p^5 ot^fltpiö s^ V^A^ oy^ 0^ 10 

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s_Ai^ ^300 ^o*b ^0 |ip- — h^ *--*^iAQ '-»^ :>=*^ r-c^ Of^ — i^j- f% 12 

ja^ 0^ ^^13^ ;j. Qt}oüi^ pv^ fß^ (}i. '. « in»^ ^ — aM ^0 ,f^ ^-»^ 13 

w»£jD ^-iüiiji. soj^^ >-»^ so*i- ^-»ßjr^iAS |<>W qV Jt)^^ 0^ 15 

1 Ausser diesen sind noch die Gestütaufseher, 
Alle Heerden beaufsichtigen diese. 

2 Ganz aufrichtig sind sie ein Geschlecht ohne Wissen. 
Niemanden fällt ihre Last zu Theil. 

3 Zu essen, zu trinken, Pferd zu reiten Hengste 

Stammt von diesen her, so auch 

4 Kimis, Milch, Wolle, Schmalz, saure Milch und Käse, 
Speise und Kleider, sowohl als grobe Wolle für Stricke. 

5 Nützliche Leute ist diese Klasse, 
Diese alle behandle gut, glaube I 

6 Menge und mische (dich unter ihnen), gib zu essen und zu trinken, 
Der Menschlichkeit gemäss bring das Leben zu. 

7 Gesetze und Wissen verlange von diesen nicht, 
Schief sind ihre Manieren (Weg), oh Keiner! 

8 Gesellst du dich zu diesen, schliesse die Augen, 
Denn ohne Gesetz und Anstand sind sie stets. 



139 — 



XXIV. 



Wie man mit den trestütenanfsehern umgehen muss. 

Iktiscilar bile katilmakin ajor. 



1 Munungdin basa ol bu iktiscilar 

2 bütün ein bolurlar koti jok büki 

3 jekü ickü mingü at atkir sülük 

4 kimis süt ja jung jak ja jokurt Ikurut 

5 asiklik kisiler bolur bu koti 

6 katilkil karilkil jetür hem icür 

7 bularda tileme törü ja bilik 

8 bularka katilsa közüngni tutun 

9 tilin jaksi sözle isim sanmakil 

10 eti jaksi ajmis törü berkuci 

11 biliksiz ni artuk jakin tutmaku 

12 taki munda jaksi ajor kör bilik 

13 biliksizke jetme özüngnü tutun 

14 bu janglik bolurlar bu iktiscilar 

15 aju berdim emdi sangga belkülük 



kamuk jilkilarka bu bascilar 
kisilerke tekniez bularning jüki 
bulardin cikar hem jüttirkü kölük 
jetim ja ketim hem aras öpeke tut 
bularin jime etkü tutkil büti 
kisilik özele tiriklik kecür 
joriklari kecrü bolur ej silik 
törüsüz tokusuz bolurlar ütün 
basinka bolurlar biliksiz cigil 
bütün bile kathb sineb bilkuci 
jakin tutsa seksiz kilur maku 
biUk birle iske tekürkti ilik 
özün tutkuci er tirildi kutun 
katilmak tilese sözüm jolcilar 
negü tek tirilku alinkil ülük. 



9 Kede schön zu ihnen . . . 

Auf deinem Haupte sind die Unwissenden (?) 

10 Sehr schön hat gesprochen der Gesetzgeber, 
Der im Verkehre vieles erprobt und erfahren. 

11 Den Unwissenden sollst du nie zu nahe halten. 

Halst du ihn nahe, so macht er ohne Zweifel 

12 Auch hier sieh, spricht der Weise wohl, 

Mit Wissen muss man an's Werk die Hand legen. 

13 Zum Unwissenden komme nicht, halte dich zurück. 
Der sich Zurückhaltende hat glücklich gelebt. 

14 So pflegen die Gestütinhaber zu sein, 

Willst -du zu ihnen dich gesellen, begleite dich mein Wort. 

15 Ich habe dir alles genau gesagt 

Wie man leben soll, nimm ein Beispiel (Antheil) dir. 



18« 



— 140 — 

XXV. 
Wie man mit den Leibeigenen umgehen soll. 

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«-^ O0*ih f^ po^ — ^i^> A^V= ^-^ 0^ Pi^ v-juij^ia^t, qg ^ jfl^ 13 



Noch eine Gattung sind die Leibeigenen, 

Das Leben suchend strecken die Hand sie aus. 

Sämmtliche sind dir nöthige Leute, 

Halte sie in der Nähe, damit sich ordne 

Schmied, Goldarbeiter, Schuster und Wasserträger, 

Sattler Pfeile- und Bogenmacher. 

Viele giebt's derartige, sollte ich's sagen, wird die Rede zu lang, 

Du verstehe es allein, denn mein Wort wird zu lang. 

Das Thun der Welt stammt von diesen. 

So manche richtige Arbeit verrichten sie. 

Mit diesen verkehre du stets. 

Mache dich beliebt, und lebe in Frieden. 

Arbeitet er, lass ihm gleich den Lohn zukommen, 

Gib zu essen und zu trinken, gib reichliche Speise. 



141 — 



XXV. 
Wie man mit den Leibeig-enen umgehen soll. 

Basa ekileri özler bile t:atilmakin ajor. 



1 Taki bir kotisi bu özler tunir 

2 kereklik kisiler jime bu sangga 

3 temurci tokaci ötükci suci 

4 talim bar bu janglik tesem söz uzar 

5 bu dunja etingi bulardin turur 

6 bularning bile da katil kil karil 

7 ising kilsa terkin terin tekri ber 

8 ejinglemes ünler seni chalk ara 

9 jime jaksi aimis biliklik sözük 

10 tiriklik tileme at etkü tue 

11 özüng ölkü acliir bu ating kalir 

12 kiming ati asiz bolsa artasa 

13 mun ol bu tiriklik alin etkü at 



tirilkü tileb ilkin uzluk kilur 
jakin tut bularin tuzulkai tonga 
jekirci batizci ja okci jaici 
özüng ke oka ber özüm söz uzar 
ne türlük teng isler bulartin kilur 
sevintir olarin sevingin tiril 
jetürkil icürkil asing kengri ber 
ating artamas sun muni chalk köre 
bütünke baljirsak könglü sözük 
at etkü kerek bu tiriklik bile 
ating etkü bolsa tiriklik tetir 
angar jekreki ol tiriklik türmese 
asiz kilma etkün kilin mengi at 



8 Damit man dich nicht unter dem Volke tadele, 
Damit beim Volke dein Name nicht beeinträchtigt sei. 

9 Sehr wohl hat der Wissende gesprochen, 

Er, dessen Herz in Allem edel und rein ist. 

10 Willst du das Leben, suche einen guten Namen, 
Ein guter Name ist nothwendig zum Leben. 

11 Zuletzt musst du sterben, doch dein Name bleibt. 

Hast du einen guten Namen, so ist er des Lebens werth. 

12 Dessen Name schlecht und schädlich ist. 

Dem ist besser, dass er das Leben gar nicht dulden soll. 

13 Ein Kapital ist das Leben, mache einen guten Namen dir. 

Thue nichts Schlechtes, durch Gutes mache deinen Namen unsterblich. 



— 142 — 

XXVI. 
Wie man mit den Armen nm^ehen soll. 

> C^ninj} ^gii^ (}^'5 v_^i^^3 q^IiX v- < ^ n !t. ^ — )(>ij^ jii/ .^Ai^i^, '.. « !'' — ^0- 3 

Of^ Y^ Ö^ —:> f^ —Affe ^'^W 0|i^ BKfi^ ^*ai^ ^ h^ tf- ^ 4 



1 Ausser diesen sind die Armen noch da, 
Thue manches Gute, tränke und speise sie. 

2 Diese segnen dich, oh Freund! 

Der Segen ist ein sehr gutes Ding, oh Freund! 

3 Vertheile Hab und Gut, fordere keine Vergeltung, 
Vergeltung soll Gott dir geben gute 



xxvn. 

Wie man eine Frau sich nehmen soll. 

fb^ii. j^ —^ ftoi. ^ fu*^ ^Afi^^Q. fhaot, j[^ flü^a jai^ ^go^ q^ 2 

wJLQ^iiaao b\iii. -j- b^i. i^ v-jiiiui^ t^C^ u^i^ >_jüü. ^l. ^ ^ »_su. — ^ 3 

^Oü*iO fbj^ A^»f -~J^ fi- A^ fü^i*^ O^'i'AS p^ pb f*^ 0*0 ^-2^ O^V 4 

^ _ft^ ^-a-a^s — jt>"i^ ^0 ^:^ ^A2iii3 fii^ —/ifi- o|ip^ t*- (^ pb ^-*^°- 5 

Q^ ^ v_jii\k^3 ^«^ 0)pO ^i PV 0|lpO f^> — PV tr^^)p- ö^ 5<>*^ 6 

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1 AVenn du eine Frau dir nehmen willst, 
Suche die Gute, öffne scharf das Aug. 

2 Ihre Abstammung soll gut sein, ihre Familie rein, 
Eine bescheidene, mackellose verlange wohl. 

3 Wieder, ein solches Mädchen nehme, die noch keine Hand angerührt, 
Deren Antlitz ausser dir noch kein anderer Mann gesehen. 

4 Dass sie dich liebe, ausser dir keinen andern verlange, 
Die kein unnützes, unordentliches Naturell aufweist. 



— 143 — 

XXVI. 
Wie man mit den Armen umgehen soll. 

Cikai lar bile katiimakin ajor. 

1 Bulardin basaki cikailar turur ekin etkü kil kil icür hem jetür 

2 duva ci tururlar sanga ej katas eti etkü neng bu duva ej atas 

3 üle neng tavar sen tileme janut januti bajat berkei etkü konut 

4 bu ol ilde türlük katilku kisi sangga tösse is ja olarka isi 

5 törü ber izinke bakirsaklikin sangga bolkai barca kisiler jakin 

6 özüng bolkai iki agun etküsi ating etkü bolka japilka közi 

4 Mit dieser Klasse des Volkes musst du verkehren, 
Hast eine Arbeit, so fällt sie ihnen zu. 

5 Schaffe mit Edelsinn Gesetze, 

Damit alle Leute dir nahe kommen. 

6 Damit du der Selige der beiden Welten werdest, 
Und dein Name gut sei, wenn das Auge zufällt. 



xxvn. 

Wie man eine Frau sich nehmen soll. 

Evlük kisi negütek alkusin ajor. 

1 Kali evlük almak tilese özüng talusin tile ket jiti kil közüng 

2 töbi etkü bolsun uruki hem torik övütlük saki jok tilekil ariJk: 

3 basa ev kizi al ilik tekmedük seningdin atin er jüzün körmedük 

4 seni sevkei sendin atin bilmekei jaraksiz ne tengsiz kiliki kelmekei 

5 özüngdin koti al kisi alsa sen batük töbke jakma bolub bolka sen 

6 negü ter isitkil sinamis kisi sinamis kisining pisik ol isi 

7 kisi alsa özdin koti al küni sevingin kecerku sen ötlek küni 

8 jüzi körki kolma kiling etkü kol kiling etkü bolsa jarutkai seni 



5 Nehme eine von den niederen, 

Hoher Abkunft nähere dich nicht, damit du geborgen seiest. 

6 Höre wie der erprobte Mann spricht, 

Des erprobten Mannes Thun ist gediegen (gekocht). 

7 Nimmst du eine, nimm eine von den niederen. 
Damit du mit Freude die vergänglichen Tage verlebst. 

8 Gesichtes Schönheit verlange nicht, schöne Thaten verlange, 
Ist die That schön, wird sie dich erhellen. 



144 — 



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CJ^ Ot^ —ABS P-^ fici. fW 27 

0<>^S = 0^ h — fr^fe f'^ ^^ P"^ 28 



9 Willst du heii-atheu, auf Vier gib Acht, 

Eine andere nehme nicht, oh lieber Angesehener! 

10 Einer wünschet und suchet eine reiche Frau, 

Ein anderer hat auf Schönheit sein Aug' geheftet. 

11 Wieder einer verlangt hohe Abkunft und Familie, 
Und verlässt auf den Namen der Grösse sich. 

12 Noch ein Anderer sucht eine zarte Makellose, 
Und findet er sie, so schliesst er schnell sich an. 

13 Das Gute von diesen will ich dir nun sagen. 
Willst du heirathen, so leihe ein Ohr du mir. 

14 Oh Guter, der du eine reiche Frau verlangst, 
Willst du in Verwirrung kommen, oh Allerweisester! 

15 Hoch wird sie die Zunge tragen, wenn du dein Herz ihr neigst. 
Denn willst du Was haben, musst du Was bringen. 

16 Oh der du Schönheit verlangst, du Bester der Menschen! 
Schönheit verlange nicht, das Volk wird dich auslachen. 

17 Oh du der du Schönheit verlangst, dieses verlange nicht, 
Dein rothes Antlitz verbleiche nicht. 

18 Die ganze Welt liebt die Schönheit, • • ■ • 
Doch soll Gottes Gnade sie bewahren. 



- 145 



9 kirn evlük alain tese törtte tas 

10 birekü bai evlik tiler üstegib 

11 taki bin tob asli urukluk kolur 

12 taki biri ingke saki jok tiler 

13 bularda talusin ajain sangga 

14 aja bai tilekli sen öblük talu 

15 batutku tilin könglüng anga bolub 

16 Aja kork tilekli kisi etküsi 

17 ej körklük tilekli muni kolmakil 

18 tüzü chalk sever ol kisi körküni 

19 aja tob tilekli batüklük bile 

20 urukluk tariklik batuklar tili 

21 ej incke saki jok tilekli irel 

22 kali bulsa etkü saki jok kisi 

23 kisi alraa alsa özüng ke kori 

24 tilek bai lik ersa tere berkei neng 

25 kilingi küni bolsa körki kelir 

26 munung tek bulur ersa sen bir tisi 

27 saki jok arik bolsa asli bolur 

28 saki jok tile sen kisi ej beki 



atin alma sevlik aja erde bas 

taki biri körklük tiler köz tikib 

ulukluk atinka küvenüb bolur 

ani bulsa terkin angar öz ular 

kisi alku ersa kulak tut mangga 

bolun bolka mu sen ej bilki tolu 

kotürkü kerek neng tilese kolub 

kisi körki kolma bütün külküsi 

kizil mengzingni sen sarik kilmakil 

meger tangri fazli kütezse ani 

ucuz kilmakil öz batuk tob bile 

batuk rak bolur bolma evgi kuli 

muni bulsa buldung bu tört neng tökel 

stire itme alkil ej etkü kisi 

saki jok alinkil ej erde eri 

batutkai seni ol kizil bolkai eng 

tisi körki ol bilikli büir 

katiklan kil atma ej etkü kisi 

ol üc neng bu jerde bolur ej onur 

saki jok bulunsa bolur törteki. 



19 Oh du, der du Hoheit und Abkunft verlangst, 
Mache durch hohe Abkunft dich nicht verächtlich. 

20 Die Zunge der von hoher Abkunft und Genealogie Stammenden 
Ist immer höher; werde der Frauen Sklave nicht! 

21 Oh du, der du die Zarte, Makellose suchst! 

Hast du sie gefunden, so sind die Vier Dinge ganz erreicht. 

22 Hast du eine gute Makellose gefunden, 

Stosse sie nicht weg, nimm sie oh guter Mensch! 

23 Nimmst du eine, so nehme keine, die dir 

Die Makellose nehme, oh Mann unter Männern! 

24 Hast du Reichthum gesucht, sie wird Vermögen sammeln. 
Das dich erhöht und dir Ehre schafft, 

25 Handelt sie redlich, so wird sie auch schön; 
Weiberschönheit versteht der Vernünftige nur. 

26 Solltest du ein solches Weib finden. 

Präge dir's wohl ein, stosse sie nicht weg, oh Guter! 

27 Die Makellose und Keine ist auch vornehm. 

Alle drei Dinge sind hier vereint, oh Glücklicher! 

28 Eine Makellose suche oh Fürst! 

Wer die Makellose hat gefunden, hat alle Vier gefunden. 



l» 



146 - 



XXVIII. 

Wenn ein Sohn oder eine Tochter geboren wird, wie man sie 

erziehen muss. 



fbat ^5^> v_aßi> — ;V59 fbai. ^ trOila. 
v-ait, ^ fti^i. v-iLili. jfiDi. Qii^ Quili. 

Q/yiii^ c^5 ^ ;iiao !%■ t^^ v— s a a oo 
0^ BS piPÄ /*^ — /MiW tA>^ 

p^gi. ^uß^ —M-J- /ti^ ^^ j(>^^ 



at}Ob ir^ A^OO ^Si. qI. ^ Ofifc 9 

^-**^fb hi^^ h^ f^S^ f^ 10 

^oioo /4if?Ö (9^ — /4i^^ «-jua»pi 11 

fb O^"^ 0^^ ^''i ^ —1^ ^-^f^ 13 

^ ^ floDlo^ pi\5i. _;^^ >-a1^v^ 14 

piii. ^ ^00 t^ *-^ ot^ (}|i^ 15 

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1 Kommt ein Sohn oder eine Tochter dir zur Welt, gib Acht, 
In deinem Hause erziehe sie, anderswo nicht. 

2 Als Amme nimm eine reine Person, 

Ist das Kind rein, wächst es auch rein auf. 

3 Bring dem Sohne und der Tochter Wissen und Anstand bei, 
In allen beiden Welten gedeihet das zum Nutzen. 

4 Dem Sohne nimm ein Weib, die Tochter gib einem Manne, 
Lebe in Freuden oh seliger Mann! 

5 Alle Vorzüge bringe dem Sohne vollkommen bei, 

Ein solch vorzüglicher Sohn ist dem Mädchen ein Schatz. 

6 Die Tochter behalte nicht zu Haus, du geräthst in Unordnung, 
Selbst ohne Krankheit wirst du aus Reue sterben. 

7 Oh Freund, oh Genosse! ich habe kurz gesprochen, 

Besser wenn eine Tochter nicht geboren, oder nicht am Leben bleibt. 

8 Wird sie geboren, so ist es besser, wenn unter der Erde, 
Wenn das Todtenmahl mit der Geburt vereint. 



— 147 — 



XXVIII. 

Wenn ein Sohn oder eine Tochter geboren wird, wie man sie 

erziehen mu88. 

Okul kiz toksa negü tek ekitküsin ajor. 



1 Okul kiz törüse sening ej tirin 

2 opur taki etkü kisi tut arik 

3 okul kiz ökret bilik hem adab 

4 okulka tisi al kizin erke her 

5 ^amuk artam ökret okulka tökel 

6 yzin tutma evde özting tengsizin 

7 aja ^oldas atas söz ajdim kese 

8 kali toksa jekrek eger jer koji 
*J tisi lerni evde kütezkil tuci 

10 batik: evde itme cikarma tising 

11 közün körmese arzu kolmas köngtil 

12 közüngni kütezkil köngül kolmakai 

13 tising itme erke jeki ickide 

14 tising itme evdin ojungun kali 

15 tisi asli at ol kütez kil atin 

16 aJkir tut tising sen negü kolsa ber 



övüng de ekitkil ekitme öngin 
okul kiz arik bolsu kopku arik 
angai iki agun aning aski tep 
sevingin tirilkil aja kutluk er 
ol artam bile ol okul Jkizka mal 
öküng birle ölkü ozüng iksizin 
bu kiz tokmasa jek tirik turmasa 
aki bolsa kosni ölük 1er toji 
tisining tasi tek bolmas ici 
körüb jolda alkan köz ol bu kisin 
közün körse könglüng kolur ej ofeul 
köngül kolmasa öz bolun bolmakai 
^ali katting ersa kecer kecküke 
Ikali ciksa itrür küni lik joli 
jetim at kütezmese bolmas epin 
evüng kapki bekle jirak tutkil er 



9 Die Weiblichen bewahre im Hause stets, 

Des Weibes Aeussere gleicht dem Innern nicht. 

10 In's fremde Haus schicke das Frauenzimmer nicht, 
Das Aug' ist es, das sie auf dem Wege verleitet. 

11 Wenn das Auge nicht sieht, hat das Herz kein Verlangen, 
Was dein Auge sieht, verlangt auch dein Herz oh Sohn! 

12 Hüte dein Aug', damit das Herz nicht begehre, 

Dass das Herz nicht verlange, und dich in Unglück bringe. 

13 Geselle das Frauenzimmer zum Manne nicht beim Essen und Trinken, 
Gesellst du sie, geräth sie bald in Vergehen. 

14 Sende das Weib zur Unterhaltung nicht aus dem Hause, 
Wenn sie ausgeht, verliert sie der Redlichkeit Weg. 

15 Des Weibes Grund ist der Name, hüte ihren Namen, 

Bewahrt der Schwache den Namen nicht, so wird er nicht .... 

16 Halte streng das Weib, thu' wie es sich schickt, 
Schliesse deines Hauses Thor, halte fern die Männer. 

19^ 



— 148 — 

/i> —ABS ^*^ fc^ e^ f^^ !0^ v^jiiioi- \4i*°- — t^ —e^ 18 

(>i^ 0%»^ ö^^ pb :^i^ 0^*0 ■> p- "-«^ v-xiai. v_jiiij_ ^^ 19 

v-DjsilQ. ßii ,u^ (y^^ QfO^v*^ v_Daiiot, f^sa^s ^ ;*iÄoo ^-*it, 50**- 23 

17 Das Weib hat keine Treue vom Ursprünge her, 
Wohin sie immer blickt, das Herz ist anderswo. 

18 Es ist ein Baum, der mit Mühe wächst und emporgebracht wird, 
Gift ist dessen Frucht, hungere nicht darnach. 

19 Wie viele Tausende der kräftigen Heldenmänner 
Sind der Weiber halber von der Wurzel losgerissen! 

20 Wie viele ehrenvolle strahlende Antlitze 

Sind der Weiber halber schwarze Erde geworden! 



i 



XXIX. 
Art und Weise, wie man Jemanden zum Speisen rufen soll. 

v_»i:iH> v_iuo —J^ ßiy^ ^jU. tr^nf^ia ^-»^ pb f^^^ f^9 e^' Q*^^ f^^ 2 

faai. ^j)^ ^iiai^ v_s£^ 0^ ^-*^uo ftiai. q^^ yjL ^_m^ ^5i^ _,iia. 4 

.-»iaio ,50.^10 s-jJit, — t^^ 6*>i> .30*^ v_»iaio ,5i«rO^ — /^e S*^ >b 'S^ 8 

1 Wenn du Jemanden rufen willst, 
Eufe ihn, aber thue gut das Werk. 

2 Becher, Tisch, Hausgeräth, reines Gewand und Bett 
Bereite, Essen und Trinken ist sehr nöthig. 

3 Speise und Trank bereite gut, geschmackvoll und rein, 
Es geniesse mit die darreichende Hand. 

4 Immer bereite gute und reine Speisen und Getränke, 
Dass der Kommende ganz gesättigt weggehe. 



— 149 



17 tiside vefa jok özedin berü 

18 gefa birle onmis ekitmis jikac 

19 naca ming eriklik eren erkeki 

20 naca kirku englik jüzi subluk er 

21 naca ming kölük cavlik erzik lerin 

22 naca Adam ersa je Ejub Jusuf 

23 negü tek kütezkü bularin tutub 



közi kanca baksa bu köngli nerü 
jemisi aku ol anga bolma ac 
tisilerdin ötrü özüldi köki 
tisilerdin ötrü özi boldi jer 
tisiler ani kömdi jerke tirin 
kerek Lüt jolauc kisik töktü sub 
kütezikli tengri kutezkü otub. 



21 Wie viele Hochberühmte und Adelige 

Haben die Weiber lebendig unter die Erde gebracht! 

22 Wie viele Profeten gleich Adam, Ejub oder Jusuf, 
Leute gleich Lut haben sie zu Schanden gemacht! 

23 Wie man diese bewahren und halten soll, 
Möge der schützende Gott schützen 



XXIX. 



Art und Weise, wie man Jemanden zum Speisen rufen soll. 

Kisi aska okimak törüsin tokusin ajor. 



1 Kali sen okijin tese sen Msin 

2 ajak terki ev bark arik ton tösek 

3 arik et as ieki tatiklik silik 

4 öze etkü etkil as icki arik 

5 ataslik kataslik jirak da jakin 

6 keliklisi kelkei kali kelmese 

7 kisi as jese sen öze icki tut 

8 jkaju da jekü bolsa ickü kerek 



okikil veleikin ket etkil isin 
tösekil as ickü jime ket kerek 
jekü usi birle sonukli ilik 
kelikli totub barku barca arik 
tüzün aska onda kütezkil akin 
köngül kalmakai kör aningda basa 
ani iese 1er sen jere ök anut 
jekü ickü birle teng kezkü kerek 



5 Freundschaft, Genossenschaft, fern und nah', 
Sämmtliche lade ein, bewahre den Anstand. 

6 Der Kommende komme, wenn er nicht kömmt, 
Soll das Herz desshalb nicht betrübt sein. 

7 Isst man, halte Getränke vor. 

Hat man getrunken, so halte andere bereit. 

8 Wo es Speise gibt, muss auch Getränke sein, 
Speise und Trank muss stets zusammengehen. 



— 150 



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9 Ist zum Essen da und kein Getränk bereit, 

Gib Acht, denn Gift wird's wer diese Speise geniesst. 

10 Wünscht man es, gib bokka (?) her oder misab (?), 
Wünscht man es, gib cülek (?) her oder culab (gulab ?). 

11 Ausser diesen was du noch zu geben hast, 
Erzähle mir nicht, bereite Alles vor. 

12 Wenn die Grossen essen, und dabei verschütten, 

Musst du es den Kleinen zu essen und zu trinken geben. 

13 Theile gleich die Speisen aus, sende Niemanden leer weg, 
Lass keinen hungrig, dass er schimpfend von dannen geh'. 

14 Isst und trinkt man, so sei als wenn du selbst genossen. 
Trocken hat der eine, fett hat der andere gegessen. 

15 Ist man nun mit dem Essen und Trinken fertig, 
Oeifne die Thüre, lass gehen, verbiete Niemand. 

16 Vier Gattungen Menschen gibt es, die man zum Speisen ladet, 
Alle Vier gehen oh glaube es. 

17 Der Eine geht zum Speisen, wenn man ihn ruft, 
Er isst und trinkt, was man ihm vorlegt. 

18 Aber in sein Haus ladet er Niemanden, 

Mit Kopf und Nase isst er allein seine Speise. 



— 151 - 



9 jekü bolsa ickü anuk bolmasa 

10 tilese bökka ber tilese misab 

11 munungdin neriki negü ber künki 

12 uluklar jese as tökse jejü 

13 tüzike tekür as kuruk itmakil 

14 as ickü jeseler nokul öz jemis 

15 tökel boldi emdi as ickü ici 

16 bu aska okikli bolur tört koti 

17 birekü barir aska ondasalar 

18 jene öz evinke okimas kisi 

19 taki bir kisi körse aska barir 

20 taki bir kisi aska barmas bolub 

21 ölük ol muni sen tirikke sanma 

22 taki bir koti aska barmas okib 

23 bularda eng etkü jorik bu turur 

24 kerek aska barkil eger barmakil 

25 ögtis jekli jalguk kör ikcil bolur 

26 negü ter isitkil ütegi sözi 

27 bokuztin kirür ik kisike asin 

28 bokuzun kütez tutci iksiz jüri 



aku boldi sakin ol asni jese 
tilese cülek bing tilese culab 
aitma manga sen anun kil öngi 
kiciklerke berkei as ickü jekü 
söke barmasunlar acin kotmakil 
kuruk ol jemis ol ur bir naca semis 
aca ber kapuk barsa titme kisi 
bari^li jime tört bolur ej büti 
as ickü icer bar neki terseler 
basin burni jer evde jalankuz asi 
ol as jer ani jani aska okir 
kisi ma evinke okimas turub 
katilma munga sen tirik tep teme 
kisin aska ondar tokuslar tokib 
beki büke ökmis kilik bu turur 
bokuz tit as az je askin tiril 
sarik mengzi kobdak eti il bolur 
tati bilküci köngli bilki jazi 
kisin ik keri tür tökemis jasin 
ik ol tutci tekli bu jalguk jasin 



19 Wieder einen gibt es, der der Einladung folgt, 
Er geniesst Speise, den ladet sein Freund ein (?). 

20 Ein anderer wieder folgt der Einladung nicht, 
Ladet auch Niemanden zum Speisen zu sich. 

21 Todt ist ein solcher, den nenne nicht lebendig, 
Verkehre nicht mit ihm, betrachte ihn nicht am Leben. 

22 Noch eine Gattung gibt es, die, wenn man sie ruft, nicht gehen. 
Und rufen Jemanden, 

23 Von diesen ist der beste Weg folgender. 

Die von den Weisen gerühmte Manier folgende. 

24 Ob du zum Essen gehst oder nicht gehst, 
Esse wenig und lebe mit Nutzen. 

25 Der viel essende Mensch wird kränklich, 

Sein bleiches Antlitz ist sehr gemein. 

26 Höre was des Arztes Wort spricht. 



27 Dem Menschen geht mit der Speise die Krankheit in den Leib, 
Krankheit beeinträchtigt und endet das Leben. 

28 Hüte den Schlund und lebe gesund, 

Krankheit ist's stets, die des Menschen Leben anrührt. 



152 — 









29 Sieh, so verhält es sich mit dem Essen und Trinken, 
Wenn mau zum Ladenden geht, oder zurückbleibt. 

30 Dieses Wort habe ich gesprochen, du hast es gehört, 
Merke dir Alles auf und sei still. 



XXX. 



Hik's Frasre an Otkurmi:^. 



^o*ü- :j*e a^ ö^ ^ A^v >9**^ 



fwißb 



^ °e tf- ^ 



lAiL 



po e^ 









1 nik sprach: AUzuerst habe ich dich 
Was zu fragen, sage mir 

2 Du bist mit dem Herzen zu mir gekommen. 
Aber was ist das oh Mächtiger! 



— 153 — 

29 bu janglik bolur kör as ickü isi okiklika barsa ja kalsa kisi 

30 muni sözledim söz isitti özüng jime tek kil emdi uzatma sözüng 
81 bu ol dünja liali joriki joli kisike katilmak tilese kali. 



31 Das ist der Zustaud, Weg und Gang der Welt, 
Wenn du dich zu Jemanden gesellen willst. 



XXX. 
Ilik's Frage an Otknrmis. 

Ilik suali Otkurmiska. 

1 nik ajdi emdi eng asni sanga aitku sözüm bar aju ber manga 

2 sen emdi köngül bile kelding manga veleikin netek ol bu is ej tongga 

3 bilür sen selam fazli artuk uluk kirn asni acinsa acar bu kapulj 

4 muni körding ersa selam kilmading bu fazlin mubarek hali Ikolmadin 

3 Weisst du, dass der Vorzug des Grusses sehr gross ist, 
Wer zuerst sich öffnet, öffnet die Pforte (des Heiles) 

4 Mich sahst du, doch grüsstest du nicht, 

Diesen gesegneten Vorzug hast du nicht verlangt. 



20 



— 154 



XXXI. 
Otkurmis Antwort an Ilik. 



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Qgi. Q^gy:. _^3i. Q^J^ />i^y 

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A^ :>*t: f^ — Aci> _;\^2t, >-*^-^ 8 

pj)Q. N_iiiai^ii^ Q^ v -* iib — ^aö (y*- 13 

^lii^ OV JtA^ C- fü^ f% 14 

5^ (yZi^ |o A-^ ^0 (>it^i- — pi. 15 

iir<>i^S f*^W oV />^ ^-^S t*^^ 16 



1 Es antwortete der Seid, oh du von vollkommenem Wissen! 
Ich habe mit Vorsatz zuerst nicht gegrüsst. 

2 Der Gruss bedeutet Heil vom Menschen zum Menschen, 
Grüsst man, so ist die Seele beruhigt. 

3 Der Gruss ist dem Manne des Heiles Pfad, 
Hat man gegrüsst, so öffnet sich der Weg. 

4 Hierauf bezüglich ist dieses Wort gekommen. 
Höre es oh Mann des redlichen Herzens! 

5 Wer Selam gibt, hat Heil gegeben. 

Wer „Aleik" entgegennimmt, hat Heil gefunden. 

6 Der Gruss ist Sicherheit auf des Menschen Haupt. 
Geborgen ist er, der ihn (Gruss) erwiedert. 

7 Die Grossen sollen den Kleinen den Gruss 
Verleihen, damit alles vollkommen wird. 

8 Denn die Kleinen müssen den Grossen gehorchen. 
Nur so kann man in Kühe und Frieden leben. 



- 155 — 

xxxr. 

Otkurmis Antwort an Ilik. 

Otkurmis guvabi Ilikke. 



1 Janut berdi sejid ej bilki temam 

2 Selam ol kisidin kisike aman 

3 selam ol kisike selamet joli 

4 munga mingzeti keldi emdi bu söz 

5 aman berdi erke selam kilkuci 

6 selam ol selamet kisi serinke 

7 uluklar kerek kim kicikke selam 

8 kicik tutsa kilsa uluklar sözi 

9 kicik bolsa emin uluk serinke 

10 körü ber kara bekke kilma selam 

11 meni sen eng asni tapukka tileb 

12 bolu berdim men sozüng tutmadim 

13 ani kotting emdi ziaret ucun 

14 taki aimenur erdim emdi sanga 

15 jene asniki sözke jankai deju 

16 tökel büttüm emdi sanga belkülük 



bilib kilmadim men eng asni selam 
selam kilsa emin bolsa ötrü gan 
selam kildi ersa usuldi joli 
isitkil muni sen aja köngli töz 
selamet bulundi aleik alkuci 
selametlik aldi janut kilkuci 
asun tursa ötrü bolur is temam 
selamet tirildi kutuldi özi 
selamet bulunsa umub chairinka 
bu maani ucun ol ej bilki temam 
özüngke okiding ögüs arzuleb 
bu alci agun^a özüm bütmedim 
okiding muni keldim emdi bütün 
selamim aman berding emdi manga 
taki korkar erdim sanga aimenau 
manga etkü tekkei seningdin illük 



9 Denn die Niedern müssen von den Hohen sicher sein, 
Heil findend sollen sie auf seine Gunst warten (hoffen). 

10 Gib Acht! den bösen (schwarzen) Fürsten grüsse nicht, 
Nach diesem halte dich oh du Allwissender! 

11 Mich hast du zuerst in deinem Dienste verlangt, 
Sehr wünschend hast du mich zu dir gerufen. 

12 Es ereignete mir, dass ich dein Wort nicht hielt, 

Dass ich dieser trügerischen Welt mich nicht anvertraute. 

13 Von diesem (vom Dienste) liessest du nun ab, und Besuches halber 
Hast du mich gerufen; wohlan ich bin gekommen, 

14 Doch schämte ich mich vor dir, 

Und du hast den Gruss gnädig mir verliehen. 

15 Auf's erste Wort wollte ich wieder zurückkehren, 
Doch mich schämend fürchtete ich mich vor dir. 

16 Doch nun habe ich vollkommen mich dir anvertraut, 
Möge ein gutes Loos von dir mir zufallen! 



20" 



156 



xxxn. 
Aus dem Abschnitte: „Rathschläge des Otkurmis an Ilik." 

(pci. QÜliy — j0i33 t^ Ä f^^^ C'^ ^-*^ \-^e füV 0^^=^ >-*ia*p. 5 

^oiöt, Qj)^ = ^ fü!^ v_V> f^cMi fW"V 0^^^ ^ Qaa^ j|\i. puii 6 

^ qL ,00 wikii^ -,st, Qi. pb fi^ 0^*- /!> —^^ }^ 0*^^ fb '-*^i^ 7 

._jaaj^ SS ^jc:!:^' f*> P^ f^ f^'-^ >— Jtia = poa3 ^ ^o ^-^^b — ir^ 8 

wÄjüyoL c^ ioo"*f — f^3^ '—'^ o*^"- >— *ii^ — j^^^^iX yif^c^ *— *^ ' *^'^\ 9 

pij,ao Uj ^i:ico ^j- (>iöo Qi- v-ÄiSi^ p^a -.4^1,^^ — ^^*- fi> ^-^ v-jJoip. 10 

3^0. p. fliÄi. >-A^foiv5 >-fi^ P'p- 6^ t^ —/^ ^-*^ 0^=0 tfa QAi 12 

Q ^ s-A^ qI.^ 30^Cb 5»^ Ö^ Ot?- ^-*^HHS =3 — r^i^ ^-^Jr ^-^6 IB 

— ^ jt^^i^i. ;iai^ t^il^ qL v-ij^t 0*^^ — /"b f^"^ f^i> 3A9 h? 14 

^oiob ^*P*b — 0*^ C^^^b '^'^ —5*^' t^'^ — ^b^^As OIP'^Mr pJ- ^-*^9 = 15 

pti. Qt)^^ u"^*^ C;"^^ /^ /l)^ f^^ fii*^ P> P^ — 0H7 «^ 16 

1 Deinen Vater und Mutter hat der Tod nicht gelassen, 
Wird er dich etwa lassen, wenn die Zeit kommt? 

2 Ihnen hat die Welt Leid zugefügt, sie gezähmt. 

Wird sie dir vielleicht Freude (Treue) machen 

3 Benütze das Leben, wende es zum Nöthigen an, 
Theile Güter aus, hierorts bezähme dich. 

4 Im vergänglichen Tage nehme das Nöthige, 
Die Zeit wird dir schwinden, thue viel Gutes. 

5 Du hast des Volkes so viele Lasten getragen. 
Sei wachsam, und nicht träge, behutsam wandle. 

6 Viele hungrige Wölfe haben sich um dich versammelt, 
Verschliesse wohl die Thüre, oh mächtiger Herrscher! 

7 Sollte einer von diesen vor dir hungrig bleiben. 
Den vertreibe von dir, fasse Gott ins Auge. 

8 Gleich einer Fackel brennst du heute, oh Ilik, 
Schade um deinen Namen, oh Reiner! 



157 — 



XXXII. 
Aus dem Abschnitte: „ßathschläge des Otkurmis an Ilik." 

Otkurmis Ilikke pend bermisin ajor. 



1 Atangni anangni ölüm kotmadi 

2 olarka gefa kildi dünja titib 

3 kösüs tut tiriklik kerek iske it 

4 kecer kün icinde kereking alin' 

5 özüng jutti munga bütün jükleri 

6 kaiin ac büri 1er jikildi sangga 

7 eling de bireki kece kalsa ac 

8 jola tek küjersen bu kün ej Ilik 

9 tiriklik ucuksa jetilse jasing 

10 özüng otka atma kisiler neun 

11 ulukluk batukluk bu beklik kamuk 

12 küni bol kttnilik öze kil törü 

13 bekütmek tilese bu beklik oli 

14 taki bir agunun tutajin tese 

15 ej bek men tekuci batutma köngül 

16 bu dünja kutinka inanma a-jik 



seni mu kotur kör jetilse üti 
Sana mu vefa kilka kilkin epib 
üle neng kisi ke mujan özke tit 
kecürkei seni üt eti jek kilin 
otuk tur usal bolma sakni jüri 
kapuk ket kütezkil ej ilci tonga 
ani sendin aitur Bajat közni ac 
jazukluk atinka turur ej silik 
negü tek tuzulkai sanga bu ising 
özüngni köjerme körer de kücün 
kalir bu ölüm kelse tutsa kapuk 
uzun turka beklik atakun örü 
törü berkü tutku künilik joli 
künilikni tutkil söz ajdim kese 
vefasiz turur dünja devlet töngül 
inanc siz turur kör kilingi jajik 



9 Erlischt das Leben, und kommt das Alter, 
Wie soll dein Thun dir sich anpassen? 

10 Wirf dich nicht ins Feuer wegen andern Leuten, 
In Anstrengungen verbrenne dich nicht. 

11 Krone, Hoheit, Herrschaft, Alles 
Bleibt weg, wenn der Tod eintritt. 

12 Sei gerecht, nach Gerechtigkeit richte, 
Damit die Herrschaft lange aufrecht stehe. 

13 Willst du der Herrschaft Gebäude befestigen, 
Musst du redlich wandeln und regieren. 

14 Willst du eine Welt dir verschaffen, 

Halte fest an die Kedlichkeit, das habe ich kurz gesprochen. 

15 Oh der du dich Fürst nennst, erhöhe nicht die Brust, 
Treulos ist die Welt, das Glück wechselbar. 

16 An Weltenglück glaube nüchtern nicht. 
Ungläubig ist sie, wüst ihre That. 



— 158 — 

(y- p> t^ CJ*D*^ ^^^S — f4i^ 0"V 0*^ «S^^ '^ Of^ °5 ^-»^i^ =17 

paoo fjx ppf C}^ 0)^^*b fOoW px a^^ v-^ QfniS OS «-«i^ii. = 18 

i^ißS "-^^ — -^^ pb ^-*^ 0^ v-iia^ao pc s^aa. 03 q^ Qi^^it? pO"if 20 

Qi. p> ^ .^i-^MO ^ Qiilu^a^ Qiuf Qiau^ QfiMi es |:i^i- ^^2*- po ße 21 

v_A2i^<,^ = — t-^s s^iü. Q^ '—^ e^f59 ^a. ^ Qlaa. slliki v_jJa^a. 22 

17 Oh Hik, dieses Schloss, Gehöfte und Palast 

"Wird dich nicht retten im flüchtigen Jahre, Tage und Monde! 

18 Oh Ilik, dieses Schloss, Gehöfte, Feste, Amt, 
Und Gewalt stosse erst von dir weg! 

19 Viele sind vor dir gefallen und verschwunden, 

Den Traum nicht erkennend, sind sie schlafend verschwunden. 

20 Jetzt ist Gehöfte und Amt dir zugefallen, 
Die Gewalt stosse erst von dir weg. 



xxxin. 

Otkurmis erzählt, was er geträumt hat. 

py- fO t=oi=0 f^j- pifc Ae*f j^^ pi^ (}^1> V^ C^^ 0^^ v-iioIiX 1 

fv^5 />^v — f^^^s a*^*b fiS^fe p 0^^ o^ oV ^^"'- |ooi^ 3 

-Siob*^ ^20^ ^ O^iPS ;*si^ Qoj^s jt)2. -^^ ^-2-^0^7 /P^t"^ fO >-*^ — M3 fb ■ « ' ^ '' 5 

1 Otkurmis antwortete, begann das Wort, 

Er sprach, ich will reden, du nehme es zu Herzen. 

2 Eine Leiter sah ich, die Fünfzig Sprossen hatte. 

Auf Hundert Gehöfte weit erstreckt sich ihr 

3 Auf der stieg ich hinauf zu sieben Stufen, 
Bis zur Sprosse an der Spitze 



17 ej Hik bu karsi bu urdu sarai 

18 ej Ilik bu karsi büt urdu urun 

19 seningdin usaki tösüb keetiler 

20 sanga tekti emdi bu urdu urun 

21 bu kün munda etme bu karsi sarai 

22 özüng jatku urni kör ol belktilük 

23 mening tep bilirsin bu karsin bu kün 



159 - 

seni kutmaka bu kecer jil kün aj 
sanga tekmisi bir tözün ol kurun 
tanukmadi tösde oti köctiler 
kücüngni özüngdin öze it burun 
seni kotmakai bu kecer jil kttn aj 
eti etkü bile ej kölük 
haki Ijat baka körse ermes ökün, 



21 Baue heute hier keine Schlösser und Paläste, 

Dich wird dieser flüchtige Tag, Mond und Jahr nicht schonen. 

22 Sehe dir einen Ruheplatz aus, der wird sichtbar 
Durch gute Thaten oh Erdenkind! 

23 Heute nennst du diesen Palast wohl dein, 

Doch sehe die Wirklichkeit, es ist nicht richtig (klug). 



XXXIIL 
Otkurmis erzählt, was er geträumt hat. 

Otkurmis tös körmisin ajor. 



1 Janut berdi Otkurmis acti tilin 

2 sati kördün ellik aning bakanasi 

3 anga aktim emdi jiti jaknice 

4 basinda jiratci manga sub berir 

5 aningda basa kökke uctum tekib 



ajor sözlejin men köngülke alin 
jüz urdi uzukluk etir majasi 
basinka teki bakana satim bise 
alir da tükedi icib öz kanur 
özüm bilki siz boldi örleb singeb 



4 An der Spitze gab der Wächter mir Wasser, 
Ich nahm es, trank es aus und erquickte mich. 

5 Ausser diesen (ferner noch) stieg ich zum Himmel empor. 
Ich war ohne Bewusstsein, als ich das Aufsteigen versuchte. 



• — 160 - 

XXXIV. 
Oktttlmis deutet den Traum Otkurmis. 

'^ ' tt it •• "" 

(^ ^liiii. ^u. _;i_i3 ftct f^ 0^ t^ ::^ «-*^ ^ fÄ> 0^ 4 

v .«rpcp ji^^. (}iii*33 bip. wJLi^ v—juHi^ ^-jÜooc^D^ v_sl1u. uy ^^j^ili. ^i^ if^^x 8 

1 Öktülmis antwortete und sprach: Dieser Traum 
Ist ein selir guter Traum, sein Nutzen ist viel. 

2 Das Aufsteigen im Traume bedeutet Ehre, 
Wo es aufwärts geht, das bedeutet Grösse. 

3 Wie sehr man im Traume aufsteigt, so wächst auch das Glück, 
Die Achtung vermehrt sich, man wird geehrt. 

4 So wie man auf der Leiter aufsteigt, so steigt auch das Glück, 
Durch Grösse wird man im Volke berühmt. 

5 Einer derartigen Kede ist dieses Wort ein Beweis, 
Der Traumdeuter hat die wahre Erklärung gegeben. 



XXXV. 
otkurmis deutet den grossen Traum anders. 

(jß^ici. fuy LÄi. qL i^ fto^ yi^ -ßü^ 
fPfh />^)f= = Atf^ ^9 O^i^^^^ ßfif^ 0^^ ffiir i'^'^ 0^ ^-^idii. 1 



1 Otkurmis erwiederte und sprach: Meines Traumes 
Auslegung ist nicht diess, oh mein Genosse, mein Freund! 

2 Dein Eifer erstreckt sich bloss auf die Welt, 
Der Welt sucht, findet auch Welt. 



161 - 



XXXIV. 
Öktülmis deutet den Traum Otkurmis. 

öktülmis Otkurmis tösinke taabir kilur. 



1 Janut berdi öktülmis ajdi bu tös 

2 akis barca tösde ma akir bolur 

3 naca aksa tösde akar kut kibi 

4 sati ka akar tek akar ol kuti 

5 munuki bu sözke tanuJk keldi söz 

6 sati tös de iz ol akari tengi 

7 naca aksa anca akirlik bulur 

8 itislik achir sen alib ictüküng 

9 ucub kökke örleb aktukung 



eti etkü tös ol kör aski ögüs 
akri teking ulukliik bolur 
akirliki artar bulur jüz subi 
ulukluk bile ilke jetlir ati 
tösün jorkuci tüz joruk kotti öz 
biser bakana saju akirlik öngi 
agun mali kut kib özni bolur 
tirikiik uzun bolkai jildiz köküng 
tilek berkei tengri negü koldukung 



6 Die Leiter ist im Traume dem Emporwachsen gleich, 
Zu fünf Stufen gehen, ist der Ehre Mittel (?). 

7 Wie sehr man aufsteigt, so viel Ehre findet man, 
Weltenreichthum und Glück wird einem zu Theil. 

8 Dass du den Trank schlüsslich getrunken hast, 
Das Leben, deine Wurzel, wird lang. 

9 Dass du gen Himmel fliegend emporgestiegen bist. 

Möge Gott deinen Wunsch erfüllen, wie du ihn verlangtest. 



XXXV. 
otkurmis deutet den grossen Traum anders. 

Otkurmis uluk tösni atin sak jorur. 

1 Janut berdi Otkurmis ajdi tösüm joruki bu ermes ej esim tösüm 

2 sening himmeting barca dünja turur dünja tilekli bu dttnja bulur 

3 mening bu özüm kacti dünja kotub bu jerde turur men kör emgek jutub 

4 tökel jormading tös joruki mangga isitkil bu tösni jorajin sangga 



3 Ich selbst habe die Welt fliehend verlassen, 
Hier stehe ich nun Qual verzehrend, 

4 Vollkommen hast du mir den Traum nicht ausgelegt, 
Höre mich an, ich will den Traum dir deuten. 



21 



— 162 — 



^5^1^ ,_iu:^ v_iiii^ >_ ^ L! nC>'^•^^ ^o *— *^ -- "« '^ ^ ^ b 
O^it, v-sx^ fo*pf t^ p- /^ C'^: 0*i^9 



(A 1|pJ- fl)^ i:*oab fi^ pS^ f^ f^^ 9 

fit^ fia- ws^ ,-£fD3 v_»^ wjü:i^ 10 

l^j^ai. _^ j(>ab ^-^ wa-it>i. »-s^ j5>i:ii^ 11 

QO*Ä f^ y^ t^iliii^ -ife ^oJ- 13 

foisfe o^MiCt, qL v-säj^ — ad^ h*^ 15 

wOilLii pf pS^ =6 0=^^ f^ ^sfV 17 



5 Dass ich eine hohe Leiter mit Sprossen sah, 
Das bedeutet das Leben oh Freund! 

6 Die Leiter habe ich bis zur Spitze erstiegen, 
Mein Alter ist vollendet, mein Leben ist dahin. 

7 An der Spitze angelangt, kam jener Gebieter, 
Das mir dargereichte Wasser hatte ich getrunken. 

8 Jener Herrscher ist's, der vom Ursprünge rein, 
Der handelt, oh du von reiner Natur! 

9 Dass ich den Trunk Wasser ganz ausgetrunken. 

Das hast du als Leben ausgelegt, und mein Alter verlängert. 

10 Leben ist das Wasser, welches ich trank, 

Trinkt man die Hälfte, bleibt die Hälfte wohl übrig. 

11 Wenn ich die Hälfte trinkend, die Hälfte gelassen hätte, 
Würde auch mein Leben zur Hälfte noch übrig bleiben. 

12 Doch ich habe den Trunk Wasser gänzlich ausgetrunken, 
Mein Leben habe ich nun vollendet, das merke dir wohl! 



5 atiz baknalik sati men kördüküm 

6 satining basinka teki jokladim 

7 basinka akib men ol itci kelib 

8 ol itci turur kirn atalik arik: 

9 itislik subin men tökel icmisim 

10 tiriklik bolur sub men iemis tek 

11 jarim sub icib ^ottim ersa jarim 

12 itislik subin ictim emdi tökel 

13 negü ter isitkil okusluk beki 

14 itislik subin tösde icse jarim 

15 fcali icse subni töketti tönke 

16 jokari ueub bu usum tang tuki 

17 sözün ein turur bu l^apindin cikib 

18 Bajat tösde emdi belkürti mangga 

19 bu tösning joruki bu janglik turur 



163 — 

tiriklik turur ej katas jordukum 
jasimni tökettim tiriklik jetim 
manga berdüki sub men ictim alib 
abasiz kilikli ej kilki ari^ 
tiriklikke jordung uzatting jasim 
jarim icse kalsa jarimi bolub 
jarim kalkai erdi tirikliklerim 
tökettim tiriklik esen etkü bei 
bekiler sözün ol sözke tob teki 
töketti tiriklik jarimi jarim 
töketi tiriklik karildi karim 
jasil kökke örleb tekib sindüki 
jene jantru kelmes jerinke akib 
ölümke anunku kerek ej tonga 
atinsak jorarsin mangga ej onur 



13 Höre, wie der weise Fürst sagt, 

Der Fürsten Wort ist der Stamm des Wortes! 

14 Wenn man im Traume vom Trunk Wasser die Hälfte trinkt. 
Hat man auch die Hälfte des Lebens vollendet. 

15 Doch wenn man das Wasser bis zum Grunde ausgetrunken, 
Ist das Leben vollendet — mein Alter ist alt. 

16 Dass ich emporsteigend den Sinn mir verwirrte. 
Als ich gen blauen Himmel aufzusteigen versuchte. 

17 Mein Wort ist wahr, denn sobald (der Verstand) aus der Hülle gestiegen. 
So kehrt er nicht mehr auf seinen Platz zurück. 

18 Gott hat im Traume mir nun kund gethan, 

Dass ich zum Tode mich vorbereiten soll, oh Grosser! 

19 Des Traumes Auslegung ist derartig, 

Doch anders hast du mir ihn gedeutet, oh Seliger! 



21" 



— 164 — 



XXXVL 



Aus dem Torletzten Abschnitte. 



(Ali- 1^ (yf^ &^ ^ —2^ 

-*^ Ob ^-^ O^ö f=o^ Ö^ p^^ 

01)^ ^-^ 0^ u*^9 .-^ ' C \iii M ^ 
(^ Ot f^^ y^'^JIr ^^ 0^ 

pi^ /Ui^iaa. QiiiilO ^-^32. pfc, Q^ 

'-*^ O^oi^ 0)^ OAS O^^jr t^ 0"*> 
^ 0^ P^ —^ fb Jt>^ f=i°^ 

fa ö'A = p/ pi^ ^'^ i^'^ 

0^ ot f^ÖS |ip- ^-*^ 0^*>i"b 0^ 
OV- CA9 0*^ 01)^ ^-A? '-2^:000 



ö^ 0^ p^ ft)^ f^ pi>- 1 

cA^ 1^ —&^ pb f^ 0^^ —e^ 2 

^ 0^^ —&c '^ fl^ Qi^^ _5ia. 3 

'{35 fb f^"^ f^ *-SJ^ ^b ^-»^ipo 5 



01P> t^ 0^ c^ 0^ v-^ii. 7 

Of<> Ot f^i^ «-s^^j- ö^ 0^ 8 

^ 0^ h^ f^i^ H)^ Of<> 11 

Ai. ^ ^^ov'-j- =\3 0^ "-^^''> v_%iiti 12 

Q^o flßi. f^f fc^ ""^^ ^^ ^ 1^ 

0*^ f^t f^f^ 0*^^ C^ 0^ 14 

QMai. ^a^>:^ ^sa<^9 ^0:11^9 pj)i. 15 



Die Beschaffenheit der Welt ist ganz anders geworden, sieh 

Des Mannes Herz ist von der Zunge ganz verschieden geworden, sieh, 

Treue ist vom Volke gewichen, Leid hat zugenommen. 

Dem man glauhen oder auf den man sich verlassen könnte, sind selten geworden. 

Treue ging weg, Leid hat sich eingenistet. 

Wenn man sucht, kein Glaubwürdiger ist übrig geblieben. 

Die Nähe hat zur Ferne gemacht der angenäherte Freund, 

Den Edelsinn hat der gute Freund gelassen. 

Der Kleine hat keine Moral, der Grosse kein Wissen, 

Sünden sind viel geworden 

Annäherung findet nur Geldes wegen statt. 

Wo ist Jemand, der aus purer Gerechtigkeit handelt? 

Das Wort „Zutrauen" ist da, doch wer thut es? 

Das Wort „Rath" ist da, doch wer hält es? 

Wer ist es, der die „bekannten Gebote" hält, 

Wo ist endlich Einer, der Verbot einlegt? 



— 165 - 



XXXVI. 



Aus dem vorletzten Abschnitte. 



1 Agun kilki barca atin boldu kör 

2 vefa kitti chalktin gefa uz dadi 

3 vefa kitti chalktin gefa urdi iz 

4 jakinlikni jiratti jakukluk katas 

5 kicikte adab jok ulukta bilik 

6 jakinlik naca boldi jarmak ucun 

7 emanet ati bar kani kilkuci 

8 Ijani emri maaruf kilikli kisi 

9 biliklik küni sözlejümes sözin 

10 küni bardi kaldi naca ekrilik 

11 kisi barca jarmak kuli boldilar 

12 gemaat köb erdi bu mesgidler az 

13 negü ter isitkil saki jok kisi 

14 kani bir küni kilikli kani 

15 agün barca bötrü tökel artati 

16 ^ovus karma boldi musulman neki 



kisi köngli tildin atin boldu kör 
tileb bir inanku kisi kalmadi 
inanku tajanku kisi boldu kiz 
bakirsaklikin kotti etkü atas 
ötünler ögüs boldi itti silik 
kani is kilikli küni hak ucun 
nasihat sözi bar kani tutkuci 
kani achir munga titikli kisi '^ 
tisi din obut kitti örtmes özin 
kani kalmadi bir kisi tangrihk 
kömüs kimde ersa bojun berdiler 
kaiin boldi mesgid gemaatlar az 
köngül ke alin sen ej etkü basi 
Ikani tangrihk is bulikh kani 
körüb tengletci kani bir muni 
kani atra tutkan haramin öngi 



9 Der Wissende spricht kein gerades Wort, 

Vom Weibe ist die Scham gewichen, sie bedeckt sich nicht! 

10 Die Gerechten sind dahin, die Ungerechten (Krummen) sind zurückgeblieben, 
Ja kein einziger Gottesfürchtiger ist geblieben! 

11 Die Menschen sind alle des Goldes Sklaven geworden, 
Bei wem Geld ist, dem haben sie sich verbeugt. 

12 Gemeinden sind viel, doch Moscheen wenig. 
Sind Moscheen viel, ist die Versammlung wenig. 

13 Höre wie der Makellose spricht. 
Nehme es zu Herzen, oh guter Mann! 

14 Wo ist der gerecht Handelude, wo? 

Wo ist Derjenige, der ein Gotteswerk kennt, wo? 

15 Die ganze Welt ist vollkommen verdorben, 

Wo ist Einer, der sehend es zurecht machen soll? 

16 Ein Wirrwar ist der Muselmanen Thun geworden, 
Wo ist Einer, der den Verbrecher zurückhält? 



— 166 



ü^ 0^ cMs /^ ^-*^ 0^ 

/1>A5*V Ob — CJ^ fiot fia*^ o^i^i. ^gai^ 

(A^ &^^ e^^ f^^=^ 



QiiiyjjQ^ ^ (^^Q i\^ ^ jLA>ico 18 

^JSÜQ, ^ — liü. ;j^i:i> :^f4^ fli^ ^Ull. 19 

fic^ Qt f^ C-2-^ pj- (A^ ^ Cy"^ 21 

^-**Mi QOiAS 0>fS f^ 0|^ Ob = 22 

Oiu^ eacfe C-^lli- o^^a pi}i- 23 

-ßjAS *-*^ ^-*^L^ t=- ö^ [^ f^ 24 

0^4^30. — i^ Qt Y^uo -^c^i «usila 25 

^j^i^^Ia. gact, ot, ijsaci^ v_.Aiifc, fißiMi 26 

,1^ ^ Q^Üfe ^ iSO ;^i^ 27 

^^ ;t>^^A5 A^ V^A9 ^-s-=:*i<s- 29 



17 Die Stimme der Bosheit und des Lasters schläft nicht und lebt immer fort, 
Wo ist Jemand des Korans kundig, seine Stimme hört man wenig. 

18 Die Herzen wurden hart, die Zungen weich, 

Die Gerechtigkeit selbst ist dahin, es blieb nur ihr Geruch zurück. 

19 Der Sohn thut Böses dem Vater, sieh! 

So werdend ist der Vater Sklave geworden. 

20 Das Leben wurde kurz, der Kummer lang. 

Alles ist Geiz geworden und hat Freuden verscheucht, 

21 Arme, AVittwen und Waisen erfreuet Niemand, 
Der Singende ist von der Welt vertrieben worden. 

22 Sehr wohl hat der Fürst mit weitem Wissen gesprochen, 
Der die Welt und freigebig ist. 

23 Die Welt ist geworden, (?) das Gesetz ist verfallen, 
Die Guten sind beim Anblick des Bösen verdorben. 



167 — 



17 fesad fislk oni kör otitmas kecer 

18 köngüUer katik boldi til jumsadi 

19 jamanlik kilur kör ataka okul 

20 tiriklik kisadi uzadi saking 

21 cikai toi jetimin sojurkakli jok 

22 eti jaksi ajmis beki bilki keng 

23 agun boldi akir törü artati 

24 okusluk okar ol biliklik bilur 

25 okul kiz kemisti ata liürmeti 

26 kamuk teng sürüldi törü öngtiler 

27 kütezkü okan tengri imanimiz 

28 Jil altmis iki erdi tört jüz bile 

29 oküb bitimis söz bititim tökel 

30 kaju türlük ersa jüriking jolung 



jkani ilmi Kur'an oni az ceker 
künilik özi bardi kaldi jiti 
aning tek bolub kör ata boldi ^ul 
bari erdi sokluk süredi seving 
agundin sürüldi teng jirkakli jolj 
agunun sikikli elki aki keng 
asizlik etkü körü artati 
jil aj kün küninke bari artati 
söktis boldi erke abucka ati 
Ikarakli ürüngli bir ök boldilar 
kötürkü bela fitne bu asiz iz 
bitejü tökettim bu söz ölküre 
okikli okukli özüng ülkü al 
aju berdim azraJ^ bekitkil öküng 



24 Der Verständige versteht, der Wissende weiss es, 

Jahr, Mond und Tag, Alles ist mit der Zeit verdorben. 

25 Sohn und Tochter haben des Vaters Achtung vermindert, 
Der Name Greis ist dem Manne Schimpf geworden. 

26 Alle Ordnung, Gesetz und Richtung ist verdrängt, 
Blinde und Sehende sind gleich geworden. 

27 Gott der Allmächtige möge unsem Glauben schützen, 

Er möge Unglück, Empörung und den bösen Schritt abwenden. 

28 Im Jahre Zweiundsechzig und Vierhundert war es, 
Dass ich dieses Wort zu schreiben vollendet hatte. 

29 Lobpreisend habe ich dieses Buch vollendet. 

Der es liest und versteht, nehme Beispiel (Antheil) davon. 

30 Wie es immer sei, musst du deinen Weg wandeln. 
Ich habe wenig gesagt, schärfe es im Sinne dir ein. 



— 168 - 

XXXVII. 
DerGeheiniYezir Jusuf, der Vater dieses Buches, ertheilt sich selber ßath. 

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1 Oh Prinz! durch AVisseu verschaffe dir einen Platz, 
Wer Wissen hat, hat einen festen Schutz. 

2 Mit Wissen nützt mau gleich dem Wasser einem Jeden, 
Wozu taugt das unwissende Herz und Zunge? 

3 Wie viel du immer wissest, verlange noch mehr, 
Der Wissende nur kann den Wunsch erreichen. 

4 Glaubst du viel zu wissen, so bist du vom Wissen fern, 
Den du für Unwissend gehalten, bei dem suche Wissen. 

5 Das Wissen ist ein Meer, das kein Ende und Abgrund hat, 
Wie viel du davon nehmen mögest 

6 Durch Wissen rühmt sich der Kopf, 

Der sich nicht kennt, den entferne von dir. 

7 Wisse was, sei Mann, erhöhe deine Stimme, 

Oder lass Vieh dich nennen, und bleibe von den Leuten fern. 

8 — — — _ — — _ — — — — 

9 Die Hand habe ich ausgestreckt und Wissen begehrt, 

Das Wort habe ich an Wort geheftet 



169 



XXXVII. 
DerGeheimvezirJusuf,derYaterdiesesBuches,ertheilt sich selber ßath. 

Kitab atasi Jusuf chas hagib özinke pend berir. 



1 Bilik bile özüngke urun kil töre 

2 bilik birle subtek kamukka jarar 

3 naca bilding ersa taki bir tile 

4 bilir men tese sen biliktin jiral^ 

5 bilik bir tengiz ol uci jok tobi 

6 bu bilik birle öz basi teskinir 

7 bilik bil kisi bol batutkil onung 
8___ — — — - 



bilik bilse özke eti berk töre 
biliksiz jürek til negüke jarar 
bilikli teker kör tilekke süre 
biliksiz sanding biliklik ara 
naca sub kötürkej samur kök söre 
bilümes öztingni özüngdin jira 
ja jilki atankil kisidin jira 



9 Hik sondum osbu bilikni tileb 

10 kesik taki kördüm bu türkce sözün 

11 sikattim kevittim köngül bardi terk 

12 küni sözledim söz erik hem aci^ 

13 okiklika artuk akir kelmesün 

14 küni sözde tastin sözük söz teme 

15 jil altmis iki erdi tört jüz bile 

16 tökel on sekiz ajda ajtim bu söz 

17 jadim tur cecek tek jitikin vurar 

18 sözün kirn tökettir naca sözlese 



sözün sözke tizdim sekürdüm öre 
ani akru tuttum jazkurdum ara 
takima biling 1er birerde bire 
küni sözni jutkan okusluk ara 
özüui özni koldum naca hem jara 
küni ekri barku örüpgki kara 
bu söz sözledim men tutub gan sere 
ötürdum atirttim söz eptib tere 
otundüm men aiti tökettim töre 
aka tinmes artar bulaklar ara 



10 Mangelhaft habe ich die türkische Sprache gefunden, 
Schwach habe ich sie gehalten, und habe auch oft gefehlt. 

11 Ich machte weinen, und erfreuete, das Herz ging schnell, (?) 
Dieses auch wisset eins für eins. 

12 Gerade habe ich gesprochen, das Wort kräftig und offen, 
Der das gerade Wort glaubt, den halte für vernünftig, 

13 Dem Leser möge es nicht zu schwer fallen. 

Um Entschuldigung habe ich gebeten, wie sehr es auch nütze. 

14 Ausser dem geraden Worte nenne keines Wort, 
Gerade kann krumm, hell kann dunkel werden. 

15 Es war im Jahre Zweiundsechzig und Vierhundert 

Als ich dieses Wort gesprochen, die Seele haltend. 

16 Volle Achtzehn Monate habe ich dieses Wort gesagt. 
Ich wählte, sonderte, bis das Wort vollendet (?) 

17 Mein Sinn ist gleich der Blume, die Duft verbreitet. 
Ich flehete, und habe das Werk (Rede) vollendet. 

18 Der das Wort vollendet und wieder spricht, 

Den sehe als eine unaufhörlich fliessende Quelle an. 



22 



— 170 



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t^ 1^ f^ A^ f^^^ 0^-^ ^gü^c^i O^Qb 

p-b 0^ a ^-^ "-^^ 0^ />'^> t^ 0°^ ib 



19 Oh Jusuf, sprich das uöthige Wort, rede gerade! 

Das uunöthige Wort verbirg, seine Eigenschaft ist schwarz. 

20 Du hast viel gesprochen, dass das Wort die Ehre nicht verlier', 
An vielen Keden strauchelt der Mensch oft. 

21 Das Naturell der unzuverlässlichen Welt ist gemein und wüst. 
Halte von dem Wahne der Vernunft dich fern! 

22 Du hast an dieser Welt dich fest angeklammert, 
Merke es dir wohl auf, brich ab davon 

23 Vertraue und glaube nicht sehr der Welt, 
Zu Gott flüchte dich, stark flehend. 

24 Viele Leute hat diese niedrige Welt zu Grunde gerichtet, 
Zusehends hat sie die Leute vom rechten Wege irre geleitet 

25 Auch dir hat sie sich angepasst, und lacht kokettirend, 
Liebe sie nicht, probiere sie sorgfaltig erst. 

26 Wie viele Glücksmänner und Weltenfürsten 

Hat der Tod erfasst, die mit schmachtenden Blicken weggingen. 

27 Hin ist die Jugend, meine herrlichen Tage, 
Es schwindet das Leben dahin, Eeue klagend. 

28 Lebt man auch Tausend Jahre, endlich muss man sterben. 
So lange auch die Welt steht, sie wird doch schwarz. 



19 ej Jusuf kerek sözni sözle küni 

20 ögüs sözleding söz subi barmaku 

21 inangsiz agun kilki erzel jaik 

22 sen emdi japustung bu dünjaka berk 

23 emin bolma dünjaka artuk emin 

24 ögüs chalkni itti bu erzel agun 

25 sangga ma epindi bekenib köler 

26 naca dünja vekili agun bekleri 

27 jikitlik jaba boldi asiz künüm 

28 naca ming jasasa acliir ölkülük 

29 sanga ok sikindim bajat sen kütez 

30 obutsuz kulung men jazukum talim 

31 negüke inanding aja mungluk öz 

32 jolung tüzkil emdi joruking küni 

33 sevingin sözülmis bu dünja bütün 

34 tiling tit bokzung otima ögüs 

35 Ja reb jarlikakil kamuk muminin 

36 tekür saucimizka tümen ming selam 



Tükendi Kudatku bitiki 
da koj jil Moliarrem aj 



171 — 

kereksiz sözni kizle kilki kara 
ögus sözke jalkar bu jangluk ara 
okusluk usindin jirak tur bire 
katiklan köngül mundin özkil bura 
bajatka sikinkin katik jalvara 
küni joldin azdi kisi ket köre 
aju sevme azrak sina katkura 
ölüm tutti bardi közi telmura 
töker bu tiriklik ökün katkura 
naca tursa dünja kaliber kara 
bü gaflet usindin meni otkura 
tüzünlük seningdin kelir belküre 
kaju ka tajanding körer köz köre 
özüng iki agunda bolkil töre 
muni kot taki bir agun -da köre 
közüng jum kulaki bir anga töre 
talim rahme tingdin tökel tur köre 
tüzi tört es ün ke taki artura. 
tarich sekiz kirk üc jil 
ning törti Heri de. 



29 Zu dir habe ich mich geflüchtet, Gott bewahre mich, 
Rette voa der Leichtsinnigkeit mich. 

30 Ich bin dein schamloser Sklave, viel sind meine Sünden, 
Vollkommenheit ist nur bei dir bekannt. 

31 Oh du mein kummervolles Ich, auf was hast du dich vertraut, 
Auf was hast du mit den Augen sehend dich gestützt? 

32 Ordne deinen Weg nun, wandle gerade, 
Sei in beiden Welten fest. 

33 In Freuden ist die ganze Welt abgebrochen. 
Lasse sie und sehe um die andere Welt dich um. 

34 Zähme deine Zunge die Kehle nicht viel, 

Schliesse die Augen auch so viel die Ohren. 

35 Oh Herr genehmige alle Rechtgläubigen, 
Theile deine viele Barmherzigkeit aus. 

36 Lass unserm Profeten Hunderttausend Grflsse zu Theil werden. 
Auch allen seinen Vier Genossen so viel. 

Die Abschrift des Kudatku wurde vollendet im Jahre Acht (Hundert und Dreiundvierzig) 
Im Schafjahr den Vierten Moharrem in Herat. 



22' 



— 172 — 

Probestücke aus den uigurischen Sprachmonumenten neuern Datums. 

1. Ein Freibrief Timurs. 

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Ob t^^ |b ^*- H^ pisi|)ü^ 



Ich mächtiger Timur befehle: 

Den Helden vom rechten und linken Flügel, dem guten Oberhaupte der Hunderttausende, den Com- 
mandanten der Tausende, Hunderte und Zehn, den Kadi's und Mufti's der innern Dörfer, den Scheichen und 
Sufi's, den Siegelbewahrern und Spendenvertheilern , den Wegaufsehern, den geheimen Wachen und Polizei- 
Agenten, den Speise- und Getränke- Aufsehern , den Falken-Aufsehern und Löwenbändigern, den Schiffern und 
Brückenbeamten, und den Marktbewachern ; dass: 

Mehemmed Inhaber dieses Freibriefes; dessen Vorältern von der Zeit des frühern Sajin Chan laut 
Freibrief im Rechte des Adelsstandes waren, und dessen Vater Hadschi Bairam Chodscha Von unseren fürst- 
lichen Vorältern geliebt im Besitze des Freibriefes bestätigt wurde — dessen Bitte wir genehmigen, auch von 
uns geliebt und geschätzt sei. — 

Vom heutigen Tage angefangen sollen seine Söhne Hki Hadschi Mehemmed und Mahmud in der 
Krim, im Bezirke der Vierzig Orte in der Umgebung des Ortes Namens Sudak, in der schon von frühem 
Zeiten her frei erklärten berühmten Festung Indirgi sammt Ländereien und Gewässern unabhängige Terchane 
(Adelige) sein. — Ihren Gründen und Gewässern, ihren Gärten und Weingärten, ihren Bädern und Mühlen, 



- 173 - 

Probestücke aus den uigurischen Sprachmonumenten neuern Datums. 

1. Ein Freibrief Timurs. 

IS' ^5*^ liLo ;J»f SjJ liJUjy« ^i^L jXjf ol-«y> a^ i5v^ ;jLJ_i^f viLxJ Jjj J^ Jyä lib^f 

lib-sj o^4.^sv^ o'-^ >y' '-'y i5^ ^;'^ y? '>^ y^ o'-^;j-' '^ ;')'-? '^ y^ ^s^^jy^y^ ^s^''-**^ "^ /•^ ,5^^;Lj 
fo ^5^^^ ö^ ol^y '■^^^f; ^;'^ ^r*^ ;/*? O^*^ ^"^ O^ O-^?^ ol^^^" ^^^^ ^.y^^^ "l^;f 
(j-*-^ a^v^ O^-*^ o'^=^r' vl-^;;^^ )-<^ ^^^l-if o'^ >iW^)^ ^5j »^y» pf^*^ ,,5r?L^ ^5^'^'f '^;;)^ 

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den in ihren Besitz übergegangenen Grundstücken, den von früher existirenden Freiorten und einigen Festungen, 
ihren Ackersleuten und Unterpächtern soll Niemand, wer es auch immer sei, eine Gewaltthätigkeit und Unrecht 
zufügen; Niemand soll auf ungerechtem Wege ihnen etwas entziehen, kein Borla (?) Stempel, keine Abgabe 
von Perlen und altem Gelde, keine Magazins- oder Ablagerungsgebühren, keine Diener- und Köchertaxen, oder 
sonstige namhafte Jahresgebühren und Steuern nehmen. — Wenn sie gehen und kommen, ein- und ausziehen, 
soll man von ihnen in der Krim und Kaffa oder wo immer beim Kaufen und Verkaufen keine Stempelgebühr 
und Spenden nehmen; Niemand soll von ihnen die Gebühren des Adelsstandes und der Dienerschaft oder 
Vorpostendienst verlangen, ihre Zug- und Eeitthiere soll keiner einfangen, bei ihnen keine Einquartirungen 
machen, Futter und Trank verlangen. — Sie sollen von jeder Erhebung, Hilfeleistung und sonstigen Zufällen 
geschützt und bewahrt sein, an ihren Orten in Kühe verweilend, sollen sie spät und früh ihre edle Zeit mit 
Gebeten für uns und unsere Familie zubringen. 

So sagend, ist dem Inhaber ein mit goldenem Zeichen und rothem Siegel versehener Freibrief ertheilt 
worden. — 

Im Jahre Achthundert, im Löwenjahre am sechsten Tage des Mondes Schaaban, als wir an den Ufern 
des Dniepers wohnten, ist dieses geschrieben worden. 



— 174 - 
/ 2. Aus dem Bachtiamameh. 

^ ^ »_ik!iioi- ^-*Ä^ f4Ji^ Ö^S^ 01)^}°- ^-^^Aiioi. v-»i^ fujfii> _ v^Ii. -.M:As o^ ^^ ^ -o. qd^j^x 

^v_iiiiiOi- ^-*^L fiiWi ::^Oij- ^0^ Op^ (}D Ö y : .ii r^ ^v-JiiüOi- ^-Ju^ Q^i^O ^2i^ QD^^"^ 

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^Släi. ^ji^ ,;> ^)iJ^ ;ioüat, v-«iiL v-*^ ^9 ^ füt, fli^ fhj^ ^^-i. -_i^ijO£ wäc^ v_jls£o --^i^i5 fi^i^ 

/? 3>2L ^-DiL ^5 ^füfe. 0^ z^^ P^ (> .»^ t=^ >-Aij^ ^flit, >_»£t v^A^jöi^ «-ik^Öi^ fl^kiii. pi^iji^ 

^*^üi- o*t (Ab :^s y^'"^"^ 0^^ ^ c^^ Or^ ^-*^ >-^^\»:iü qg yt>^ o^iLü. ^ -ij. -ü^cL ^ ^ 

rjL ^ö 0,9 ^aaa^ fHi^ ^i^^al (}|^ülu. v < i ^ l , ^ .—^y^ -— *^ />^*^ 0^^^ Ö^t r^^oJ^füiVh^ f*J- j'^ 

^^^^s p^ 03*- f^ ab :p^^ d*- a^ ^2^ p^ p> -o^ ^*^j — ^ r^ (Ab o^ ^^.^s^ ^0 a^ 

fhiiM> v_il||j^ ^ Qiiiiü. p^ s_^j|j^ qL ^>_iiiAuji. v_jlIiL ^^:^> ^fu^, v_allL •^-^^ .-Oiai^ ^-.li. ;^Mi2i. 

Gelobt sei Gott Herr der Welten, Gruss und Heil auf Mohammed und seiner ganzen Familie ! — 
Wisse, dass dieses Buch Bachtiamameh heisst, und dass es Zehn wunderbare Geschichten enthält. 
Die Erste spricht vom Glücke, die Zweite dass man in Allem wohl nachdenken und nachsinnen soll, 
die Dritte von der Geduld, die Vierte von dem sich übereilenden leichtfertigen Menschen, die Fünfte 

V von dem sündenlosen Manne, die Sechste von dem redlichen und Gott treu ergebenen Manne, die 
Siebente von Vergebung der Sünden, die Achte von dem Neider, die Neunte von der List der Weiber 
zu den Männern. (Zehnte?) 

Wisse, dass Ebul Muzaffar Azizi Sohn Mohammeds erzählt, nach Said Bin Arizi, dieser nach 
Ishak Bin Abdullah, und dieser wieder nach Bin Jahja: dass es im Kelche Sistan einen schönen 

'^' tapfern weisen und wohlhandelnden Fürsten gab Namens Azadvakt, der Neun Vezire und einen grossen 
Beamten Namens Gemsid hatte, welch Letzterem er ein Landgut als Angebinde gegeben hatte. — 
Gemsid besuchte dieses Landgut, und da er auch eine sehr schöne Tochter Namens Melike hatte, 
welche er sehr liebte, so sandte er einige Diener mit dem Auftrage, dass sie ihm seine Tochter 



— 175 — 



2. Ans dem Bachtiarnameh. 

su!Lj^Ly;.i^^ 



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"^•S) ^^' iS~*^ '^•'^ ■.S^-'r~ ^ 0»A*^ ;^*^ ^^^-)) '■^^♦^^ U>^ ^5)^)"^ j-iiä-ejjf |,x5 J.axJjo 
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von der Stadt bringen sollen. Die Diener zogen sogleich in die Stadt, rüsteten das Mädchen aus, ^ 
Hessen es mit den schönen Geräthschaften, Tauten, Gespielinneu und Verschnittenen in Tragsessel 
treten und brachen auf, um sie ihrem Vater zu bringen. Zufälliger Weise kam Azadvakt von der 
Falkenjagd zurück, er sah Gemsid's Tochter, die sich zu ihrem Vater begibt; er frug, wer sie seie. 
Die Dieuer antworteten, dass es Gemsid's Tochter sei, die zu ihrem Vater sich begibt. Kaum hatte ■S~ 
der König sie gesehen und gekannt, als er sich in sie verliebte, und sprach: , Kehret mit diesem 
Mädchen um, denn ich will sie heirathen." Die Diener sprachen: ,0h Fürst! Gemsid ist Euer getreuer 
Diener, schicket das Mädchen zu ihrem Vater, und wollt Ihr sie heirathen, so schreibet, damit er 
sie Euch mit schöner Haussteuer zusende. Doch der Fürst zürnte, er hiess das Mädchen umkehren, 
Hess einen Kadi kommen, und heirathete sie vom Flecke. ""O, 

Gemsid war indessen seiner Tochter gewärtig, er meinte, dass sie sich verspätet habe; doch 
nach einigen Tagen langten die Diener an, und erzählten ihm, was mit dem Fürsten vorgefallen. 
Gemsid war sehr betrübt; doch um seinem Vorhaben zu nützen, sagte er zu den Dienern: „Kann 



- 176 — 

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es was Prächtigeres geben, dass der Fürst mein Schwiegersohn geworden ist?" Später schrieb er 
sogar selbst an den Fürsten, dass er wohlgethan, ihm seine Gnade erwiesen, und dass er Haussteuer 
und Geschenke bald darreichen wird. Der Fürst hielt diess für wahr und freuete sich sehr. Während 
Neun Monaten jedoch hatte Gemsid Truppen gesammelt, mit vielen Vornehmen sich verschworen, 
zu denen er sprach: „Schon so viele Jahre diene ich diesem Fürsten, und habe seine Ehre gesucht. 
Nun fängt er mir meine Tochter auf dem Wege auf, und macht mich unter Freunden und Feinden 
zu Schanden. Wenn er mich so behandelt, wie wird er wohl euch behandeln?" Die Vornehmen 
schwuren, dem Gemsid in Allem beizustehen und ihm in Allem, was er wolle, Hilfe zu leisten. 
Gemsid machte sich nun mit einer Armee gegen Azadvakt's Stadt auf, und dieser hatte nur dann 
Nachricht erhalten, als die Truppen Gemsid's schon in die Stadt eingedrungen waren, und seine 
Leute, die sie zu Gesicht bekamen, umgebracht hatten. Der Fürst konnte keine Truppen mehr sammeln, 
er sah sich gezwungen, schnell mit der Tochter Gemsid's ein Pferd zu besteigen, und einen kleinen 
Schlauch Wasser, als auch etwas Mundvorrath mit sich nehmend, zog er aus der Stadt, floh in die 



- 177 — 

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^oJo JjJtwjuO sii 0*"^^ fo^^Lcj.S' ;iLJL« J.f _äj 



I 



Wüste gegen Kerman zueilend. Nach einem Marsche von Drei Tagen und Drei Nächten kamen sie 
zu einem Brunnen, wo sie sich lagerten. Die Frau des Fürsten war schwanger, und wurde hier am 
Brunnen von einem Knaben entbunden. Der Fürst sprach: „Wenn wir hier mit dem Knaben uns 
abgeben, mag der Feind uns einholen und gefangen nehmen." Worauf die Fürstin antwortete: ,0h 
Fürst! Hundert solche Knaben mögen dir zum Opfer werden." So sagend, wickelte sie das Kind in 
einen Külir genannten Atlasstoff, band ihm einige Edelsteine an den Arm, legte ihm zum Kopfe eine 
Handvoll Goldstücke in einem Tuche, und das Kind, das sie am Brunnen zurückliessen, dem Schutze 
Gottes empfehlend, zogen sie weiter. — Gemsid, nachdem er die Stadt eingenommen hatte, und seine 
Tochter nach vielem Suchen nicht fand, setzte sich auf den Thron des Fürsten, tödtete Viele und 
beschenkte Viele, und fing zu regieren an. — Nach einigen Tagen langte Azadvakt sammt seiner. 
Frau in Kerman an, dessen Herrscher sie hoch achtete, und nachdem er ihren Zustand erfuhr, reichlich 
beschenkte. Er wies ihnen eine schöne Wohnung an, war sehr aufmerksam gegen sie und sprach: 
„Geduldet einige Zeit und ich will euch in eurer Angelegenheit helfen." — Der Fürst lebte nun 
in Kerman in grosser Behaglichkeit. 

" 23 



Wörterbuch. 



23* 



I 



tJo wie das Wörterbuch in meinen cagataischen Sprachstudien nur jenen 
Theil der osttürkischen Mundart enthält, welcher im Osmanischen entweder ganz 
unbekannt ist, oder in anderer, wenngleich synonymer, Bedeutung vorkömmt, ebenso 
habe ich hier nur jenen uigurischen Wortschatz angeführt, welcher in den der 
europäischen Gelehrtenwelt zugängig gewordenen osmanisch und cagataischen Wörter- 
büchern nicht zu finden ist. 

Was ich gebe, ist daher ein specifisch-uigurisches Wörterbuch, und ist zwei 
verschiedenen Quellen entsprungen. 

1) Die in Interhnearglossen von spätem türkischen Lesern des Kudatku Biliks 
gemachten Interpretationen, welche in cagatai - türkischer (folghch die jüngere ost- 
türkische Mundart), arabischer und persischer Sprache theils mit arabischen, theils 
mit uigurischen Schriftzeichen geschrieben sind, und im vorliegenden Wörterbuche 
mit einem Sternchen versehen die fragliche textuelle Interpretation zur Seite haben. 
Die Entzifferung dieser mit absichtlicher Nachlässigkeit ohne Punctation hingewor- 
fenen arabischen Schriftzeichen war oft mit vieler Mühe verbunden, doch sind 
derartige Interpretationen zumeist ganz zuverlässig, weil sie theils in den Regeln 
der Lautverwechslung, theils in den mit neuern türkischen Mundarten angestellten 
Vergleichungen ihre gehörige Bekräftigung finden. 

2) Solche Wörter, deren Bedeutung aus dem geistigen Zusammenhange des 
Satzes aus den Regeln der Lautverwechslung oder angestellten Vergleichungen 
ersichthch war. In dieser Kategorie befinden sich noch Einige, deren Bedeutung 



— 182 — 

die Genauigkeit entbehrend, nicht ganz zu verbürgen ist, und ich habe es auch 
nie unterlassen, solche mit einem Fragezeichen zu versehen, — doch die grössere 
Mehrzahl wird sich dem Leser wohl bald einleuchtend machen. 

Zum Behufe derartiger kritischer Erwägungen sind tiberall, wo es nur thun- 
lich war, Citate theils aus den hier mitgetheilten Probestücken, theils aus dem 
inedirten Texte des Kudatku Biliks angeführt worden *). Diese bilden so zu sagen 
den eigentlichen Beweisgrund, und sind auch nur dort ausgeblieben, wo eine allzu- 
geringe lauthche Verschiedenheit von den analogen Wörtern anderer mehr bekannten 
Dialecte den Beweis unnöthig machte, oder wo ich in Anführung einer bezüghchen 
Stelle durch die UnleserUchkeit der Handschrift, oder Unkenntniss des einen oder 
andern Wortes gehindert war. 

Was nun schliesslich die Vergleichungen mit den verwandten Turk-Mundarten 
betrifft, so habe ich mich aufs Jakutische, Cagataische, Osmanische, Mongolische 
und Magyarische beschränkt, nicht etwa als ob ich letztere zwei zu den turco-tatarischen 
Mundarten rechne **), sondern weil der türkische Wortschatz, den sie verbergen, 
durch unzweifelbare Spuren des hohen Alterthumes dem U'igurischen viel näher 
steht, als andern neuern türkischen Dialecten. 



*) Die in Parenthese gegebene Zahl bedeutet die Seitenzahl des Originaltextes. 
**) Vom Verhältnisse des Magyarischen zu den turco-tatarischen Mundarten habe ich in einer selbst- 
ständigen Arbeit „A magyar e's török tatär Nyelvekbeli Szdegyeze'sek" im achten Bande der philologischen 
Mittheilungen der Ungarischen Akademie 1869 gesprochen. 



«, e. 



= wird als Ausrufungszeichen vor den im Vocativ 
stehenden Hauptwörtern gebraucht, daher wir diese 
mit ej = oh interpretiren. Qo^ö = ^J beki = oh 
Fürst! ic*^ v—JLlyü. := ej erzik tonga = oh 
edler Grosse ! Manchmal bedeutet es ein isolirtes a 
oder ^, als : f»^ ^ asiz böse , Q^ = eti sehr, 
po^ =i atak Fuss u. s. w. 

*pL aja (ui.^j) Hand. — Vgl. cag. Lf aja flache 
Hand. 

v—Aiil. ^gib^ — Ql. pl^ ^ p_^ jJ^ü^il^ 

isükil vmni seil aja kirku jeng. Vernimm 

dieses oh du mit rothem Angesicht. (24) 
fini. ajak Becher, Schale, fii^ — ft^^ tamka 

ajak Siegel und Becher Insignien des Vezirranges. 
, — Äiu^ > — iuijL cjenglemek tadeln, schimpfen. 
0^ aji Tugend, Güte, Wohlthat als Gegensatz zu 

p^ ötün Vergehen, Sünde. 

Q.11. y^ p^2. K^ ^cü:. ^£^ Y°"°- 
biliklik büiksiz cikaj bar baji^ okitssuz ötün 
bar aji. Es gibt Weise und Dumme, Arme und 
Reiche, Gelehrte und Unwissende, Sünden und Tu- 
genden. (37) — Vgl. osm. of eji gut. 

fujaü- aJTtmak sagen, reden, ^i. ajii sagend, gleich 
dem osm. dejit, cag. i_a_S'^ (^^^- Nebst diesen kommt 
aber auch pa^.li. aitmak vor, welches aber mehr 
den Inbegriff von sprechen auszudrücken scheint. 
— Vgl. cag. (jjUxjf aitmak sagen. 

pouaii. ajimniak oder > — lutrAL ejünmek sich an- 
vertrauen, sich überlassen. 

ejimdüni bti diinjaka könglüm berib. Ich habe 
dieser Welt mich anvertraut, mein Herz hingege- 
ben. (25) 



fliü. ajik Wohlstand, Fülle, Reichthum. (?) 
pio^q fii^i. — fCl^ püi. lOAp- ^1- 

ctözke ajik berse ekvics bojun. Wenn man dem 

Leibeigenen Reichthümer gibt, beugt er den Nacken 

nicht. (52) 
(^'^ Qi. ajhici Redner , Q^e^^ Qi. ;a1ii^\i sür aj- 

kuci Dichter. 
^iii. ajtuk saglich, sprechbar, ,ißi^ pa^isi- ajtuk 

söz ein sagliches Wort. (22) 
>_»i.j_ ü^ ejmenmek sich geniren, sich enthalten. 

taki ejnienÜT erdim sangga. Auch habe ich 
mich dir enthalten. (72) — Vgl. cag. liJUiUAjf 
ejmenmek sich schämen. 

^Uiii. ailas eine Wendung, eine Schwenkung, so viel 
Raum als zur Ausführung einer Schwenkung ge- 
hört. Q^Ql. ^u*^ :<^^ bir ailas jüri. Mache 
(gehe) ein „Kehrtum". (44) — Vgl. cag. 
^if4J.SLAjf ajlanmak sich umwenden. 

pu pli. ammmak sich bereit halten, bereit sein. 

"o y^ ^-^ f^ Ob p^ c^ &^ 

ej dunja teribsen bajnmas kisi, jekugi anutidi 
anuk tut asi. Oh, der du Reichthümer gesammelt 
und nie reich geworden! Die Esser sind bereit, 
halte du das Essen (die Speise) fertig. (33) 

*^Du. anuk (»oLcf) bereit, fertig, gegenwärtig. pQii. 
ftu*Oj& anuk bolmak zugegen sein, bereit sein, 
fertig sein. — Vgl. jak. ani Jetztzeit, anig'i ge- 
genwärtig, cag. bf cne hier, da. 

fiyiiDii. anutmak bereit machen, bereit halten, 
darreichen. 

V . « li eng, ang (gleich ' — Mtl. jeng Angesicht, 
Antlitz. 



— 184 



gariblik sakmgz sarik kildi eng. Der fremde 

Kummer bleichte (machte gelb) sein Antlitz. (14) 

— Vgl. cag. vibf ang Angesicht, Gesichtsfarbe, 
(Cag. Sprach. S. 215 ist ang fehlerhaft mit 
Sinn, Verstand gegeben; denn .^^■^ ^^^Cjf angi 
ucti heisst besser: Die Gesichtsfarbe ist ihm 
verschwunden.) 
V 11^ £ng auch — aü. z>?^ hoch, meist, zumeist, 

1033^ v_jui. mg borun allzuerst. — Vgl. osm. 

Sf c7i^ eine Partikel, mit welcher der Superlativ 

bezeichnet wird. 
(9aH>ii. eng er ü^ auch ^^^ ingerü hoch auf, am 

meisten, aufs höchste. 

kara tapsa bckke batiijor kopar, 'öze7ikü eter 
ol cngerü akar. Der Gemeine, der dem Fürsten 
dient, hebt sich empor, einen Steigbiegel macht 
er sich und steigt in die Höhe. (18) 

^M- cnc sieh ^^ ine. 

— I^i. anca so viel, — f^ ^e. ol anca nochmal 
so viel. 

p[}Äi. encin ruhig, in Ruhe. ^ . « i j^n . p^u. encin 
ötmek in Euhe verleben. (39) 

>— ti^lt{- j^ii. enclenmek sich ausruhen, Ruhe ge- 
messen. 

tihneii arzn nimet jeting enclejub. Viele 
Wünsche und Segen geniessend hast du dich aus- 
geruht. (83) 
s_*^j,ii. cnclik Ruhe, Stille, Friede. 

tokar kot kicni ilke eiiclik bolur. Es geht des 
Glückes Sonne auf, und Friede bekommt das Volk. 
(39) OO'^ f^ ^-20*^0 köng'ül encliki Ge- 
müthsruhe, Seelenruhe. (79) — Vgl. cag. ^jjJ ^sJjj 
titig/ik Ruhe. 
* — 3*. ava ^ lifiia. — 51. ava offlani ((»of) Mensch, 
also Eva's Sohn. 
»^31- abang., avang {>S\) wenn. 
xcjL. ^»xit. cvek, auch ^— ä^^*- evik eilig, hurtig, 
übereilt. 

pii*^Ö (>*- t°- A*^- ^b f"- ■—^^ 
evek isde jaz ol ani kiltJiajin. In der eiligen 
Arbeit ist Schade, die will ich nicht thun. (80) 



-—•^5*. epinniek sich anschicken, sich anpassen, 
sich behaglich fühlen, sich gewöhnen, sich erbauen. 

■— *4i*^S^ y^ P^*- ojunka epinmek sich an's Spiel 
gewöhnen. ^0*20 "^j^^ epinir köngül das 
Herz erbaut sich. (49) 

l^ll^i. ebinc, evinc Wohlhabenheit, Behaglichkeit, 
Reichthura, Vermögen. ^^ ebinz^., f^^^^ se- 
ving und /1)^9W> keving sind die gewöhnlichen 
drei Synonyma, mit welchen Freude, Glück und 
ähnliche Empfindungen ausgedrückt sind. 

pj)il^r^ /«««behaglich, wohlhabend, reich, zufrieden. 

v—jLi^i. cpik Kunst, künstlerisch, Geschicklichkeit. 

Q^ • — Ä^^i. epikli künstlich, kunstvoll, schaffend, 
vervollkommnend. }:^^^ QJ- ' — ^^^ epikli Ba- 
jatim. Mein schaffender Gott! 

v—Da^ Qf^i 3^-- 0*^"/ 0f<!A3^ 
epikli saj^ai urdu karsi kotnb. Kunstvolle 
Palläste, Höfe und Schlösser verlassend. (91) 

v—Aijil^i. cpilmck, ebilmck gedeihen, vollkommen 
werden, gelingen. — Vgl. cag. JUjf cplii ge- 
schickt, rU^jf eplemek herrichten; mong. g)YS*" 
zusammenpassend. Schm. 24 b. ; magy. ep, voll- 
kommen, cp'ülni hergestellt werden. 

' — «uiÄ^^i- epitmek bereit machen, fertig halten, 
ergänzen, erbauen, erfreuen. 

^■^S^ pioico —t^^ pO^ tr^ aOii- 
negü ol ikin iiking) körme könglüng epit. 
Sehe nicht was dein Uebel ist, und erbaue dein 
Herz. (90) — Vgl. magy. epiteni bauen, erbauen. 
v_Äijil^^ evitmek heirathen, ein Weib nehmen. 

ö^ — A^3^ t~ -^^a r*b 

jemek icmek kö}" ol bii üc biri, taki birisi 
ol evitse eri. Essen und trinken ist von den 
dreien (Genüssen) einer; wieder ein anderer ist, 
wenn der Mann sich verheirathet. (50) — Vgl. 
osm. -A^i^S evlenmek heirathen. 

* — f't)^ abncka (wo) Greis, Graubart. 

Y^^ — t'D^a^ abnckalik Alter, Alterthum. 
^A2li. pü.^t — 'i'-*\p'^ V— S.A10 kitab abnckaligin 
ajor spricht über das Alter des Buches. — Vgl. cag. 
sLÄ.i;of apnska Männchen! („Du mein Alter!' 
wie im Zärtlichkeitstone die Frauen ihre Männer 
anreden, in welchem Sinne das magy. apös Männ- 
chen, Väterchen gebraucht wird.) 



— 185 — 



wJujjgi. (? pty^ apmak) machen, verrichten, ver- 
fertigen, anfertigen, bauen, aufbauen. 

akizdin ara ot ara sub cikar, birisi bozar 
ol birisi apar {eper'i'). Vom Munde kommt 
bald Feuer, bald Wasser heraus, das eine zerstört, 
das andere bauet auf. (47) 

(Die Wurzel ep oder ap ist mit dem Anlaute y 
im Osm. japmak = machen, japi = Gebäude 
vorhanden, ohne / ist sie nur im Cagatai an- 
zutreffen.) 
♦»-jLli^i. v_ä£i£i. cvlik, evlük (p^ chatun) Weib, 
''^'^- Franfrau, in der wörtlichen Bedeutung das Häus- 
liche. ^üAfi- v—Jüi^i. evlik almak heirathen, ein 
Weib nehmen. Im gleichen Sinne wird noch heute 
in Mittelasien unter den Nomaden das Weib mit 
vs'***^ ^5,f oj kisi ^= Zeltwesen, Zeltenmensch 
benannt, nicht weit von dem Ideengang des 
deutschen Wortes , Frauenzimmer". 
wJLli^i- evlik eilig, beeiligt. 
*>.. «ü'^ ' evmek (füjüc^ asnkmak, ^jjciboi) 

eilen. — Vgl. osm. viLe^f ivmck eilen. 
— CJÄ*" '^z'^^i ^bre aufs neue, wiederum, zurück, 
umgekehrt, von v—Jupo^i. evürmek sich umwen- 
den, so wie — ;;j^ aira zurück, aufs neue, von 
fu^ ^i^iL atarmak umkehren. — f^i. y^ 
;yj^ — ^5^ naca eise evre bozar. Wie es 
macht, so zerstört es wieder. (87) 

e- ü^oi^io — to*^ ft)^ PV^ 

sözün barca tingle kerekini al, kereksiz sö- 
zün sen jene evre sal. Höre das ganze Wort 
an, nimm das Nöthige heraus, das unnöthige Wort 
wirf wieder zurück. 
*pi^ci. evren, avran, abran, ebren (liUi) Him- 
mel, Schicksal, Loos. Vielleicht vom Zeitworte 
V «ü'ig y5*. evürmek drehen, wenden, kreiseln, da 
das Wort Schicksal auch in andern Sprachen des 
Ostens von ähnlichen concreten Begriffen abgelei- 
tet ist. e ist auch immer mit letzterem Zeitworte 
vereint anzutreffen. 

v-susjaa^j. Y^v^ p^i. ^i^ ^5^ 
bohl berkü evrefi angga evrül'ub. Es geschehe, 
dass das Loos ihm günstig seie. (84) 



(^1(91. evri umgekehrt, verdreht, unrecht. 

>— * i ^ tl "^ ,9i- evrilmek (oder [ni^^gi. avrilmak ?) 
sich herumdrehen, sich im Kreise bewegen. Y^^ 
-.Q^^gi. evren evrülür das Schicksal dreht 
sich, gleich dem osm. ;)-ü^^ viUj felek dönüjor 
oder pers. 00j.3C>y« liUi felek migerded. — Vgl. 
cag. lilUj.jjf ivrilmek sich herumdrehen. 

s — t i jn ^gi. ebrümek, evrilmek sich wenden, sich 
umwenden. > — tiJa:3^gi. ,iai. ßiz evrilmek sich 
abwenden. 

Q-QiQi^ absunci Zauberer, Märchenerzähler, Be- 
schwörer, der eine Krankheit durch Zauberformeln 
heilt, Quacksalber. Eigentlich ^^s^iy^lS afsungi 
vom pers. ^j^j>*öf Märchen, Fabel. 

QC v—So. evci Weib, Hausfrau, eigentlich das Häus- 
liche, Hausinhaber. 

*^Ii^ ekendis (f)^) Zwillinge (Gestirn) von 
eken., iken zu zweien und dem Nominalsuffixe 
p^ dis, lis, welche letztere Sylbe wahrscheinlich 
auch bei ^Äiu^ sekentis = Venus in gleicher 
Qualität vorkömmt. 

pO^ ekin Nacken, Schulter, oberer Theil des Kör- 
pers. pi<ii. Qiiaaiißo \^^ jasik kötürdu ekin. 
Die Sonne hob ihr Gesicht auf. v—ay^o m Lu^i. 
ekinke ketmek anziehen. |nAjÄaup() pi^j. ekin 
kisartmak das Gesicht erfreuen. — Vgl. cag. 
^J-XJf egin Schulter. ^Uj^j \SMSii\ e ginge koj- 
mak anziehen. 

pO^ ekin, egin manches, verschiedenes. (?) — 
Vgl. jak. agin mannigfach, allerlei. 

v-Ju^i^j^ ekilmek sich neigen, sich angezogen 
fühlen, sich ergeben, nachgeben. 

bti sözke ekildim barir men bii kün. Die- 
sem Wort neigte ich mich, und nun gehe ich. (70) 

potum ekildi jai tek. Mein Körper (Wuchs) 

bog sich gleich einem Bogen. (24) — Vgl. osm. 

liUJi'f ejilmek sich neigen. 
> , « i jC\ ii^i. ekilmek erhöhen, erziehen, heraufbringen, 

ganz oder vollkommen machen. f^ ^OiiO. 

V— iu;j^X>A- ohil k'iz ekilmek Kindererziehen. — 

Vgl. cag. vi)UÄA^f ekilmek bringen, herbringen 

(trkm.). 
/Ci^i. egüs, ekils vollkommen, erhaben, hoch, viel. 

24 



186 



jMii^L. Qi^i^ Qi- ej bükt egüs oh du von hohem 
Wissen! (Häufige Exclamation.) — Vgl. cag. 
•^Jof egiz hoch, vollkommen, magy. egesz ganz. 

biri tu turur kör birisi bokuz , bu ikin 
baka hitsa aski egüs. Eins ist die Zunge, das 
Andere die Kehle, wenn du Beide bewahrst, ist 
der Nutzen vollkommen. (22) 

N— lüy^i. eklik gepaart, vereint. ^-Jtl^i. Qi^ iki 
eklik zu Zweien. 

ii^iiii. ektis, egdis eingeschaltet, einverleibt, -yi^i^i. 
^s^ ektis kul scheint der neuern Benennung 
ofxiüLä. chanezad zu entsprechen, mit welchem 
die im Hause geborenen und der Familie einver- 
leibten, eingeschalteten Sklaven in Mittel- 
asien bezeichnet werden. 

inen ektis kulung men tapukci sening. Ich 
bin dein hausgeborener Sklave, dein Diener. (31) 

fli. ak das Flüssige, das Nass, Thräne. 
püi. QMlüi. akitti akm er weinte, er Hess sein 
Nass (Thränen) fliessen. (25) — Vgl. osm. ^j^jf 
akmak fliessen, magy. kig flüssig. 

fti. ak Schuld, Pflicht, Gebühr, Kecht, Anspruch 
(das arab. ,3^ Kecht ?). 

ötemis bolursen öziing aklarin, olar da öte- 
mis bolur öz akin. Du wirst deiner Pflicht dich 
erledigt haben, auch sie werden ihrer Pflicht sich 
erledigt haben. (79) 

taptikci lar aki bek ler öze. Der Anspruch 
der Diener auf den Fürsten. 

—Alt -dt ^4^*. ^3 h t-^ P^=a 

bülünler hakki var melikler öze. Das Volk 

hat Ansprüche auf die Fürsten. (3) 
^ ^üi. akari empor, in die Höhe steigend, von 

fufüi. ahnak emporsteigen. ,|y^li*b C> ^"*- ^^'^^'^ 

tekinc empor gelangend. (86) 
^ fli- ^^'/' freigebig, edelmüthig, ein Synonym mit 

v_Ai^. •^^ajdiii kenk clik weithäudig. — Vgl.mong. 

^iux. aku grossherzig., grossmüthig. (Schm. 6. b) 
püi. aki7i ( ^) stumm, taubstumm, sprachlos. 



fh^ i^ f^ akilik Freigebigkeit, Edelmuth. 

saran bolnta ilik aki bol aki., kalir mengt 
ö/mes akilik oki. Sei nicht geizig, habe eine 
freigebige Hand, ewig bleibt und stirbt nicht der 
Freigebigkeit Euf. (29) 

fii^ ,n^i. akir/amak ehren, schätzen, achten. 

f^ ^}^üi. akirlik achtungsvoll, ehrwürdig, Achtung, 
Ehre, Auszeichnung, ein Gegensatz zu flc^ /Ci>^ 
uciizluk Verachtung, Geringschätzung. 

fiij^iu. akitmak spenden, austheilen, verschenken, 
ausleeren. 

(yi ^ fti. aki ci Zahlmeister, Spendenvertheüer, 
Rechnungsführer. 

bitik bilse sakis akici bolur. Wer der Schrift 
und Rechnung kundig ist, wird Zahlmeister. (58) 
^i. akis der Aufgang, das Aufsteigen, das Em- 
porsteigen. 

akiska enis ol atizka batik., sakingka se- 
ving ol acikka tatik. Jedes Aufsteigen hat ein 
Herabsteigen, jedes Hoch ein Nieder, jede Sorge 
eine Freude, jedes Bittere ein Süss. (24) 
^güi. ahi Gift, Galle. 

seker din sücik rek söz aittim sangga., aku 
din agik keldi janki mangga. Süsser als 
Zucker waren die Worte, die ich dir gesagt, und 
bitter wie Gift kam die Antwort mir. (56) — 
Vgl. cag. ^f Gift. 

po^i. akmak aufsteigen, hinaufsteigen, fi^iu- (pö. 
öri akmak in die Höhe steigen. f4i"i- JO ^^f^ 
tör ke akmak in die Höhe gelangen (auf den 
Ehrensitz aufsteigen) ein häufiger Ausdruck für 
Empörkommen. — Vgl. mong. ifQui. Berg. (Schm. 
6. b.) 

piaili. akrik Schmerz, Leid, Weh, [^.viili. ^ bai 
akrik Kopfweh. 

,33111. akru leise, schwach, (anstatt 3a ;^iüi. akir 
ru eigentlich :<i^^ mit dem Adverbialsuffix ^ rii 
so wie das cag. ■^S p^j agir agir leise, leise). 



- 187 - 



f^^e^ Ob f^ &^ 0^ v-sßaoi. 
jürüb bardi akru tokiti kapuk. Er ging hin 
und klopfte leise an der Thür. (57) — Vgl. cag. 
(jjj^f agi'm leise. 
flo:iiu. akruk Schmerz, Leid, Leidwesen. 

kisi akruki bolmasa bu bolpiz. Wenn des 
Menschen Leidwesen die Kehle (Schlund, Frass) 
nicht wäre. (53) — Vgl. cag. ^j-c^f <^g^"i-g-: 
osm. v5vc.f agri Schmerz. 
pijOli'iL akrumak weh thun, schmerzen. 

bu Ajtoldining kör jiki akrudi. Dieses Ajtol- 
di's Uebel schmerzte, sieh! (24) 

ioi^üi. akstm Schelm, schelmisch, spassig. — Vgl. 
cag. ^;>****Jsf aksin Schelm. 

fü^^ /pip^ aksimtlaniuk Muthwille haben, aus- 
arten, sich berauschen. — Vgl. mong. />24^ 
achsum ünmässigkeit im Trinken. 

f^ em (auch /).^ im) Medizin, Heilung, Arznei. 
— Vgl. jak. am, mong. /)i. cm Arznei. 

Vi \\\^\ emik hebend, gesund, wohlauf, wohlthuend. 
>... » l ^ i ^ \^j^ kilki emik sein wohlthuendes 
Naturel. 

*^s^ emol (sJu*iiof) leise, sanft, still, gelassen. 
^j^ ^ ^U^ = ej kilki emol oh du von 
sanftem Naturel! 

^c^ ^Dji. emolhik Sanftmuth, Gelassenheit, der 
Gegensatz zu ' •>{_ . v .tri t, eveklik Eile, Ueber- 
eilung. — Vgl. mong. ;ao^ Ruhe. • (Schm. 
10. b.) 

v-jui^ cmgck Mühe, Arbeit, Drangsal, Beschwerde. 

v_jLi^ v_jaoii- cmgeklik mühevoll, mühsam. — 
(Vgl. cag. lillX^-jf emgek Mühe, Arbeit. Osm. liLef 
emek Mühe. ( JoJCxf emektar ein alter Diener), 
mong. ^-iiM>ii- emgenil Angst, schwere Sorge, 
emgek Krankheit. (So laborare krank sein und 
arbeiten.) 

v... ii i j iOjU. emgemek quälen, peinigen, Arbeit ver- 
ursachen. 

Ot >— A^o^ der sich Plagende oder Quälende. 

V — fcuiiii^u. emgetmek jem. plagen, quälen. 

> Ȇ ' L Jt^ em-lemek heilen, kuriren. 

OO^'t />*- emlekuci Arzt. Ein Sjmonym von /)Mi- 
kam Wunderdoctor. 



' *ü{f'^i' emrnlmek , emirülmek oder amrul- 
mak (?) sich beruhigen, sich beschwichtigen, in 
Frieden sein, still sein. 

sözün kesti Ilik özi emrülüb. Ilik brach das 
Wort ab und beruhigte sich. (90) — Vgl. mong. 
:^a^ amu7' Ruhe, Zufriedenheit. Klapr. fü^i^ 
amirak verbunden. (S. 26.) 

qSW emti nun, jetzt. 

Q|Ui- eitici Heiler. ^^ A^Üzi^ ' — «^ f^\^ talim- 
ik emcisi der Heiler vieler Uebel. (57) 

^ el (^ ^i. eli) vor, zuvor, voraus, i^ v_ fc i ^j i. 
elingde vor dii-. — Vgl. cag. ^f eli »^oJf 
^/<if?'; magy. ^/(?, elött vor. 

^ «■/ List, Betrug, Schlauheit. 

'"OCf^ ^^"^^ (p**Jf:^ jalkan) der Schlaue, schlau, 
pfiffig, trügerisch, p^i. Q-Qji. a/ifV ö^/^;« trüge- 
rische Welt (üblicher Ausdruck). ,;jojA9 — h^ OÜi^' 
ß/« hile (sJUis.) <5z7«r ein Schlauer, der List 
kennt. (43) — Vgl. cag. Jf al Trug. Täuschung 
mag}', dl falsch. 

^ al hochroth. fuf^ ^ M>üj_ mcngiz al kil- 
mak wird eben so wie ftu^SAi^ A^"J- men- 
giz kisartmak für ,sich Ehre verschaffen * (das 
Gesicht roth , erfreuet" machen) gebraucht. 

KX. al Zustand, Lage, wahrscheinlich statt ^ hal 
JLs-, da im Uigurischen, wie aus vorliegender 
Handschrift ersichtlich ist, der aspirirte Laut k 
unbekannt war. So finden wir ^ os immer 
statt chos angenehm, >— 2Ji. erf statt harf 
Buchstabe, — ^ ile statt /lile List u. s. w., 
natürlich immer bei fremden Wörtern. 

*QL4U. alevi {^yXs^) Nachkommen des Propheten, 
interpretirt mit js-y« seid, da man im östlichen 
Turkestan in den ersten Jahrhunderten des Is- 
lams unter Abkömmlingen des Propheten nur die . 
Mitglieder des Hauses Ali, die vom Parteihass 
verfolgt in die fernsten Regionen gingen, verstand. 

"O b^ ^^^ («yL»;;^) niedrig, gemein. 

obtitsuz kisi ol kisidin all. Der schamlose 
Mensch ist der gemeinste der Menschen. (40) — 
Vgl. cag. osm. üiJf alt unten, magy. al unten. 
> «i**i_ > — fc^u. cliklemek anfassen , angreifen . in 
die Hand nehmen. 

24* 



— 188 — 



v_o,^ alp^ elp, tapfer, heldenartig, gewaltig, stark. 

V— «i^ai. N—au. 100^ iongga alp jürek ein 

grosses starkes Herz. (4) ;ji. v— aji. alp er Held. 

— Vgl. cag. i_Jf alup gross, mächtig, osm. 

^^^^ i_Jf alp Arslan der Held Arslan (eiu 

Selgukenfürst). 
3JI. alva Zuckerwerk, das arabische f^JLs- helva 

halva. (Sieh die Thesis ^aii. ^/«r Grütze.) 
fbj. v_2^ alplik. Tapferkeit, Heldensinn. (Sieh 

^ ftcaai) korukluk) 
fü^i^ ^ alkinmak täuschen, betrügen (von der W. 

^ ö/ Trug, daher von al kilmak Trug thun ?). 
füj^i>^ alkimak segnen, Gutes wünschen, ^^i^ 

Q^»^ 3^J^ ö^i^i alkijii, ökti viel segnend 

lobte er. (80) 
^^Of^ alkitmak besänftigen, stillen, beruhigen, 

von der Wurzel ^-Jiji. alk. v—^i^ qL ^Q^iGo 

köngülni alkit stille dein Gemüth. 
b^ altin unten (von rt^// unten und dem Adver- 
bialsuffixe un). 

Qo»b fi> — :jm> p^Ji- pb fi- ;^'- 
atiz arsdin altin karaka legi. Vom hohen 
Himmel bis unten in der Erde. (6) 

|a[)m. (^3Ö) cilcin (Zeus) ein kleiner rother Falke, 
welcher unter obigem Namen noch heute in Mittel- 
Asien bekannt ist. 

fü^iyfi. alsikamak wegnehmen, eigen tl. langsam 
wegnehmen. 

<5/^ ?^^ «?«^ ti4riir er kütezmese öz, basin 
alsikar tcrk isit bu söz. Diese drei Dinge sind 
es, wenn der Mann sich nicht hütet, nimmt es 
langsam den Kopf ihm weg. (59) 

:^ ar, er Mühe, Beschwerde, Plage. Hiervon ^^ 
artas Gefährte, Leidfreund, so wie osm. ^fo^5C«f 
emektas Mühefreund. 

^:,Oib ^ooüj- ^Aii^i. pb fü yt>t)^ ^ 

6?7' ?'iw^ mendin emgek mangga tekir. Habe 
(trinke) keine Mühe von mir, die Arbeit geht mich 
an. (17) — Vgl. jak. arac Mühe, Anstrengung. 

— y. ara mitunter, zuweilen, entweder, in welchem 
Falle das entsprechende oder mit ^ — -^i-arala 
d. h. ara ile gegeben ist. Beispiel sieh ^^ 
totu. 



^i^i. eren der Mann, Held. In den westlicheren Dia- 
lekten nur in der Mehrzahl gebräuchlich, jl^f of ü» 
ha erenler ihr Tapfern! Sieh Q^ [Cm:^ j'anikli. 

■— ^ Ai. erat, arat, Leute, Volk, Kriegsvolk, Keiter- 
volk, Kriegsleute, von -jl er Mann und «—Sli. at 
Pferd, also Mann und Pferd. Ein Synonym mit 
w»^cl cerig und Q'^ sti, su Heer. — VgL 
mong. v_^i. arat Volk, Leute. (Schm. 14. c) 

;\i3i. aras grobe Wolle, Kosshaare. (?) 

*p:Si. arin, erin (uy^jo.o) hart, fest, grob. 

f-J- K=^ pf^b Y^ f^i?- pb ^-»^a 
— ,^'fc A^'f p^*- ^b C>^- 6^{^Ö ^-a^::^ 
özüngtin ulukka tilin üzenme {usanme ?), g^^- 
z/a^ /§z'//^« jerde arin sözlcme. Zanke nicht mit 
jenem, der grösser ist als du, wo du antworten 
sollst, rede nicht grob. (62) 

v_*iiLl:ii. erinmek sich behaglich fühlen. Gefallen 
finden, sich erfreuen. u>t^ ^o. Q^iliai. erindi ol 
onga er fand Gefallen an der Stimme. (70) — — 
Vgl. jak. 7ira/i zierlich, fein. 

^— »-^i p-i- erincik ekelhaft, abgeschmackt. 

^aja3 v_vii pji. fz^ _^^i^ 1^^ ^Qip. 
tizun sözlese söz erincik bolur. Der lange 
spricht wird ekelhaft. (56) — Vgl. cag. ^*jf 
ering ekelig. 

«—»^1. erik^ auch v— »cüi. erük Kraft, Macht, Stütze, 
Hilfe, kräftig, stark. ' — »i^ ^^*^- :^^ v_»^i. 

erikler jetirmek Hilfe reichen, f^ü^^^ ' >-^^ 

erik tutmak oder fi^if^ö v_»^ai. erik kilmak 
sich anstrengen, sich zusammennehmen. ^^ fiAi> = 
»—»aai. ej kilki erik oh du von starker Na- 
tur! (86) — Vgl. jak. arai Leiden, Beschwerde (so 
cag. '^yjo munk Mühe, Arbeit), mong. ii^i. 
Macht, Vermögen. ^Oi^i. Marter, Pein; magy. 
erö Kraft. 

• — lujo^^li. erikmek (auch v—iuufoJ^i. eriklemek) 
wachsen, kräftig werden, zunehmen, festen Fuss 
fassen. 

ising is öze bolsa erikleb kalir. Häufest du 

Ai'beit auf Arbeit auf, wird sie noch mehr wachsen 

und zurückbleiben. (78) 
v_Ayii^ > i tri t eriklenmek an Gewalt zunehmen, 

stark werden. 
;Ui^ pliü. ariksiz untugendhaft, unrein, tugendlos. 



— 189 — 



ariksiz vezir jaraksiz bolur. Der Vezir ohne 

Tugend ist auch ohne Nutzen. (39) 
^lif^^ai. arimak reinigen, säubern. 

^i. V — « i ^iii^ (}^J?6 A°**°a — »^-^ 

«rw« bokiiz boldi asking eküs. Eeinigst du 

die Kehle, wird dein Nutzen viel (hoch). (76) 
^■ ^IJ>^1^ erüniek mager werden, zurückgehen, 

schlecht werden. 
■ ^^'^^^' eritniek vernichten, vertilgen, ausrotten. 

?</«j /^^«^ icitide bu okrin erit. Rotte die Diebe 
im Volke und Dorfe aus. (79) — Vgl. osm. 
viUxjjf eritniek auflösen, schmelzen lassen. 
Al^i. eric auch /D*^^ ^r/w Hoffnung, Aussicht, 
zumeist als Synonym mit 3*^*- arsii Wunsch. 

f^ 5*if?a f*v*- — tr^a av^*- /i>^^ 

eric arzu birle esen bolku bas. Mit Hoffnung 
und Wünschen sei das Haupt gesund. — Vgl. 
jak. äräm Hoffnung, cag. |^of irim Hoffnung. 
*f^^ eric ((jä-jL^f) Euhe, Friede. Das Juxtaoppo- 
situm von >_*it^ cmgek Mühe. 

tünek ol btc diinja miisulman özc , timek de 
eric kolma könglüng tüze. Ein Kerker ist diese 
Welt dem Muselman, im Kerker verlange keine 
Euhe, und beruhige dich. (68) 
N- „«£j ii {_ . /(Vi^ ericlenmek sich beruhigen, in Ruhe 
leben. 

ericlenkü Ilik tiriikti häun. Ilik soU sich be- 
ruhigen und in Glück leben. (83) 
^i- eris^ aris Gemächlichkeit, Ruhe, Friede, der 
Gegensatz von v— Jo^i^i- emgek Mühe. 

^.i^JDl. ^ _^. v-AiOJi- — t^a r*^^^ 

•<^' ^^^in:^ ^ü^ö — t^^a /i}^a*v 

eris birle emgek janasu fürir , seving birle 
katku jüresü jürir. Euhe mit Mühe gehen ab- 
wechselnd einher, Freude mit Kummer gehen 
nebeneinander einher. (13) 

(,Llü. cris scheint von rt)^^ eric dialektisch 

verschieden zu sein.) 
a^ aru schön, gut, schicklich, passend. fkiaai. 
arurak besser, schöner. 



;;' 



Vgl. cag. ^Uy 



sözlefnek inu aru sök turmak niu. Ob reden 
gut ist oder stillschweigen. (19) — Vgl. cag. 
if aru rein, schön. 

erk. Sieh > — fc^i. erik. 

(5ar ^rj'« jasukimi kina erk sangga. Habe ich 

eine Sünde, bestrafe, dir ist die Macht. (16) 
— i Lltj^i. erklik mächtig, stark, gewaltig. v_ Jü^i^i. = 

>— ^ i^a ^j erklik Bajat. Oh mächtiger Gott! 
O^yii. erki das Sein, ein Nomen verbale von > — «0^^ 

ermek (cag. j^vjf irkü von ^{joyi^ irmek sein). 

Q ^ QO^ a*^"- ^'^.^^^ ^r/^z' ß/z' wie sein Zustand 

ist. (91) 
*^LlÜ3i. arkis (O^;/^) Karavane. Q ^üai. QiA^ 

kitai arkisi die Karavane aus China. 
pü^i. arkun die Schlinge, womit man die Pferde 

fängt, das Lasso, 

OHr AH? — f^ P"^^ — Ai'ai^Io^ tAS^S 

kafil (JjLi.) ni'ündüng arkun jene tazi dei. 

Sorglos hast du die Schlinge bestiegen gleich 

einem arabischen Füllen. (83) 

Lasso. 
*fiau:ii. arkuk (W*^ j'aman) böse, hinterlistig, 

versteckt, betrügerisch. 

/O^i^ fisH^ii. 05 fo ^i- :> CA9 "^ 

/«/^z' biri erke bu arkuk kilinc, arkuk kilinc 
ka bolma sevinc. Eins sei auch dem Manne die 
böse That, in böse Thaten sei nie verliebt. (11) 
— Vgl. mong. ^uM. argha List, Betrug. (Schm. 
16. a) 
>— ^t ^ i- ermek werth sein, würdig sein. 

j'^«/ erdüküng dek ögümcs özüm. Deinem 
Verdienste nach kann ich dich nicht preisen. (6) 

._ inC^ ai. eräik Werth. (Sieh oberen Vers.) — Vgl. 
magy. erni werth sein, eriek Werth. 

Qtt C i ^ i. erteni Juwel, Kostbarkeit, Schmuck. 

^ö/^ö keldi Ö7'leb ziba kilkani^ a^un mengzi 
boldi osong erteni. Sich erhebend stieg sie 
(Sonne) empor Zier machend, einem Juwele gleicht 
das Antlitz der Welt. (55) 



— 190 



ohd erteni körüklük turnr. Des Wissens 
. Juwel ist schön. (10) — Vgl. mong. Quilai. 

erteni Kostbarkeit, Juwel. (Schra. 33. a.) 
* fü^^Si. artak (MJa^ jaman böse, Schaden) Schaden, 

Verlust. 

bütün artakin kör bu bekler tözer. Des Volkes 
Schaden sieh! machen die Fürsten gut, (79) Vgl. 
magy. ö'r/ö:«/ schaden, schädlich sein, vomWurzlw. 
kdr^ uig. fü:iM> karak Schade. 

/)i^2i. artam^ ertem, er dem Verdienst, Vortheil, 
Nutzen, als Synon. mit fll»fi. azik. Nutzen ge- 
bräuchlich. ^ /)*^^ tr^ /z/ erlern leri die 
Vortheile der Zung€. Als Gegensatz figurirt v— 2-1*. 
ajib ( >_Axa ) Fehler. Als ^i^V ^■ li ' ^^ O />i^^ v— S-^ 
ajib artani kärünmis sangga. Der Fehler 
schien eine Tugend dir. (50) — Vgl. mong. 
j()iiiai. erdem Verdienst, Kunst, Geschicklichkeit, 
magy. erdem Verdienst. 

fufi^lai. artamak schaden, Böses thun, beeinträch- 
tigen, ^^i^^ >— O i^^i. Q^ ati artab kalir sein 
Name wird beeinträchtigt. (63) 

kaliartasabek anikim söker. Wenn der Fürst 
Böses thut, wer wd ihn schimpfen? (74) 

p*^ Jb*^^ auch *— *-^ /)*^^ (also unbestimmt ob 
artam oder erteni) verdienstvoll, tugendhaft. 

^uii^i. ar/ßi Gefährte, Synon. mit ^i. ß/a.y, ^uii^ 

po j ila^ai. artukliik das Uebrige, was noch übrig ist. 

^ Qi. ^ v_»iCÜ2^£ii:il. iL 

«^ artukhikimg bar aj kese. Sage kurz , was 
du noch übrig hast. (54) 

pljiyiai. ersalik^ richtiger f^^"^- irsalik Be- 
schaffenheit. 

- — "^4"^ crzclik ^ richtiger >— *.^ t"/^^ erzellik 
Schlechtigkeit, Niederträchtigkeit. Eigentlich das 
arabische Jö,f , der Comparativ von JLsvi, elend, 
niedrig. Durch unrichtige Orthographie sind beide 
im Texte nur schwer zu unterscheiden. 

*v_xli^ arzik, erzik^ v_»^»^:il. irzik (liLi) fromm, 
gut, edel. Zumeist bei einer Aufrufung gebräuch- 
lich. —0^5 v_jLii^3i. ^ ej erzik tonga. Oh 
edler Grosse! — Vgl. mong. ()»p- arsi ein Hei- 



liger, Klapr. S. 17 Q*^ arsi ein Unsterb- 
licher. 

N-JU4_ N_*^i. erzikmek edel sein, edel werden. 

^ ^u^ V «^i^^i. fCü. ^ji\3 »-titl, 0^«^ 

/'z!rz «^^^^ birle ersa erzik mes ol. Durch Hab 
und Gut allein wird der Mensch nicht edel. (49) 

' «>{_ > l^ l^ '1 i erziklik Edelsinn, Vorzüglichkeit. 

p«^ arsin^ arzin edel, fromm, gut. P*^*- 0^^ 
eti arsin sehr edel. (14) 

\Al. atak Fuss, das Bein, pjiü^i. v_^ ag ^ tört 
ataklik vierfüssig. p i u ^L atakun auf den Füssen, 

ftij^io^ Q3ß. inüi C it atakun öri turmak auf den 
Füssen stehen, standhaft, beharrlich sein. — Vgl. 
Klapr. S. 19 f**^*- adachi^\i&%^ jak. ö/«c>^Fuss, 
cag. osm. j^Lf ajak Fuss. 

fü^i^i. atamak nennen, benennen, heissen. 

atakai seni inija eci. Er möge älterer oder jünge- 
rer Bruder dich nennen. (61) 

^1. atas Freund, Gefährte, ^i- ^uÄ^ — {^ aja 
koldas atas. Oh Genosse und Freund! 

fh^ ^1. ataslik Genossenschaft, Freundschaft. — 
Vgl. cag. ^bf atas (eigentl. at Name und tas 
Freund, so wie pers. ^\^ .b nam das). 

(^1-, oti= eti^ Q^ iti sehr, stark, viel, gleich dem 
osm, do ^^^ immer als Verstärkung einem Bei- 
worte beigegeben. Q^üul. Q^i. eti jak si sehr wohl, 
sehr gut. > — *üjij^ q^ z'/z öklük sehr ver- 
nünftig. 

*p^i. ß/z« C^ijO ein anderer, übrig, verschieden. 
piii- pt, ;\^ ;;2z'2 fl^z>? atin ausser uns. ft^ p^i- 
atinsik verschiedenartig, auf einer anderen Weise. 

— Vgl. jak. a(in ein anderer, verschieden. 
pi^^i. atinmak sich verändern, ein anderes Aus- 
sehen bekommen, anders werden. 

*wJLi)_ p^i. etinmek (fuffl^i) thun, machen, sich 
zieren, schmücken, pjio ^.^^ii^i- etinmis kelün 
eine geschmückte Braut. (51) 

w*^i. etik fertig, bereit, püj^ v-Juii^i. etik kil- 
mak anfertigen (gemacht machen), bereit machen. 

— Vgl. mong. gpiii. edükü venichten, thun. 
(Schm. 34., a) 

V— *ij- v__jüÄi. etikmek gedeihen, Heil gewinnen, 
glücklich sein. 



191 — 



asiz ler etikmes bohir ej t'özün. Die Bösen ge- 
deihen nicht, oh Rechtschaffener. 

_JL^ etiklik Behendigkeit, Geschicklichkeit. 



asik kilmadi su etiklik iohim. (Dem Tode) 
nützt nicht Armee, Geschicklichkeit und Waffe. (68) 
ft^i. atik Bär. ,311111.^ atiklaju gleich einem 
Bären, d. h. wild, ungestüm. 

;0:>lof — D f^-^ 'y>^ a*.'f?b CPnS 
büri tülki arslan atik ja tonguz, Wolf, Fuchs, 
Löwe, Bär oder Schwein. (76). — Vgl. Klapr. 
S. 15 fu^ adik Bär, cag. i^Ajf aj'ik, osm. ^j 
aji Bär, mong. \)i^iai. ^/^/'^ Bär. (Schm. 75. a) 

^i^i^i. atirmak auswählen, absondern, unterscheiden. 

'—A^^i^ ^i^ilt^ii. p.^^'iiii\ Liib^i. 

atirkan jaraklik jaraksiz kisin. Der den 

Nützlichen von den Nutzlosen unterscheiden kann. 

(41) — Vgl. cag. ^Lcwof ajirmak absondern. 

*^^ etiz^ atiz (^ ^jülo^) hoch, erhaben. fiä"i- ^^ 
atiz alpnak in die Höhe steigen. — Vgl. p^ 
adis Hoch, Klaproth S. 11. 

>-iS{_ ;il^ etizlik Höhe. Erhabenheit. 

fioiüi^ QiiliO QiiijM^ ^ Q^i^ii^g v_aij)c 
etislik tiledi sözük gan turuk^ uäib bardi 
gan kaldi kendi ktiruk. Erhabenheit wollte die 
reine Seele nur, weg flog die Seele und er blieb 
zurück allein. 

ftoiii. atuk berühmt. >— ^Q^> \<£Ljl. ^ ej atuk kut 
oh berühmtes Heil! 

^ca. v_Äi. et öz der Leibeigene, der Sklave in der- 
selben Bedeutung wie /iia. öz. 

;ia wÄi. ^ A^a^a ^|kQ3i> 0:1^3 <_i^:^ (p^3 
ej Ilik bu üc ara semizi javuz, biri it biri 
kus biri et'öz. Oh Hik! von diesen Dreien ist das 
Fette schlimm: eins ist der Hund, eins der Jagd- 
vogel und eins der Leibeigene. (90) Ausser die- 
sem kommt es aber noch in der Bedeutung von 
Körper, das Sterbliche vor, als 

et öz setttrir ersa jilan kurt anuk. Wenn der 
Mensch fett wird, ist auch Wurm und Schlange 
bereit. (83) 
J'^^i- atkir Hengst. — Vgl. cag, vA-Jbf ajgir Hengst. 



mich, hörte mein Wort nicht an. 



*j54>^ etkü^ edkü (liLi) gut, der Gute, immer als 
Gegensatz von f^^ asiz schlecht. 

f^ e'^'^'- OD^"^ ^5S "-*^ '-A^i. 
jürü etkü kil kil ej etkü kisi^ etiklik bolur 
tutci etkü ist. Wohlan thue Gutes oh guter Mann, 
denn Thätigkeit ist immer des Guten Wei'k. (11) 

— Vgl. jak. ütüö gut, ütüör gesund werden, 
magy. üdü Heil, mong. >— ^i-, ed Gut, "Ver- 
mögen. (Schm. 33. b.) 

po^ etkün wohl, gut (Adverb). 

v_aM\uiCi^i. etkülesmek gut sein, friedlich mit- 
einander leben. 

. — »c^i^i. etkül'ük Güte, das Gute. 

^1. atra zurück, rückwärts. > — äj^Oi^ — ^,^ 

atra sürmek geringschätzen, hintansetzen. 

O^M^^b />=f^ 0^^=V —J^ fil- 
meni atra sürdü sözüm tutmati. Er verachtete 

(89) 

atin mündi atra janib. Er bestieg sein Pferd 
zurückkehrend. (55) — Vgl. cag. f,of adra zu- 
rück, ^jLeJof adarniak umkehren, magy. hat 
Kücken, hdtra zurück. 

^ ^<;, ^ ic kein, gar kein. 

ycü=. ftoi. ^ ^ ^.i. ;,eact, pi piise 
bütün cht tiirur ec ali jok oktcs. Ganz auf- 
richtig, gar kein Trug hat die Vernunft. (86) — 
Vgl. cag. jAaJ* hie gar kein, kein. 

— *^ aca (manchesmal nur rj\4. ac) hungiig. 

wAiSio £0^=0=^ fißt, _Ai. _i^i. _-.i. 
ara aca ara tok jükürkil kerek. Manchesmal 
muss man hungilg, manchesmal satt einhergehen. (67) 

fü'Diu acak Oeffnung, Thür. 

Q'j)i. eci^ 01)^ ici jüngere Schwester, oi2l ini jünge- 
rer Bruder. (Sieh f^Ji*^*-.) 

— Vgl. cag. ita-f ece Weib , Gemahlin , mong. 
O^iii. eci Mütterchen (Schm. 34. c) , magy. öcs 
jüngerer Bruder. 

v_£l1'[\i. agib (eigentlich hagib vom v^^-^) Vezir. 

Minister. 
fh^ v—S^'Qi. agiblik Vezirat. 
bj}!. acin im hungrigen Zustande, hungrig. 

pibj. p^ Aü^siS pji. aci7i koimas tinlikin. Er 

lässt nicht hungrig seine Geschöpfe. 



— 192 — 



fto^ p^i. agunhik irdisch, weltlich, der irdische 
Mensch. 

5 ^ "-H (As Y^ pA9 FW- 
agunluk bilinke bati kiit kuri Um seine irdi- 
sche Lende band er Glück und Eang. (13) 
QS p0i. agungi Herrscher, eigentlich der Weltmann 



von PI)!, agun Welt. 



iu^i. esat gesund, wohlerhalten. In Mittelasien heute 
nur als Adverbium bei der Grussformel gebräuch- 
lich. (Sieh Gag. Sprachstudien ^jj>«j( eseii) — 
Vgl. jak. ätän wohlbehalten, 
'p!"^' esenin in Gesundheit, das Adverbium von 
iii^ esen. Q^ P"*^ esenin kari werde alt in 
Gesundheit. (30) 

■ «^y^ U*fi. esenlesniek sich grüssen, sich verab- 
schieden. 

Q^iao O^^^a ;\oi. ^ v_su. Q^^a. ^ 
esenlesti ebge jiiz urdi köri. Er nahm Abschied 
und wandte nach Hause sich sieh! (69) 

s_ju^ Lii|i. esenlik Gesundheit, Wohlbefinden. 

p^i. asik Nutzen, Gewinnst, Profit, Ertrag, fl^ 
fu^WS asik kilmak nützen, frommen. :^^ Q fü^ |i. 
ne aski bar wozu frommt ? 

Q^ pi^ ai-z/^/z nützlich. — Vgl. cag. f^S asig 
Nutzen, magy. haszon Nutzen. 

Mi^ p^i- asikmak nützen, frommen. 

Q^ p.ly. ßjz/C'// nützlich, ergiebig. «— jlOjd. q^ ft^ 
asikli ülük nützlicher Antheü. 

AEl p:^!. asikci Erwerber, Gewinner. 

*pj^ oder ^^= «.s-/^ (O^j y*'^^) schlecht, böse, 
ruchlos. Wird immer als Gegensatz zu ^^kA*- etkü 
gut gebraucht. Scheint von Q^ aß Tugend (jak. 
das Wurzelwort aj recht, angemessen) und siz 
ohne entstanden zu sein, folglich tugendlos. — 
Vgl. Klapr. >_iiii^ ^lsit böser Dämon. 

- iLi^ f<:^ asizlik Bosheit, Schlechtigkeit. 

v-jui^jai^i. esürfnck, auch v— » ii f:i yi. esrüntek viel 
trinken, sich berauschen. 

esürse kali borgi borni icib. Wenn der Trinker 
sich durch Weintrinken berauscht. (88) 
floi|i. azuk^ richtiger plci^iA. jazuk Sünde, Verbre- 
chen. — Vgl. cag. (^Losf azmak fehlen, ii-re 
gehen. 



\^)^ aslik Nützlichkeit, Nutzen. 

f^t /ii^ ^a v-äI^j- ^yüt, —f:^ v-ae. ^ 
fhji^ ^ ^3 _;cu.^ « nC \i^ -' , (^ «_Äi^_^ 
(J/r ^Z' ^r.ya düsmen niing ol jazlik^ ming 
dosttmg ersa bir ol aslik. Ist der Feind eins, 
doch der Schade ist Tausend; doch habe tausend 
Freunde, der Nutzen ist Eins. (60) 

^ fti:i*fi- asraki der Schonende, der Unterstützer. 
^ ^ü^i^ v-jiiji. elik asraki der die Hand ver- 
schont, Helfer, Unterstützer. 

ilik asrakilar ber jüki jutkuka. Gib Helfer 
mir, um die Last zu ertragen. (34) 
fUjili:34^i- asrakmak behüten, beschützen, bewachen. 

urun tarku bohnas bir asrakkani. Amt (Po- 
sten) und Freibrief sind kein Schutz für ihn. (29) 
— Vgl. cag. ^jLef j.«.f asramak hüten, in Schutz 
nehmen. 

(^ t^ 1^ as basci Koch, Küchenaufseher, Speise- 
aufseher. 

Q^i. esü^ asu, asi oder, entweder. 

söz sözlemek etkürek asi sük turmak jekmu. 

Ist reden besser oder stillsein gut? 
füAi^ asitmak {esilmek) besänftigen, beruhigen. 

v_iii\u. pHiico könglün asit besänftige dein 

Herz! 
füjio^ asunmak oder »— « i j i n ^ esünmek sich 

gesellen (von ^ es, as Gefährte) sich an oder 

zu Etwas begeben. 

kaju isde asni asufisa olpis. Zu welchem 
Werke zuerst der Weise sich gesellt. (48) 
Qlyii. asni, ßi^u. asnu zuerst, zuvor, voraus, 

erste, 

seni men okidim eng asniki kirn. Dich habe 
ich am allerersten Tage gerufen. (21) pt, Mj^ä!^ 
Qi-^u. aitmas din asni von dem Sagen. 

töretnies din asni bajat bu alent. Bevor Gott 

diese Welt erschaffen hat. (40) 
Ql^ Qi^ asniki das allererste, das vorderste. 
p£^ 0^^ Qi^i. asniki söz das ganze erste Wort. 



— 193 



p^ pyi. asunmak sich retten, sich befreien. 

katu kirn aswiti otindin kccib. Wo ist der, 
der von dessen Feuer sich flüchtend retten konnte? 
(29) — Vgl. cag. ^U-ijf hinwegschreiten, weg- 
gehen, 
füi^yi. askak umschlagend, übergehend. 



^^ ^ \^y^ b^ tilin askak il hol. Schlage mit 

der Zunge zum Frieden um. (44) Von 
fu^ — fl^ askamak überschreiten, 6ag. ^jU-if 

asmak überschreiten. 
— aü^i. evek eüig, übereilt. 
wjLi^ V— »ri . eveklik Eüe, Uebereilung, Easch- 

heit. 



^ = z. 



*fLlsi. ijik {j\j) Wunsch, Lust, Verlangen. (?) 

fio^iii t^ü^ —/AS 1^-^ fO A^- ^A. 
kilajin tese sen bajatka taptik^ etözke ijik 
berme japkil kapuk. Willst du Gott dienen, 
gestatte (gebe) dem Körper kein Verlangen, 
schliesse die Thür. (65) 

füjii. ijmak herabstossen, herabwerfen. 

LiA. ifian Glaube, Vertrauen. A^ ^ inansiz 
unzüverlässlich. 

rj)ull. inanc Zuverlässlichkeit, Trost, f^ /l)*"^ 
inancsis unzüverlässlich. 

Jt)^l>*i^ "fi> m^^ 

ikimke sifa sen sakingka seving, mungumka 

inangim Du bist meines Uebels 

Heüung , meines Kummers Freude , und meiner 

/Mühseligkeit Trost (54) 

füj^lll. iniimak, auch ftyiliiX inatmak rufen 
lassen, winken. 

>__jlIi, auch v—ü:^ ing oder jing Erfolg, Sieg, 
Vorzug, Vorhand. f^jQß A^ ' — "^ ingsiz bol- 
mak erfolglos sein. (44) 

»— ttl ing zuerst, zumeist, sehr, überaus. Ein 
Suffix zur Bezeichnung des Superlativs gleich dem 
osm. ^\ en oder wie die Orthographie beweist, 
früher eng. p^ip. - — «a1 ing üstün am obersten, am 
höchsten. — Vgl. mong iiüL neng sehr, überaus. 

fuyijil inlamak rufen, winken. 

(p^ no^jp. pojiO 0^ >-»^ 
Ilik inladi kelkin oltur beri. Ilik rief: komm 
setze dich her. (16) 

füjiSlUJ^ indamak rufen, herbeirufen. — Vgl. cag. 
vilLcfoojf indemek winken, ein Zeichen geben, 
magy. inteni ermahnen. 



*j0aV ine if^^) Kühe, Stüle, ruhig, still. 
0^4^!^ )^ /D*^ pt^ ~i^^fi incke tekti er beruhigte 
das Volk. (34) ^^ ^ ine siz rastlos, un- 
unterbrochen. 

ft^j^il. incik betrübt, kummervoll. 

pILi|yA. incikin das Adverbium von letzterem. 

akir boldu könglimg jetrü incikin. Schwer 
wurde dein Herz, sehr betrübt. (85). 
Y^^ incke fein, zart. 

f^SH? y^ ü^oiö- e^iob }^ ^s^fib 

/örä hem toku öngti incke iapztk, uluk hagib 
eise acar ol kapuk. Wenn Gesetz und Sitte, 
Regel und feinen Dienst der grosse Beamte voll- 
füllt, dann gelingt er auch. (46) 

*— »^Oty^ inckelik der Zarte, der Feine. 

wiiii^iyi. inckinmek sich verletzen, sich be- 
schädigen. 

— ,ujiiilDli. ^^ ;U^ v—^ bipi^ 
sözin ket kutez til inckinmesc. Bewahre gut 
das Wort, damit die Zunge sich nicht beschä- 
dige! (44) — Vgl. cag. liJUjuLÄÄjf inginmek 
sich beleidigen, sich verletzen. 

*— *iv5X ivek eüig, hurtig, übereUt. 

;^^ ibar Moschus, Wohlgeruch. 
0^^ ^5^ ^ ;iiüiL jakis j'er ibar toldi. 
Die braune Erde ist mit Moschus voll. — Vgl. 
cag. ,Lof ipar Moschus, Wohlgeruch. 

w»JL oder v_»ii. ik a^^x jik Uebel, Fehler, Krank- 
heit. Oflo — r*ü*fci^ p^ ikin imlemese kisi. 
Wenn ein Mensch sein Uebel nicht heilen sollte. 

Y^i Y^ ^S^i ^i^ Herr, Eigenthümer, cag. bof 
ege, eje. 

^i^iÜ^ ikekü beide, pj)!. ^uiA- ikekü agun 

25 



— 194 — 



beide Welten. ;^i^ t^ ^-^lAi^ ^Wi^ ikekü 
bajat kuUarimiz. Beide sind wir Gottes Die- 
ner, (54) 

iit>l. ikin Beide zusammen, ihrer Zwei. 

piii^l ikikün die Zweie, die Beiden, welches zu- 
meist auf die Diesseitige und Jenseitige (Welt) 
bezüglich gehraucht wird. pj}i- pO\>^ ikikün 
agun die beiden Welten nach (j^^ und ^^jjlJLc. 
geformet. 

^J^^ikile die Beiden. ^^ — ^^0^ Qt» — 1^>^^ 

junmhnadi ikile közi. Seine beiden Augen 
sclüossen sich nicht. (81) 

v_».ijt^Ol. iklemek erkranten, siechen, in Verfall 
gerathen. ^J*KA QO OHHS > . «^" - aning bekliki 
ikler. Dessen Herrschaft geht dem Verfalle 
nahe. (38) 

vm «üO^ ikmek biegen, neigen. ■ — »ifC^ |-^ bojin 
ikmek unterthänig sein (den Nacken beugen). — 
Vgl. cag. vilUJof ekmek, osm. liUS'f ej'mek 
beugen. 

^— ^<A ikh'k erkrankt; sieh ^—Julu^ jiklik. 

^0^. iktis Gestüt. 

^ pi^iii^ ^1^1^ Qi ^ ftp. _j^ 

tarikci tarik ka erik bulsuni^ jime jilkici 
iktis ökletsüni. Der Landmann soll dem Felde 
obliegen, der Pferdehirt soll das Gestüt bewa- 
chen. (80) — Vgl. cag. -^i>5of igdic ein Pferd 
von gekreuzter Race. 

QC ^LA>:Sk. iktisci Gestütaufseher, Pferdezieher, Ge- 
stütinhaber. 

^;A|yi^ ikcil kränklich, mit Krankheiten behaftet. 
Das Suffix ^Js. eil, gil (cag. ^^U» ?,''^^<^Ji ^uch 
JL*^ ^il) ist auch bei andern Beiwörtern an- 
zutreffen. 

^ •_^yO^ iksiti siech, kränklich, schwach, von 
V— JLl ik üebel, Krankheit, ^ ^_^ siti oder 
^ fUi^ siki, ein Suffix, welches an einigen Orten 
als Adjectivsuffix dient. 

jb^, fj^ im, em Medizin. 

ölümge asik kildi ersa ot im. Wenn dem 

Tode Kräuter oder Medizin genützt hätten. (25) 

> ,., « i j i ^j . \ . imlemek, auch em,le7nek heilen, kuri- 

ren. — Vgl. cag. ii)Ley-4jf emlemek heilen, 



N_1L 



jak. am Medizin, mong. j^ em Arznei, Qj)^ 
emci Arzt. 

J j t M ^ imlemek bewegen. v *ü*M^- /^O köz 
imlemek mit den Augen winken, rufen. — 
Vgl. cag. ^^LeSUjf imlamak winken, raagy. 
inog es bewegt sich. 
^ il der untere Sitz in einer Versammlung als 
juxta oppositum von ,;j2f ^ör. 
^ ^ v_»i3io ^ :<^ V— Juaio kerek forde ke- 
rek ilde ob oben oder unten sitzend. 

tapuk bilmese tördin ilke kelir. Der nicht 

dienen kann, gelangt vom oberen zum unteren 

Sitz. (17) 
^ il Leute, po t:^ il kün das Volk, die 

Nation. 
^ // Land, Reich, i^ pji. jiili^Aipaf türkistan 

ilinde in Turkestan. — Vgl. magy. hely, Ort, 

Platz, osm. ^^f,., rumili Rumelien das Land 

Rums oder der Griechen, 
^J^ ilal, ilel sehr wohl! ganz gut! Ein Wort 

mit welchen der Untergebene seinem Vorgesetz- 



ten bejahend antwortet, gleich dem osm. juuü«.f jäL^ 
bas üstüne. (Vielleicht vom ar. JI^ helal 
erlaubt?) Q^^ v_ a .i ^ ^ua. ilel dep hirdi. 
Sehr wohl sagend stand er auf. 
füji^iA. ilinmak sich anschliessen, gesellen. 

mangga kirn ilinsa tutar men ani. Der sich 
mir anschliesst, den halte ich. (17) 

^ —% l ^ ilik Eigenname, Prinz, der Hervorragende, 
der Erste, Herrscher. >— jüj^ Q^**^^ PO kün- 
tokti ilik Prinz Küntokti. Ein späteres Vor- 
kommen dieses Eigennamens begegnen wir mehr- 
mals in der Geschichte. Z. B. Ilik Chan ein 
Turkomanenprinz, der die Macht der Samaniden 
inBochara brach; Kara Ilik, Name eines Fürsten 
in der Geschichte Mirchonds u. s. w. — Vgl. 
jak. ilim der Vordere, osm. liUf ilk der erste, 
cag. ^5^f ilef vor, magy. ele vor, elsö erste. 

flij^ »—jL^jX iliklesmek sich gegenseitig die Hände 
reichen, sich begrüssen. 

— tA9 ^-^ ^ '-"^ O^ft '-'^ 
iliklesti ilik bu seid bile. Es reichte nun Ulk 

diesem Seid die Hände. (71) 



— 195 — 



^ ^^i^Ai. ^lA. tVim atalari die Gelehrten, die 
Väter des Wissens. 

(gajA. ilrü voraus, zuvor, o^f^ ^a^. ^^ ilke ilrü 
kildi. Er setzte ihn an die Spitze des Volkes. 
(23) 

Q^ ilci Herrscher, (der Völker ^ besitzt, so 
wie qc Qoi> kojci Schäfer von (^ koj Schaf), 
der türkische Name der Stadt Choten. 
01^ Q-Qj^ = ej ilci beki oh regierender Fürst! 

v_^ id^ it analog mit der Wurzel v_^ üd 
Heil, Wohl, Glück. 

— Al. ite (gleich — ü^ ige) Herr, Besitzer. 
Q:ii^ ^ /)*^ ertem iteleri die Ausgezeich- 
neten (die Besitzer der Verdienste). (14) 

Q^i. idi Herr, Besitzer, Eigenthümer, Gott. /)A^ 
idini mein Gott! Qif Q^ fio^ f^'^ ^'^^^ ^^'^ 
idisi grosser Herr (Herr der Grösse). 
j^l. ^_A^:ii. := ^' erklik idim oh mein 
allmächtiger Gott! v_^cil^ idikut Name der 
uigurischen Fürsten nach Abulgazi, seiner Bedeu- 
tung nach „ Herr des Glückes " , folglich eine 
schlechte (mit persischem Ezafet) Uebersetzung 

b^^ 'itinniek (^f)j) sich bereiten, sich 
rüsten. 

okugi kelirge anutku kerek, nziin jol jü- 
rürke itünkü ka-ek. Um Schütze zu werden, 
muss man sich vorbereiten, um auf langen Weg 
zu gehen, muss man sich ausrüsten. (30) 

'- »,>C\V itik, häufiger s—xl^ii. ßtik scharf. 
fc^ v_4^:l itik k'öz aufmerksames (scharfes) 
Aug. ftfi»^ V «^'^^ AQo k'öz itik kilmak das 
Auge schärfen. — Vgl. cag. iill*Äjf scharf, 
flink. 

> »>C\ .l. iiik das Thun, die That, Werk, von 
V i^C\ A. iimek thun, machen. 

/?/^^z' ne ersa bu birke kelib, ani 7nen be- 
rejin iiikin kilib. Was sein Wunsch auch 
immer sei, das kommt auf eins, ich will ihm 
das gewähren und seine Arbeit thun. (56) 



des uiJ^o 



fh^ p^^.\ itiklik vorherbestimmt, beschlossen. 
(41) 

». %S\^\ itilik Herrschaft, Gottheit, Protection, von 
Q^ll. iti Gott; so osm. viLLjuif efendilik Schutz, 
von ^5JJijf efendi Herr. Z. B. ben ona efen- 
dilik edegejim ich werde ihn in Schutz neh- 
men. V »i^C\i. *_iL^i. itilik etmek in Schutz 
nehmen. 

//?'»? j'^;« tiizün sen itilik kil ok. Du bist 

mein Herr, du beschütze mich stets. (92) 
\i^ itis der Trank, auch das Trinkgefäss (cag. 

^Oof idis Gefäss, magy. edhiy Gefäss, ital 

Trank). 
fb+j\^^^ itislik das Getränk. {^^ fi^ ^^^^ 

itislik kabi das Trinkgeschirr. (86) 
Qd yi^ zi/z'i« Aufbewahrer der Getränke, als 

auch der Trink- und Essgeschirre. 
*flQiLi. ituk (liLj) gut, heilsam. >— ^ floii^ //?</^ 

z^?// gutes Glück. 
QO^ ?//^z' heilsam, wohlthätig, fromm. 

p^ |Ä> pgi> ^ trö — /^\9 ^-^ö 

^ß/a/ berse fazli kuhinka hitun, boliir kilki 
itki kilisio^i bütün. Lässt Gott seinem Diener 
Gnade zu Theil, so wird heilsam seine Natur, 
vollkommen sein Thun. (38) 
*' A^A\ (■ «^'■^'^^^ jiverniek) schicken, senden. 
■Ai- fiii^ mS f^ 01)^*^ jolaocilikka itku 
er ein auf (mit) Botschaft zu schickender Mensch. 

w^- —Ab tM> ^^ — /^ p^-^ 

«■/«m ^^.y^ z'/ /^«/z tutsa tut. Willst du mich 
wegschicken, so schicke mich weg, wenn du mich 
behalten willst, so halte. (20) 

0^ itci (statt 01>^ ^'^^'«) Herrscher (86), Ver- 
ordner, Schaffer. Vielleicht auch zu Q^X iti, idi 
Herr, Gott in solchem Verhältnisse wie ^ bas 
Oberhaupt zu Qni ^ basci. 

^ ic geheim, inwendig, innen, verborgen. 

bu ic söz tutukli bütün ein kerek. Der das 
geheime Wort hält, muss ganz aufrichtig sein. 
(49) 
(VVl ici jüngere Schwester, Zärtlichkeitsausdruck 

26* 



— 196 — 



des Mannes zu seiner Frau. — Vgl. cag. «l»-! 
ece Frau, magy. des jüngerer Bruder. 
pl)!. icin zum Trinken. 

kaiin SU jajüsa icin bolka sor. Wenn es zu 
viel Wasser regnet, wird es zum Trinken bitter 
(gesalzen). 
i^^ icil die Mitte des Volkes oder das Innere 
des Landes im Gegensatze zu q^^ tasirti 
das Aeussere eines Landes, das Freie. 

p^t /ÜQO '\^ t^ CJ^ pb t^Ü^ 

icildin köter kil bütün küclerin, tasirti arit- 
kil karakci jerin. Nimm die Gewaltsamen von 
des Volkes Mitte weg, reinige daraus die Orte 
der Diebe. (79) 

^ is, iz Lebenswandel, Kichtung, Spur, Fusstritt. 
> t i jin^ O p ^ izin kötürmek von Jemanden 
ablassen, unbeachtet lassen. >_»ijaa|\io pp. isin 
kecürmek sich an Jemanden erinnern (eigentl. 
seine Spur verfolgen). (31) füjpi ^ iz urmak 
sich einnisten (eine Spur schlagen). 

V ^^l^l^^ isinmek Wohlgefallen finden, sich's 
schmecken lassen, gleich uig. > — ai^j^jOi^ sügin- 
niek von > — »^1)01^ sügik süss, osm. ^^UjfoU^ 



tatanmak Wohlgefallen finden, von oLb tat Ge- 
schmack, ^^LL tatti süss. 

!*^ t:^> C^=B9 f^Öif^ '=\9 — A^ 
>^i//i?r y/i^' «//^ söz ge jalguk asiz, isinse 
bu jalguk boliir kul aziz. Wenn der Böse 
an süssen Worten Geschmack findet, so wird die- 
ser Böse zuletzt ein edler Diener. 

*«_A^jp. isik (^^wot) süss, geschmackvoll. 

^ Q AMi. (^ A^ Q^iit fi^ v-»^ 
isik sözledi söz tilin akzi kör. Süss redete 
seine Zunge und Mund, sieh! (14) 
v—xi^ ^ii. • — %l^ isik j'üzlik von süssem (freund- 
lichem) Aeussern. — Vgl. magy. iz Geschmack, 
ides, (edes) süss. 

fufu^ isanmak vertrauen, Zutrauen haben. 

inanib isanir men sangga, Glaubend ver- 
traue ich dir. (83) 
flo^ isuk strahlend, glänzend, scheinartig. 

inanma isuk kutka atlik kisi. Glaube dem 
scheinartigeu Glücke nicht du Berühmter! — 
Vgl. cag. ^L«U«Lof isnamak glänzen. 



,10. D = ö «, (?, M. 



^ u (auch Q.) der Schlaf, wie aus folgenden 
zwei Verspaaren genügend ersichtlich ist. 

^n^ ftü^ —fCtL. 0^ ^ ;\ao 

jati kördi naca usi kelmedi^ tüni boldi jilce 
otib bolmadi., közi j'umdi ersa otiniak tilejü, 
usi ucti bardi aningdin jirab. Er legte sich 
und sah, dass sein Schlaf nicht gekommen, ein 
Jahr lang wurde seine Nacht, doch schlafen konnte 
er nicht, und als er schlafen wollend das Aug zu- 
drückte, entfloh sein Schlaf sich von ihm ent- 
fernend. (85) 

bu gaflet usindin kütezkil Ja reb. Vom Schlafe 



dieser Nachlässigkeit rette mich Herr! (75) — 

Vgl. jak. u Schlaf. 
fu^uü. onamak genehmigen, sein lassen, überein- 
stimmen, fu^ao. p^ sözin onamak sein Wort 

genehmigen. (63) 
;^Qia. onor, onur der Glückliche, der Selige, 6ag. 

^Ui.f onmak zufrieden sein. ^^flio. = ej otttcr 

oh Seliger! 
V .^n!n onoty önüt das Herbstalter des Mannes. 

Nach dem Kudatku Bilik sind folgende Stadien 

angegeben : 

^ v_jul{)^ = ;Ul j'az = kicik er 
v_^^i^ = Qii. jaj = j'ikit 
V i^nin = ;iCo kös = onut 

^ — \^ ^^^ — ^f^- 

Frühling = Knabe, Sommer = reifer Jüngling, 



— 197 — 



Herbst = herangewachsener Mann (von önmek 
wachsen), Winter = Greis. (87) 

ua. öng vor i^i^Io- önginde vor ihm. 

uc öng oder ilng Farbe. Qi^ ^Qo — ^ kara 
kus öngi schwarze Farbe. (57) — Vgl. cag. 
*^.f ön Farbe, jak. öng Farbe, mong. U>0»^ 
öngge Farbe Kow. 495 a.) 
fuj_ ^loiflb ongarmak verbessern, ausbessern, zu- 
recht machen. 

naca ming tapukci tapindi jilin^ cikar gan 
üdinde tiürdt jolin, naca ming tapuksuz ja- 
zukii kti/t, achir tu keserde öngerdi joli. 
Wie viel Tausende Diener, die jahrelang gedient, 
haben zur Zeit als die Seele ihnen ausging, den 
Weg verloren; wie viel Tausend dienstlose sündige 
Diener haben eben beim letzten Verstummen der 
Zunge ihren Wandel (y^^^ verbessert, (57) 
Qi^lo. öngi Erleichterung, Linderung, Mittel. 

Qoia- pb /1>^ /MiBS — :5Ü^ ' « '' '\^ 
tünek icre bolmas sakinc din öngi. In der 
Hölle findet der Kummer keine Linderung. (73) 

pys. öngin zuvor, zuerst. po*2- pf f^?i**S ¥'^~ 
muk ditt öngin von Allen zuvor, vor Allem 
zuerst. 

lOtiiCu öngün auf einer anderen Weise, in ver- 
schiedener Kichtung. (84) Sieh jao"^ ögün. In 
Ermanglung einer genauen Ethymologie des be- 
treffenden Wortes ist es schwer, die richtige 
Leseart festzustellen. 

[iuotiia. ongnmak sich anpassen, zufrieden sein. 
->Q0*2 ii^ou. angga ongur er folgt ihm. — 
Vgl. cag. i^Uwi^JCj^f ongtismak friedlich leben, 
sein Leben verbringen. 

Qiiyiia. ongkai, onggai gerade, gerecht, aufrichtig. 
QMi<>Ia. ^ '^ Qiiai. qIdo at>iB> 
kilingi küni erdi kilki Oftgkai. Seine That 
war gerecht, sein Naturel gerade. 

*QUi<>ia ongkai (^yXjMx) Jupiter (Gestirn). 

flyo^o ongmak gerade sein, gedeihen, willfahren. 

0^^0*2^ öngdi^ ongti Eichtschnur, Regel. 

f^ A=>b —Ä' (A>^ ^ qV A\9 



biz enidi bu öngti töre tüzemis. Wir ordnen 

nun diese Regel und Gesetze. (58) 
p^ilQ, öng din voraus, vorn, zuvor, von ^ »'^^ 

öng der vordere. Sieh p^. 
p^^i^CL öngdin Ost, Osten (der vordere, so pi^ 

katin West = der hintere), ^ ^ jn^oi^ 

öngdin jeli Ostwind. 
p^<>iQ. öngtön zuerst, voraus, zuvor. p^^tL fs^ 

pi^iß. kamuk istin öngtön vor allen Dingen 

erst. (78) 
P i^ i ^ i n ondamak rufen, einen Laut (in. on) von 

sich gehen. 
{^ — 5a- obasiz unstät, umherin-end, heimatslos, 

ohne Oba (Zelt). 

fhli^ j^ —^a v-ito^i ^e^ A^ f^ 

inansiz turur kiit obasiz bajik. Unzuverläss- 

lich, unstät, wandelbar (? baß/c) ist das Glück. 

(17) 
s . x i QW öpek^ öbek Seil, Strick, ein Zeug zum 

binden. — Vgl. cag. v_*j( ip Strick, osm. liUjf 

iplik Garn. 
fü^ ftc^gcu obuklamak schäckem, spassen, tändeln. 
*v_^5a ovut^ obut («:jLj^f) Scham, Schande. 
*p^ <_S^^ ovutluk (äooujj.^) schamhaft. — 

Vgl. cag. cuL^f ö/«/ Schande. 
*f£^ s . Cri ^ gn obutstiz {f£^ > C\iN^. ujatsuz scham- 
los, unbescheiden, unschicklich, unpassend. 

'ivek ersa kilki obutsuz közi. Wenn übereilt 
sein Naturel und unbescheiden sein Blick. (17) 

v- t ,i jy ^ga. öbürmek^ övürmek umwenden, um- 
kehren, umdrehen. > — «iji^^^ fJü^. j'üz öbürmek 
sich umdrehen, sich wegwenden. 

*:^J^^ obur, ovur (syfo) Amme, Kindsweib, Lala. 

fkigo. oprak^ obrak und das Adv. püia^ge, opra- 
kin ganz, gänzlich, wohl, gehörig, stark. 

/ö/«r ac jalangni hetn oprak bötür. Sättige 
den Hungiigen und bekleide den Nackten gut. (56) 
pi jn ^ QT opramak sich vermindern, verwesen, in 
Stücke fallen, zu Grunde gehen. 

bu etkü karimas jime opramas. Der Gute 
wii-d nie alt, vermindert sich nicht. (32) 

— /ua^gQ. v_Si2ja p^ ^ — ^ 



WS ^- 



kara jer katin ölüb oprasa. Wenn er stirbt 
und unter der schwarzen Erde verwest. (77) 
*»_jLa(JJic) ö/^ Verstand, Eath, und hiervon das cag. 
osm. ^Y*^ ■}> öksüz Waise, eigentlich Kathlose, 
Hilflose, das Hauptwort ^^ ■} ögüt Kath, das 
Zeitwort S^\^ •} ögrenmek lernen u. s. w., 
deren Wurzelbedeutung ök^ ög mit fta. ok (von 
welchen ^J^-f^ okumak lernen, cag. ^JjLx)^;f 
okmak verstehen, magy. okos klug, uig. yaüo. 
ohis Verstand entstanden) analog ist. 

ajajin sangga niangga hit ökün. Ich will's 
dir sagen, halte den Sinn zu mir her. (84) 
^ >^^i\. Qo^ öki jetmis er ein Mann von 
reifem Verstand. (34) 

bu s'öz okmasa er ani'ng öki jok. Wer die- 
ses Wort nicht versteht, der hat keinen Ver- 
stand. (48) ^ looc^ ^A>A> köngül ökke al 
nimm das Herz in Kopf (11) 

wun. ök^ ük auch, und, zugleich, mal. 

*UiQ. öke {^y*\S) Würde, Ehre. 

. tyii^ ökelik ehrenhaft. 

■ «^">^ ügemek sagen, reden. — Vgl. mong. 
u>i2. Mge Wort; magy. ige Wort; cag. l-e-^f 
Mge Wort. 

*QOQ- ügi Nachteule (im Texte mit >^ ftiau^ 
sarik kus gelber Vogel (?) interpretirt). — 
Vgl. cag. j^.f ökü Nachteule (^^üL japalak 
die flache deutet mir auf eine Gattung der- 
selben). 

;CoQ- ükis^ ügis hoch, erhaben. ^J^ ^Kfi- iikis 
kut das hohe Glück. (20) 

"^ ^S- ögü ügi (i_>f) Wasser als eines der vier 
Elemente. — Vgl. magy. ügy Wasser {fekete 
ügy das schwarze Wasser, Name eines Baches 
im Szeklerlande) ; hig flüssig. 

pic ögün anders, verschieden, j-i^ -j^ Y^^ P*^ 
ögün erenler atin die Namen verschiedener 
Männer. (2) — Vgl. cag. ^^^ ^ ögün ausser, 
ausgenommen. 

p^o. ökün aufmerksam, von > «r ök Sinn und 
dem Adv. -Suff. p. ön. ün. piü. >_^l^ isit 
Ökün höre wohl zu! 

> t i j i n i^Q. ökünmek^ ögünntek bereuen, bedauern. 



v_ ? i n > r oo. pi :^^ v_^.lj^i:. jigit lik ke ögünüb 

die Jugend bereuend. 
jj}iCoo. ökünc Beue, Busse. 
««-ACiDiCijü. ökünclük reuevoll, 
vi.iijoa. ögmek loben, preisen, und hiervon {^kP- 

ökü Lob. — Vgl. cag. lilUS'^f ögmek loben. 
^^yOivCL ökür^ ögür Gestüt, Heerde, Gesellschaft, 

Zunft. 

kaniuk neng kördiim kör ikesin bilür^ kisi 
tut ja jilki öz ogürün bilür. Alles was ich 
sah, es hat seinen Hen-n gekannt, ob Mensch 
oder Thier, es kennt seine Heerde. (50) — Vgl. 
cag. »^.f öjür Gestüt. 

*,\ßiyi. tikus^ üküs ( — Q^i^ derja) Strom, Fluss, 
Meer. ;iCocs. QOjAS 0^ ßj bilki üküs oh dessen 
Wissen ein Meer ist! So wie die Mittelasiaten 
den Oxus heute mit L.o derja Fluss, Meer 
bezeichnen, so ist es möglich, dass sie diess zur 
Zeit des alexandrinischen Feldzuges mit dem uig. 
üküs gethan, ja im unteren Oxuslaufe heisst das 
leere Bett noch heute üghüz, und es ist wahr- 
scheinlich, dass aus diesem das giiechische oxus 
entstanden ist. — Vgl. Klaproth (Seite 11. a.) 
^ci^a. tikus kleiner Fluss. 

^ci^a ögüs viel. — Vgl. cag. iji^^f ogüs viel, 
^US'^f ögmen Sammlung, Menge. 

^^i^ys. ökkü Belobung, Lob, das Nomen verbale 
von « « i ^ ^o. ökniek loben, preisen. 

. — »iiii^Q- öklenmek zu Verstand kommen, be- 
greifen, wahrnehmen. 

. — »i^^i^iiO. ökletmek bewachen, hüten. 

jime jilkici iktis ökletsüni. Die Pferdehüter 
sollen das Gestüt bewachen. (80) 
' — aa^J^ öklük verständig, geistig. 

kirn öklük sözün tutsa etlür isi. Der des 
Verständigen Worten folgt, der thut sein Werk.(21) 

Q^iiü. ökti Lob, Kuhm, Lobpreisung. 

v_jLii^i^a öktilik ruhmvoll, gepriesen. 

v_»i^.i^i^ öktilmek gelobt werden, gepriesen wer- 
den. 5^J^i^ ()t}Ct> (S^^A- etkü tuci öktilir der 
Gute wird immer gepriesen. (19) 



— 199 — 



Qu Q^i^Q. öktici Lobspender, Preisender. 

yoy^ v-»i3 />^ Q ;4^Da^ ^ ^ 
az ol ökiicisi delimrek s'ökiis. Seine Lob- 
spender sind wenig, der Schimpf viel. (43) 

/yi^i^ üktüm Tadel, Ermahnung. Das Verhält- 
niss zwischen ökmek rühmen und ükniek tadeln 
ist auch in andern osttürkischen Dialecten vor- 
handen. 

^ja^a. öktülmiis^ öktolmis Eigenname. Nach 
dem im Text als interlinear gegebenen JüsLc der 
Verständige, aller Wahrscheinlichkeit nach von ök 
Sinn und tolmis erfüllt zusammengesetzt. 

j.'l}!^ ökce Führer, Leiter. (?) 

bular ol sürnk koi'ka ökcc sani, kojuti bas- 
lasa iltse jolka kihii. Diese (die Gelehrten) 
sind Führer dieser Schafheerde (Volk), sie leiten 
die Schafe und bringen sie auf den geraden 
Weg (62) 
v.... i [i jn yi^a. öksümek abnehmen, weniger werden. 

cecek j'aslür anda kör öksümeti. Blumen 
verbreiten sich dort, und sieh! sie nehmen nicht 
ab. (35) 

*Q^i^ öksüti (»v-xj) finster, dunkel. — Vgl. 
cag. iilLo^ukS'.f 'öksümek abnehmen, vermindern 
(hier also vom Lichte). 

/tOi^a. öksüz hilflos, unmündig, unverständig, un- 
reifen Sinnes (ök Verstand, süz ohne). 

p. ;iayo=- ^^^ JO^jÜD. ^iiM> *-iü|)^ 
kicik kalir okhtn jetim- öksözim. Klein bleibt 
mein Sohn, waise und verlassen. (30) 

p^ ASi^O^ 03 p^\^^- ^ü^a^ fliaii. 
jirak tutku isdin bu öksüz kisin. Den un- 
verständigen Menschen muss man von der Arbeit 
fern halten. (38) — Vgl. osm. -y^ ^ öksüz 
Waise. 

fla ok auch, zugleich. 

fla. ok Kuf, Laut, Stimme, das Wurzelwort von 
füj^iia. okimak rufen. 

fta. ok Sinn, Meinung, Bedeutung, sinnlicher oder 
geistiger Inbegriff. 

^ fb. v.-.«iii<\^i3 a^ ^o^^ki. 
isitkil bu beitning oki. Höre dieses Verses 



Meinung! — Vgl. mong. ^aiiai. tikal das Ver- 
stehen; magy. okulni weise werden. 

^iiia. okan, tikati Gott, der Allerhöchste (viel- 
leicht von okmak verstehen, daher der Wissende, 
der Allwissende, da es auch als Beiwort zu 
(p^ü^j tangri Gott figurirt). 

Y^ (poüfc, |iüa. K.2. — py >_ilIi*_ >^nii. 
ajor nting sena ol okan tangrika. Er sagt 
Tausend Lob Gott dem Allmächtigen. (56) — 
Vgl. cag. ijLi^^f ogan Gott; magy. ukkon 
poliär Gottesbecher, der früher bei Bündnissen 
geleert wurde. 

flüÜQ. okuk das Verstehen, das Lesen, ein Synon. 
mit v_A^^3 bilik Wissen. 

Qjuaiia. okukli ein Leser, Lesender, der etwas 
mit dem Sinne auffasst. 

I^filaiia. okukluk die Leetüre. 

]%i^Ciia. ohilmak bemerkt Averden, begreiflich sein. 

^ta^ ^aiia. okurluk glücklich. ^J^5*^ f^^ ;Aaiia. 
okurluk sefer eine glückliche Keise. 

^aua. okus Wissen, Wissenschaft, Gelehrsamkeit, 
Unterricht, Verständigkeit, eine häufige Synonyme 
mit v_.*.1^3 bilik Verstand. 

fta^ ^aiia. okus hik der Wissenschaftliche, der 
Gelehrte, der Belesene. — Vgl. cag. ^Uä.f 
okmak verstehen; magy. okos weise, klug. 

Qfüiua. okikli Eufende. 

fuj^üa. okimak rufen, herrufen, flijlüa. u^ ^l 
aska okimak zum Essen laden. 

füjii^ua, okilmak rufen lassen. 

wJuSio lOÜ^a. — ;i^o"^ 0^ f^'^ÄM? 
tapukci jangilsa okiiku kerek. Begeht der 
Diener einen Irrthum , muss man ihn rufen 
lassen. (16) 

ph^ua. okrilik heimlich, auf heimliche Weise. 

v_^a^yA. ^^i. 30^ ^^^üa. Li. 

ana okrilik soj alinsa jachod. Wenn die 
Mutter heimlich zu einem Manne geht, oder — . 
(82) 

pijüri, okmak begreifen, verstehen. Q^ flliio. 
okikli der Verstehende. 

♦füLla, oklak (^50^-5») Bock (Thierkreisstem). — 
Vgl. ^jSLä^f oglak der junge Ziegenbock. 

fu^jücu oklamak ähneln, nachahmen, von der 
Wurzel fla. ok ähnlich, eben, von welcher füji^iua. 



200 — 



oksamak ähnlich sein entstanden ist. ^ üu^ t n Qua, 
> ,\\\j Qiü. ^ o)ii oklakar kaz oni dek seine 
Stimme ähnelt der Gänsestimme. 
pij'v^C^un okttirmak zu verstehen geben, begreif- 
lich machen, rufen lassen. 

kisi itti üik tapa okturu. Er sandte Jemand, 
um Ilik aufzusuchen und rufen zu lassen. (71) 
Q'))i Ci il n , auch Q'l}*^*"- oktaci^ auch aktaci Pferde- 
knecht, Stallknecht, Gestütinhaber. 

jime kusci sözci jime oktaci. Alle Falkner, 
Boten als Pferdedieuer. (47) — Vgl. cag. ^^UäI 
acJitagi der Pferdecastrierer. 

^yi ^c. oksak^ uksak Ebenbild, ähnlich, entspre- 
chend. f£X Q fü^ pa ^ü. angga oksaki jok 
Niemand ist ihm ähnlich. 

,^0^- fuyüla. ^iA<\j füiiii. ^ ^-QoAi 
kongülde jirak tutkti oksak mengiz. Im 
Herzen muss man fern halten jedes Ebenbild 
und Antlitz. (53) — Vgl. cag. ,^L«Lj*äi.^f och- 
samak ähnlich sein. 

fUim^ApQ. oksikamak langsam werfen (vom Wur- 
zelworte ok ^ cag. ^Loys.f oklamak werfen, 
^jf ok Pfeil). 

urajin degnci özi oksikar. , Ich will werfen " 
sagende wirft sich selbst. (17) 
>— ju^ ümek Unterthauen, Soldaten, Volk, Hilfs- 
tiTippen, Hilfe. 

Ümek etkü tutsa jetildi sözi. Der seine Leute 
gut hält (pflegt), dessen "Wort wird befolgt. (14) 
Vgl. jak. oinuk Stamm, Geschlecht; mong. ümek 
Armee, Hilfe (Kowal. 537); cag. j,!-«^! umak 
Stamm (Abulgazi) tilLo^ kümeklAM^^ Hilfstruppen. 
fUj^^ umitm,ak berahigen, besänftigen. Jemand 
Hoffnung machen. 

z^/«j^ kcnt icinde bu okrm arü ^ timit ar- 
kisin emin jolda jurit. Verscheuche die Diebe 
im Dorfe und bei dem Stamme (Nomaden), be- 
ruhige die Karavane, lass sie auf sicherem Wege 
ziehen. (78) 



fUfie^ umunmak vertrauen, hoffen, Hoffnung setzen 
auf Etwas. |o 0^^ t"W \f^ umnur sakal 
öngige er hofft auf das Wachsen des Bartes. 
(52) 

^1)10^0. umunc Hoffnung. 

^^ umtu Hoffnung, Erwartung. 

^ f£L^ ' \ \\ ^Sj ^^ ^>^ ^ 
bajat berkü iki agun eiküsz, aka kelkü 
arzu t'ilek umtusi. Gott gebe der beiden Welten 
Wohl, es komme zu fliessen was Sehnsucht und 
Verlangen hofft. (84) — Vgl. osm. .^y^^ um- 
mak hoffen. 

V.. \t>£t . iimük, ömiik erhaben, ausgezeichnet (?), 
tapfer. >— fcO^Q . ^ fljAi^ = ej kilki ömük oh 
du von erhabener Natur! (79) Eine an Herrscher 
gerichtete Ausrufung. — Vgl. mong. Is^^ ömük 
Stolz, Tapferkeit. (Schm. 69. b.) 

Q^iü. Jimiz, örntt Hoffnung, Verlangen, Begehi-, , , 
von ummak hopen; so 0^<iO. ökti Lob von jj^ 
V— t i j Qpa. ögümek loben. 

Qi^jQ. V % i ^ ,31p. 50MO — fu. 
aka kelkü arzu tüek um-tisi. Es komme zu 
fliessen das Verlangen und des Wunsches Begehr. 

QC Q^ umtut, ömtici der ein Verlangen hat, 
der eine Hoffnung hat, der Bittsteller, der Schmeich- 
ler. (?) Qd Q^JQ. QY^ «_*c^ f&^ Q^ iki jüz- 
lük kisi timtici der zweifarbige Mensch, der 
Heuchler. (61) 

*^ til, ol, öl (oLoj) Gebäude, Fundament. 
QjQ. v-»:^ Qilao ^ ^59 s_»it, ^^ 
negüdek bolur ol künilik oli. Aus was be- 
steht der Redlichkeit Gebäude. (18) fujaa. p^ /^ 
söz olin tirmak den Grund einer Rede legen 
(eine Rede beginnen). (35) 

bic erk birle beklik oli bolku bcrk. Durch 
diese Macht soll das Gebäude der Hen-schaft be- 
festigt sein. (19) 

^ öl Theil, Abtheilung. Das Wurzelwort von 
cag. ,^!^-f Öles Antheil, »^.f^' ölce Beute. (Sieh 
^ju^ ^ ölemek) 

Q^ f^Q. ulakli dazugelangend, dazubringend, was 
Einen zu etwas gelangen macht, von f^^^ 6ag. 
jsl-oJ^^f ulamak anlangen. 



— 201 



kamuk etkü iske idakli obut. Zu allen guten 
Dingen bringt einen die Scham (oder Enthalt- 
samkeit). 

/)i^ iilant Verherrlichung, Lobpreisung. Ein Synon. 
mit jt>iM*f sclam Heil, als l^ f)L /)ijii^ selam 
kern ulam Heil und Lob. 

j5)ip. tilam (?) empfänglich annahbar, zuständig. 

kicik oklan in kör okiiska ti/am. Den kleinen 
Knaben sieh, er ist für das Wissen empfäng- 
Uch. (10) 
f^ ulam, ülem beständig, fortwährend, immer. 

^ <_ilü. —/CiL. Q^li^ fbi^i. ^o ffiifi. 

ölümke asik kildi ersa ot ein, ütci turu 
kalkai erdi ulam. Wenn dem Tode Medizin 
oder Arznei genutzt hätte, der Arzt würde immer 
am Leben (stehen) bleiben. (25) — Vgl. mong. 
^^ ulam. allmälig. (Schm. 52. c.) 

— AifiA ülemek schenken, spendiren, zu Theil 
werden lassen s—jujijo. ^ q^c^ kisike ülemek 
Jemanden etwas geben, lö Ai^ (y*^^ O^Wp ' — "^^^ 
neng üledi cikajlarka. Er vertheilte Gut an 
die Armen. (23) y « i j i p c}^5M7 ' *" ' neng 
davar ülemek Hab und Gut schenken. — Vgl. 
cag. >i)UA!y.f ölesmek zukommen lassen, Ji^<^^ 
ölüs Antheil, Ls-j.f olca Beute; osm. .^^^ 
ölci Maass, Abtheilung. 

flijup ulanmak sich wenden, sich begeben, sich 
neigen. 

tünek ol bu dunja ici ok jilan, muni kot 
.... ein acrunka ulan. Ein Kerker ist die 
Welt, ihr Inneres Pfeile und Schlangen, lasse 
diese .... der wahren Welt uäliere dich. (77) 
^i^ ulas Nachbar, der Angrenzende. 

kataslik jakinlik ulasi bolur. Freundschaft 
ist Nachbar der Anverwandtschaft. (90) 
piif^uiQ. ulasmak umgehen, verkehren. 

katilku karilku tilasku kerek. Muss sich ge-. 
seilen, vermischen und verkehren. (60) 



^ü^iilp. ulitniak weinen machen, klagen lassen. 

^/z'y^ berme ilke idilkai seni. Erlaube nicht 
viel dem Volke (gib nicht die Hand), denn es 
wird dich weinen machen. (79) fu^^iQ pifi onin 
tilihnak Jemand klagen lassen (seine Stimme 
kläglich machen). — Vgl. jak. uhti heulen ; 
mong. ^guljp. heulen; osm. \S^y^^^ nlumak 
heulen. 
*•> «r^n ülük {Ji^yiy^ Antheil, Theil. QOA ^ 
j'il ülki Jahreszeit 

kisi etkülükke kilur etkülük, birinke januti 
kilir on ülük. Für Güte thut der Mann Gutes, 
eine (Güte) vergeltet er mit zehn Antheilen. (82) 
> t^'A:^C\ Qi^ ' «n^Pi ülük kötürmek Antheil fort- 
tragen, gewinnen, Vortheil haben. (62) ^f^ 
iL (^♦ß. özüm ülki nc was ist mein An- 
theil? (36) 
v- . «r i r v_jiDp. ülüklük betheiligt, einer der An- 



theil hat. 

v-jlq^ j(^ ölümlük sterblich. Sieh iotiip- özgün. 

ya^. und p^ ulus, 7chis Stamm, Volk. Gehört 
zur Wurzelfamilie des öhcs Theil, Abtheilung. 
>— a . Q ^O y^ ,'^QfO- ^— ^iiO kent nluska kirüb 
heimkehrend (ins Dorf und im Stamme eintre- 
tend). — Vgl. mong. ;iaiO. olos\ jak. tiltis; 
cag. ij^y.f ulus Volk. 

füJiäig. olkamak, ulkamak wachsen, gross werden, 
in die Höhe steigen. 

/'/i/ hitliiki olinga olkatur. So lang der 
Mensch glücklich ist, wächst er immer. (67) — 
Vgl. cag. ^U-jUJ.f olgajmak wachsen. 

*Q0J9- ölki (^^fj-fr«) Wage (Thierkreisstern). Von 
der Wurzel öl, ol, welche die Handlung des 
Theilens ausdrückt. — Vgl. cag. *i) L=-Jjf ölcek 
Maass, Antheil; osm. ^^i^f ö7« Wage, Maass; 
uig. '- t i g . ölek Antheil. 

>— i t jl'- iOIQ ölkürmek tödten, umbringen. 

c?^^^'^^ '\^ 'Yi )t /^ pö 

sözüng sözlemese sangga kul bolur, kali 
sözlese sen seni ölkürür. Sprichst du nicht 

26 



202 — 



dein Wort, so ist es dein Sklave, hast du es 
ausgesprochen, so tödtet es dich. (56) 
s_*fl^ QOjo. ülkilük gemessen, gewogen. 

birisi büikci kati (i^ä.) belkülük^ birisi jo- 
lauc tili ülkilük. Eins ist der Schreiber mit 
klarer Schrift, eins ist der Gesandte mit ge- 
messener Zunge. (49) 

füfufo. idlamak wachsen, emporschiessen, und in 
diesem Sinne ist es auch mit „jung sein" iden- 
tisch, da ullamak als Antithesis zu jillamak 

altern gebraucht wird. Vgl. jak. uldt wachsen; 

cag. ^üüjjJ.f ulukgan oder ijLsCfjf ölken gross. 

^a^ ^:i!^ oltruk turuk das Sitzen und Stehen, 
das Benehmen, der Lebenswandel, p^ia. fioa^jo. 
oltriik tirun ein Sitzplatz, Sitz. (69) 

p i l i ^n orakon Branntwein, Raki. So wie das osm. 
iraki in Anatolien statt dem üblichen raki^ da die 
Türken den Anlaut r nur schwer oder gar nicht 
aussprechen können. 

0*1P- C"^)^0 ^ —ly^ fällig 
orako7t jime ol kisiler icer. Raki trinken jene 
Leute alle. (21) 

' t t j i 'l^ öremek^ auch > — * i, £X\ . örinek überwäl- 
tigen, übersteigen, in die Höhe kommen, vom 
Wm-zelworte --.a. ör oben, hoch. 

,gaQ. Q:ia ürü^ «r/ hinauf, hoch, aufwärts, der Hohe, 
der Vornehme, Herr, Fürst. ■ — ma QUi. ürürek 
höher, fü^ii^ ,5^20. ürü bai-niak emporsteigen, 
prosperiren. o^ia. = cj üri oh Vornehmer (Auf- 
rufung zum Fürsten). (62) ^aa. ^—jLiii^i. ^ ej 
erzik üri oh edler Herr! (89 u. 55) — Vgl. 
eag. ^5,^f öri stromaufwärts, ii)L)y..f örlemek 
hinaufsteigen; magy. ür Herr. 

^y:S2^ Q^Q. öri iurmak aufstehen, sich von einem 
Platze erheben. 

.j)aa. ;^ v_Äjai(> ^.a^. f*x. s_ju:iu^ 

kerek ersa oltur kcrck tur 'öri. Ist es nö- 
thig, setze dich, ist es nöthig, steh' auf. (58) 

V * ii ? i in . örüng Licht, Helle, auch hellsehend, hell, 
klar, das Gegentheil von kara schwarz, dunkel. 

fkiii. v_^o pb ^ v- fc ' n-i a. ya^> _^.m> 
kara kiis örimg hcstin ketjirak. Der schwarze 
Vogel (Adler) bleibt vom weissen Vogel (?) sehr- 



fern. (60) Vgl. cag. ^^^-^^ örüng Helle, 

Licht; mong. ^^la. ör Tagesanbruch. 

(A^ V »mir , örüngli Sehende, ein Gegensatz von 
Q^ fkiiii karakli Blinde. 

wiyiaaa. icrumnak einen allzugrossen Anlauf neh- 
men, in Extasen gerathen. 

^\i^*Ci. tirunc allzugi-osse Ereiferung oder allzu- 
schneller Anlauf, Ueberspannung , Anstürmung, 
Extase. 

/lyo^ ;*üe- foy^ (y^ f^ o*pi 

közi tok kisi iske almas urunc. Der ein 
sattes Auge hat, nimmt keinen allzugrossen An- 
lauf. (45) 

fsi^ paa jirtinsuz unpassend, unschicklich, was 
nicht an seinem Orte ist. |^ö.^ f£^ la^a. 7i7'itn- 
suz tojuk unpassender Reim. 

> ■n'V^ ürük^ auch > — ua^ia. örüng hell, licht. 

wJifl^ V »nin . ürüklük Helle, Licht. 

ürük ol silik ol ma kilki emol. Hell und 
rein ist er, sanft ist sein Naturel. (36) — Vgl. 
cag. liLs^x^f Helle, Licht, Fenster. 



«n'in örük hoch, erhaben. >_Jiß^ ^ j~. 



ej akli erük oh du von hohem Verstand. (86) 
|Ha^ flaacL urukluk adelig, aristokratisch, von hoher 

Abkunft (Familie habend). 
fii^^^a. ornaimak setzen, stellen, hingeben. 
> — nao örk Furcht, Schrecken. 

"-*^0 )K>^ wiiQ^a ^ ^a. ^j^ ^30^ 'y^ 

sen etkü sen ol btt obul erke körk^ kaniuk 
asiz iske obut boldi örk. Du sei gut du, Be- 
scheidenheit ist Zierde für den Mann, allen bö- 
sen Dingen ist Bescheidenheit ein Schreck. 
(29) 

> ■ ■ ^ü '^ ' — »^10. örklemek Fm-cht einjagen, er- 
schrecken. 

Q^aa _;Ca. 0^1)1^. Qt^9 fui. 
jaki bojni jencti öze örkleti. Er zermalmete 
des Feindes Nacken, und jagte Furclit stets ein. 
(39) Vgl. osm. liteJS",.! örkülmek er- 
schrecken. 

> — lyi^. örlemek in die Höhe steigen. 

ö^?^.y <5ö/j« artam er örleb ucar. Wenn der 



— 203 



Mensch viele Tugeudeu hat, steigt er in die 
Höhe und fliegt. (48) 

v-.ii:io. ort Schutz, Hut, Wehre. 

pys. Of ^— *-^^ f^'^iMi O^J^ «—iba. 
ort kildi chalik erikti oson. Schutz gewährte 
Gott und er ward mächtig. — Vgl. Klaproth 
S. 26 : y ^j i s ^aa. Q^o^ tengri ürtünmis der 
Schutz Gottes ; magy. örzeni schützen, bewachen. 

(5^. tirdii^ ordti Gehöf, Hof eines Fürsten, 
Wohnort. Zumeist in Begleitung von Q^^^ karsi 
öffentlicher Palast, eigentlich Kesidenz, >— ^5 
bot Verschanzung und Qi^i^ saraj Privatresidenz. 

*> — no^in . örtük Geheimniss, das Verborgene, der 
Schleier, verborgen, versteckt (^ ^ ^^3 pziside 

acilmasa kalka (aLä^JLbi.) bu örtük bökün. 
Damit dem Volke heute das Geheimniss nicht 
geoffenbai't werde. (56) 

jaruk jüz acartek jüzi örtükiht. Als wenn 
ein strahlendes Antlitz seinen Schleier öffnen 
würde. (57) 
♦pi^a^iia. örtükün ( — *!^*^ richtiger jasurun) 
heimlich, verborgen. 

katasumka bar/pim keldi örtükün. Zu meinem 
Freunde muss ich nun heimlich gehen. (81) 

QD n(\^n tirdtici der einen Hof, Hoflager hat, der 
über eine Armee verfügt. Ist ein Epitheton von 
|m> kan Fürst. So auch anderswo Q y^ (9^ j^a 
üc tirdu kam Fürst dreier Hoflager. 

V— ^ üt^i ot Heilung, Medizin, Gras (?). Kommt 
oft mit ^ em Medizin zusammen vor, und da 
letzteres entschieden auf Arznei ^'^^ Ua^ Be- 
zug hat, so hat für ersteren die Leseart ot d. h. 
Pflanze, Heilpflanze viel Wahrscheinlichkeit. 

^-*ßpOi5S CB^ t^ ^2- p->0^- fiafMi 
kamuk ikke ot ol eini belkiUük. Für jedes 
XJebel ist seine Pflanze und Medizin bekannt. 
(56) 

*— iio. ot (^^uLj^O Schande, Scham. 

>— ^Q auch QiiQ ot, Ott Gedanke, Sinn, Idee. 
v_jLio^ ^t^t^^ -_*i^:ü. v_*.^.m^ . 
ktcik erding biliksiz otting. Klein warst du. 



unerfahren dein Sinn. Vgl. cag. ^.f oj Ge- 
danke, Sinn. 

*y_^ öt, üt (»«.j) Ochs, Stier (Gestirn). 
.^jQ^. v_jü^ v_^a ^00 — A^^ 0^^ — C^Ö 
kara karni totsa kör öt tek jator. Wenn 
der gemeine Mensch satt wird, liegt er wie ein 
Ochs. (22) — Vgl. Klapr. S. 15 >_ito ö^Kind; 
cag. j^.f Ochs {abuskd). 

*>__^ üd, üt, öt, öd (t-iiö^ Zeit, Zeitalter, einige 
Male auch Q^ia. üdi. — Vgl. Klapr. S. 12 ^_iiJü. 
üt Zeit; mong. :^i- edor Tag; magy. idö 
Zeit; jak. ötör bald, in kurzer Zeit. 

v i i ii j i C\ a. ötemek oder otamak heilen, kuriren, und 
von diesem QD^. otci Arzt (Heiler). >_jli.^.1. 
— ÄCt Qi. ikingni ota heile dein Uebel. (8) — 
Vgl. magy. üdv Heil; üdülni genesen. 

*Qiie. üti (.oLco) zeitweise, von Zeit zu Zeit. 

Qt fh^ otikli der Schlafende, Schläfer. 

\^ Q^ otimak, auch fii^a. otumak schlafen, 
schlummern. 



— i^Q QtiX^c^ |Hia A.L. ^ Qiiji^a. 

tösekk oldi jatti kör öktühnisa , oti ti bir 
azrak kötürtü basa. Ein Bett verlangte Ök- 
tülmis und legte sich nieder, er schlief ein wenig 
und erhob sein Haupt. (55) 

{^a^. ^u^a. fik^^ iL ;iiji:^:^. 

jurimes m jatmes otimas otuk. Er geht 

nicht, er liegt nicht, er schläft nicht. — Vgl. 

jak. utut schlafen; osm. (^xiof ujumak schlafen. 
p^ otun, ütün Sünde, Vergehen. — -Vgl. cag. 

0«j'.f ötün Vergehen, Schuld. 
^a^ ia^. ottmluk sündig, fehlerhaft. 

ottmlnk javalik jivalik kamtck, asizler ki- 
lingi bolur ej oluk. Verworfen eitel .... 
sind alle die Werke der Bösen, oh Grosser! 
(19, 5) 
füfia^a. otunmak sich überlegen, nachdenken. 
fü^ia^a. uttmnia/c. (v « i j iaC ^ a. ötünmek'i) sündigen, 
ein Verbrechen begehen. 

Q^ ^^iia^o. pi^> i^ ^ujiD^a. 
" " 26* " 



— 204 



• utunmis da katin ökünmis kisi. Der nach 
dem Sündigen (gesündigt) es bereuete. (29) 

* fiijln^n otunmak (fü^ Mil^ ojkanmak) erwa- 
chen vom Schlafe. 

ö/zl5 bardi azrak otundi jene. Er schlief ein 

wenig ein, und erwachte wieder. (57) Vgl. 

osm. i^j+jLs^f ojanmak erwachen. 

'„ tijli^'tin ötünmek reichen, darreichen. > — «-i^AS 

I Ki^tri^ri bitik ötünmek ein Gesuch darreichen, 

auch flehen, sehr bitten, um Entschuldigung bitten, 
sich entschuldigen. 

ftD^ p^ jittmhik Nachtheil, Niederlage, Verlust. 

utunluk kihw bossa kilki silik. Er schadet 
sich, der Edelherzige, wenn er zürnet. — Vgl. 
jak. utimg der da immer nachbleibt; cag. ^vU->>f 
utmak besiegen. j^Uj«j".f utunmak besiegt 
werden und ^s Jj«.j.( täunluk das Besiegtwerden. 
»-.iiC^n otuk, ötük Bitte, Gesuch. ■ — Ju^iO^a. v »nCm 
ötük ötünmek eine Bitte vorbringen, bitten. 

^»a= _^i3 ^^ ooi 

^'/«/^ ötünür erken küni tut elik, iki tiz 
bile cök Wenn du eine Bitte vor- 
bringst, strecke die Hand gerade aus, knie auf 
beiden Knien (59) 

*^ta^. zi(2ik, otiik (>fo>^) wachsam, wach, schlaf- 
los. — Vgl. cag. |sLs,f ojak wachsam, schlaflos. 

fb^ fia^ otukhck Wachsamkeit, Aufmerksamkeit. 

« ■■»aiiS^a. ötürniek wählen, auswählen. 

ötürse bajat bir tilemis hilun^ angga dünj'a 
bermes aritir jolin. Wen Gott zu seinem 
geliebten Diener auswählt, dem gibt er kein 
Weltenglück, sondern reinigt ihm den Weg. (50) 

*^^^nC\n otormis, ötürmis (»j^yi^) Auserwählte, 
Auserkohrene. 

v—jLyü^Q. ötnem,ek zahlen, bezahlen. 

m-'ününg sükri teri nedek ötnejim,. Wie soll 
ich dessen Dank bezahlen? (12) 
* y ^j 'iau C ^Q. otkurmis oder utkiirmis, Eigenname 
im Texte mit uwx.Lo kanäat Zufriedenheit über- 



setzt, also der Benihigte, der Zufriedenge- 
stellte. (Sieh ftü^bilib.) 
^0^ otkung, titkun^, der sich ein Beispiel 
nimmt, der Etwas nachahmt, von utkumak nach- 
ahmen (cag. ^Uj^f ujmak). 

taki biri etkü kör utkung bolur , asizka 
katilsa kör asiz bolur. (Nächst dem von Na- 
tur aus Guten) ist wieder Einer, der aus Nach- 
ahmung gut ist, gesellt er zu Bösen sich, wird 
er böse. (18) 

füj^saimi otkurmak oder utkurmak beruhigen, 
zufrieden stellen, zufrieden sein. Vielleicht ist 
das Stammwort ^ail^ otkur oder utktir mit 
dem neuern uigur analog, denn die Bedeutung 
beider Wörter ist so ziemlich dieselbe. (?) 

■"qI)^ ütci, ötci, otci (i-Ajui') Arzt. Ist entwe- 
der von ot Gras, also otci der Kräutersammler, 
oder von der Wurzel öt, üt, welche den Inbe- 
griff des Heilens, Genesens gibt, entstanden. 
Am richtigsten scheint die Leseart otci zu sein, 
da erstens im Texte mehrmal w^ Q'D^ otci ka 
und nicht ^o ke vorkommt; zweitens da das 
mongolische otagi auch für das Wurzelwort ot 
spricht. Vgl. mong. qü^ otagi Ai-zt. (Schm.) 

'. «ijC^^ ötmek statt v .iuC\i et-mek Brod. Zu- 
meist >.-«^ti| ^ fi^ tuz ötmek Salz und Brod. 
(^iUi^ 0b) 

^üj^ otmak erdenken, ersinnen, über Etwas grü- 
beln. — Vgl. cag. i^Uj^f ojmak nachdenken, 
von j^^f oj Einbildung. 

füi^ utmak folgen, nachgeben; tz.%. ^^.^S ujmak, 

fü^^ utmak besiegen. 

q^^qH^ pila __fJJiö"5%9 ^j)iu^> 
negü der isitkil agun tutkudi, kilic baltu 
birle jakin utkuci. So höre nun wie der Welt- 
halter (Regent) spricht, der mit Schwert und Axt 
den Feind besiegt! 
> -li^^, ötlek vergänglich, vorübergehend. v-«i^r\, v Cv^ 
öt ötlek die Zeit, die vorübergehende Zeit. 

Qi. po - »i [ C\n QiiDAo _j^ ^Du. ^ 

bir anca jime kecti ötlek kün aj. So ver- 
gingen alle Tage und Monde. (85) 



— 205 



iui^>n ötlemek zukommen, passiren, geschehen. 

ajtoldi okli öktülmiske ötlemisin ajor. Es 
spricht von dem, was Öktülmis dem Sohne Ajtoldi's 
zugekommen war. (27) 

ftijij^a. otlamak nachdenken, nachsinnen, überle- 
gen. — Vgl. jak. odula betrachten, genau an- 
sehen; cag. (^Lol^. f ojlamak nachsinnen. 

^^ ötrü gegenüber, wegen, für, als Vergeltung, 
hingegen. 

,ga^ ütrü immer, stets, aUeweil; zusammenge- 
setzt von >_.^ üt Zeit und vom Adverbial- 
suffix ^ rii, rü. 

lp^£^ ötrüm (richtiger ötürüm) auserwählt, aus- 
erkohren, auserlöst. Ein Synonym von ^aaiiati 
köirüm erhoben , ausgezeichnet. Q />a2^. l^i O^^O 
kiside ötrümi der Menschen Auserwählter. 

y . Tin y C ^ P otsub . häufiger getrennt - — sai^ < — ^, 
und da es immer mit ■ — iLüi. erik Kraft, Macht 
vereint vorkommt, nie aber allein, so bedeutet 
es wahrscheinlich Achtung, Ansehen, von ^—^ 
öt Galle, Kühnheit (pers. ^y^\ zehre GaUe, 
Kühnheit) und v—OSi^ stib Achtung, Wasser, Glanz. 

^jo^ ojur Grütze. (Eigentlich das Gemahlene, das 
Geschrottete. So cag. öj'urmek mahlen, magy. 
örleni mahlen.) 

^aia. _^ _Q (y^ —^u. :yi^^ 

seker alva jekli ja arpa ojiir, kece jatsa 
tankta jene ac turur. Man mag Zuckerbrod 
oder Gerstengrütze essen, man legt sich nieder 
und steht in der Frühe doch wieder hungrig auf. 
(52) — Vgl. Klapr. S. 14 -Ci. jur gekochter 
Eeis. 
/J)Cl üc Groll, Rache, pttju. p|)a. ücin almak sich 
rächen, seinen Groll stülen. 

Ol)=0 i^fc wAl^ Qilfq9 v-^ ^ — fV> 

chazine arat boldu bekler küci, bu iki birle 
er alir dz im. Geld und Mannschaft ist der 
Fürsten Kraft, mit diesen beiden kann der Mann 
Eache nehmen. (78) 

alir bu ölüm kör tirikte ücin. Der Tod 
stillt am Lebendigen sich seinen Groll. (78) 



v^ uca eilig, flüchtig, von fi^^Oa. ucmak fliegen, 
schnell gehen. 

y^ ^Q^oai. y_2ut, Ob '-^O tP^- /^^ 
kajusi vsiim Icetti iep jükrür tica. Der Eine 
zieht besinnungslos (mein Verstand ist wegge- 
gangen sagend) schnell dahin. (88) 

*. — M0O. ögek {iryi) Himmelskörper, eigentlich 
Himmelszeichen, Himmel, Plafond, v— Ai-[}ü. y^ ja 
on iki ögek die zwölf Himmelszeichen, welche 
nach dem Kudatku Bilik folgende sind: 1) ^ K^ 
kuzi Widder; 2) y_iiCL üt Stier; 3) ^niiliiii. 
ekendiz Zwilling; 4) |n^DO. ucik Schütze; 5) W*^- 
arslanliöYiQ; Q)(y^ ^^ ■f^'^''-^^^' Krebs ;(?) 7) Qop. 
ö7/'/ Waage; 8) 'yL^ citan Skorpion; 9) füüla. 
oklak Bock; 10) v l it. 'M . jünek Wassermann; 
11) QC v-Aii^ scvgi Jungfrau; 12) pb^ balik 
Fisch. ^ ^3 p ^— ^DQ- ögekkce basi überaus 
hoch (dessen Kopf bis zum Himmel reicht. — 
Vgl. cag. lilis-^f ö^ek Dach, Terrasse, vj>~y3Jüge 
hoch. 

v_»if^i'[)Q. ücesmek in Wortwechsel sich einlassen, 
streiten. 

ügesme bu bekler bile. Lasse mit den Fürsten 
dich nicht in Wortwechsel ein. (59) 

f^}a. ocik, ucik Schütze (?) (Zodiaque). — Vgl. 
cag. ^J^f Pfeil, Schuss, Wurf, Schiesskugel. 

i3(}a. ücü, uci Wort, Gerede, Geschwätz. 

H> t=>a pi> t°- 0^°^ pb atp- 

ücidin kopar ol agun bolkaki. Vom Wort 
entsteht die VerwiiTung der Welt. (51) — Vgl. 
cag. Ls.^f üge Gerede; mong. ^o-^2i. üge Wort; 
magy. ige Wort. 
*0C 0^ i^^z^z (qc ;W*^ söz ci) Redner, Viel- 
redner, Plauscher, Schwätzer. 

— :-^ —h^ fo iy^ 0=: 01P- 
2^cz^/ z'iz/§i? katilma jira. In die Angelegenheit 
des Plauschers mische dich nicht, entferne dich! 
(61) 
fH}- f^P- iicukmak verschwinden, hinscheiden, 
vergehen, ausgehen (vom Lichte). 
— ^uci|^Q. v_A.iti^^a^ tiriklik ucuksa wenn das 
Leben hinscheidet. (73) — Vgl. cag. ^sva-jf 
ucuk Schwindsucht. 



- 206 



iyii|j_ ftO|^fi. ucukmis erloschen, ausgelöscht. 

ucukmis kömür teh karanggu tön. Eine 

Nacht finster gleich der erloschenen Kohle. (57) 
Q^ ftc-Da. ucukli Vogel der fliegende, von flc-[)CL 

«^K/§ fliegend. Qt f^ß^ Ofc PC'"^ ucukli jo- 

rukli Vogel und Thier (fliegender, gehender; 

eine Nachahmung des arah. ..ytio ^ u^y^) ^^" 

hus-i-tujur). 
fii^ ,\a|}Q. ucuzlamak geringschätzen, verachten, 

im Ansehen vermindern. 

ucuzla bu nefsing akir bolka gan. Verachte die 
Leidenschaft, damit die Seele geehrt werde. (75) 
Vgl. cag. )y?-;f ucuz; osm. -y^yS uguz; magy. 
öcso {olcso) wohlfeil. 

^a^ ^^ ucuzluk Verachtung, Geringschätzung. 

;iia. dz Person, Individuum, Persönlichkeit, er selbst. 
QAiil,i^ X iinuCi^ ^:P^ özütn sözüng isitti mein 
Ich hat dein Wort vernommen. (50) 

^ ^ jt^ .^ ;tiQ. v_jLß^3oo —ABS *-»^ 
^ ;ia jl)!. ^ v_AQjkp2o —^ ^-»^b fb 
kiniing bolsa körklük özi hem juzi, tah 
tek jime körklük ol ü üzi. Wessen Persön- 
lichkeit und Antlitz schön ist, dessen Aeussere 
ist schön wie das Innere. (40) ■ — (Nur im 
letzteren Sinne gehrauchen dieses Wort die übrigen 
Dialecte der osttürkischen Sprachengruppen.) 

^ öz der Haufe, der Pöbel, die Masse, die 
Leibeigenen, der Leibeigene. Vielleicht mit Vor- 
hergehenden A^ identisch. So im Texte wo von 
Behandlung der untersten Hasse die Eede ist. 
^it^iüx ^ ^ özler cikailar die Leibeigenen 
und die Armen. (Sieh ^^o. v_iii. et öz.) 

^ö- ÖS, uz der Einheimische, Inländer, der dem 
eigenen Stamme Angehörige, bekannt, wahr, 
echt. Der Gegensatz von v_^i^. j'at fremd. 

kisi aski koldum öz ersa ja jat. Der Leute 
Nutzen habe ich verlangt, ob Einheimische oder 

Fremde. (92) Q^tio A^ tr^ ^^^^ °^ '^^•^^' 
der Mann von wahrer Zunge. (48) 

f&. US Verstand, Sinn. 



-gjaiv 



Pb - 



■ iVl 



0^^ 0^ OVO. 



usi ucti bardi aningdin jirab. Seine Sinne 
verliessen ihn, und zogen weit von ihm weg. 
(85) A^ V ,.,>^Cii^_^ tetik US tüchtiger Verstand, 
Scharfsinn. (84) 

— pa,. öze, auf, herauf. 

A^ öze weg, los, getrennt, ausser, von. 

fu^ — psi. öze itmak wegschicken, wegstossen, 
weggeben. ;;^ — A^Q- öze tur stehe allein. 

^li. jij_ ißii^ — A^- pb ^-Äioloj- 
munungdin öze bardim nten angga. Von 
hier ging ich zu ihm. (70) 

fC£L öze Saame, Korn, Kern, Ursprung. — A^ 

Q^ii^g L^ özedin beri vom Anfang, vom Beginn. 

fiiip. usak, auch f^ usk gross, vornehm, mäch- 
tig. ^^ Kii^Q. pb -—^^^ seningdin usaki 
grösser als du. 

^ü^ füjp. usakmak lange dauern, lang werden. 

usanma usaksa b^i, bcklik barir. Sei nicht 
überdrüssig, denn dauert die Herrschaft lange, 
so vergeht sie doch. (75) 

jJip iisal ti-äge, scheu. 

^^Q- üzele auf, darauf, (vielleicht statt üzeref) 

oV ^ — ^°b — ev^ t^ 0^ 

küni jol üzele tuta ber meni. Behalte mich 
auf dem rechten Wege. (12) 

\\l^ A^ usalik (besser usallik) Faulheit, Wi- 
derwille. 

**_jüüi^D. osong (i.sAi . 0.f ,o) dann, alsdann, gleich 
darauf. — Vgl. cag. ^y^^\ olsong dann. 

»—»ßi^a. özük Abbruch, Ablass, von >■ «uy a. öz- 
mek abbrechen, aufhören. 

pil^y Y^ «—ikiijg 1^ y-Mm f . A^b t:QOA> 
köngül töz özük süz bajatka sikin. Mit 
geradem Herzen flüchte stets (ohne Ablass) zu 
Gott. (78) 

ftü^ ^ci^Q. usukluk vernünftig, von A^ us Vernunft. 

A=^ ^9 • _ 

bti söz, usukluk turur 

ein aja kutluk öz. Dieses Wort ist vernünf- 
tig, oh SeUger du. (70) 
fii3fDi|Q. usulmak, osulntak verderben, ungera- 
then sein. — Vgl. cag. JLo^f usal garstig. 



207 - 



>_jLu^aY2. üsürtntek berauschen, benebeln, be- 
trinken. 

üsürimesün devlet seni cj kafas. Das Glück 
soll dich nicht berauschen, oh Freund! (88) 
jCif^ 71S71Z wach, schlaflos, von ^50. u Schlaf und 
f£^ suz ohne. 

e^ — h*°b —ABS ^^^ *-**te 0^ 
ügi dek tcsuz bolsa tünle saju. Wach wie 
eine Nachteule sei er während der ganzen Nacht. 
(43) 
fjfi. 7isk statt ftOip. usuk Uebel. (?) 

negü ol iking emdi usktmg nedek. Wie ist 
deine Krankheit, wie ist dein Uebel. (23) 

*u> po»^ özginke zu, zu sich (^^Ö kasikd). 

Ici^ ;\o. ozgün Abschied, Abbruch, Trennung. 

ölümlük turur özgüni belJcüsüz. Sterblich 
ist sie (die Welt), ihr Abschied ohne Vorzei- 
chen, (87) 
«-,*ii>^n özlek Trennung, Abschied. 

nedek kildi özlek atang din katin. Wie hat 
die Trennung dich gemacht nach deines Vaters 
Tod? 
v_jLui^ ^. öz lemek in Besitz nehmen, sich 
aneignen, sich etwas zuständig machen, sich 
Jemand nahe bringen. Q^ii^ f>i^ Q". v— »^j^ ilik 
am özledi Hik näherte ihn zu sich. 

kü/c baksa bekler kirnt öz lese. Sehen die 
Fürsten lachend an den sie in ihre Nähe ge- 
zogen. (35) 

fji^ ;\a. tisluk (?) oder uz luk Länge, Ausdauer 
(statt tizunluk'i) f^üi^ f^: A^ usluk kilmak 
ausstrecken. 

^nasi^a. üsrük Kausch, Betrunkenheit. 

Oo^9 = o'^^9 p^oQ^ «-»c^ 



sücük üsrüküdin batar ej beki. Vom Eausche 
der Süssigkeiten oder des Weines geht er zu 
Grunde oh Fürst. (88) 
s \A iip. üstek hoch, erhaben, hervorragend, über- 
ragend. > — fcJ^ji. V « l '^ l^ '^ üstek elik Oberhaupt. 

esen naca tirilgil ej üstek elik. Lebe lange 
gesund oh Oberhaupt. (38) — Vgl. pers. 
uyjjjJov zeb erdest vornehm (der die Hand in 
der Höhe hat). 

*v_SJio^i^ üstegib (v-jUawjI) wollend, wünschend, 
verlangend. Vielleicht besser v_JLiii^o. üstejib 
von üstemek, cag. lilLoLÄj^f suchen, verlangen? 

■ — »^ V, i i ^ ip. üsteklik Vornehmer, Erhabener. 
»_jLi^ > ii i C \i^ n . = ej üsteklik oh du Erhabener ! 

/>iÄ*p. 2cstam und *— IlCi^Mi kasut sind Gegen- 
stände, welche als Insignien des Vezii'ranges mit 
dem bekannten pü^ ajak Becher und p^fit, 
tanika Siegel als Synonyme angeführt werden. 

foji^ AS. tiztamak, tizdamak verlängern, in die 
Länge ziehen. 

^ OS dieses, jenes, dieser, jener, ist fast immer 
mit ^9^ nm {q^^ osmu) oder ^ ol (^ »p. 
öiö/) verbunden und nur einige Male allein ge- 
braucht. So |ij- ^. />^^^ij5 ,5^ «/« berdim 
OS nten ich habe dieses gesagt. (18) />i^^ ^ 
— ,^0 OS aitim kese das habe ich bündig ge- 
sprochen. (26) • — Vgl. cag. yA'^ osbti dieser, 
JLij.f osel jener; magy. az jener. 

Qd ^^ tisakci Kleinhändler, Hausierer und 
Klatscher, Nachrichten Hinterbringer. Eigentlich 
Einer, der sich mit kleinlichen Sachen abgibt. 
Cag. ^^^sL^;. f usakci Trödler. 

füj^^. tcsatmak zerbrechen, zerstückeln. 

tili sözte jazsa iisatir tisin. Dessen Zunge 
im Worte fehlt, der zerbricht sich die Zähne. 
(47) 



208 



n. 



^ iL ne ersa oder. 

■ ^^^ ^1. iL ne ersalik Beschaifenheit, Na- 

turel, Beschreibung einer Eigenschaft. 

ne ersalarin sen iöretken. Ihre Beschaffenheit 
hast du geschaffen. (6) Im cag. viU».ÄAJ nige- 
lik das „wie so"; im osm. |j.«jjfo ^hm^A jO 
ne iseligi brak sen lass du das „ wie dem 
sei* sagen gehen, d, h.: Nimm die Sachen nicht 
wie sie kommen. 

»-«niil nenük gleich v— *ß^L nelük was für ein, 
welch. ^ ' .tniil, nenük al (JL»-) gleich dem 
osm. »j^Ls. »j ne halde wie, in welchem Zu- 
stande. 

*— iLuL neng etwas, Sache, Ding, Vermögen, Hab 
und Gut, Reichthum. ' « i>i j^mS C\9 bu kac 
neng diese Dinge. ;Aa^ piyri^i. >.,. » lt l fieng 
ertükin ajor er sagt was es sei. :^j^^^ '■■ *" > 
«^«^ tavar Vermögen und Thiere (bewegliches 
und unbewegliches Gut?). 

kanmk etkülükke Tieng ol jolcisi. Zu allem 
Guten ist Vermögen der Helfer (Wegweiser). (57) 
QOiL neki Vermögen, was man besitzt, was einem 
eigen ist. 

akilik ol ermes niese neh'n, aki ol joluk 
kilsa Q^anin tenin. Verdienste hat nicht der, 
der sein Vermögen austheilt, Verdienst gehört 
dem, der Seele und Körper aufopfert. (56) 

^50*L negü, nekü wie, als wie, gleich wie; (osm. JLxü 
nasl). y...\i\j 50a. negü dek als wie, ähnlich. 
^ü^yX *M^ (gi^iL negü der isitkil höre wie 
sagt: (Immer am Anfange einer Citation ge- 
bräuchlich.) — ;iA> 50*L negü kolsa wie es 
nöthig ist (eigentlich wie es verlangt). 

/>^0*L nekim was, alles was, was nur; cag. 
^ jO ne kirn was immer. 

fic^"- neguk^ nagiik Eigenschaft, Beschaffenheit, 
Besitz, Vermögen. (?) Vielleicht richtiger ^ fia»>L 
neguki von QÖ i90*L negü ki was ihm eigen 
ist. 



X^ ^^^ir 0^B9 f^*^ ^S >-aIau^ 
alarning negtcki kelir hem barir , mening 
bu neguk boldi mingi kalir. Ihr Eigenthum 
(Schätze) geht und kommt, mein Eigenthum 
(Name) ist ewig und bleibt. (8) 

i^u. negülük was auch immer, auf welche 
Weise, was für ein. 

Y^^ p- —0*- Y^ — A*b ^*aiQo*L 
negülük lese sen ajajin sangga. Was du 
immer sprichst (verlangst), will ich dir sagen. 
(9) v_jl1jo^^ v_»apiiiL negülük tiriklik was 
für ein Leben. (24) 
jis^ li. nelük warum, wozu, wofür. 

t^i?- —'y^ h>^ }^^^ <-*2t y. 



nelük toktuni erke7i jene ölkeli. Wozu bin 

ich geboren, um wieder zu sterben? (24) 
v.l. «IIa nerek wozu, für was. 

fh^i^ ()<>jAS = — (yofe OV wAüliL 

nerek emdi dünja ej bilki jatik. Wozu nun 

die Welt, oh du von ausgedehntem Wissen! (67) 
j^ ^ neri mehr, viel, noch mehr, über, ausser. 

^ ^ p^ andin neri um so mehr. - — «aIii. 

^ ^ p^ aningdin neri ausser diesem. ^ Qau. 

nerisi das Uebrige, das Fernere. — Vgl. cag. 

^.b nari hinüber, jenseits. 
Qi^ Q:JiL neriki das Fernere, Weitere, Uebrige. 

Qi^ Qiiii. p^oj- mundin neriki das Fernere. 
V— «iCiii- nedek, netek gleichwie, alswie, wie; cag. 

lilookj nidek. — Vgl. cag. j^Uj nitekim als, 

alswie, welches aus vilLxAJ nitek, uig. ^ « i ^ i> 

und |»a5' zusammengesetzt ist. 



i^i^ü. nedeklik Beschreibung, Aufklärung. 

Eigentlich das Bezeichnen, von <— *i^ nedek 

wie, wie so. 

flctl. Q^iOA- t'^oWi (S^^^*^- K> ^— *^ ^. . « i ^ i! 

tiedekiik ke jetkü köngüt öhti jok. Zu einer 

Beschreibung reicht weder Sinn noch Lob aus. (6) 
». ,«n^il nelük, nedük sieh v « i C^n netek. 
i"[)iL naca, nece wie sehr, wie viel, so sehr, so 

viel. M- M)»L naca ma wie sehr auch; v^ii. ^3 

bir naca einige. — Vgl. cag. «.^-aj nice wie 

sehr, wie viel. 



— 209 — 



M*|)ü. nacama wie sehr auch immer, so wie 
uaiiÄ> kapcma welcher auch immer. 

■nacama jakin heisa bekler senü özüngni 
unutma jorikü küni. Wie sehi- nahe der Fürst 



dich auch halten mag, vergiss dich nicht und 
wandle gerade. (59) 
^nünl nokol betrachte als wenn . . . denke als 
wenn . . . ^^i*^ f^ ^riint nokol dz jemis 
betrachte als wenn du selbst gegessen hättest. 
(66) 



Q z= b, p, f, V. (Deutsches w). 



01,5 bat, <5«/' reich, wohlhabend; der Gegensatz von 

OÜl^ cikai arm, bedürftig. 
V— ^tiij9 bajat, bejat Gott, das allerhöchste Wesen. 

' ^ i. ^ 1,3 :^^ bir bajat Gott der Einzige. — 

Vgl. eag. ojLo bijat Gott. 
fttUjg bajik nieder, gemein, nichtswürdig, eitel, 

vergänglich. 

t^iPö NA^iOO (^ ^ — 0*Qb f^ 

baßk dünjaka sen köngül bermekü, tolun 
dek bu devlet tökel evrilir. Dieser eitlen 
Welt vertraue nicht, gleich dem Vollmond wen- 
det sich ganz das Glück. — Vgl. osm. Lo 
baja gemein; cag. Lu baja alt, vergangen. 
fh{. flili^9 bajiklik Vergänglichkeit, Niedrigkeit. 
V *!^i''^t_ — /^^ °d i^^ f^ f^ P^ 

bajiklik Jak ersa bu ersa Itking , ne etkü 
is erdi sening kelmeking. Wenn Vergäng- 
lichkeit, deine Eigenheit nicht wäre, wie gut 
würde dann dein Hierherkommen gewesen sein. (22) 

fu^isi^ bajitmak bereichern, reich machen. (77) 

fujoii^ bajumak reich werden, in Wohlstand ge- 
rathen. — Vgl. cag. ^jUjLj bajmak reich 
werden. 

v—Ju^ bek Band, Strick, Befestigung. 

*— a1j3 bek^ pek Schwärze, Tinte, Moor. 

chalik bek jüz jüzin tek karardi ongin. 
Gleich des Moores Antlitz hat der Schöpfer ihre 
Farbe geschwärzt. (71 Bei einer Beschreibung 
der Nacht.) — Vgl. mong. y:^ ^^^^ Schwärze; 
magy. fekete schwarz. 
v» t i j(^ l0^3 bekitmek befestigen, stark machen. 
V i i jC\ .^i^ qL qjq. v_A^i^g bektik olini bekit-. 
mek das Gebäude der Herrschaft befestigen. (7) 



v- » i j(\n i^ bekütmek Gefallen erwecken, sich be- 
liebt machen. 

bakir sak sbzü tut bekütkei seni. Das edle 
Wort befolge (halte), dass es dich beliebt mache. 
(28) 

> «iji^^ beklemek schliessen, sperren, zumachen. 
Qi^ijOfS j-^^ ^^^^'"' bekledi er schwieg (sperrte 
die Zunge). ()'l)0f9 bekci, Q^>H>*i9 bekici Ver- 
schliesser, Thorschliesser; osm. ^^3C[^ ^^/^« Wäch- 
ter, y. :y^^^ f^SM> kaptik bekler er der 
Thorschliesser. 

>-JLlj. V— *i,5 beklik Kegierung, Herrschaft. 

^— lü^OJ^ beklik befestigt, gebunden. 

,93*^ pekrü fest, Adverbium von >— ^i^ pek. 
V i. « i in^ i^ pekrürek fester. 

fu^5 (5fl;/§, (5a^ Verlangen, Lust, Wunsch. — Vgl. 
jak. /5ö:^a Verlangen, Lust; mong. vüiq baga 
Lust (Kow. 1054. b,); magy. vdgy Verlangen, 
Lust. 

— lükLQ bakana Stufe, Stiege, Leitersprossen. — 
Vgl. jak. bagami Pfahl; mong. l Y^ baghana 
Säule, Pfeüer. (Kow. 1056. b.) 

pi j^ i ü i ^ bakarmak wünschen, verlangen. — Vgl. 
jak. bagar mögen, wünschen; mong. £) iiiaiiii^ 
Wohlgefallen finden. (Kow. 1055. a.) 

fuy {5^11^9 bagir sak oder bakirsak edel, edel- 
geboren, rein, fromm. Ln Texte mit unleser- 
licher arabischer Interpretation unterschrieben, 
was um so mehr zu bedauern ist, da die Be- 
deutung des Wortes wohl aus dem Sinne der 
Sätze, da es häufig vorkommt, hervorleuchtet, 
die Ethymologie aber ganz unbekannt ist. Im 
Persischen und Türkischen findet sich der Aus- 
druck ^s+JLo ii)L pak sulbi von reiner Lende, 
Edelgeborene häufig; vielleicht ist fraglicher Aus- 

27 



— 210 — 



druck {bagir Eingeweide, Inneres und sak rein, 

gesund) ein Seitenstack zu Letzterem? 
fb^ füi^ ;5^"f9 bakirsaklik Edelsinn, Edelmuth, 

Adel, Tugendhaftigkeit. 
A^Y :5^**^9 bakirsiz unedel, untugendhaft. (^^üi^ 

fi^pA^ ^li^ bakirsiz tösülniez der Unedle kommt 

nie in Ordnung. (47) 
Quli^9 bakni wachsam, umsichtig. 

özüng: karsika kirsa bakni jüri. Wenn du 

im Palaste eintrittst, schreite achtsam. (59) 
fh^ fU(9 baklik geschlossen, gesperrt, fb^ fü^ qg 

ftOj5M> ^?^ baklik kapuk dieses geschlossene 

Thor. (15) 
fki fu^ bakrak oder ^iüa f^g bakraku tobend, 

lärmend. 

^ füg ^^2^9 _;Uio —Ab -^^ ^-^ 

(?/ fe /ö/j-« kansa bohir bakraku. Wenn der 

Pöbel sich satt isst, gut antrinkt, so wird er 

Lo y.AäL bakirmak 



0^7** 



tobend. (90) — Vgl. cag, 

schreien, jauchzen. 
yi^iüg baktas Sitz oder Lage in zusammenge- 

kauerter Körperstellung. 

^^!ili^l^, pü^ ^ p. ^üig — pi. 
_, t^iiü^ fl^ py )±- o^iliiM^ plü. 

_/k«^ baktahcnda janin jatniakiL omm kat- 

kurma sen katik külmekil. Liege nicht auf 

der Seite in gekauerter Stellung, klage nicht 

laut, lache niclit stark. (59) — Vgl. osm. 

-fo^i^L bagdac das Sitzen mit unterschlagenen 

Beinen. 
gmfS belkü. belgü Fahne, Zeichen, Merkmal, 

Spur. — Vgl. cag. ^SCJlo bilgü Zeichen; mong. 

mjij3 bei ff e Zeichen (Kow.); jak. bäliä Zeichen. 

magy. belyeg Zeichen. 
*füjig bainak (^34J^Jb), vielleicht richtiger füf^ 

bajmak, binden, befestigen, anbinden. 

kilür kiska jaslik kizil til seni, esenlik 
niesen katik ba am. Von kurzem Alter macht 
die rothe Zunge dich. Avillst du Gesundheit, so 
binde sie fest. Q^ Q^ ^a^ hii ktiri 
bau er hat sein Glück befestigt (sehr häufiger 
Ausdruck). 



^Ji5 fal (anstatt dem arab. JU Ausspielen. — (yL 

^ (90^ aj'a etkü fal oh du von glücklichen 

Ausspielen ! ( JU ^JCaj ^( ) 
fUuß balik gebunden, vereinigt, von fu^ig bamak 

binden, fi^jig ^ ^Ai k'öngli balik einer mit 

geschlossenem Herzen, (77) 
füji^ v_ju^jf5 balinklamak sich schaukeln, sich 

umherwälzen, sich umherwerfen. 

0%H> ov^- Ob p^i^- ^-^ ^-»Vö 
belinklab olunii usi kelniedi. Sich umher- (^ | 
werfend lag er wach, es kam nicht sein Schlaf. 
(70) — Vgl. magy. bolingatni etwas schaukeln. 
V— JUMjc^^iS belkülemek bezeichnen, auszeichnen. 

^-2jfc &^ f^w (Ms ot!^ ^^ 

^«/«z' fazli (JL.^) boldi sangga bclkiileb. 

Nur Gottes Gnade hat dich ausgezeichnet. (78) 
^iOi^i^ug belküsüz. belgüsüz spurlos, unbekannt. 

puuqg ^ioyaoMg belküsüz bolmak verschwinden. 
v— n aig berk wohl, sehr, fest, auch Hemmschuh, 

Befestigung, Sperre. ^^ v » i^i,>:atg og <$?/ ($^r- 

king kaj'u welches ist dein Hemmschuh? 

Q^^ - i t^ i^3 berk bilikli der Etwas wohl 

weiss, gut kennt. 
■-JuujO^ berklemek befestigen. 
^uai^j ba7^as Gang, das Gehen. p\^^ jjrsoAi 

köngül barasin nach Gemüthsgang, nach 

Herzenslust. 
w ^ ^«Z schnell, geschwind, eilig. 

bzi iske iti pat jetürkü bilik. Zu dieser Sache 
muss man das Wissen eilends gelangen lassen. (47) 

::^Qi batar West, Westen, Sonnenuntergang, 
u^ ;ji^3 pt ;;J*^^ tokardin batarka von Ost 
bis West. (42) — Vgl. osm. ^L bati West. 

fb^ (5ß^zi fremd. Sieh füiiiX y«A/C'. 

flii^ <5ai'z'/^ tief, nieder, niedrig. Gegensatz von 
pLi. atis hoch. 

fl^ pf f^h ö ö^ &^"^ f^S 

/irak (^M) kat/adari tengiz tin batik. Der 

Trennung Kummer sind tiefer als das Meer. (89) 

fll^ /^^^ batislik hoch, erhaben. Unterscheidet 

sich durch den labialen xVnlaut von ;i^ rt'/'/.y 

hoch, welcher Laut vielleicht auch irrthümlich 

- hingelangt ist. 

(y^lu^ wJüi. A^ 0^^ OV^ ^t>*^ 



— 211 — 



naca karsi urdi batislik sarai. Wie viele 
Paläste, Gehöfte und hohe Schlösser (hat der Tod 
schon zerstört!) (87) 
V— »ß^ bahik fest, gewaltig, stark, erwachsen, 
reifen Alters, hoch. 

kamukta on eti bahik ondadi. Allen ertönte 

eine Stimme sehr stark. (85) 
wi^ > »rC\ i,Q battckhck Festigkeit, Gewalt. Ein 

Synon. von fia^ fbja ulukluk Grösse. — Vgl. 

mong. ^iQ baiu fest, stark, zuverlässig. (Schm. 

103. a.) 
fü^ilf3 batumak hoch werden, wachsen, edel wer- 
den, gedeihen, Erfolg haben. ^ ^ Q^o^VS ba- 

tuti ili sein Volk gedeihete. 

naca er batusa bas akruk batar. Je mehr 
der Kopf wächst (in Höhe), desto mehr wachsen 
die Sorgen. (13) 

^}D^9 baior tüchtig, brav, tapfer; im Texte mit 
J.JÜJ hoch, ausgezeichnet interpretirt. Von der- 
selben Wurzel scheint v tnC\i,g bahik, ^ u ^rAiQ 
batutmak, u. s. w. entstanden zu sein, und 
in solchem Falle stände das mong. bagha- 
tur wohl näher dem persischen jO Lg_j baha- 
dur. 

fuj^aa^i^o baturtmak ermuthigen, Muth einflössen. 
Vgl. magy. bdtoritani Muth einflössen. 

füfiMiii^fg batkalamak langsam untergehen. 

j[)CiOt, Ayo^i^ v_iu^j ^ü^fS J^O 
l^ künüm baikalir tek jaramas t'ünüm. So 
wie meine Sonne langsam untergeht, erhellt nicht 
mehr meine Nacht. (23) 

füj^oS^ batuimak erhöhen, auszeichnen. ]S^:^Cii^ 
fujiio^ köngül bahämak sich brüsten. 

füi^ baima/c, patmak zumachen, schliessen. 
fuj^ f^g^S kapuk batmak die Thür zumachen. 

piiO^i^ batrumak unterdrücken; osm. ^JLc^yjLJ 
batirmak. 

— -Ai^ basa ein anderer, ein zweiter, aufs neue, 
wieder. 

QO — r^5 basaki der andere, der zweite. — 
Vgl. magy. mds anderer, mäsodik zweite; 6ag. 
^j.LäLj basak ein anderer; mong. Q^^ ein 
anderer, anders. 



fll*^ basik unterworfen, ergeben. 

öliimge basik nia aja üci kvt. Dem Tode 
ist auch der glückliche Herrscher unterworfen. 
(74) 
t^f^ basim der Ueberfall,^ie Ueberrumplung. fj\ 
QC J[>iyf3 basimci Wegelagerer, Strassenräuber. 4 

Die verschiedenen Gattungen Räuber, welche 
Seite 34 erwähnt werden, sind Qaiia. okri Dieb, 
QC ^i^iM^ karakci öifentlicher Räuber, Mitglied 
einer öiFentlich angreifenden Räuberbande. Q£ A^fS 
basimci heimlicher Räuber, einzelner Wegela- 
gerer, und QC v—^ijc. ületci der Klagen ma- 
chende. — Vgl. osm. ^^).AJöoLj baskin Ueber- 
raschung, UeberfaU. 
V - un i^i^g besük, auch ^—»Oi^ bisük gezieii;, ge- 
schmückt. 

z^/z^^ boldi es lös ara belkü/ük, besük boldi 
bekler ara bu kölük. Gross bekannt wurde 
er zwischen Seinesgleichen, geziert war dieser 
Sklave unter den Fürsten. (33) 

> «nj_ , V . in yt|9 besüklük Zierrath, Zierde, Schmuck, 
Putz. Von N— Juju^ besemek, bezemek zieren, 
putzen. 

^ bas Haupt, Oberhaupt, Gehorsamkeit, Supre- 
matie, Erfolg. f4p*ö Y^ ^ baska barmak 
gelingen, das Ziel erreichen. 

V^iS bas ander, anders. f^^J^ Vfg (5«.y kiimak 
verändern. 

mening katkumi jeb köngül kilma bas. Um 

mich sich grämend, verändere nicht dein Ge- 

müth. (88) — Vgl. magy. mds ander. 
— ^ basa wieder, aufs neue, füjj;^ — ^ basa 

kiimak aufs neue anfangen, wieder beginnen. 
QC ^ (5a j«' Anführer, Oberhaupt. ^ ;UC ^ ps^ 

söz bascisi Vorredner, erster Berichterstatter. 

A^ V^ V^ «-y bascisi Oberproviantmeister, 

Obermundschenk. 
V— *AS ^2^1 '^2'^' Band, Strick, Feste, Befestigung. 

(}*iA9 f^ ^^^^ '^^'^^ sßiii ßänd und Kraft. 

Vgl. jak. b'ia Strick; cag. j^L (5«^ Band; mong. 

5ilc\9 <5t>^^z^ Band. (Kow. 1160. a.) 

27* 



— 212 — 



-^ 



\^ bilik Wissen, Wissenschaft. 
Q^ ^— «^J^ bilikli wissenschaftlich, gelehrt. 
^ ^— »^JAS unwissend. 

;^ _tA9 ^ — A9*b i-^=^ A^f^^ 
(Jz/z'y^ kadrini Äz biliklik btlür, biliksiz 
göver (v*>^) Ä?^« /«^ ^2/<? sinür. Nur der 
Gelehrte kennt des Wissens Werth, findet der 
Unwissende eine Juwele, zerschlägt er sie mit 
einem Stein. (52) 

/yn^ bilis Bekannter, von wÄii^BS büismek 
Bekanntschaft machen. Zumeist ein Synon. mit 
>^\3^ katas Geselle, ^u^ atas Namensfreund. 

u>B5 bilge weise, klug, der Kluge. ' «^'^ ' t) fO^AS = 
ej büge tetik oh weiser Held! 

anadin, mu büge tokar bu kisi. asi ökre- 
nir mu jetilse jasi. Wird der Weise von der 
Mutter geboren, oder lernet er (es) wenn sein 
Alter reift? (33) 

*_*ij^aooB3 bilkürtniek bekannt machen, zu er- 
kennen geben. 

V «i^i>m,9 birikmek gleich sein, ähnlich sein, 
vereinigen, zusammenbringen. 

bu din dünja birle birikmeki serb. Das 
Irdische (Welt) mit dem Glauben zu vereinigen 
ist schwer. (75) — - Vgl. cag. ii)Ljov.Aj birikmek 
anhäufen. 

<— «ij V^^ birismek sich vereinen, untereinander 
einig werden. 

*L^ ^j^ birgin (sjL5Co bigane) fremd, viel- 
leicht richtiger »jLJo jekmie einzeln? 

s..,tiji,>iai^g birikmek einig sein, ähnlich sein. — 
liUf^ birikmek aufhäufen, an- 



Vgl. osm. 
häufen. 



r^ 



lul^a bitiklik Schriftkundigkeit. 



QC s—iaiil^ bitikci Schreiber, Secretär. (}£ v— jü^ 
fü^i^. bitikci iltmak einen Schreiber an- 
stellen. 

*■— JU'I)!^ bicek (fU'[)A9 bicak) Messer, welches 
auch den Gesetzen der türkischen Lautlehre besser 
entspricht, da der Infinitiv nicht bicmak, son- 
dern bictnek schneiden ist. 



V— *:^1)A9 bicik Schreiben, Schrift, Buch. — Vgl. 

6ag. >iJl*XAj betik^ mong. ^^t^ Schrift, Brief. 
^^ Y>^ bizenmis geschmückt, geziert. — Vgl. 

cag. osm. iiJLej_jo bezmek zieren, putzen. 
fh^ f^^ bisiklik Erfahrung, Erprobtheit. 

bisiklik tilese bisürkil sözüng. Willst du 
Erfahrung, so erwäge wohl dein Wort. (58) — 
Vgl. cag. ^jL5Ci<wA_j pisken gekocht, erfaliren; 
osm. «of ij*..*«j_jo p'isniis adam ein erfahrener 
Mensch. 
v_jlQj5 bök, buk Kraft, Macht, Stärke, fi^ = 
ej böke oh Mächtiger! 

vezir ol batükli bekler bökin, vezir ol be- 
künükli beklik kökit^.^. Der Vezir erhöht der 
Fürsten Macht, der VezÖvJjefestigt der Herrschaft 
Wurzel. (39) — Vgl. mong. y^Q böke stark, 
kräftig. (Schm. 120. a.) 
*QJyl^9 bügi, bögü (>— *^ *— *^iA9) Könner, 
Wissende, Weise, Gelehrte, 

hekim, ler ke hikmet asik kilmadi, bügi ler 
ke bilki elik tutm.adi. Den Weisen hat die 
Weisheit nichts genützt, den Gelehrten hat das 
Wissen nicht getroffen. (25) 

(In den Handschriften des Derbend-Nameh 
kommt bügi ^ jy-i mehrmals vor, Kasenbeg 
hat es nicht verstanden und will es mit ^ y*~i 
böjuki der Grosse identificiren. (Sieh Derbend- 
Nameh S. 74.) 
füjlfl^ p^ bokiunmak unrein werden, schlecht 
werden, fehlschlagen. 

-£ao^ ftc\9 f^^b /^ P^ f^ V— jlAL 
nedek kirn, urunsuz tujuk boklunur. So wie 
der unpassende Reim fehlschlägt. (17) 

^üc^9 bokra Eigenname. Hier bokra kan Name 

eines Fürsten. 
*(9^l0(9 böndü der Auserkorene (»o^.^) der Aus- 
erlesene. ^ ,ii^iC\9 v— ^ üd böndüsi der Zeit- 
erwählte, gleich dem pers. ^jLcv »o^ vS" guzide- 
i-zeman der Zeitauserkorene. (44) — Vgl. 
böngeszni aussuchen, Nachlese halten. 



I 



— 213 — 



^p^ boly bul Beispiel, Lebenswandel. (?) 

AAg bobi voll, gänzlich; osm. J^ hol weit, 

reichlich. 
pp(5 bolin, btUin Verwirrung, Unordnung, Unheil, 

Wirrwarr, flüi^jg pjqg bolin bolmak Verwirrung 

entstehen. 

bolun kilsa nefsim jolukli kani. Sollte meine 
Leidenschaft Unheil anrichten, wo ist der sich 
aufopfert? (52) 
^ijppjg btililmak gefunden werden (nach der heu- 
tigen Fonn ^jUäJj-^). 

bajusa bulilsa tileki tökel, tüketir tiriklik 
ecrel ^an tirer. Wenn man reich wird und der 
Wunsch vollkommen erreicht (gefunden) wird, da 
endet das Leben, und der Tod nimmt die Seele. 
(29) 
fbjD^g boluk das Sein, Möglichkeit, Existenz. 0>f^i?^ 
^ ^ bolki bar is ein mögliches Werk oder 
i)ing. ^- fioi- v^ f^ bolki jok is eine unmög- 
liche (schwere) Arbeit. 

naca bolki jok iske tekse söker. Wenn noch 
so schwer die Arbeit, an die er Hand legt, so ge- 
lingt sie. (36) 
^ l^pßQ bolumsTcz verdienstlos, unwürdig, un- 
passend. So cag. ^Jiof ,y^ bolur is ein schick- 
liches Werk. 

bolumsuzka devlel kilu berse kut, iter devle- 
tin ol kecürmes künin. Wenn dem Unwürdigen 
ein glückliches Loos zufällt, so stosst er sein Glück 
weg, es bringt keinen Tag bei ihm zu. 
\^ füüßö biilkak, kolkak Vei-wirrung, Zerstörung, p^i. 
.^ ^ ^£iQ dgun bulkaki der Untergang der 
Welt. (}Iao fl"ii^9 kolkak küni der Tag der 
Verwirrung. — Vgl. cag. i^LcUü^ bolgamak 
aufwühlen, aufrühren. 
*-,D3 bor (v'fv-^) Wein, geistige Getränke. 

bor icme fesadka katilma jira. Trinke keinen 
Wein, mische in Laster dich nicht, entferne dich. 



(28) — VgL magy. bor Wein; osm. ^\yi boza 

ein Getränk aus Reis oderWaizen; 6ag. »vjj boza 

Getränk aus Kameelsmilch. 
0^)3^ borci Weintrinker, Zecher. 

(}A> v-aIdi^Üo^ q|^jc\5 _Qi. 1^1)^ ^ 

^ör icme aja borci bokzutig küli. Trinke keinen 

Wein, oh du Weintrinker, du Sclave deiner Kehle 

(Gurgel)! 
>— ^c^ bot, b'üt, bul Zaun, Mauer, Sperre. Kommt im 

Vereine mit iS^^ic^ ordzc Lager und Q^^ Imrsi 

Palast bei Erwähnung der Befestigungen vor. 
v_^c\5 bot, put Gestalt, Wuchs, Körper, und nicht 

der Hintere, wie Klaproth nach der chinesischen 

Uebersetzung mittheilt. 

pntum erdi ok tek köngül erdi ja. Meine Ge- 
stalt war gleich einem Pfeil (so gerade), meine 
Brust gleich einem Bogen (gewölbt). (12) 

kali singmese as butung artatir. Wird das 
Essen nicht verdauet, so schadet es deinem Kör- 
per. (51) — VgL cag., osm. ^5^ boj Wuchs, 
Länge, Gestalt. 

»^3 büte viel, manche, als Gegensatz von 

>_iiü. ^^ bir ök einfach. So im Texte v -»n .;^ 
V nn^y^ birök türlük einerlei, als Gegensatz 
zu ' *'^^'^ i j — i^Q büte türlük mehrerlei. (81) 

füilD^ und fbiiüg botak, butak, botuk Farbe. 
^ Q^aa. ^ ^ ^ ^ Qt, Ali. v-JMjp:, 

^ Ob ^^b Pl> f^^ /l>f —^ 
köcek jazdi rumi kizi urdi jüz, kara sac 
botaki agicn tutti töz. Des Westens Tochter 
breitete ihren Teppich aus, legte sich, die Farbe 
ihrer schwarzen Haare umfing die Welt. (69) 
fü^^ fü^o,9 botaklamak färben, coloriren. 

o^u: f^a pb :^"^ 

piM> s_*it7 0*1)^ r^^ 0^ O^"^^^ 

tokardin botakladi jarudi jengi 

jüz acar tek kelin. Von Osten her färbte sich 
(das Firmament) und glänzte wie eine Braut, die 
sich eben entschleiert. (55) — Vgl. cag. ijU^j 
bojak Farbe: ^^L«S^JsLJJ_J bojaklamak färben. 
♦p^qg bötün, bütün (J-jf) Volk, Nation, Menge 
Leute, alle, insgesammt. Gegen 10 mal im Texte 



214 — 



entweder mit obigem "Worte oder ^^JLi- chalk 

interpretirt. 
v_iic^ p^^ bütünlük Vollkommenheit, Geradheit. 
nQ{^ v-nri^ pi^9 f^O*^ — tr^ V— iic^go. 

obut birle jmigluk bütünlük kilür. Mit Scham- 

haftigkeit wird der Mensch nur Vollkommenes 

thun. (48) 
.^csiiQ^ b'ötür Schleier, HüUe. 

Oolc t^ _^ Q^iiiot, ^jQiic\9 fhjiii 

/^ß/z'/S (;^J Lik) bötur tutii kara kus öngi. Der 

Schöpfer hielt einen Schleier vor in schwarzer 

(ünglücksvogels) Farbe. (57) 
V- ■ij^n^f'^ böüirmek zudecken, bedecken, verhüllen. 

/ö/z^r ac jalangni kern obrak bötür. Sättige 
den Hungrigen, den Nackten bekleide wohl. (56) 

taptikta jarutsa karangku tünün. tapukta 
bötürse jarumis künün. Im Dienste soU er 
erhellen die finstere Nacht, im Dienste verhüllen 
die strahlende Sonne. (47) 
^ v_^Q^ bütni im ganzen, insgesammt, gänzlich, 
gleich Qi^^ sowohl als Adv. als auch als Adj. ge- 
bräuchlich, und kömmt zumeist als Synon. mit 
Myii(5 barca vor. Scheint ursprünglich von bütün 
ganz, bütüni. so wie das osm. hepsi. richtiger 
hepisi, von hepi alle, gewesen zu sein. 
(Cil^ btähi Helfer, Leiter, Stütze. (?) 
V— aij^^ bötmek bedecken, hüllen. >.. t i jC\n ^ pi^ 
^/^m bötmek kleiden (den Leib bedecken). 

^^2« bötkü ton karin totku tis. Den Körper 
muss das Kleid bedecken, den Bauch die Speise 
sättigen. (52) — Vgl. magy. födni bedecken. 
>■ «ij^V'\9 bötmek wachsen, gedeihen, aufkommen. 

P^ PD^S^ 0^ 6^^ Pl>- 
agun böttü tindi ev'ingin kutun. Die Welt ge- 
deihte und ruhete in Wohlbehagen und Glück. (36) 
Vgl. osm. viL*j^ böjümek (Ausspr. böj'mek) 
wachsen. ' 

v- fc i j<\o g bütmek glauben, Zutrauen schenken. 
^*>iljaii> v— oa . ^? ^ bütüb kavlinka indem ich sei- 
nen Worten glaubte. ^-in>^ß(5 (5iiJ//^z7 glaube mir! 



tokukli kirn ölmes dese bütmekil. Glaube nicht 
wer da sagt, dass der Erdgeborene nicht sterbe. 
(24) — Vgl. cagat. ■i\^y^ fiiimek (eh. t.) 
glauben. 
(9^^^ bütrü gänzlich, vollkommen. Mit dem Ad- 
verbialsuffixe rü, ru gleich jetrü genügend, b. ist 
häufig als Synon. von V^p^ barca anzutreffen. 
w S j2^oi> (9^^ i-iPiS J5>^ «_jüiij>ii:iH> 

kereklik isim, barca bütrü kotub. kereksizni 

kildim havaka ötüb. Das Nöthige habe ich 

alles gänzlich zurückgelassen, das Unnöthige habe 

ich gemacht in Eitelkeit. 
> iijniC^ng bötrümek, bütrümek beenden, ab- 

schliessen, zu Ende führen. 
Qij)^^ bütct Gläubiger, eine türkische Uebersetzung 

des Wortes ,^Jue->^y^ mu'mm Kechtgläubige. / 
*Q^ bosu (viU^) Krieg. f^ü*t^ ^Sf^ bosu 

baslamak Krieg führen (eigentl. leiten). 
*pp,9 bosun (uyj.i^O Gefallen, Gunst. 

tum tur jürütti javudi bosun, atin etkü Midi 
ot etkü oson. Das Gesetz liess er gerade walten 
(schreiten), und gewann die Gunst, seinen Kuf 
machte gut dieser Gute sodann. (10) 

|Hq*P9 bustik, bozuk Euine, Schade, Unglück. 

>- C\ni^n,3 bösüt, (5ö,2-w/Leitung, Anführung. Ist mit dem 
arabischen uyjfo>j6 Leitung, Führung interpretirt. 

bösüt kil mangga sen ej köngli jakin. Sei 
du mein Führer (thue Leitung) oh du ihm Nahe- 
stehender! (80) 

>■ i«ijC\ni^ bösütmek führen, leiten. 

* QC v-,C^ny^ bösütci ( ,!iUo) Führer, Leiter. 

bösütci kerek ilke jari cilar. Einen Leiter, 
Helfer braucht das Volk. (13) — Vgl. magy. 
vezetni führen, leiten. 
füj^i^ko^ bosatmak Qi^ özini sich entfernen, ab- 
führen. 

ö2-/"«z bosatku tereng kübin jekü. Er muss ab- 
führen und Terengebin essen. (86 Bei Herzählung 
von Arzneien, die man bei gewissen Träumen neh- 



— 215 — 



men muss.) — (Ueber Terengebin, tag. ^J.A*Äj^• 
sieh meine Skizzen aus Mittelasien Seite 189 und 
Dr. 0. Blau's Abhandlung in der Zeitschrift der 
Deut. Morgl. Gesellschaft Band 23 Seite 277. 

,Q^ bom Zorn, Hass, Groll, Kampf, Krieg. ^^ 
|Hij4jj\U;3 bosu baslamick Krieg führen. 

I^lü^ bosilik Zorn, Heftigkeit, Hass, Groll. 

füjaoyOj9 bosurmuk loslassen, weglassen, verab- 
schieden. 

"fü- -*^ 0^ 

böte tangsuk is mangga körkitib, bosurdung 



meni. Viele wunderbare Dinge mir. zeigend, hast 
du mich entlassen. (21) 

fü^^ia^ bosmak zornig werden, zürnen, böse sein, 
hassen. 

V^ Y'^ (F ^^ 04?S «-»ß^üW^ 

ökünclük bohcr hdci öpke isi. jazukbik bo- 
lur isde bossa kisi. Reuevoll ist immer des 
Zornes Werk, Schade kommt ins Werk, wenn man 
zornig wird. — Vgl. uig. Klaproth S. 25 yc^^ 
busus Hass; magy. boszzu Groll, Rache. 



^ = k, g. 



I 



> »iiQ keng weit, breit, geräumig. 
keng elik freigebig, grossmüthig (weithändig, 
wovon der Gegensatz noch heute im Osm. ge- 
braucht wird : ;v> ,Lb ^^f eli tardir er ist karg, 
eigentlich „seine Hand ist eng"). — Vgl. 6ag. 
^j.aS' ken weit; magy. kenyes bequem; jak. kän- 
gäs etwas breit, etwas weit. 

^luiiii^ kenkes Rath, Rathschlag. k>0*ii- ^ V*^>V> 
kenkes ber mangga rathe mir nun an! (50) 
Vgl. cag. ji}SjS kenges Rath. 

v-.*M^iH>iio kenkesmek berathen, Rath einholen. 

QS ^0*^0 kenkesci der sich berathschlagt. 

V, t i j j^Qut^ kengilmek sich erweitern, bequem wer- 
. den, weit werden. 

vy ' «'^'^'^ öowAMi ^-**^ — ^- Ä^i^ 

sacilk7t jmHiring kcngükü j'ermg. Es werden 
zerstreuet deine Feinde, es erweitere sich dein 
Platz. (91) 

Q^i^uo kengri reichlich, weit, von v-juao weit und 
dem Adv.-Sufif. ^ ru. ri. :y^ (}^0"0 p\"- asin 
kengri bcr gib reichlich zu essen. 

v-^iü^ kent Niederlassung, Dorf, Stadt. Scheint dem 
altpersischen oaS' kend Dorf entnommen zu sein ; 
kommt oft mit ^2ia. ohcs Volk verbunden vor, 
sodann es dem deutschen „Land und Leute* ent- 
spricht. 

negü ter isitkil tchik kent begi. Höre wie der 
Fürst der grossen Stadt spricht! (76) 
^-Di|> kep, geb Bild, Form. 



-ßjq9 s_Sao f^ß^ 0^ (}1|^X> /^ tf^ 
köngülsüz kisiler kuruk kep bolur. Herzlose 
Menschen sind nur leere Bilder. (46) - — Vgl. 
mong. v-^uo keb Bild, Vorbild (Schm. 147. c); 
magy. kep Bild. 
V— Ju^tl^öiO kebinmek, kevinmek zu stark vertrauen, 
sich etwas einbilden, stolzii-en. 

kevinme bu kul ka kelir terk barir. Vertraue 
nicht dem Glücke, es kommt und geht schnell. (19) 

ijy^^u^ kcping. kebing Stolz, starkes Vertrauen, 
ein Synon. mit /0^a- epmg. ebing. — Vgl. 
cag. lilUif.^ küvenmek vertrauen: magy. ke- 
vely stolz. 

fii^^ , fiü^ oder ;*ßi5Mi kebez. kevez oder keböz 
(sieh ,u^0O küvez). 

>— ^^0 kebzi. kebid Form. Bild. Hülle, Gestalt, 
äusseres Aussehen. 

V— t i ^ ^fflO kebitmek aufmuntern, trösten, Muth ein- 
flössen. 

QOC^^H> kebrüki. Aller Wahrscheinlichkeit nach 
ein Kleidungsstück mitinbegiiffen in den In- 
signien des Vezirranges. Diese sind 6 an der 
Zahl: — fliif tamka Siegel, fÜM. ajak Becher, 
[üi^i^ kojak Panzer, }iA^ usiam. ' ^n t^i p 
kasut und fragliches k. 

'-■'üV^'O kemiimek geringschätzen, vermindern. 

oktd kiz kemisti ata ürmeti (c:aaij.js.). Sohn und 
Tochter haben vermindert der Eltern Ehrfurcht. (92) 



216 



s— «ij V^iM> kemismek sich enthalten, etwas ab- 
wehren, abhalten, zaudern. 

köngül tüemes is kemiskü kerek. Was das 
Innere nicht verlangt, das muss man abwehren. (50) 

kemismekil emdi ej erzik tongga. Enthalte 
■ dich nicht oh edler Grosser! (37) 
Q^ V . %\^ kelikli zukünftig, kommend. 

yö^J« kilding ersa kecürmis kününg, jaba 
kilina da bar'i kelikli tününg. Hast du deinen 
vergangenen Tag verfehlt, so verfehle wenigstens 
die zukünftige Nacht nicht. (34) 

IC >■ « i ^i iQ kerekce nöthigerweise, wie es nöthig 
ist, schicklich. >;jttittX ic v. t i l ip kerekce jurür 
er geht wie es nöthig ist. (11) 

^^ kerü zurück, wieder. 

/'«r« tun köiürmis etekin kerü. Die finstere 
Nacht hob den Saum (ihres schwarzen Kleides) 
auf. (57) 

V— iJi^^aii^ kerilmek, kerütmek zurücksetzen, be- 
einträchtigen. (67) 

■ .»■ i i ^l i O kermek hervorstrecken, ausspreitzen, brüsten. 
. — »i^aio i^Do^O köküs kermek stolzieren, sich 
brüsten. 

^A>ü^ /O^Qo «-sufe ipi^ &^ >-^*- y- 

ar at su talim dep köküz kermegil. Ich habe 
Leute und Soldaten viele, brüste dich nicht. (74) 
Vgl. cag. ^AjciyS kermek ausspannen, aus- 
strecken. 

wV> ket selir, stark, viel, tüchtig; ist eine Ver- 
stärkungspartikel, die vor Bei- und Zeitwörtern 
gebraucht wird, gleich dem cag. ^-'^ k'öb, Sl^b' 
tola\ osm. liLj pek, ^jv^ cok u. s. w. >— ^ 
«— *ü^ ket öklük sehr vernünftig. /U^ wV> 
t^ /'^/ /^/^/^£' kil gib gut Acht. — Vgl. cag. 
vjS kette gross, stark; Ketbuka Name eines tür- 
kischen Vezirs unter den Dchanen in Persien, 
seiner Bedeutung nach der starke Stier; mong. 
^9^ ketü ausgezeichnet, ausserordentlich. (Schm. 
153. b.) 

p^ ketin\ sieh p^ katin. 



^ji^ v_Jlni ketsalar scheint ein nach der Formation 
des ^I5lLw »_A*w gebildetes persisches Wort zu sein 
in der Bedeutung von Haus-Oberhaupt, Haushälter 
von ket Haus {ketchtida Hausherr, ketbanu Haus- 
frau) und salar Oberhaupt. 

/)ii^iO ketijm Kleid, Anzug. v_juiaDiiu^ />i:Äh> ke- 
tijm ketürmek bekleiden, Kleider geben. (41) 

Qd f^^^ ketimgi Bekleider, Kleiderhändler. 

>. «nC^iQ ketük gross, stark. 

3*^^ /('^//&« der Anzug, Kleid, das Anziehen. Ist 
als ein Haupt - Lebensbedürfniss zumeist neben 
.50^ jekü Essen, ^gO^ ickü Trinken anzutreffen. 
Vgl. jak. keter anziehen, anlegen; cag. vi)U_*S' 
kijmek, kej'mek anziehen; osm. --ajS^ gijim 
Kleid; magy. gunya Kleid. 

v.,. tnp ^^ ketkülük Etwas zum Anziehen, Be- 
kleidung. 

>— « i ^Cin > ketmek anziehen, ankleiden. v_ju^io f:^^^ 
ketim ketmek ein Kleid anlegen ; osm. iiU*5' «^^S" 
S^ij'im gijmek. 

>— » i j^n ^ ketmek gehen, weggehen. Im ganzen Ma- 
nuscripte statt dem bekannten lilUx^ kitmek 
gehen. 

w*^j).iO /^m)^ Ausweg, Ausflucht, Rettung. /)0JQ. 
floA. v_jLir()ni p^ ö7äw ö^z« kecik jok vom Tod 
ist keine Rettung. 

* Q^ s_»;^j)Mi kecikli (^iSSijg barir) der Wandelnde, 
der herumzieht. 

ulusdin uluska kecikli kisi. Der von Stamm zu 
Stamm herumzieht. (68) 

>— fyaoDio kecürmek passiren, zubringen, verbringen, 
nachsehen, vorbeigehen lassen. ttipOfVü »^^^9 
basinda kecürmis über dessen Kopf passii't hat 
(der Erprobte). 

jit^ao^ kecürken Verzeihender, Nachsichtiger, 
eigentlich der Ueberseher. So cag. vilLo >^x5' ^^\^ 
künahini kecürm-ek sein Vergehen übersehen, 
d. h. verzeihen. 

^j)u^ keckü vergänglich, unstät, flüchtig, das Ver- 
gehen. 
0'=^ O^CW fb f'öfc f^ ^-*^ x_Aßiii^9 

Cjo^ m^ ft^^ 0^=^ ' "^ ' PU "^ 
batüklük ulukluk da keckü turur , bu devlet 
oti barca ückü turur. Hoheit und Grösse ist 



- 217 — 



-0- 



vergänglich, des Glückes Feuer geht bald aus. 
(76) 

(ga^io kecrü kmmm, irrig; vom Adj. ^(}m> kec 
schräge, schief und dem Adverb. - Suffixe ^ rü, 
nicht aber vom persischen ^j~?^ kegru. 

^ kese kurz abgeschnitten, bündig. Jt>^^ f^^ 

f^ söz ajdim kese ich habe bündig gespro- 
chen. />^^ f^ — /^ kese sözledim ich habe 
kurz gesprochen. (57) 

> tit^iQ kesek Zweig (?). 

kovarmis jikac da salinku kesek. Auf ver- 
dorrtem Baume sollen Zweige (?) sich schaukeln. 

|£ v_jl1y*0 kesikce vergänglich,' gebrechlich; von 

v_«.li^ kestk , auch < — *o*^ kesük Abbruch, 
Bruch und Adverbialsuffixe iC. 

QC j^fiyio kesimci vertilgend, verderbend. QC ;thV*> 
paC^ni kesimci juhtk der vertilgende Euin, 

>— %f! t^>0 kesük Abbruch, Ende. Ai^ > «n i^ip z^^- 
süksüz endlos, ohne Abbruch. ■ — Vgl. 6ag. 
i^LmS kesek Schnitt, Bruch, Erdscholle. 

>-t^^ V i t^ i^i Q kesiklik siech, krank, in Abnahme 
begi-iffen. 

v^fc^jO'i^ kesiklik Wächter, einer mit der Wache 
(v_jLi^t> kesik, cag. tiU-^) betrauter. 

Q^_i^ pp> wtlt, QY^ v-*^ v-A^UO 
kesiklik kisi tek közi'm jummadi. Gleich einem 
Wächter schloss er seine Augen nicht. (69) 
i50i^0 keskii, häufiger ßti^fQO köskü Lob, Be- 
lobung. 

söküs mu kolicrsen asi keskü mu. Willst 
du Schimpf oder Lob? (9) — Vgl. mong. *— *^io 
kesik Huld, Gnade, Güte. Kow. 2480. b. 
po kin die Folge, was nachkommt. 

tatik sürme tatik kini bar katik. Gehe 
keinen Genüssen nach, denn auf Genüsse folgt 
Drangsal, (67) — Vgl. cag. 0-*^ kin nach, 
hintendrein. 
v_juA2uoiX> kilkitmek locken, anziehen, reizen, die 
leidend transitive Form von kilmek mit dem 
Suffix --Aio kit, so auch v— t i j^ X>^0 körkit- 
mek zeigen, sehen lassen, von körmek. 



etinmis kelün tek k'öngül kelkitir. Gleich 
einer geschmückten Braut reizt sie die Lust (zieht 
das Herz sie an). (51) 
lJ)ü^iX> kirduc^ kirtuc bereitwillig, gewillt. 

bütün tili javlak seni söz lekü , kisi kilki 
kirduc atingni jekü. Des Volkes Zunge ist gut(?) 
um dich auszureden, des Menschen Naturel be- 
reit, deinen Namen zu verleumden (verzehren). 

(9) 
>_jL^ Q^Oti kisilik Individualität, Männlichkeit, 

Stolz, Ansehen, fü^f^ ■— jlI^ {^^ kisilik kil- 

mak sich brüsten, stolzieren. 
V— l i ^ iii^ kisenmek , auch kesenmek gepriesen, 

gelobt werden, 

bilib sözle sözni bilik kisenür. Wissend sage 
ein Wort, denn das Wissen wird gepriesen. — 

UtH) kisen FussscheUe, Enthaltsamkeit, Vorsicht. 

v_Jl^ L^k^ kisenlik enthaltsam, vorsichtig. 

^z'ji?« 0/ kisike bilik kern okus., kisenlik 
jaraksizka barmas ögüs. Klugheit und Wissen 
sind Fussschellen dem Menschen; der Fussschellen 
angelegt, wird zum Bösen nicht viel gehen. — 
Vgl. 6ag. ^Ls^aS' kisen FussscheUe. 
>— »jiiyAo kisemek abwehren, einhalten, Fessel an- 
legen. 

p^ ^Ü^ ^AQ^ Q^ V— Slili^ ^up^iii^ 
...'.'.. — i-a^ V^ Ob —f^ 
bakirsak bajat bti ötürmis kulin, kisedi 

okus birle Der edle Gott hat seinen 

auserwählten Diener durch Vernunft abgewehrt 

po kün Tag, Sonne. ^ ^J^*c pi^ kün cadiri 
Sonnenschirm. Also nicht Q ;a^i^o ktisadiri. 

t» 

wie Klaproth's Wörterverzeichniss S. 21 be- 
richtet. 

0A> küni gerade, gerecht, aufrichtig. Als Gegen- 
satz zu 0^^ ekri krumm, gebogen. — Vgl. 
jak. könö gerade, redlich; Klaproth S. 26 o^^oo 
kuni gerade. 

*>— «^ Oiiao künilik (,^_ÄA«f,) Kedlichkeit, Auf- 

28 



218 — 



richtigkeit. (yc^ "— *^ O*^"^ künüik küni der 
jüngste Tag (der Tag der Gerechtigkeit). 

■ «i^^\!o i^ künitmek gerade machen, sich auf- 
richten, redlich werden, zurecht machen. 

jolung kildin ingke özüngni künit. Dein 
Weg ist dünner als ein Haar, mache dich zu- 
recht. (37) 

■ «ij K n!ni^ künülmek schwer, plump werden. 

kisensiz künüldi mengümes aiak, tünerdi 
jarumas körükli karak. Ohne Vorsicht ist 
der Fuss erschwert und kann nicht gehen, ver- 
finstert ist das helle (sehende) Aug und leuch- 
tet nicht. — Vgl. mong. Q^iiiao kündi schwer; 
cag. iO^yS künde Pflock, schwer. 
>— »iDo köng, küng, kung Trommel, Pauke, Kessel- 
pauken, in Mittelasien noch heute Insignien des 
Vezirranges oder einer hohen Würde. 

bu kul küng at atkir bu jer su kamuk. 
Diese Sklaven, Wüi-den, Pferde, Hengste, so 
viele Gründe und Wasser. (81) — Vgl. mong. 
USiioO^ kengerke Pauke, Trommel. (Schm. 
147. b.) 

^IßO köngül Gemüth, Herz. ^oW> \^- tihik 
köngül Hochmuth. ^Ißo — »^l)^ kütk kön- 
gül Demuth. {-Qo*QO ^— *^ acik köngül 
aufrichtig. 

^ju^ v—nioo küng lek Hemd, Unterkleid, Kleid. 

chalik jirtti ketmis kara könglekin, acildi 
jarukjüzkötürtiekin. Der Schöpfer (Schöpfung?) 
zeiTiss das angelegte schwarze Hemd, öffnete das 
strahlende Antlitz, hob sich empor. (69) — 
Vgl. cag. *i)Ljü^ köjnek; osm. lilJL«^ gömlek; 
magy. üntök Hemd. 
^ .üjjTi^iOo köndürmck erfreuen. 

ava (fyo) ka bolun bolma köndür köngül. 
Gebe der Eitelkeit dich nicht hin, und erfreue 
das Herz. (57) 
V— »Jfioo künmek (vielleicht richtiger v—axj^iOo) 



geradwerden. Q^udi^ ^i^^aj^ ^loji^^ kamuk ekriler 
kündi alles Krumme werde gerade. (91) 
^J}UjgQt> köveng und f^^^ keveng Zutrauen, 
Vertrauen. 

:> ^ |iH9 ö^v —^^ ^Bs f^^ü;^- '=\s 

bu jauglik bolur ersa su baslar er, iii /, 
barca etlib kövengke teker. Ist der Feldherr 
ein derartiger Mann, so gelingt seine Arbeit, 
und er erlangt Vertrauen. (45) 

N— AfgßO kübek Eidam (osm. güvej Eidam). 

;U^5Qo, auch f££i^ kübez, küvez stolz, geschwätzig, 
prahlerisch. 

> «ü"{_ /HS"^ küvezlenmek stolz sein, sich 
prahlen. 

küvezlenme artuk kötürme köngül. Prahle 
dich nicht, schwelle nicht zu sehr die Brust! 
(28) 
v_jü^ /HS^ii küvezlik Stolz, Prahlerei, Ge- 
schwätzigkeit. 

kisiklik satkamaka küvezlik bile. Er richte 

sein Ansehen durch Prahlerei nicht zu Grunde. 

(20) — Vgl. osm. Ti\yS geveze geschwätzig, 

Faselhans. 
^üO^O kükis Name eines Vogels, vielleicht Kukuk^ 

da mong. kügheke (Kowal) und cag. ^ y^ 

küki Kukuk heisst. 
,\Q000 kükis, köküs hell, klar, ganz blau. — 

Vgl. cag. s-^ ^ kökküz (trkm.) sehr blau, 

das Kaspische Meer. 
;\004i^ kökküs Brust, Busen. 
x_»£i^ ;*000Q0 kökküslük beherzt, tapfer, der 

eine Brust hat gleich v- nn^ ^a>*öO köngüllük. 
'...%i^i\pL^ kökremek toben, lärmen, dröhnen. 

Q^O^O >— iiQ^ biihä kökredi es donnerte (die 

Wolke dröhnte). Auch krächzen, schreien von 

Vögeln. 

onun kökredi jazdi kanat. Er schrie laut 
auf (der Adler), breitete seine Fittige aus. (81) 

bc V. »vip kökcin grau. t"W P^ ' — ^^"^ ^^^' 
ein sakal Graubart, Erfahrener. 

v-.njjiQ kömek, auch > t i ^n ömek Volk, Leute. 



219 — 



Aus dem uig. mong. kömek oder öniek ist 
das neupersische, übrigens auch cag. lilLcj-S" 
kömek Hilfe, Hilfstruppe entstanden. 
p>jQO küleke Schatten. 

küleke turur dünja devlet küm, küleke bir 
ök jerde htrmas küni. Ein Schatten ist des 
Glückes Zeit, der Schatten bleibt nicht aufrecht 
auf ein und demselben Platze. (88) 
> «n^O kölük Sklave, Diener. •— Aßjoo =: ej 
kölük oh Sklave! eine Anrufung, mit welcher 
der herrschende Ilik seinen dienstsuchenden Aj- 
toldi anzurufen pflegt. 

klcik ja uluk tut ne carlik kölük. Ob klein 
oder gross, ob Vornehmer oder Sklave? (59)- — 
Vgl. osm. jJj_5' köle Sklave. 

^ÄO kürel Versammlung, Haufe, Menge. — 
Vgl. mong. 1. ^j^co göre ein grosser Volks- 
Haufe. (Schm. 207. c.) ; cag. ^^foJ. .^ Versammlung. 

*«-Ailßo hiret (ui^i^L.) Gürtel (?) 

/pjQfe ja^ w^i^O Ob ^-^ 0^i?b 0^ ^ 
bu aj toldi itti küret ton toluin. Dieser 
Ajtoldi machte sich Gürtel , Kleid und Waffe. 
(14) 

^juj^u^lDo köresmek kämpfen, streiten. 

^gaoo körü gemäss, gleichwie, als; osm. »;>-^ 
göre. 

' «'lOQ kork Schönheit, Zierde. 

v_*^X>^A> körkitmek zeigen, sehen lassen, 
ppi. v—ÄAlL ^ji. s_Ä^i^ij, körkit alarning 
jüzin zeige mir deren Angesicht. (6) 

s.. nn^ ^^o körklük Schönheit, Nettigkeit, Anschau- 
lichkeit, von der Wurzel körmek sehen. — 
Vgl. cag. ^^yy^ köregen schön, nett, Fami- 
lienname Timurs. 

fiDk^ , — iL^iat^ körksüz garstig, unschön, hässlich. 
yoiopi^ f&k^ y iin i^ körksüz söküs hässlicher 
Schimpf. 

«_»Q^ ;iai^^>a^^> körksüzlük Fehler, Laster, Un- 
schönheit. 

|i^0 köten Baumwollstoff; osm. ^S keten. 
p^ p^QO köten ton ein baumwollenes Kleid. . 

Q^Ai^i^ kütesikli der Beschützende. Qji^ii^i^ 



Q^i^ii^ kütesikli tangri der beschützende Gott. 
(65) 

**_ju^ fj^£X3 kütez mek (^^jjoifoi »Kj) beschützen, 
bewachen, hüten. — Vgl. mong. jgt^^i^o kü- 
telegü führen, leiten (Schm.); jak. käti das 
Behüten; cag. vilUö^i" kütmek hüten, bewachen. 

*QC yU^oi> kütez ci (^LjsJCj) Hüter, Wächter, 
Beschützer. 

/:/ß3^D0 kötrüm^ auch j()üaßi!oi^ kötürüm, ein 
Synonym von /ysa^ ötrüm, der Auserlesene, 
und scheint der Ausgezeichnete, der Emporge- 
hobene, der Hervorragende zu heissen. 

^ fß^ Q^ O^iai. ftO^ _;U^ 

<5ö.$'rt! faruk erdi kisi ötrümi. tili köngli 
birle bütün kötrümi. Ein Anderer war Faruk 
(Omer), des Menschen Auserlesener, in Wort und 
Seele des Volkes Ausgezeichnete. (7) 

f^ kuc, küc (?) Kraft, Gewalt, Willkühr, Arbeit, 
Geschäft. - — Vgl. cag. ^^5" küc Kraft; jak. 
küs Kraft. 

^0 köc Eeise, Wanderung, Aufbruch. 

t=^ A^ CJ^ Dl)'^ )^P^ f^ 
^ ^ Q^pj. v_jiia l;^ ^ jpio 

ögüs sevme köci sefer az ol, kerisi telim 
rak arici az ol. Liebe nicht das Wandern, sei 
wenig Eeisender, der Arbeit gibt es viel, Nutzen 
aber wenig. (43) 

pipo kücin gewaltsam, mit Gewalt. 

v—ii-j^ köcek Teppich. 

/^ /^ Ob /^ >-»it}QO 
köcek jazdi rtimi kizi. Des Westens Tochter 
(Sonne) breitete ihren Teppich aus (begab zur 
Ruhe sich, es wurde Nacht). (69) — Vgl. 6ag. 
Ls-aS" kice Teppich. 

QC v_Al|)a^ köcitci Wegführer, der den Aufbruch 
anordnet, //sjo. (^ s_^^o köcitci ölüm der 
wegführende Tod. (87) 

Q^ ^_jldj)co köcükli der Nomadisirende, der von 
einem Orte zum andern zieht. 

Qiaü^ ^t^. ;U^ (y^ ofc *-*^D^ 
köcükli kisi etmes urtu saraj. Der von einem 
Orte zum andern ziehet, bauet keine Gehöfte 
und Schlösser. (87) 

28* 



— 220 



^ 1^ kiicki gewaltsam, übermächtig, qo 'fj^ 
0^ kücki kisi der gewaltsame Mann. (41) 

%_jäMOi^^)oo kückünntek Uebermacht gebrauchen, 
Gewaltthätigkeit ausüben. 

^-uni^O küclük tyrannisch, gewaltthätig, mächtig. 

*>_j4iupi kösemek (;Aupo = ;);0 wünschen, Be- 
gehr haben, verlangen, Sehnsucht haben, sehnen; 
wahrscheinlich eine verschiedene Schreibart oder 
Aussprache von «—aiju^o kisemek. 

P1>=0 \i) f^SH7 ^r^ />^ifO wSoi^ 
k'öseb keldini ötrü tapukka kücün. Aus Ver- 
langen bin ich gekommen, im Dienste mich zu 
befleissen. (17) 

köseb etküiükni ming arzzi jeju. Nach dem 

Guten sich sehnend, tausend Wünsche verzehrend.(91) 
■ «iiiip^ kösemek, ■ — nyoj^ kösümek grüssen. 

Glück wünschen. — Vgl. magy. köszenni danken, 

gratuliren. 
Y^jiyQO közcmis Eigenname in der Bedeutung von 
" Kundschafter, Bote, Späher, Beobachter. (Eigentl. 



der erspähet hat, von ■ — aij- — a^o k'özemck 
beobachten, erspähen.) 
' — »ijÄ.^0 közitmek hüten, bewachen, schützen. 

öziing etkü birle tamudin közit. Durch Wohl- 
thaten schütze dich vor der Hölle. (27) 
*yoipO közüs (;);0 Wunsch, Verlangen, Begierde; 
ein anderes Mal im Texte auch mit (»OoU) 
/aide Nutzen interpretirt. fiM^Of V^iipO közüs 
hitmak benützen. 

kaju neng kiz ersa osol neng közüs. Wel- 
ches Ding selten ist, das ist erwünscht (der 
(Wunsch). (15) 
^ A^o közkü Spiegel. 

köngül kintke bütse ani közkü hä, özüng 
körküge sen ani ötrü tu^. Dem du vollauf XJ \ 
glaubst, der sei ein Spiegel dir, um dich darin / 
zu sehen, halte ihn stets vor dir. (80) 







k. eh. 



ifl^ kaj'un wie? wie so? von qm} kai und dem 
Adverbialsuffixe ja. 2in, on. Eine ähnliche For- 
mation bietet das magy. hogyan wie, wie so, 

^^^^mS kausura übereinander gelegt, ge- 
kreuzt. 

ilik kausura tut atking tüze, bu ong üking 
tirkil sol üking Öse. Halte die Hände über- 
einander geschlagen, und die Füsse gerade — deine 
rechte Hand lege auf die linke. (58) — Vgl. 
osm. (^ »«jJii.Lä kausturmak übereinander legen. 
y^^ kanca wie so? wie? 

^1,9 Y^ oo^ c:y^ Pb ö^ 

kajudin kelir erki kanca barir. Von wo 
seine Macht kommt, wie so sie geht. (30) — 
Vgl. 6ag. xa-iLä kance wie viel, um wie viel? 
jD^Mj kanc wie viel. 

-^ /1>M> t^ /^ ^*^^ W t°- C>^ 
bir ol bar kesiksiz kali kancsiz. Nur Er 

ist ein ewig dauernder, ohne wann, ohne wie 



viel. (53) — Vgl. cag. Jtö-jU kanca wie viel; 
magy. hdny wie viel. 
]%^ — 3M> kabalik rauh, ungeschliffen, gi'ob. 

jazukhik kabalik kolung meti ütün. Ich bin 
dein sündenhafter grober Sklave nun. (72) 

flq9M> kapuk Pforte, Thür, Wohnort der Grossen, 
Dienst, Palast. ^ ^ ^ f^9M> kapuk baslar 
er der Oberhofmeister, Chef der Dienerschaft, der 
die Dienerschaft anführt. Qi^ ^ f^9^ kapuk 
bascisi Oberthorsteher. 

^o^9l^^ kafur {^y-i^) die weisse Farbe, weiss. 
«_juj^ ö^^ kafur ketmek sich weiss an- 
ziehen, sich festlich schmücken, 

f4i^3M> kapkumak sich anfassen, anhalten. 

|p. 50^ ^0^ CJfiOÖ^ — ir^ f^°6*b 
tapuk birle kapkur sangga etkü is. Durch 
Dienst hält die gute That sich bei dir. (58) 

jiiuo kakan oder c/mkau (?) Fürst, Chakan. 

füi^Xi*<> kakilmak krächzen (der Vögel), schreien. 



— 221 — 



Vgl. osm. ,^jJLslj kakilmak mit dem Schnabel 
klatschen (der Vögel) ; jak. chag'irka krächzen. 

*piü|^ kakun (fcc^) kaviiTt) Melone. 

/>M> kam Quacksalber, Wahrsager. 

kerek tut ütci kerek ersa kam. Halte ent- 
weder einen Arzt, oder einen Quacksalber. (23) 
Vgl. eag. «La kam Quacksalber. 

fuj^ kammak binden, f^ü:^ ^ao köz kam- 
mak (das Augenlicht) binden, blenden. — Vgl. 
cag. ^^Lo^LoLi kam.alam.ak belagern (umbin- 
den); osm. ,^,Ä>i,A!Ü5 kam.ast'irmak blenden. 

pjM> kulin viel, so wie im cag. ^j^Ls , während 
im osm. (jJU katin dick heisst. 

fti^iji^^ ^M^ kalkalamak langsam aufstehen, oder 
sich erheben. In derselben Formation treffen wir 
noch ' — *^i^ \-^ kelkelemck langsam kommen, 
pi j i ^ H^i^g batkalamak langsam untergehen. 

;jM> kar das Alter, das Leben. />^^ Qt, t:^^ 
karildi kartm mein Leben hat sich gealtert, 
ich bin alt geworden. (37) — Vgl. magy. kor 
Alter; cag. ^j-^ kari alt. 

— ^ kaj^a Schwarz, Volk, Erde, Boden, Tinte. 
Pj^ — ^ kara am gemeines Volk; cag. 
«i)L^ jÄW \\j> kara s'öngek ( schwarzes Bein ), 
niedere Volksklasse. Qi^ — ^ ^ Qjp^ tüzi 
il karasi die ganze untere Klasse des Volkes. 
(35) 

kalemdm kura tamsa altun kelir. Wenn 
aus der Feder Tinte tropft, kommt Gold heraus. 

fiiii^ karak Augapfel, Blick, ftiiao. fki^^ karak 
urmak einen Blick werfen, blicken. 

karak urma dünjaka sokhik küüb. In Un- 
ersättlichkeit wirf keinen Blick auf diese Welt. 
(87) — Vgl. jak. charak Auge. 
i9i>iai^> karaku blind, ohne Gesicht. 

_/(?/(2 ö/ 0/^a.y ;^ö> karaku ka k'ös , ölük 
tenke gan ol akin tilke söz. Eine Fakel ist 
die Weisheit, dem Blinden ein Aug, dem todten 



Körper eine Seele, der stummen Zunge ein 

Wort. (36) 
flcüM> karuk Schutz, Stütze, Pflock. Die Wurzel 

kar ist verwandt mit der Wurzelfamilie kor, 

von welcher koru Schutz, korumak beschützen, 

magy. kormdny Kegierung abstammt. — Vgl. 

^^&- ö;;^ karuk Pflock, Pfeiler; magy. karö 

Pflock. 
^9Ü:iM> kar hl Fluch, Unglück. — Vgl. cag. j:^is 

kargis Fluch, Verwünschung; magy. kdr 

Schaden. 
()fiM> karsi Palast. So heisst auch eine Stadt 

in Mittelasien wahrscheinlich von dem früheren 

Bestände eines Palastes daselbst, nämlich das 

persische <_^_^.:s<ü nachseb. — Vgl. Klapr. 

S. 20 {y^ charsi Palast. 
>— ^ kat (Postposition) nach, hinten; kommt 

häufiger als Adverbium p^ katin und selten 

in der Wurzelforra vor. So q^ ^ jer kati 

das Untere der Erde. (30) 
— 1^0 kata hinunter, zurück, statt i^, ■ ^•■s^ 

kat da im Hintergrund, im Kücken. Sieh 

||U^ katas Geselle, Genosse, Freund. Ein Synon. 
von ^uiu. atas Namensgenosse; manchesmal sind 
mehrere nebeneinander, als: yi^ '\u^ yiAin( ^ 
<(U^:3i. ^jo^ atas katas koldas jöldas ärtas. 
Es scheint jedoch eine nähere Definirung zwi- 
schen den verschiedenen Graden der Freundschaft 

zu existiren, denn es heisst: ^yu^ ^ui^ 

f^ — Aif^ ^a^ tilese katas tut tilese 
atas entweder mache ihn zum Freund, oder 
mache ihn zum Genossen, und wenn ich nicht 
irre, sind folgende Grade der Innigkeit zu unter- 
scheiden: 1) atas Namensfreund, 2) katas mit 
dem man umgeht im geselligen Leben, Z) jöl- 
das mit dem man auf Reisen geht, 4) ardai 
mit dem man Arbeit und Mühe theilt, 5) kol- 
das Arm- oder Busenfreund. — Vgl. 6ag. 
^jL4^LjL3 katasmak sich zu jem. gesellen. 

fhi. juiiiii kataslik die Genossenschaft, sämmt- 
liche Freunde. 

p^ katin rücklings, unten, von hinten, hinten, 
nach, der West. Immer im Gegensatz zu b^iO. 
öngdin vor, und scheint daher ursprünglich 



— 222 - 



i\, w^ ^ß/ äzh geheissen zu haben. — ^)M> 
b^ ;AAi. /^ara jer katin unter der schwarzen 
Erde. (84) b^ p^j^äu^- meningdin katin 
nach mir. — Vgl. jak. kätäch Nacken, hinterer 
Besatz einer Mütze; mong. f^ kete Hinter- 
kopf, Nacken; magy. hat Rücken. 

bikM> katin Schwiegersohn. — Vgl. osm. ^J— jU 
kajin Schwiegersohn und Birke, in welch letzte- 
rem Sinne es im jak. ckat'in heisst. 

flli^> katik hart, sehr, schnell. 

füfi^ fb^ katiklamak befestigen, stärken, ein- 
schärfen, strengen Befehl ertheilen. — Vgl. cag. 
ij.LA.bL2 auch j-Jü'üs katakan und (j_i.jö 
(Derbend-Nameh) strenger Befehl, Verbot. 

füjii^ ftl^M) katiklanmak sich an jemand festhalten 
oder anschliessen. 

__^4i^ f^6^ pj> •—»^ Q"^ fbiiM> 

katiklanku bek ke tapuk j'azmasa. Man muss 

an den Fürsten sich fest anhalten, damit der 

Dienst nicht fehlschlage. (59) 
füj^^^ katilniak sich gesellen, sich untermengen: 

ein Synon. mit füjf^^ai^ karilmak, das von 

ähnlicher Bedeutung ist. 
fUjü^ katnamak gehen, schreiten in ein und 

derselben Eichtung. — Vgl. ^jLeLxjLä kat- 
namak gehen. 
^gii^ katku Sorge, Besorgniss. 
^ (9^^ katkuluk besorgt, bekümmert. — 

Vgl. cag. ^üs kaj'gu, auch kaj'ku Sorge; 

osm. *-jtAj kaj'gu Sorge, 
pili^ katktm bewegt, schwermüthig. Qfo^o 

s—Dno. pü^ köngli katkun ohcb besorgt war 

sein Herz. (89) 
füj_ ^joil^ katktirmak bekümmert oder betrübt 

sein, weheklagen, kläglich aufschreien. — Vgl. 

cag. ^Lc.yüLi kaj'ktirmak bekümmert sein. 
— 0^ katra zurück, zurückgekehrt, nutzlos, leer. 

Q^uiia. j5>^ Jt>1^0 — ^•^ p*pV 

sözün katra kördüm kücim j'etmeti. Nutz- 
los sah ich das Wort, meine Kraft reichte nicht 
aus. Ein Synonime von — ,n^ atra, oft zu- 
sammen gebraucht — ^i^ ^iii. ganz von 

neuem, so wie das cag. ,UjÜs .f jf adar kaj- 
i<^f'- — Vgl. cag. ^L4X)Lä kajtmak umkeh- 



ren, .^ljLj kajtru zurück; magy. hat Rücken, 
hdtra zurück. 

— ^t)0^ kajuma welch immer, welcher, von 
(9^ kaju welcher und w^ ma auch. 

flu. f>^ kasnak Schatzkammer. Scheinbar eine 
Corruption vom ar. Kjyj>. So 6ag. ^^Lij.^ <f^^- 
nagi Zahlmeister, Schatzmeister; doch ist fui- ^ 
Seite 79 als Pleonasmus neben — p^ ehazina 
Schatz auch anzutreffen. 

ftlyM> kasik Hüfte, oberer Theil des Fusses. — 
Vgl. cag. ^_3««jLä kasik Hüfte. 

fuj^j^j^ kasitmak^ kazitmak in Kampf oder 
Wettstreit sich einlassen. 

^ kas der Yu-Stein, Nierenstein, Jade, i^ 
— ^ai> kas kara schwarz wie der Yu-Stein; 
auch Augenbraune und im bildlichen Sinne An- 
sehen, Ehre. v-ju^i^Of V^ kas tökniek das 
Ansehen verlieren, schwach werden. 

:yiy^ kaskar Name einer Stadt. ^;> ^ iiM>^ 
kasgar ili die Provinz Kaschgai*. 

pii kijn Plage, Marter, Qual. 

pi^ _;OßOMr pc p»p/ V^i^^ 
jalauc ka bolinas ölüni ja kijn, isitntis 
sözün ein tekürse tilin. Der Gesandte fürchte 
(sei) weder Tod noch Plage, wenn er das ge- 
hörte Wort treu mit der Zunge berichtet. (55) 

fli^> kijik Schnitt, Bruch, Abbruch, Verfall, ;i^ füii> 
kijiksiz ununterbrochen, gleich /Oi^ ^ *^ y*0 
kesiksiz ohne Abschnitt, fehlerlos , fi^ö kijk 
kommt auch als Beiwort vor in der Bedeutung 
von zart, genau, fein. Als — ir^ O^i^ P^ 
kijk maani birle mit genauer Auslegung (86) 
Vgl. cag. ^^Ajö kijik Splitter; osm. ^3^ kij- 
mak schneiden, brechen, zerstören. 

fu^ ^i^ kijilmak sich zurichten, zu etwas sich 
begeben, sich einen Zuschnitt geben. 

(P^ — JOt^ ^ P^ — JbÜ^ 0^ 
bor icme ojunka kijilma jüri. Trinke keinen 
Wein, komm dem Spiele nicht nah, geh fort! 
(27) 
füiju^ kinamak strafen, leiden (vielleicht kinla- 
mak?) 

s_*iaiO &^^ —yCü. :^ ^ jHo»^ 



223 — 



jazukum bar ersa kmaku kerek. Wenn 
ich Schuld trage, muss ich leiden. (16) 

l^IlO kinda rücklings, nach, von kin, cag. ^^ 
kin nach, hinten. (?) 

V— SJ^> kib, kip, hohl, leer, nichtig, wüst. 

^ f^S^ kibki der Stolze, der Aufgeblasene. 

bajusa bolur ol bötün kibkisi, cikailik bile 
ol bütün kotkisi. Ist er reich, so wii'd er der 
Stolze des Volkes, in Ai-muth wird er der Nie- 
dere des Volkes. (50) 

^li^ >— a^ kiblik , kiplik Leere , Nichtigkeit, 
Eitelkeit. ^^ fii^ v— s^ v_Ah> kut kipliki die 
Nichtigkeit des Glückes als Synon. zu > ^ i ^i^^ 
Q^>^ ^ii^aL devlet erzelliki die Unbeständigkeit 
(Gemeinheit) des Glückes. 

^ v_SJ^> kipcak. hohl, wüst, leer, eitel, nichts- 
sagend. Ein Synon. mit Q50Ä> kobi. 

(^ fuE wa^ —ABS /«^S^ /O^^ 

jalauc jabuz bolsa kipcak kobi, kesik siz 
töker anda jüzi subi. Ist der Gesandte böse, 
eitel und leer, so wird er ohne Unterlass nur 
Schande bringen, (des Gesichtes Wasser vergiessen, 
gleich dem pers. (jJiÄVj. ^^^. i_/ f abi ruj 
richten des Gesichtes Wasser = Glanz ver- 
schütten) — Vgl. ^jLs-JAä kipcak ein hohler 
Baumstamm. (Nach Abulgazi.) 

fl^O kik Name eines Vogels, nicht ^^1*5" geik 
Hirsch, wie Jaubert liest. 

füjiij^ kilinmak sich anpassen, sich an etwas 
anmachen (von kilmak); ein Synon. von fü^^uai.^ 
jarasmak. 

|l)llj^ kiling That, Handlung, Werk. Von kil- 
mak thun, machen und dem Nominalsuffix ine, 
ung. In derselben Weise ist entstanden f\f^ 
umung HoiFnung von f^i^ untmak hoffen, 
^1)1^11»^ seving Freude von sevmek u. s. w. 

fh^ 4)Ä2^ kilinglik von einem Thun, von einem 
Wirken, fll^ /D'^J^ ^^ eikü kilinglik der 
Gutes thut. 

fl^ kilik, häufiger fijii> kilk Naturel, Be- 
schaffenheit, Eigenheit. >_jüj^ ^;^ \^ kilki 
silik von reinem Naturel. q^ fb^ pi^ t'öz 



kilikli aufrichtig (von geradem Naturel). — 
Vgl. osm. ^aIs kilik Form, Statur. (Volks- 
sprache um Charput herum.) i%i-iJt. ^(:;_Ji_Xs^ 

fll^ f^^ kiliklik beschaffen, von einer Natur 
oder Eigenheit, ^i. fl^ ft^^ Qiao küni ki- 
liklik er ein Mann von gerader Natur. 

/Ui^ f^i^ kiliksiz ungestaltet, ungeformt, formlos. 

' «Ai_ p^ fi.i{^ kiliksizlik Formlosigkeit, Un- 
ansehnlichkeit. 

Q^ ^-^ kilkili Name eines Vogels. Vielleicht 
eine Variation vom osm. f)Jv2 kirkira oder 
karkara Specht, oder von JäJÜs kalkal oisean 
qui ressemble au pigeon r amier , welches 
Wort Bianchi als arabisch bezeichnet. 

— 0^ /^«Vrt; auf die Seite, dem Rande zu. 
ptya —Q pp^ ^li. — Jb"f9 — :5^ 
/^zV« baknia anda soltm ja ongtm. Schaue 
nicht auf die Seite, rechts oder links. (58) — 
Vgl. cag. ^f>*3 kirag Rand, Ufer. 

j^iia^ kirku roth; ist häufig anstatt trH^ /Im^ 
bei ;iio*ii- mengiz und v .iii eng gebraucht. 

öküncün sarik bolka kirku entging. Damit 
aus Reue dein rothes Antlitz erbleiche. (65) 
*^ i-^ kirdis Farbe, Aussehen, Oberfläche. 

^yf^ cj^ f&- ooW 0%9 Pl>" 

«<^?^« boldu zengi abes kirdisi. Die Welt 
hatte die Fai-be eines abessinischen Mooren. (70) 
Und wieder bei Beschreibung eines Abends: 
Ooio. p^ o%s o\% -..^ pi)i. 
agun kindisi boldi alhin üngi. Von goldener 
Farbe wurde das Aussehen der Welt. (81) — 
Vgl. ^^ujß wOs o j'er kirtisi Oberfläche der 
Erde (^);j >-j) in Abulgazi Kazaner Ausg. S. 5. 

Qi^^i^ kitai China, Chineser. 

*^ kis {»S kern wenig) eng, beengt, wenig, 
selten. 

kis ermes bu janglik kisilik kis ol. Nicht 
ein Solcher (Mensch), nur die Menschlichkeit ist 
selten. (18) f^ '— *"b ^ . ^^ üi A jakuttek kis 
selten wie der Rubin. (18) — Vgl. jak. kis 
Noth; 6ag. ^U**fc-A3 kismak beengen. 
Q^ ft^Y^ kisikli Unterdrücker, Verbieter, Ab- 
wehrer. 



— 224 — 



kisikli jok ersa jorik j'ol asar. Wenn kein 
Verbieter wäre, möchte der Wanderer bald seinen 
Weg verfehlen (irre gehen). (75) 
fü^aai^ kisurmak verkürzen, beengen. 

sözüngni kisurkü usatildi Jas. Verkürze das 
Wort und es verlängert sich das Leben. (9) 
füji^ kismak roth werden , feurig , glühend 
werden. 

jalin dek bolub dünja kisti öngi. Gleich 
einer Flamme wurde die Welt, und röthete ihre 
Farbe. (89) 
^ü^ fi^ kismak drücken, beengen, unterdrücken. 

t^iiü^ 6^^ t^ A^ l> C)^ /^ = 
asiz ler ni kiskil jolu barniakü. Unterdrücke 
die Bösen, gehe auf ihrem Wege nicht. (74) 

fki ^^ kizrak sehr heftig, sehr feurig. 

ftl^ ^ fJi^ kissizlik Häufigkeit ( Seltenlosig- 
keit ?). 

yaci> koos wird zur Bezeichnung der ausser dem 
Hause lebenden, aber zur Familie oder zum 
Dienste der Familie gehörigen Hausleute be- 
zeichnet, und steht dem cag. t^ir-* ■^öz^i Dienst- 
personal in seiner Bedeutung am nächsten. Das 
uig. >— 2U. ev Haus und ^cq^ koos stehen unge- 
fähr in solchem Verhältnisse zu einander, als 
|,v=" harem und ^jJUXjü selamlik, wobei 
ersteres Wort den engern, letzteres den wei- 
tern Kreis des Hauses bezeichnet. 

Qi^aoi} koosni angrenzend, vereint, nachbarlich. 
(Adv.) 

flij- yDai^ koosmak zusammenstellen, zusammen- 
bringen. ()'j)ai> fc^ ^ söz koskuci Improvi- 
sator, Dichter. 

Qt, ^Ö koosti Krebs (?). Wie aus der Benen- 
nung der 12 Himmelszeichen sich muthmassen 
lässt. 

QC *f£^ koosci eine ausser dem Hause sich be- 
findliche Dienstperson. 

fbloi^ konuk Gast, Nachbar. 

fiQiai> /Ujia^ i^ v_^ t^V^ v-ÄQi^ t^^ 
^aro; tun jaruk kün ke j'akmas j'akuk, jasil 



sub kizü otka bolmas konuk. Der strahlenden 
Sonne kommt die finstere Nacht nicht nah, dem 
rothen Feuer wird das grüne Wasser nicht Nach- 
bar. — Vgl. cag. ^Lbjj konak Gast. 
^Qic^ konuk Quartier, Unterkommen. 

komuklari korkt da bokzi jemi. Er muss 
für Quartier und ihre Nahrung sorgen. (46) 

p^ ^toici^ konukhik Gastmahl, Gastfreundschaft. 

Qj)^oia^i konuici, kunutci von > ^m a^^ kunut 
eine Art Waffe, hmuici ein eine derartige 
Waffe Tragender. Sieh QC v_»cu,>icn^ söngükci. 

^j_ ^}l^5C^> kovarmak erfreuen, fröhlich stimmen. 

^ Q^ kooku, kovku Gemüth, Freude. 

z'/ß/lz kütez kil inening könglümü. sevük 
sauci birle kovar kovkumu. Oh Gott, be- 
wahre mir mein Herz, erfreue mit dem theuern 
Propheten mir das Gemüth. (6) — Vgl. cag. 
j^L^jf^yä kovanmak sich freuen. 
Q^S^Ö kobi leer, wüst, eitel. 

kövenme kobi kutka kutluk kisi. Vertraue 
auf das eitle Glück nicht, du Glücklicher! 

Pl>- 0<>t)Mi — (yöb 09^ füc v-D^ c\9 
<$z^ kipcak kobi dunja kecki a^un. Diese 
wüste, leere und vergängliche Welt. (73) — 
Vgl. mong. j)5Q<> ghobi wüst, öde. 
fb^D^> kopuk Kleie. ,;5ai. fto^Qo kopuk jor Kleien- 
brod. 

oo^ o^> /^oififc ^-^ ;>^ cjQ^ f^^ 

kopuk jor jemim, tib tonum koi jüngi. 
Kleienbrod ist meine Speise, Schafwolle mein 
Kleid. (67) — Vgl. osm. ^ilLJ" kepek Kleie. 

fU^ ^500 kovurmak, sieh fiij- .;jfSßO kovarmak. 

^üj_ ^a(9a|> kopurmak aufstehen lassen, erheben. 

sifa (Lä<^) berke kolsa kopurkai ani. Er 
gebe ihm Gesundheit, so er will, und lasse ihn 
aufstehen. (89) 
()ii^^s^> kobki (besser i^ i;^0^ kobi ki) aufge- 
blasen, eitel, arrogant. Der Gegensatz von 
Q ftipo koski sanft. Q^o QOiS'^O (^^K>^ könglü 
kobki kisi ein Mensch von stolzem Gemüthe. (49) 



225 



^fCli^9^^> kobkulniak sich aushöhlen, leer werden. 

f^9Q<> kopmak aufwachsen, aufkommen. — Vgl. 
cag. ^Uj^s kopmak aufstehen. 

*pai\Si:H> koph'k, auch f^A^ koptak (»«.xj^bv.« 
oder vielleicht »Jü«^b^ ungewaschenes Haupt) 
grob, ungeschliffen, von ungehobelten Ma- 
nieren. 

* fiQ|> kok (>i)Lä.) Erde, trockenes Land, was dem- 
nach die einzige türkisch specifische Benennung 
für Erde wäre da toprak eher der Ort, auf 
welchem man herumtritt, von äpramak, tepre- 
mek herumtreten abstammt, undykr eher Kaum, 
Platz als Erde bedeutet. — Vgl. cag. ^JlJ 
kak dürr, trocken. Auch das neupersische ii)Lä. 
chak (altpersisch ^^^mo^ zemin, scheint nichts 
anderes als das uigurische kok zu sein. 

,9ÜQ0 hiktc der Schwan; cag. yJd kugu, osm. 
kuku Schwan. 

^fts^ kuku Schwan. Als Symbol der weissen (oder 
grauen?) Farbe. 

^^iilii^ Q^^^!^ A^^ > tnj_ f^\^ Lfi^ 
^ O^^i^ ö^iaii J^^i^ p> f^ — 0M> 
jelenküzlük erdint jetildi sakal, kara kus- 
kun erdint kuhi kildi cal. Nackt war ich, 
da bekam ich einen Bart, rabenschwarz war 
ich und schwanenweiss hat er mich gemacht. 
(24) 

^iOiiaii kukuz betrübt, beängstigt, düster. 

,\aüe^> (}K>»ao Q^^^s:^ v— £tijM> ^ p^ 
/\oo ^^^^ — tr^ &^ /D*^ 
evinke kelib kirdi köngli kuhiz, sakinc kat- 
ku birle otiniati köz. Er trat in sein Ge- 
mach, wegen (mit) Kummer und Sorgen konnte 
er nicht schlafen. (77) — Vgl. mong. p^ciloii 
choghtisoii leer, nichtig, wüst. (Schm. 166. a.) 

*^jyfiÖ komar (^l^ob) Andenken, Talisman, das 
noch heutzutage wie in frühern Zeiten aus einer 
geschriebeneu Formel besteht. — Vgl. cag. ,L«ys 
iomar Amulett. 
füi^jßÖ komimak sich rühren, sich bewegen. 

füji^jü^^ ^£AiC^ köngül komitmak das Herz 
rühren oder betrüben. 

^OOlC^i 0%^ Q^iip^ f% 

taki arzuladi komidi köngül, komisa kön- 



gül kisike mung ol. Er sehnte sich und be- 
ängstigte das Herz, rührt das Herz sich, so ist 
es dem Manne eine Pein. (55) 

füj^^i'^ komitmak etwas bewegen, berühren, in 
Bewegung bringen. — Vgl. cag. j^LefjJ^yj 
komuldamak sich rühren ; mong. ,3iiiS^cjQ|> gho- 
modachu sich grämen. (Schra. 203. b.) 

^2> j;A> koli Hügel, Berg, Anhöhe. Ofc^ — O*'^ 
^^ A2^ j^ dünja koli kern- tözi des Weltalls 
Berg und Thal. (70) — Vgl. magy. halom 
Hügel: cag. ^.f ula Berg, 

f£^ — ^£^ kolaktcz Leiter, Wegweiser — Vgl. 
osm. ;^^ kilaghuz Wegweiser. 

fU^'j^ifoi} kolaclaTnak durchschreiten, eigentlich 
durchmessen. 

pu^ ^-oi^ kulkak Ohr; cag. osm. ^!^y» kolak. 

^o*> kor Schande, schlecht, gemein; wahrschein- 
lich das persische ,^ chor niedrig, gemein. 

asiz iske jakma sangga kilka kor. Der 
schlechten That nähere dich nicht, denn sie 
bringt dir Schande. (27) Sieh \üü^. 
^JQ*> kitr. kor, Grad, Rang, Stellung. Aequivalent 
mit piia. tcrun Posten, auch Nutzen, Vortheil, 
Gewinn. 

pc- ^ a^*a — /^ ^ A^ ^-»^ 

biliksiz ke berse beki kur urun, bekinke 
jazikli muni bil borun. Wenn der Fürst dem 
Unwissenden Rang und Stellung gibt, dem 
Fürsten macht es Schade, wisse diess erst. (59) 

ani kör meliklik korinka kotar. Sieh ihn 
setzt er in den Rang des Königthums. (yiQfi 
^ u. ^ ,ul. kuri jazi ne ol was ist sein 
Nutzen und Schaden. (36) fu^fg :^ kur ba- 
mak oder - « i ^ i ^'n ^g :^ kur baklamak (S. 37 
eine Variation des kur bamak) sich in einer 
Stellung oder in einem Vortheil befestigen (bin- 
den), (}iii(9 ^jc^i kur bau heisst im bildlichen 
Sinne auch so viel als ,er hat sein Glück ge- 
macht. " 
fUj^iaa^ korilmak, auch p üC^ o v i^) kurulmak 
leer machen, wüst machen (ein abstracter Sinn 
des concreten kuruimak austrocknen), bau. 

29 



226 



fü^^Qaoi> urun kurutmak einen Ort wüst 

machen. (31) 
paoi^ kuruk leer, trocken, unbeschäftigt, ftcüoi^ 

^^"■■j^^ kuruk itmakil schicke nicht leer weg. 

(66) 
fltt^ kuruk ein durch Zaun, Mauer oder sonstige 

"Wehre geschützter Ort. 
flo^ flcüCii) kurukhik (auch pio^ fba^^ korkluk) 

Schutz, Wehre, Vertheidigung, 

0/5?// /^ö: (5ö/?^(5 kurkluk alplik kilir. Der 
Bescheidene (der Scham anheimgefallene) thut 
Schutz und Tapferkeit. (43) 

fü^ Ö^ kurbamak, eigentlich ^Qi> und fti^i^ 
glücklich werden. Q^ ;;.fii> ^00*^ ^— ^^b 
devlet angga kv.r bati das Glück wai- ihm 
günstig (hat ihm genützt). 

— j^aoi^ kurma List, Hinterhalt, Betrug. 

plliy flo^ ^ —0^ — A^ — 5M> 
kara kurma dunja ka artuk sakin. Hüte 
dich vor der schwarzen hinterlistigen "Welt. (27) 
Vgl. osm. «-«;>« kurma List, von ^J^^yi kur- 
mak aufziehen, aufstellen. 

* — fUiaQ^> kurtka, kurtaka (^5^Ljj) alt, bejahrt. 
Mit dem Suffix ^ ka gleich — f'O'^ abucka 
alt. 

pDi. — flibc^i — o^üf f^^ t^*p- "AS 

<5?^ erzel janik dünja kurtka a^un. Die 
niedrige, veränderliche "Welt, diese alte Welt! 
Vgl. cag. -.yJi kor Alter, magy, kor Alter. 

^l)aQ|> korc stark, gross, mächtig, reif, /l}^ 
^ fb^ /§ör^ katik er ein starker harter 
Mann. (41) — Vgl. cag. korcak zu gross, 
überreif. 

V— ^00 kot Gattung, Geschlecht, Klasse, Art. 

jaratti kaiin bu sansiz kotun. Er erschuf 
diese vielen zahllosen Geschlechter. (53) ^ fuf 
Q^oi^ ^^ /ß/^z' ($zir /^ö// eine andere Gattung. 
Q^Qfi > CW))^ /'i?>-/ /^ö/z viererlei. Q^oi^ ^ tMiOf 
/i^/^f/ i7<; /§ö/z' entschieden dreierlei, oder drei 
Klassen. (60) — Vgl, osm. ^y*, soj Gattung, 

^Qii kod er selbst; das pers. o«^ chod. 

v-i^ kut, kud (JLöf) Glück, Heil, glückliches 
Loos. ,iaif^Q^> kutsuz unheilvoll, unselig. Q*. 



Q^o^ v_jCiji ej ilik kuti, oh glücklicher Hik! 
O^Ö *— sürjU. Qi. ej hagib kuti, oh glücklicher 
Vezir! (Wie kut zum Affix der dritten Person 
des besitzanzeigenden Fürwortes gelangt, ist mir 
nicht einleuchtend, doch ist obige Ausnifung in 
ähnlicher Construction fast immer anzutreffen.) 
V— ^0^ hida Gevatter, Freund. Zumeist bei Aus- 
nifungen gebräuchlich. — Vgl. cag. fojj kuda 
gegenseitige Benennung der Schwiegersleute. 

füfiiiÄoi^ kudatmak glücklich machen, gedeihen 
lassen. 

QiOO ^i^ —f^B "-^^ 
bilik büse kudatur küni. Wer Wissen hat, 
dem beglückt es seinen Tag. (35) 

* ^» , Ci i C\n i} hidaiku {yj.M*^s>- oLJL-sf) es werde 
glücklich oder gebenedeiet, und das Gepriesene 
Glückliche. *— »-^J^ ^cilMci} kudaiku bilik das 
glückliche oder gepriesen werdende Wissen. Name 
des fraglichen Manuscriptes. 

Q^lci^ koti^i^kotu herab hinab hinunter. ^9oao^9alila:L 
jokaru kolu hinauf und hinab. O^o^i ^ Jer 
koti unter der Erde (cag. ^yi wj jer koj'i 
begraben, unter der Erde). — "Vgl. cag. jj^ 
koju. koj'i unten, herunter. 

fü^ p^oi^ kutunmak enden, fertig werden. Eine 
durch n gebildete passiv - transitive Fonn des 
Zeitwortes fuj^ kotmak lassen; cag. ^jUJySjj 
kutulmak fertig werden. 

^^aiiD^j kotur Wildschwein. 

fü^ ^^0^} kuturmak beglücken, erfreuen. 

füjAcAoi^ kututmak glücklich machen, beglücken. 
£i iii ^n'^n (^ > tm i n i^ könüng kuhäkai dass du 
glücklich seiest ! 

!^ v—^o^j kot ki unten, nieder. ^0A> (^ ■^-^£^ 
kotki köngül niederes Gemüth, sanft. 

füjsii^oi} kutkumak glücklich sein, prosperiren. 

özin hitkuci er bolur kutkuci. Der sich ent- 
haltende Mann wird glücklich sein. (48) 
fty^oi} kotmak setzen, stellen, liegen lassen, be- 
freien, loslassen. fu^o^> f^i^ söz kotmak reden, 
Wort loslassen, p^oo ' * \ \^ ^ öO^*- etkü ating 
kotun. Lasse deinen guten Namen zurück. 
(54) 
^ j^loi^ koti ber lasse, lass' ab! lass los! 



— 227 - 



osm. yr'.yr'.y-^ kojver lass' los! — Vgl. cag. 
^UjjJb kojmak lassen, legen. 

lJ)Di> koc Widder, ^-xijjiaai. ^j:^ koc jüreklik 
Tapfere; (84) (das Herz eines Widders, welches 
Tliier in Mittelasien als Wettkämpfer gebraucht 
und als Tapferkeit symbolisii't wird). — Vgl. 
6ag. -.^ koc: magy. kos Widder. 

*v> /^ ^c^^ (Jt ~>) Widder. 

^ plip> koski glatt, fein, weich, sanft, ruhig. 
^SA^^ ^ pli^ koski köngül glattes, sanftes 
Gemüth. So auch im osm. Literatursprache 
Jo ^^Jbttfo^ perdahli dil ein sanftes (politirtes) 
Herz. 

kerek köngli koski ma j'umsak tili. Er 

braucht ein zartes Herz und eine sanfte Zunge. 

(40). — Vgl. mong. p^ glatt. (Schm. 

176. b.) 
1^ ktis Falke, Falkenjagd, o^*^ u> >^ kus 

ka atlanir er geht auf die Falkenjagd. 
fia^ci> kosuk Vers, Verspaar. 



(5« /?ir^ ce kosuk lar tilzetdim sangga. 
Diese türkischen Verse habe ich dir geordnet. 
(4) — Vgl. cag. J^y^ kos Paar; ^y^'f' 
kosuk Lied, Vers, Verspaar. 
Qi^üÄi kosni Nachbar, Geselle, Nächster. 

^ f^^i)^ püti ;Uitc\5 looüi- /Oo- 05 
A=^ C?iÖAS =ö ^-^ C^ "-^^ 0^*^ 
($?/ üc ncngke bolnias jakin kosnisi, köjer 
ot akar sub bii bekler közi. Drei Dingen 
soll man nie zu nahe kommen: dem brennen- 
den Feuer, dem fliessenden Wasser und den 
Augen der Fürsten. (59) 
[U^ qV^ kosni/ ik Nachbarschaft, Nähe. 

btt üc kosnil'ik din sangga aski jok. Von 
diesen drei Nachbarschaften kommt kein Nutzen 
dir. (65) 
fL^ -X20f) kovarmak welken , erblassen , ab- 
sterben. ^ /j)"i^ ^^^ ^y^^^ k'övarmis jikaclar 
die verwelkten Bäume. - 
kovarmak erblassen. 



Vgl. 6ag. J^j^yi 



= m. 



Y^ ma auch und zugleich. Q ^ y^ (y(^ ici 
ma tasi sein Inneres und Aeusseres. ioO"- 
fioi. pbaai. L^ angga i7ia jorik jok auch 
das (dem ist) hat keine Auslegung. (86) 

pi ^ t o^ majunmak sich salben, sich schmieren. 
(Ein Toilettegebrauch, den die heutigen Ein- 
wohner Ostturkestans nicht mehr kennen, früher 
aber diesem Worte nach zu urtheilen existirt 
hat.) 

»-gr-ifY, pf '-»MJ^ pO^ife Q^ecii —'y^ 

"• • - Ob P^=^ Q^iloiij. 

jene kopti tei^kin tösektin tui'ub, majundi 
jtjundi ....... Wieder erhob er sich 

schnell vom Bette aufstehend, er salbte sich, 
wusch sich (78) 

v_jti|- ' I t i^ii j - meninglik die Meinigkeit, mein 
Ich, ich selbst, meine Person. 

meninglik büiün kör bu janglik beki, me- 



ninglik Sek ol bolsa bütiln beki. Ich bin 
mir ganz ein derartiger Fürst, wer Fürst ist 
wie ich, ist des Volkes Fürst. (35) 
■ » ti j meng Antlitz, Gesicht, Aussehen. QO^ 



fü^i^ mcngi sarimak erblassen, sich schämen 
(sein Antlitz fahl machen), füi^au^ ^^ 
mengi kizai'imak sich Ehre verschaffen (das 
Gesicht roth machen). 
^Au^ meng, auch v « l ^J ming Korn, Frucht- 
korn, Köder, Frass der Vögel. 

/^{5^ pO"i- f^ — /4H^ pj?^ 
jolin kizmasa kus mengin avlamas. Wenn 
der Vogel seinen Weg nicht beschleunigt, so 
wird er seinen Frass nicht erjagen. (90) 

ucukli urung kuska ming öksümez. Dem 
fliegenden hellsichtigen Vogel wird der Kern nie 
abgehen. (25) — Vgl. 6ag. Aj^^j« meng, = osm. 
*Xj ben Muttermaal. 
Qt^u^ mengi 0*^^ mingi selig, unsterblich, 

29* 



228 — 



himmliscli, erhaben, nur auf Gott bezüglich, un- 
vergänglich, ewig; das Gegentheil von fbn^ 
bajik vergänglisch , irdisch. v—^i^ (}0*i^- == 
ej mengi bajat oh erhabener Gott. 

^ Qoi^ > ■ « i ^'^ i■ /iipi. Qi^i^ ' . o .i i^ if ''^ 
^ QO^^ '■■■ fc ' i'^ '^ ii —ABS (>i*^ ' ' « »^ '^ ' 
özüng mingi ermez ating mingi ol, ating 
mingi bolsa özüng mingi ol. Nicht du, 
sondern dein Name sei ewig, denn ist dein 
Name ewig, bist du selber ewig. <— ^ (}OMi- =^ 
ej mengi atu oh Gott (oh himmlischer Vater). 
Vgl. cag. ^i)U5ou_xl mengmak aufsteigen, in 
die Höhe sich begeben; jak. mänge gross, 
Himmel; mong. u>oUaj_ müngge ewig, unver- 
gänglich; mag}', menny Himmel. 

v_jl1^ 0*^^ w<!6'«^/ lik Ewiger, Himmlischer, 
Gott. 

V— jujj,>uj_ mengmek gehen, wandeln, schreiten. 

\\A\. /^O^ Hi 0^ 5^ kaJ2i jerke meng 

se atak auf welchem Orte immer der Fuss 
hingeht. (71) — Vgl. cag. ^U5oL-o mangmak 
gehen; magy. menni gehen. 

v^iuy<>ii^ menksek Antlitz, Gesicht, Aussehen. 
^^ fu^ülc Q;>ii^04t- 'nienkseki oksaki sein Eben- 
bild und Antlitz; sind häufige Synonyme. — 
Vgl. cag. yS^itje mengiz Antlitz. 

3iuj- maku Höhe, Auszeichnung, Lob. — g .tt jV\^ , 
qL ^iuj- \±-^ tii<^b kolma mahi ni ver- 
lange keine Auszeichnung. (55) — Vgl. magy. 
magas hoch. 

fü^ v_^üu- makutmak erhöhen, preisen, loben, 
aufheben, aufrichten. 

jetilse üdi kör makutmas botun. Kommt die 
Zeit, sieh, kann er den Leib nicht aufrichten. 
(25) — Vgl. cag. i^L« mak das Lob, jjjLoLxiL« 
mukiamak loben, rühmen; jak. machtai preisen, 
loben; mong. ^üi^ili^ machtacho rühmen. 

Q^ f^o^ mimikli der Eeitende. iy- [^0*^ ff^ 
arslan mimikli der auf einem Löwen reitet. 
(44) 

,90»^ mingü ßeitthier, zum reiten gebräuchlich. 

Jekü ickü minkü taki ketkillük. Zum Essen, 
Trinken, Reiten, auch Kleider zum Anziehen. 



O^^ufO^}- mingseii ähnlich , derartig. ,3>oie^ 
ACn^ Q^O^j- mungga mingsed söz ein die- 
sem ähnliches Wort. 

|,i^o^ mojan. miija^i Hilfe, Unterstützung. (?) 

niojan berkü tangri sagingim jeding. Dir 
helfe Gott, denn du hast mich bemitleidet 
(meinen Kummer gegessen). (53) Anderswo 
scheint es wieder : hier , hierorts zu bedeuten, 
von mu diese und jan Seite, so wie der häu- 
fige '. i CU(j ^ /O. ii^j- imijan öz ke tit hier 
bezähme dich, am besten beweist. 
p^ mün hundert, gleich W\} turnen sowohl als 
Zahl als auch zur Bezeichnung einer unbe- 
stimmten grossen Menge gebraucht. 

mün artam bilikli kisi. Ein Mann, der hundert 
Tugenden kennt. (38) — Vgl. jak. mung 
100 Eubel. {mnn hundert, ein altes, jetzt 
nicht mehr gebrauchtes Wort.) Bothlingk jak. 
Wörtb. S. 150. 
*iOj_ mun, 7nün (?) (&jL_xi) Kapital, Hauptquelle, 
Ursprung, fu^^^ isj- mnn kilmak verwenden, 
gebrauchen. 

tiriklik mun ol kör kmnuk etküke. Das 
Leben ist ein Kapital zu allem Guten. (51) 

fb^ ' — «jßiß^ mtmimgluk derartig, so wie das. 
Höchst kuriose Anwendung des Suffixes fla^ luk 
V — * . ^{j nk , welche auch bisweilen in v_jLüii^ 
' — »^ mening lik so wie ich, meiner Art u. s. w. 
vorkommt. 

^ ftoia^ mum/ki statt muni ki dieses was. 

micnuki m-en ajdim isitti ilik, Dieses was ich 
sagte, hatte Ilik gehört. (39) 

' — fcioj- mtink Beschwerde, Mühe, Arbeit. 

V— »CMjiOj- miinkluk mühevoll, mühsam, mit Drang- 
salen behaftet. 

kamuk barca munkluk töretilmisi. Alles was 
er erschaffen, ist der Mühe unterworfen. (5) — 
Vgl. cag. iiJlj«j9 munk Trübsal, Beschwerde: 
jak. mtmg Qual, Mühe; magy. munka 
Arbeit. 



2^9 



lOi^fi^ < — tnaji- mtmklukun betrübt, bekümmert, in 

Sorgen. 
fiipMyo*- munkarntak sich betrüben, sich plagen, 

sich kümmern. — Vgl. cag. lilUJKj^ mun- 

kalmak leiden, schwer arbeiten. 
^ijii^>iC^ munkaimak plagen, peinigen, quälen. 

i^, }ir>i^ ^i^u>^ vtunhatmis jerimde an 

dem Orte, wo ich mich quälte. (6) 
^Li4_ y()0o*0i- munkummis der sich abmüht. 

strebsam. 

O^Bi f^i?- 0^ B^^ für JtPoV 

munkummis kisiler ölümün kolur. ölüm-ün 
koluk li er öltörü ölür. Der Strebsame (im 
Kampfe) sehnt nach dem Tode sich, der nach 
dem Tod sich sehnt, der stirbt tödtend auch, 
(45) 
^lijiQj- monmak, > — «4^0^ mmiinek Altersschwäche 
bekommen, abstumpfen, schwach werden. 

Cjo^ U^ t^ ^-s^b ^^ F^ 



ohcsluk kisiler karisa monur, okus ketdi 
dib hem- kalem tinür. Altet der Kluge, so 
wird er schwach, und so wie der Verstand geht, 
ruht die Feder auch. — Vgl. jak. m,un^ur 
stumpf; cag. ^^Jue^ye mom/mak alt werden; 
osm. ^yi bön tölpelhaft; magy. bena krippel- 
haft, ven alt. 

' *ü ' Q i- fnünmek statt ininmek aufsteigen, reiten. 

*^iDj_ munduz, montu (Jj^) Narr. Ignorant. 

ajor ej biliksiz kisi munduzi. Er sagt: Oh 
unwissender, närrischer Mensch! (16) 

/yljpiQ^ mukasim (|_wüu!) Beschwörer, Wunder- 
doctor; die arabische Benennung für dasuig. j^^«;;;?. 

l^^ m.iim Wachs. 

m.eni bulkkuci kilki alcak kerek, kön^ül 
kotki iil mumde jumsak kerek. Der mich 
findet, muss unterthänig sein, muss sanfter Natur 
und wachsweicher Zunge sein. 



a und ^ = / und r. 



ft le anstatt — ^ ile mit. 

tünle kihidüz mamiga tur baku. Tag und 
Nacht beobachte mich (sei mir nah). 
QC > — «£iO^ liinükci Hinterbringer, Nachrichtver- 
breiter, Plauscher. (?) 

p{^S 0^ >-*aict _^ v-iliiii. ^ ^ö 
kön^ill siri berk hit cikarma tilin, kalt 
aiancr ersa lünükci bilin. Halte fest deines 
Herzens Geheimniss, bringe es nicht auf die 
Zunge, wenn es selbst dein Vater wäre, kenne 
ihn als einen Plauscher. (49) 
^ j^ rum.i westlich , einer von Westen , vom 
Römischen Reiche, unter welchem Begriife man 
früher und auch noch jetzt im fernen Asien den 
West versteht. Das im Text befindliche ^;i^^2>/>^ 
rum-i kizi die Westländerin scheint hier als 
Symbol der Schönheit und der strahlenden Sonne 



zu gelten, wie aus folgenden, wenn vom Ein- 
tritte der Nacht die Rede ist, mehrmals vor- 
kommenden Verspaare ersichtlich ist. 

jüzin kizledi jerke bu rumi kizi, agun 
tnengzi boldi bu zengi jüzi. In die Erde 
verbarg die westliche Schöne ihr Angesicht, ein 
Moorengesicht wurde das Antlitz dez Welt. (89) 
Q jc^i, ruzi Lebensvorrath , Verpfiegung (pers.). 
^t^ ^ ^ ruzi kilmak verpflegen. y^A- !^ f*!^ 
ruzi jeken Lebender, Mensch (d. h. der die 
von Gott bestimmte Nahrung geniesst). 

pj,ti ^j) ^ (^^ (yiiä^iö 0)po 

ölür erdi ersa kamuk ikleken, kisi kalma- 
kai erdi ruzi jeken. Wenn jeder, der erkrankt, 
sterben würde, so möchte kein Lebender übrig 
bleiben. (24) 



230 — 



^ = d, t. 



pii^; tajik schlüpfrig, gefährlich. 

ftlMfe, v_^4i 0^ pi}i. QDfl. 

alci agun joli ket tajik. Der Weg der be- 
trügerischen Welt ist sehr schlüpfrig. (74) — 
Vgl. cag. iJjUjLj taimak gleiten, ausgleiten. 

flaut» tannk Beweis, Zeugniss, Zeuge. 

fb^ f^ß^b tanuk /?//- Beweis, Beweislieferung, 
Erkenntniss, Bezeugung. Das türkische Wort für 
lüOL^ schadet. 

tilimni besedi tanukluk bile. Meine Zunge 
hat er geziert mit Gottes Erkenntniss. (12) — 
Vgl. cag. ^^L-J tanuk Zeuge; magy. tanu 
Zeuge. 
V— *Ji^ teng Ordnung, Eegel, Gleichgewicht, Werth, 
Eichtschnur. v_iui^ ^iox jüz teng hundert- 
fach. 

>— ^ OO}^ Ooa- p^ fW V^ 

kiilaki sak eren öki bilki keng, joriki tös 
ersa tili köngli teng. Der gesundes Gehör 
hat, hat weiten Sinn und Verstand, Der von 
geradem Wandel ist, hat Zunge und Herz auch 
recht. (46) 

V — t i j ^Qü^ tengesmek helfen, unterstützen (eigent- 
lich sich gegenseitig als Gegenlast dienen, von 
'■■ t i n^ teng Gegenlast, Gegengewicht.) 

mtyi^ tangga Morgen, Früh, gleich dem cag. 
Ljof erte, welches Früh und Morgen heisst. 

AliS0"b tenggiz Meer das Unendliche. AX>o"b0^f^iS= 
ej bilki tenggiz oh du von grosser Weisheit! 
(dessen Wissen ein Meer ist.) 

V - fc i ^ t lj su^ tenglemek richten, in Ordnung bringen. 
p||a — ^ 5^^ — ,AiM>Iife ^oü- 
angga tenglese ötrü kilsa isin. Wer nach 
diesem sich richtet, und seine Arbeit thut. (44) 

fü^i^ > — 9j^ tatiglamak wachen, übernachten, 
eigentlicli bis zum Tagesanbruch {tatig, cag. 
libLj lang) verweilen. 

közüng jumdung ersa özüm tangladini. Wenn 
du deine Augen geschlossen, habe ich gewacht. 
(17) 



> -« l», ^'i Oii^ tcngrilik gottesfürchtig, aus Liebe zu 
Gott aus Frömmigkeit, ohne irgend eine Ab- 
sicht. 

pDC ^ ftyl. Ä^ .;^i^ i^^ s^ '^ 
birekü scver ol kisin tengrilik , taki biri 
scvcr öz askiiicun. Der eine liebt den Menschen 
aus Frömmigkeit, wieder ein anderer liebt aus 
Eigennutz. (61) 

^ ■ , % ' n i ^ tengsiz unordentlich, schlecht, unge- 
reimt, unrichtig. 

flai^iiii^ tangsjik Wunder, Wunderding, von 
füfO*% tangmak bewundern, staunen, gaffen, 
und dem Suffixe fio»^ welches dem deutschen 
lieh entspricht; tangsuk bedeutet daher das 
Wunderliche , das Erstaunliche. — Vgl. cag. 
£^j*üb" tansng , ^j^SliLj tangsuk. (j^ ■ f'^Jt/^w, 

— ^1^ tapa. taba zu, gegen, nach einer Richtung 
gewendet. Z. B. 0^*19 — ^ -^-a^^ ilik tapa 
bardi er ging zu Ulk. 

kötürdi basin mesrik tapa. Er erhob sein 
Haupt gegen Osten. (81) 

^jijgi^, ^^isi^ tavar, davor Vermögen, Vieh. (So 
magy. joszag Vermögen, Vieh, slavisch lichwo 
Vermögen, Vieh; türk. JL« m al Vermögen, Vieh 
u. s. w.) 

-,iait, ^-xiL yaoo. Ob — t^ y^ ^^ 
cikaj ka üledi ögüs neng tavar. Er theilte 
unter die Armen viele Sachen und Vermögen 
aus. — Vgl. cag. ^^'i davar Vieh, 

^j^^if tapir Elennthier. (?) (^ — ^üc^ -AAgH? tapir 
bokrasi das männliche Elennthier. 

*Ai(5ib teviz. tebiz (^^U^o) Feind. 

* wJQ^ MS*b tevizlik (^ JjöL-k^o) Feindseligkeit. 

f^ \v Wi °ö ^:PB% "-"^ -^^9% 

tevizlik bolur bu kapukta ögüs, taziiz kaida 
bolsa tutus ol urus. Dieser Dienst hat viele 
Feindseligkeit, wo es Feinde gibt, dort gibt es 
auch Zank und Kampf. (61) 
t\ß^^\; tapkac höchst ehrwürdig, verehrt, hoch- 
geachtet, von tapymak und der Participialform 



231 



/1}M> gac, kac oder kec\ ein Epitheton, mit 
welchem der regierende Fürst Kara Bokra stets 
bezeichnet wird. Jaubert hatte die unglückliche 
Idee, in tapkac den Namen eines Landes ent- 
decken zu wollen, das er mit BedachSan (?) 
ideutifiziren will. Er ist hierzu von dem Aus- 
drucke (yM> /0"\5*b tapkac kani in der Prosa- 
vorrede verleitet worden, welches er mit „le 
Khan du Tapkhatsch" übersetzt, uneingedenk, 

dass dort ^ "CAs^ ^«^t^J- f^^i^ ^S 
bu mesrik nieliki tapkac kani steht, welches 
heissen soll: „Dieses Ostens Fürst und geehrter 
Herrscher " und daher die Besitz anzeigende 
Suffix 3ter Person bei kani nicht auf tapkac 
sondern auf mesrik sich bezieht. 

^^ taphi der Dienst, das Dienen, das Ver- 
ehi'en. 

pUj^tr tapymak anbeten, dienen, Ehre bezeigen. 

^yji.^ taplamak Vertrauen, Zutrauen haben. 
Gefallen finden. 

köngül taplamasa jii^ak tiitku öz. AVenu das 
Herz nicht vertraut, musst du dich fem halten. 
(53) 

köngül taplamas iske kirme. Was dem Herzen 

nicht gefällt, darauf gehe nicht ein. (53) 
ft^Sife taprak schnell, eilends. (Sieh Qd ^iQjQl. 

jumusci). 
» ij^ i '^^gn^ tepretmek bewegen lassen, rühren. 

> — »ij^f^nH^ ^J^ til tepretmek reden (die Zunge 

rühren). 
^joii^f teprenür das Lebende, Alles was sich 

bewegt. 

kamuk teprenür ke bakirsak köngül. Für 
alles Lebende hat er ein edles Gemüth. (36) 

s » i j i n ^gi^ teprenmek sich bewegen, sich rühren, 
leben. 

V., t i j ,l ^ ffl^ teprim,ek zertreten, zermalmen. 

* P ü 't^ O ' f tapsamak (»Oj.S'jjjo) dulden, zu jemand 
Zuflucht nehmen, regierend den Accusativ. Qiu^ 
QDQ^jii^jgi^ seni tapsakuci der zu dir Zuflucht 
nimmt. (82) 

' ~*li" < {) ' L' tevsemek hassen, anfeinden. 



^= ßo^L y^ ^jeac^j pt ^-^ 

bajatdin ttunir barca etkü asiz, bajat berse 
tepseb tepümez teviz. Von Gott kommt alles 
Gute und Schlechte, wenn Gott will, wird der 
Feind dich nicht anfeinden können. (61) 

{y^ teki, legi bis, bis zu (6ag. ^A^ß tek, osm. 
^ö deg). (}0*b fO «ijAs pb :J"*^ tokardin 
batarka teki von Osten bis nach Westen. 
(67) 

s_ju^:LO^ tekinmek in Berührung kommen, zu- 
sammenleben, Umgang haben. 

mangga ok tekinding kicikdin beri. Du 

hattest mit mir Umgang seit deiner Jugend 

her. (37) 
J|^iill^ tekiing^ tüchtig, tauglich , wirksam , von 

v_ai^O*t) tekmek. 
> %\ />^*b tekimlik der etwas erreicht oder 

erlangt, zugänglich. 

silik bolsa kutka tekimlik bolur. Wer von 
reiner Natur, ist dem Glücke zugänglich. (46) 

^1^! i'ikis das Treffen, die Geschicklichkeit. 

A^ ^k^O^t" ^'^^^^ ^^^ ungeschickt. 

"fb Ob t^v^ D^r^' foj^- peb 

talint körmis im tekis siz kisi, tilin ilke 
jazti kesildi basi. Viel sah ich ungeschickte 
Leute, die ihre Zunge zu sehr gebrauchten (dem 
Volke öffneten) und den Kopf verloren. (47) 
v.l. t i ^ ^^^i^ tekismek treffen, berühren, an den Leib 
kommen, hauen. 

V^*b — h^ ^% /O-i}^ — ri}^ 

katilsa kilic baltu birle tekis. Wird er hand- 
gemein, so haue mit Schwert und Axt zu. (44) 

s—jicoib tegük Stütze, Stab, Pfeiler. 
^luat, v-iife v-AOo*b ^^ ^00"> V^ v-ii:i^0i9 
bit fort es fnangga tört tegük tek tiirur. 
Diese vier Gefährten (des Propheten) sind gleich 
vier Pfeilern mir. (7) — Vgl. osm. »iUS'o de- 
genek, cag. AiS^ tegenek Stab, Stütze. 

|.^i^ tegme oder )^:i^ temme , demme Art, 
Gattung. OV^ j jj ' o ^ <^^ demme kisi ein 



232 — 



derartiger Mensch. (3) '.. .a n^j^ ^*b iegme 
iürlük allerlei, verschiedenartig. 

«— »ijQi^ tegmek, tekmek, geziemen, passen, zu 
Theil werden, zukommen, zufallen. Der in den 
übrigen türkischen Mundarten gebräuchliche Sinn 
von berü/tj'en ist im Uigurischen fast nie anzu- 
treffen. Z. B. 0^1^ K>t)"- t^ z'/ cncke tekdi 
dem Lande ward Euhe zu Theil. y^^ WO^ A^ 
söz mangga teger mir fällt das Wort zu. 

QHiit, tegli, tekli Namens, genannt. QIOH? 0*^1?^ 0^ 
ajtoldi tekli Namens Ajtoldi. 

— .n^ife, iekre, auch (}^*b iekri herum, in der 

Umgegend, in der Nähe. — />aa^ — y^ ^-^m^ 

fesad tekre turma stehe nicht nahe am Laster. 

(63) — Vgl. cag., f JCö tih^e herum. fj..*«*f JC*j 

tikre sidc in der Umgebung. 

fü^ tak, dak Brandmarke, Qual, Pein. 

kzst baj kaiin büt bokuz akruki^ bakir sak 
küni ein kisi jok daki. Der Reiche, glaube 
mir, hat viele Schmerzen, der Edle, Aufrichtige 
kennt keine Qual. (72) 

^^ taku, dagu ähnlich, gleich, als wie £) iii ^'i i ^^ (> 
kontardaku zum Andenken, als Andenken. (4) 
Vgl. cag. (j-jyifo dagni. ,^^\^ dajin, als wie, 
gleich. ,^Äj faki auch ; osm. ^^^o dachi auch. 

•y^ tamar Ader. ,;ji^ fC^ Qüf l^^^ ^^^^ tamar 
von gerader Zunge. 

iQjjit, taniu HöUe. 

(JX «-»icL QiÄL füJ^Q. 3;Ut, pb ' « t n^ tf 

bu etkü ong ol köi'- asizlik bic sol, solung 
din tamu ucmak orni on?: ol. Das Gute sei 
an der Rechten, das Böse an der Linken, die 
Linke ist der Ort der Hölle, die Rechte der des 
Paradieses. (19) — Vgl. cag. pv«Lj' lamug 
Hölle, «Lj lam. .aJj lim ein Steingebäude, 
eigentlich eine dunkle finstere Wohnung. 

füf^o^if iamusmak triefen lassen. ^^Cfi^ im> 
kan tamusmak Blut vergiessen. 

— fli'b lamka Tropfen, Siegel. 

f^^- — \^ tamkamak träufeln, siegeln, versiegeln. 

X)^ talim viel. — Vgl. Klapr. f^^^ telim 
viel. S. 26. 



*i9^ tahi (kiLö) gut, das Wohl, der Gute. (Viel- 
leicht vom arab. A-JL!? ial^i Glück, Glücksstern?) 

bu janglik beki bolsa artani iolu, veziri 
negütek kerek ej talu. Wenn der Fürst der- 
artig tugendhaft sei, wie muss sein Vezir sein 
oh Guter! (39) 

^-*^^ fb /*=^ t^^ *-***^ Si^ 
tahi neng bolur jauz da kerek. Gutes gibt's, 
aber auch Böses ist nöthig. (17) 

1^1^ ^u^ talulamak gedeihen, gut werden. 
v_£upub — tr^S 6f^ fü'^ tümen arzu birle 
talulab mit tausend Wünschen gedeihend. (17) 

v-, i i j'i'^ fi |^ telniürmek schmachtende Blicke werfen. 
— ■ <^±^ ^ fSiij közi telmüre mit schmachtenden 
Augen. (93) 

,;jliai^ tarair Oberfläche, Aeusseres. (?) 

fC^K. v-»oo t^ 0> 0^^ f% /*^ 
jazi tak tarairi jesil kok mengiz. Die Ober- 
fläche von Berg und Thal ist grünen und rothen 
Antlitzes. 

N «i^iiin_^ terenniek sich zusammennehmen , sich 
anstrengen, seine Kräfte vereinigen, von ' — *iJ^ 
termek klauben, zusammenbringen. 

tcren arka berme jakika bohib. Nimm dich 
zusammen, zeige den Rücken nicht, wenn du beim 
Feinde bist! (44) 
> i i ^^Hj terek Nachricht, Tradition, 

iti Jaksi aimis bu terek bujruki. Sehr wohl 
sagt der Befehl dieser Tradition. (25) — Vgl. 
cagat. ii)f,o derek Nachricht. 

QC ^u^ib tarakci Ackersmann, Bauer. — Vgl. 
cag. ^^jsof^b tarangi Ackersmann. 

Q^ teri, tari sicher, bestimmt, gewiss, richtig, 
wohl. ^JikQ (pib v> Ri- wuni teri bil diess 
merke wohl ! 

ftlSi^ tarik Zorn, Aufgeregtheit. — Vgl. cag. 
j^Uäj .b tarikmak zürnen ; osm. ^^jJb targ'in 
zornig. 

pu^ fi^^ tariklak der Ort, wo man anbaut, Saat- 
feld, von fi^ai^, Saat, Anbau und der Partikel fu^ 
lak., welches eine Lokalität bezeichnet. So ^^ ^L 



— 233 



jaj lak Sommer-Wolinung , ^ jij^ß kis lak 
Winterwohnung, ^ v^" tuz lak Salzmine. 

tariklak iu7'ur bu agun ej ilik. Ein Saat- 
feld ist die Welt, oh Ilik. (74) 

^a^ fi^^ tariklik zornig, aufgebracht, auffahrend. 

V— «u^ t^^ terilmek sich versammeln. 

ö/(f?i koldas artas terildi kaiin. Es versam- 
melten sich viele Freunde, Genossen und Gefähr- 
ten. (33) — Vgl. cag. vi) L« wo termek sammeln. 
jü^Q^ tarumak eng werden. 

elki'm tarttsa sarik kilsa jeng. Wenn ich 
arm werde und das Antlitz erblasset (zu Schanden 
werde). ^2> f'^}?^ v— *^ clik tarliki Armuth 
(Enge der Hand) ist daher ein Gegensatz zu 
Qtp^ > » iiO V— *Aji. elzb kengligi Reichthum 
(Weite der Hand), Freigebigkeit. 

*— »ai^ terk sicher, bald, eilig, unbedingt. Wird 
oft als Verstärkungssylbe beim Ausdrücken ge- 
wisser Handlungen gebraucht. 

uo3i^ terken Haufe (das Gesammelte, von termek 
sammeln. ^^ ^H>^ v- t l ' iia cerik terkeni 
Truppenhaufe. (44) 

p^^:^ schnell, auf der Stelle, eilends. 

O^i. o^ilüü. po^ O^^^^^ao v_jL^ 
ilik kördi lei'kin okili ani. Hik sah und 
rief ihn schnell herbei. 

QO^ tergi. terki Tisch, der Platz wo etwas 
ausgebreitet wird. 

wju^ v_^ phai. flai^ v_dj. Q^ai^ faü. 
ajak tcrki cv bark arik hit tösek. Halte 
Becher, Tisch, Haushalt und Bett rein. (Wenn 
du ein Gastmahl gibst.) (66) 

Oii^ i>i^ =e (A>*b ^0 AAS pi oa 

bii, kün bizke tekti bu terki je^ni. Heute ist 
dieser Tafel Speise uns zugekommen. (76) Im 
Texte ist 0<.v^fe mit p> interpretirt. Dieses ist 
das persische o'r^ chaon, in der Volkssprache 
chmi Tisch, und von diesem das mehr gebräuch- 
liche choiica Tischchen, eine Art gi-osse hölzerne 
Presentirtasse, welches die Perser fälschlich a^j^s 
konca schreiben. — Vgl. cag. osm. ^ y^ serki 
sergi der Tisch oder der Ort, auf welchen die 



Waare zum Verkaufe ausgebreitet wird, von osm. 
viLow*^ sermek ausbreiten. 

iCu3i^ iarku Schutzbrief, Freibrief, Ferman, Adels- 
brief; ein Synonym mit pao. oriin Rang, Posten. 
(Sieh pt j üiai^L asrakmak.) — Vgl. mong. 
^giit ^n^H^ tarkhalakhu jemand ein Privilegium 
geben. (Kow. S. 1768. a.) Hieher gehört auch (?) 
^Lö-jj" tarchan eiu mit Adelsbrief Versehener. 

,i^ ters wild, barbarisch, ungeschickt, schlecht, 
rauh. 

eti ters bolur bu bilisnies kisi. Sehr rauh 
ist der, der keine Bekanntschaft macht. (14) — 
Vgl. mong. ;\ai^ ters, Barbar, Ungläubiger. Schm. 
244. b.); osm. ^j^yi ters umgekehrt, L.;j_j tersa 
ungläubig, welches demzufolge noch mit dem 
Mongolischen verwandt ist. 
V ^ ' u termis gesammelt, aufgehäuft. 

yaja pf ^-»*^^ V^ O^O^b fOOM^- 
j'ati kalntis termis bu aliun kötnüs, mangga 
tekti sakis aning din ülüi. Liegen blieb das 
gesammelte Gold und Silber, Mir kam nur Sorge 
von ihm als Antheil zu. (28) — Vgl. dag. 
kilLewö termek sammeln. 
>■ . ^ l ^C^HJ tetik tauglich, werthvoU. kostbar, würdig, 
tüchtig, der Würdige, der Ehrenhafte. 

tetik erdi barca jikitlik jasim,. WerthvoU 
war mein ganzes Jugendalter, v .%\Hj = ej tetik 
oh Werther, o Theurer ! (Eine im Texte sehr häufig 
vorkommende Ansprache vom Prinzen zu seinem 
Vezir.) 
v_a^ > %\^ \ \j tetik lik Tüchtigkeit, Tauglichkeit, 
Fähigkeit. 

tetiklik nisani turur bu bttik. Der Fähigkeit 

Zeichen ist die Schrift. (39) 
ph^i^, tatik Geschmack, Genuss, Süssigkeit. fi^^ 

' — «Ji^Qo tatik körmek Geschmack finden. 
pV fi^^ tatiklik süss, geschmackhaft. 

^olij- ^oi. fb^^ f^^. fhilit, pfc ^*oiy 

sekcrdin tatiklik kopiik jor m.anga. Süsser 

als Zucker ist ein Ifleiengericht mir. (68) — Vgl. 

cag. lüb tat Geschmack, Süssigkeit, i^Jbb tat- 

30 



— 234 



lik süss; osm. y^\io tad Geschmack. ^LL tatti 

süss. 
füjao^ taturmak kosten, gemessen, sich's 

schmecken lassen, fb^ ] ^^ ^ Kj taturma tatik 

gehe keinem Geschmack nach. (75) 
■ ,«^^'ti tetmek werth sein, aufwiegen. — Vgl. 

ii)U>uö' tejmek. 
^^ taci, teci ist eine Partikel, mit welchem aus 

dem Wurzelworte ein Nomen actoris gebildet wii-d. 

Q^ v-^ tut taci Hälter, 0D% ^^3 bilteci 

Wisser, (}|>^J^ kütaci Thäter, Thuender. 
^^ tetru. tatru, tetrü (?) verkehrt, misslungen, 

verfehlt. 

/^ay« /5^/{'d^<? /^ö/tö: (5« arhck kilinff, ist barca 
tetru sev'ingi saking. Bei welchem Fürsten diese 
böse That ist, dessen Werk ist verfehlt, seine 
Freude ist Kummer. (38) 
füjii^ tasamak. richtiger ftü*^ tasmak ent- 
fernen, wegstossen. 

birisi jausa birisi tasar. Wenn das eine 
(irdische Güter) naht, so entfernt sich das andere 
(Glauben). (75) 

itesün calib jerkc andin tasar. Seinen Herrn 
zu Boden werfend, lauft es davon (das faule 
Pferd). (51)— Vgl. cag. J±i tas weit, ^jL«:^U*b 
taslaniak wegwerfen. 

^ ^ tazi Araber, Arzt (da die Araber oder arabi- 
schen Juden in Ostturkestan damals die Kenner 
der Heilkunst waren), arabisches Pferd. So heisst 
auch bei den Turkomanen ein arabisches Pferd 
jv>.jo bejdo von ^y^ bedevi der Beduine. 
^ f-^ti f^ ^^^^ ^^^^ "^i^ arabische Sprache, 
welche so wie /^ ^1)0^ türkce söz oft als 
Quelle des angeführten Moralspruches gegeben 
wird. — Vgl. pers. ^)L-j tazi Araber, arabisches 
Pferd. 

V i.iijIm^^ teskinmek sich bewegen, sich sputen, 
sich rühren, sich von Unglück befreien. Zumeist 
in der Form > <ij!ri>^ ^3 bas teskinmek 
oder teskindürmek den Kopf bewegen, ein Le- 
benszeichen von sich geben. 



^tP^H^ pov*b —0^ v-iuaiy —2kl *_ju:no 
kerek jat kerek dünja teskin j'ükür. Ent- 
weder liege, oder ziehe dich sputend in der Welt 
umher. (37) — Vgl. jak. teskilie vor einer 
Gefahr davonlaufen; cag. liiU-iujC*)^' tiskinmek 
auffahren. 

ll^OV*b teskine beweglich , lebend , das Wesen, 
Geschöpf. 

^ tas aussen, Aussenseite, fern, weit. Q^ Q-Qi 
V— »^ •—»1^3 ici tasi büiklik das Innere und 
Aeussere bekannt. füfAÖ ^ tas kilmak ent- 
fernen. fiiJPÖ ^ ^0A> köngül tas kilmak 
das Herz abwenden. — Vgl. cag. Ji*^ tis 
aussen; trkm. jiü tas fern. 

Q^ ^'^^ iasarti draussen, das Freie, das Aeussere. 
ähnlich dem .,Ls*Jp tisari der Osmanli oder dem 
.j^b tasrtc der Mittelasiaten. — Vgl. jak. 
tasara draussen. 

' «^ t^' t) tesük durchlöchert, »—aia^ QHiWj köngli 



tesük mit gebrochenem (durchlöchertem) Herzen. 
pt» tili Seele, Athem, Hauch. 

sehadet bile keskil achir tinim. Mit dem Gku- 
bensbekenntniss schneide den letzten Hauch mir 
ab. (12) pt, Qiiu. Q^oi> koti aldi tin. Er 
nahm den Athem herunter, er war beängstigt. 
(31) — Vgl. Klaproth S. 9 pt, Dunst; jak. tin 
Athem, tinnak beseelt; cag. «o dem Seele, Athem, 
Hauch. 

Q^ f^^*^ tinikli Athmende, Lebende. 

N- « t >(j ting Ruhe, Rast. 

00*^ — Q'^t' öa t^ ^ "-*^ --^ f^ 

Qoi^ Aifß^a. \4^ —AI?- fÜ**- 
acik sub tek kör ol bu dünja nengi, naca 
icsa kanmaz ögümes tingi. Salzwasser (bitter) 
gleichen die irdischen Schätze, wieviel man trinkt, 
man wird nicht satt, erquickt sich nicht. — 
Vgl. ^Äjv-j ting ruhig. iilLeSl^Äjö ting lerne k 
ausiTihen. 

^I^ tinge eben, glatt, ähnlich, gleicli. ^t^f A^ 
tüz tinge ganz gleich, ganz ähnlich. — Vgl. 
jak. täng eben, glatt; 6ag. <Axj3 ting eben, glatt. 

> ■«^|^^J tinmek scheinen. 0^^^^ f^^- j(isik 
tindi die Sonne schien. — Vgl. magy. tünni 
scheinen; cag. >i)Ujj_j tünmek scheinen. 



235 



füfi^ tinmak athmen, leben. 

h? r4i^ — f^ 0*^ e±- 0^^ 

otir mu oni jok ja tinmas tini. Schläft er 
wohl? doch man hört ihn nicht, sein Hauch 
athmet nicht. (91) 
fuüit) titilik belebt, beseelt, Lebende, was Leben 
hat. 

bakirsak buhüi barca iifilik ose. Sei edel- 
müthig zu (über) allem was Leben hat. (87) 

. ^u"^nCll^^^ iintürmek beruhigen, besänftigen. 

>, « l j * ü^^J timenmek {twianmak'i) sich enthalten, 
sich verschliessen. 

tapuk kil lapiikka tinicnme baka. Diene, ent- 
halte der Pflicht dich nicht. (16) — Vgl. cag. 
ii)Ujj_j tüjmek binden, zuknöpfen; vi)i» vU.y 
tüjmenmek sich zubinden. 

*v_ju^ tilek (>^,Ua_c.) Mercur (Gestirn), Wunsch, 
Verlangen. 

-^ « *^^ tilckli der Verlangende, der Wünschende. 

öz aski tilekli kist mu bohir. kisi ol boliir 
aski ilke tolor. Wie kann es nur Leute geben, 
die ihren Nutzen verlangen, ein Mann ist der, von 
dem Nutzen dem Volke zukömmt. (56) 
1^ v_>i ^ ^ iilekci Bettler, Bittsteller, der einen 
Wunsch oder Verlangen hat. 

k'öngül bir bajatka ülcdim küni, iilekci 
bolub mcn tilerme7t ani. Mein Herz habe 
gerade Gott zugewendet, Bittsteller bin ich ge- 
worden und suche ihn. (68) 
— Q\^ tilbe Narr, .\aiycj_ — ^^ tilbe nnmduz 
Narr und Thor. — Vgl. cag. jo-Lj tilbe wahn- 



smnig. 



Ql^i^ ^^ tilmeci Dolmetscher. 



t 



Vgl. cag. 



iULö tilmanc Dolmetscher. 



OHi^ilfe. tirikli der Lebende, Lebendige. 
s_jLi(. ' t ^ :i . ^ ^-, tiriklik Leben, Existenz. s_»^K>ia:!it, 
> — »Uli tiriklik jemek ein Leben durchleben. (86) 



■ » l J i ^'1^^_^ tirilmek leben, existiren, sein. — Vgl. 
cag. ^5j.vü tiri lebendig. 



«— »co^ tirkük Säule. 

bular ol hakikat bu din tirküki. Diese sind 
die Wahrheit, die Säuleu der Keligion. (62) — 
Vgl. cag. Jfwö tirek Säule. 
^ )^\) tirniak Finger, Nagel, Kralle. 

ammmis bu ölüm tirmaki. Des Todes Kralle 
ist bereit. (87) — Vgl. osm. iJPj-> t'irnak 
Fingernagel. 
Q^ pk^^ titikli, auch Q^ f^^ titukli Ver- 
bieter, Verwehrer; der Gegensatz von Q^ fUg. 
7ilakli dazubringend. 

jüritiir kaza sin ( LA2__i ) titkilisi Jok. Er 
lässt sein Schicksal walten, Niemand verbietet 
ihm. (56) 

kamuk tengsiz isge titukli obttt. Von allen 
unschicklichen Dingen hält die Scham zurück. 
(39) 

fü^.1^ titmak verbieten, abhalten, verwehren. 
^ji^^ /)!*> QU. ani kirn titar wer hält ihn 
ab? (42) — Vgl. cag. ,^Ua*j tijmak ver- 
bieten: magy. tiltani verbieten. 

»— > i j^ ^ ^ titinek stossen, zerstossen. ■ — ^^ f^^V*^ 
kaziik bile tilmek mit einem Stössel zerstossen. 
(In einem E^cepte, welches auf der Aussenseite 
der Handschrift des Kudatku Bilik sich befindet.) 

(^^ tisi Frau, Weib. 

taki bir tatuk bu tisi tatki ol. Noch ein 
Genuss ist der Genuss des Weibes. (50) 

floia^ t7iJ7ik Vers, Reim. 

fuiQ^ tojak Panzer, Panzerhemd. 

^joo (}%7 ()i. füJißt, ^ ^W ii 'r 
cikardi toj'ak ajtoldi kör. Sieh, Ajtoldi zog 
den Panzer aus. (17) — Vgl. cag. ^Lsj-ü kojak 
Panzer. Eine ähnliche Verwechslung des / mit 
k findet sich im uigurischen taimak, cag. kaj- 
mak gleiten, vor. 

^if ^'^'^ &c ^^'- ^^' ist mit pui> kaiin und 
UjCf tnmen sehr viel, hunderttausend vereint 
anzutreifen , und scheint dem deutschen fach 
(Vervielfältigungssylbe) zu entsprechen. 3%, u^ 

30* 



236 



j^ fu. tümendu aki hunderttausendfache Ge- 
schenke. 

' «>^^o A^ f^ oe ob pjfo 

kalmdu bu sansiz tirik. Das vielfache, zahl- 
lose Leben. (53) 
fü^ iiio^ tonanmak sich ankleiden, von p^, ton 
Kleid, sich aufputzen, und von diesem osm. 
.^^jöjio tonanmak zieren, schmücken, illumi- 
niren. 

jene turdi jundi tonandi arik. Wieder stand 
er auf, wusch sich, kleidete sich sauber an. (89) 
• «^"X tünenuk , auch n. . l i ^ ii mi^ tünenntek, 
nachsinnen, sich in Gedanken vertiefen, über 
etwas brüten. 

tünenib köngül tirdu barmak öze. Nach- 
sinnend entschloss er (schlug sein Herz) zum 
gehen sich. (14) — Vgl. magy. tünödm sich 
in Gedanken vertiefen; cag. ijjUJ^^' tunul- 
mak sich in Gedanken vertiefen. 

*«_jLsa pt, tünerik (,oLe jXSj) Mutterleib. 

jtyslof Ob ' ^^ ^ ^ h^^ e^^'"^ 
iW» Ob cA? />^^ fc ^-*^ — Pb 
karangku erdini jarntdt tiinüm, tünerik de 
erdim tokurdti künüm. Finster war ich, er 
erleuchtete meine Nacht, im Mutterleibe war 
ich, und er liess meine Sonne aufgehen. (12) 
Wie aus dem angeführten Texte ersichtlich, ist 
tünerik mit ,oL<i J^ fälschlich interpretirt, es 
scheint eher die stockfinstere Nacht zu be- 
deuten. So jak. tünäri die ganze Nacht. 

^yii. io^ ton as Lebensunterhalt, eigentlich Kleid 
und Speise. 

t^ f- pb t*^^ 0^ \^ ^*^ *-*^ 
biliklik ke bilki tökel ton as ol. Dem Ge- 
lehrten ist sein Wissen der ganze Lebens- 
unterhalt. 
*v_iuIq^ tönek (yjfoJs) Gefängniss, Kerker. 

0^ pb /1>^ /*Ü©S — CJl?- ' " ' ^U 

tünek ol bu dünja ej dünja beki, tünek 
icre bolmas sakinc din öngi, tünek de sen 



artuk tileme sevinc, sevinc orni ucmak turur 
kör erinc. Ein Gefängniss ist diese Welt, oh 
Fürst! Im Gefängniss ist keine Befreiung von 
Kummer; im Gefängnisse verlange du auch keine 
Freude, denn der Freude und Kühe Ort ist nur 
das Paradies. (74) — Vgl. cag. xLkiüjj- tonktar 
Wächter; vielleicht besser tünektar Kerker- 
meister. (?) 
Vi i % i j ii nj^ tüneniek verfinstern, verdunkeln. 

po^il^ :)*^ — Ä- pb pv —Y- 

anasindin toksa tüner beklikin, körü ökrenir 
is bilir beklikin. Wenn von der Mutter geboren, 
so verdunkelt er seine Herrschaft, wer die Arbeit 
zusehends erlernt, der kennt seine Herrschaft. 
(37) 

*' . % i \) long fg^sO gi"Oss, mächtig, erhaben, 
stark. V ^ l '^^ <— üq^ = ej long j'ürek, oh 
Grossherziger ! (28) k>0*Ob '-*^'^ ^ ' = ^J erzik 
long ff a oh edler Grosser! (liebliche Anrufimg des 
Fürsten.) — Vgl. cag. lib»^ cong gross, stark; 
mong. > t .i n^ long vollkommen, gänzlich. (Kow.) 

ujio^ tönge bis zum Grund, bis zum Boden eines 
Gefässes. v—juj^mjo^ H>*%i tön^e töketmek bis 
zur Neige ausleeren. (67) — Vgl. cag. vibys tüng 
der Boden, der Abgrund eines Gefässes; magy. 
tönkre zu Grunde. 

v_äu^O*^ töngülniek sich zuwenden, sich neigen 
zu etwas. 

töngüldüm bu kalik ka (^^Lä.) sikindim 
angar. Ich habe dem Schöpfer mich zugewendet, 
bei ihm Zuflucht gesucht. (68) 

()^i,>ia^ t'öngti, töngdi Umsturz, Zerstörung, Ver- 
wirrung, kommt zweimal als Gegensatz zu QÄ^ia. 
öngti Regel, Eichtschnur, Ordnung vor, von 

V— »ijO^Qb töngmek umwenden, umlegen, umstürzen; 
cag. vilUiCjjj töngmek umkehren, ii)L«,Kj^' 
töngermek umstürzen, ausleeren. 

fü^oi^b tongsak fröstelnd, kalt. f^{^ f^^>lQb 
tongsak kilmak Zwistigkeiten verursachen, kalt 
machen (freundschaftliche Verhältnisse.) 
(yDflOj^ fuj^flb 0=^ f^p- OV 0^3 
OC Q^ o|pi> w»ßt ;ial o^i. Qäi^ 
birisi usakci tongsak kilkuci, bir iki jüz lük 



237 — 



kisi omtici. Eins ist der Klatscher, der Zwistig- 
keiten Venirsacher, eins ist der zweifarbige Mensch, 
der Heuchler. (61) 

^jQ^ tünle Nachts, während der Nacht. 

V— Dji^ tob Abgrund, der unterste Theil, Ursprung, 
Geschlecht. ' ^\, ftiaj. arik tob der Adel. 
füjao. V— öÄt, K> r^ sözke tob urmak gründ- 
lich erzählen, fifi^ 0^9%, iöbi jok gi-undlos. 
Sehr häufig ein Synonym mit ^i^ asl (JL*of) 
pji^g . — iiA^t^L >— M^, tob asling bilin kenne 
deinen Ursprung. (87) — Vgl. cag. >_jj-j iöb 
osm. v'J'^ dib Abgrund, osm. i_A*»AjO dipsiz 
nicht reell. 

V »nipni^ töplük adelig, von hoher Abkunft, vor- 
nehm, gesetzt, fest, ernst. 

kiming arkasi bolsa küclük bo/ur, bu küc- 
lük kisi sika töplük bolur. Der eine Stütze 
hat, ist kräftig, und der Kräftige ist vornehm. 
(33) 

V \\) tök zahlreich, viel, ganz; kommt bloss 
einige Male vor ming Tausend vor. > . %!\, 
ffi^ ' «|^J tök ming talum viele Tausende 
Waffen. (31) 

jai^i^ tökel sehr, vollkommen, viel, stark, ganz, 

fertig. f4iJ39 t^iOf ^okel bolmak enden, fertig 

sein. 
«_jLli. ^1^ tökellik Vollkommenheit, Fülle, Segen. 

Vgl. cag. 3iyi tükel vollkommen; magy. tökele 

tes vollkommen. 
pO^t? tökün gänzlich, vollkommen. Vom Wurzel- 

worte '. .%s\) tök und Adverbialsuffix p. im. 

sangga jazilku tökün. Dir soll es gänzlich 
entfaltet werden. (58) 
poaf tükün, tökün Dorn, Stachel. 



—jt^ajOiOo 



«—DA^S. 



j-jaa. poob 



tökün urma ötüb mening könglüme. Stosse 
keinen Dom mir durch's Herz (betrübe mich 
nicht). (24) — Vgl, 6ag. o*^ tiken, osm. 
^^o diken Dorn. 
^■,,llnl^ tökük zerstreut, verwirrt, zerstört. ^-»a^Oti 
,\ßl tökük jüz ein verwirrtes Aussehen. 



tökük jüz acik söz kisin tumlitur. Ein 
verwirrtes Aussehen und bitteres Wort macht 
den Menschen missgestimmt. (47) 

v—jo^i^o^ tükmek, tökmek schütten, giessen, ab- 
schütten, v—jujiyif VM> kas tükmek zu Schande 
machen (die Augenl3raunen abschütteln.) 

fb^, tflk Kind, Geborene. ^ fiot, Jp^\ii = ej 
könglum toki du meines Herzens Kind ! /^niln^^, = 
ej to/aim oh mein Kind! 

— fb^, /ö/^a von der Geburt auf, von der Natur, 
ursprünglich. 

/öÄr öj-/^ ^rj-ß angga jok oti. Der von Ge- 
burt auf Böse für den gibt's kein Heilmittel. (18) 

— fb^ toka Sitte, Gebrauch, Regel. '^ ^fi^ 

p^ — fb^, töresin tokasin seine Ai-t und Weise. 
Bisweilen ist es als Synonym und Begleiter des 
' »^> jik Krankheit anzutreffen, wodann es in 
der Bedeutung von Unfall, Zufall zu nehmen ist. 

^jmot, tokar Ost, Sonnenaufgang. b^, ^jüicb 
tokardin von Osten her. — Vgl. osm. ^y» ^^S 
gün togu Sonnenaufgang, Os. 1. 

Q=i — fbt, tokagi Juwelier, Goldarbeiter. Eigent- 
lich Verfertiger von Schnallen; wahrscheinlich 
ein Hauptluxusgegenstand der alten Turkvölker 
zum Zieren und Schliessen der daheim ange- 
fertigten Kleider. 

fü^iilot, tokimak klopfen. füj- ^^ fb^, f^9M> 
kapuk tokimak an der Thür klopfen. (57) 

i9ilat, tokti, eine häufige Variation von — fb^ 
Sitte. iSiiOt? ö^ törü toku Sitte und Gebrauch. 
p^ ö^iob v_»D^ jgao^ förülük toknluk einer, 
der Gebräuche und Sitten kennt. 

0^ fbüot, tokukli Erdgeborene, Alles was gebo- 
ren ist. 

f^ tom viel. 

«.s ötrüm tile kern, tolum tom, tile. Verlange 
wenig Tüchtige und viele Waffen. (44) — Vgl. 
cag. «j^ com. Haufe. 

[ijot, tümen, tömen sehr viel, zehntausend. Sehr 
oft in Begleitung von > l ^ ^ ^J . ming wonach 
>-. » .>l^ ^yo^ tüm.en m.ing zehntausend mal 
tausend = 10,000,000 wäre. 

w i i j ti jn^^ töm^nm^k sich vervielfältigen oder ver- 



- 238 - 



mehren, wornach tönten, iünien nicht in der 
defiuitiveu Bedeutung von zehntausend, sondern 
, grosse Menge, Haufen" zu nehmen ist. 

fii^ ffit^ tumlik finster, dicht, dunkel. — Vgl. 
^yyiyi tumruk Gefängniss, cag. ;jLey> tuman 
Nebel (dichte Luft). 

füj^^ Pf^ tnmlzimak, fü^^jO^ tomritmak 
verfinstern, betrüben, verdichten, abstumpfen. 
^jaii^ ppj^ ^^aoioo köngül tumliUir es ver- 
finstert (betrübt) das Gemüth. (43) — Vgl. 
magy. szomoru traurig. 

ftuaaic^ tomruniak, beängstigen. Mühe verur- 
sachen, erschweren. (?) 

^s^ toL ttd, du/ verlassen, einsam, düster, Wittwe, 
finster. \vi\. ^ ^J2^ toä jok der Muntere , der 
nicht düster ist. 

agun tili toiii ketti. Die Welt zog ihr düsteres 
Kleid an. (Sieh Beschreibung einer Nacht) (71) 

toli jok k2Ucr ick jariidi agun. Gleich 
einem munter Lachenden glänzte die Welt. (81) 
Vgl. mong. QijCt, dolei taub, gehörlos; cag. 
J^" tul Wittwe, verlassen. 
fU^ — ^-Q^ iolalamak füllen, voll machen. 

chaziiic tolalab akitkii kcrek. Die Schatz- 
kammer gefüllt muss gespendet werden. 

japt' tolun ^'ollmoud. Q Aal, s „ . t . ^ bc^ iolun 
dek jüzi sein strahlendes Antlitz. 

*/y:^ tolum (^X^) Waffe, Werkzeug. 

sening din katin kalka ttttsa ölilvi, okiil 
kiz asizlikke hulsa tolum. Was nach dir 
bleibe, wenn der Tod dich erwischt, mag den 
Kindern zur Bosheit ein Werkzeug werden. (75) 

ölümke asik kilmas ok ja tolum. Dem Tode 
frommt weder Pfeil noch Waffe. (52) 

f*°fc \5J?b ioluluk Fülle. Segen, Keichthum. 

P ü""tPO tolkanmak sich abmühen, sich pla- 
gen. 

- ojunka katilsa bojun tolkaftir. Wer zum 



Spiele sich gesellt, ladet Mühe sich auf dem 
Halse. (84) 
-£^ tör Ehrensitz, obenan; entspricht dem ara- 
bischen , J^_«Ö . 

0^ fS^ &^ ,;30iiai^ ^-*^i^ 
^z"/?'/' ogrenir ötrii törke akar. Wer Wissen- 
schaft kennt, wird immer zum Ehrensitz ge- 
langen. Vgl. cag. ,^ tör Ehrensitz. 

— ;jc^ töre Prinz, Panzer, Schutz, Wehrmauer. 
Parapet. So cag. »,jj töre Gesetz, Prinz, Eisen- 
platten des Panzers. — -^fi^ *— *^ berk töre 
fester Schutz. (92) 

fu^ uaa^ tjiranlik Turanier, Mittelasiate. 

^i^iUSksa^ töretilmis Geschöpf, das erschaffen 
Gewordene. 

> « ii C ii y u, töretmek ordnen, reihen, henichten, 
wird zumeist als Synonym zu füj^iäil. jarat- 
mak erschaffen gebraucht. — Vgl. cag. JLof ,«j" 
töremek bereiten, 

p^ua^ torik, ttirik klar, rein. — Vgl. cag. iji;^" 
turuk hell, klar. 

igac^ törü Sitte, Richtschnur, Regel, Gebrauch, 

Anstand. Sehr häufig ein Synon. von ftü^ 

Gebrauch. ;.£ili. p^ — 'fa^ 'y^ ^ao^ törüsin 
tokasin ajor es bespricht die Art und Weise. 
^jjil^> (9^0^ törü kilmak, auch > tjj^i .^x^ 
/ö7'« etmek richten, gerichtlich entscheiden, Ge- 
setze schaffen. >_»ij3j^ (jac^ /^r« bermek 
Gesetze schaffen, regieren. — Vgl. cag. s.jj 
töre Gesetz; mong. Qicn^ türü Gesetz, magy. 
törveny iveny ist eine Suffix) Gesetz. 

Q«^i^ törükli das Geschöpf, der Erschaffene. 

törükli ölür ök töretken kalir. Das Geschöpf 
stirbt und der Schöpfer bleibt. (26) 
' — lu^c^ törümek zur Welt kommen, in Existenz 
gelangen. 

okul kiz törüse. Wenn ein Sohn oder Tochter 
zur Welt kommt. (64) Im cag. ist die leidende 
Form ii)L«jf,j_j töretmek erschaffen, (zur Welt 
kommen lassen), im osm. das active iiLe».»j 
töremek erzeugen, vorhanden. 
V tn^nT^^; törülük fürstlich, prinzlich; von ,930^ 



— 239 — 



iörü Prinz, (y^ — ^g^f törülük kisi ein 
ans königlicher Familie Abstammender. (39) 

^ilaa^ torhi Seide, öeidenzeug, Seidenstoff. 
«_ajt, ^üaat, ^{93 y^ — ao% ^o^- 
ö/('^ /^/{'.r^ Jumsar bohir torku del\ wo sein 
Groll berührt, dort wird alles weich, gleich 
einem Seidenzeug. (Natürlich die Seide Mittel- 
asiens, von der noch heute zarten Spinngeweben 
ähnliche Stoffe bereitet werden.) — Vgl. cag. 
lj,«j iorka eine Flachsgattung, aus der seiden- 
artige feine Gewebe gemacht werden. 

ji'>y|_; torku dunkelroth. — Vgl. cag. ^ji;^ 
toruk; osm. ^jj-I? toru fuchsroth. 

> \\^\) iörmek, türinek erdulden, ertragen können, 
aushalten. Auch als Hilfszeitwort gebraucht, gleich 
dem cag. ^_jL_«_Jf alntak. Z. B. j}^m^ (}3ai. jüri 
tm'ineti er konnte nicht gehen, er ertrug nicht 
das Gehen (zu gehen). — Vgl. cag. >i)L«\«_j 
tözmek aushalten, gedulden; magy. türni dulden. 

■.- ■«»"101^ türinek werfen, legen, treiben; cag. osm. 
^Le,jj*i sürniek. 

füjijaa^ torlamak sich zerstäuben, zu Staub 
werden, auseinander fallen; von ^ja^ ^<^^ (osm. 
vj_j toz) Staub, das als Hauptwort zwar nicht 
vorkommt. 

naca ming tirik öldü torlab jatur. Wie 
viele Tausende sind gestorben, die zu Staub 
werdend da liegen. — Vgl. cag. ^jL«)^» toz- 
mak sich zerstäuben 
«— i i j utaa^ torlanmak. tur/anmak sich aufklären, 
erhellen, erglänzen. 

obut birle jalgiik jüzi turlanur. Durch Be- 
scheidsnheit erglänzt des Mannes Antlitz. (40) 
Vgl. cag. ;j;;;--J toruk hell, klar. 
— ^2^ tuta fortwährend, anhaltend, immer. (Sieh 
iy^ tuet?) 

sening katkungi jeb küjermen tuta. Deinen 
Gram verzehrend (ob deiner leidend) brenne ich 
fortwährend. (26) 
^Aife, ttitas gesammelt, fest, vereint. ^ {-0*00 = 
^u^^t» <^ köngli tutas oh du von festem 
Herzen ! 



^ yi ^Q ^ tutasi sämmtlich, Menge, Fülle. OV*^"^ 

/>uCl tutasi ulam viel Verherrlichung. 
^^Qf io^^'' satt, gesättigt. 

«rrt; «<: jatiirmen arala totu, bald lege ich 
hungrig, bald satt mich nieder. (51) 

ftü^ia^^ toturma/c sättigen. 

Q^ ploaa^a^ toturukli der Sattmacher, der Pfleger. 
Vgl. mong. ^ n iii £in^^^_^ tofor/ac/m füttern (Schm. 
283. c); cag. ^Lo^«.JJ_J tojurmak sättigen. 

|Hi^ yi nC^I^ tuttizmak verhalten, empfehlen, über- 
geben. 

/^ ^1P*3 ]^^ Xrb A=^ v_»Iiiyaio 
kereking ttittiz tum sangga barca söz. So 
weit es dir nöthig ist, habe ich alle Worte dir 
vorgehalten. (88) 

ajtotdi okiin mangga tutuzdi ani nien onit- 

tim. Ajtoldi empfahl mir seinen Sohn, ich ver- 

gass ihn. (31) 
^2^y tutus Zank, Hader. 
|Hii^kaiiD^ tutzismak zanken, streiten. (Eigentlich 

sich gegenseitig anpacken.) 
füii^ia^ ttdkak Lippe, Eüssel (cag. tutak^ osm. 

dudak), auch Anfall, Giiff. 
p u^Sfe, tutkun behaftet, ergriffen. 

jil aj tutktmi boldit7H cmgek bile. Jahr und 
Mond war ich mit Kummer behaftet. (12) 
fuj^af totniak sättigen, satt machen. 

^a. \i^^ ^lu^ \\£^üx. — i^&i^ '^^^ 
bokuz tatki barca karin totmak ol. karin 
totsa artuk asik kotnias ol. Der Kehle (Schlund) 
Genuss ist nur den Bauch zu sättigen, ist der 
Bauch einmal satt, so bleibt kein anderer Nutzen 
mehr. (50) — Vgl. 6ag. ^jUjyi tojmak satt 
werden. 
^Pi'^C^ tutruk Hälter, Erhälter. 

bu iki turur bu agtm tutruki. Diese Zwei 
(Schwert und Feder) sind die Hälter der Welt. 
(49) 
fü^aa^a^ totrumak ■ besser fU^aa^at, toturmak 
sättigen. 



240 — 



mem totrnr özi Jemes as. Mich sättigt er, 
er selbst geniesst keine Speise. (54) 

A^ > Ci(\) tut si statt (^'^p^ ttict immer. 

* 01)0^» tuet, toci (*jfo) immer, beständig, alleweil. 
Vielleicht von tutdci haltend, anhaltend. (?) 

tekürsin selaniivt tuet kesmedin. Er lasse 
gelangen meinen Grass immer ohne Abbruch 
(ununterbrochen). 

v.ji2^^Q^ richtiger f^i^o^ tutsuk Blumenstrauss. 
Von tutjisuk was man sich gegenseitig vorhält, 
was bei Feierlichkeiten aus einem Blumenstrauss 
besteht. 

füj^DOt, tucimak oft sein, gewöhnen, pflegen. 

0%^ — f^ t^ &>^ y^ ^-»^ 

ilikke kirü kern cika tuciti. itik etku k'özin 
baka tuciti. Zu Dik pflegte er ein- und aus- 
zugehen, Eik pflegte mit wohlwollendem Blicke 
ihn anzusehen. (16) 
fb^^0o^ tucilik Beständigkeit, Fortdauer. 
ff^^ tojum Sättigung. 

0^ '^ ^ /^ :<^ ^ ffi^ 
tojum suz bolur közi sok kisi. Der geizige 
Augen hat, wird nimmer satt. (35) 

{tojum scheint gleich vielen andern auf y 
oder i endenden Wurzelwörtem von neuern 
Copisten herzurühren, denn nach der eigent- 
lichen uigurischen Wurzel tot sollte dieses 
^(^o^öf heissen. Dieselbe Bemerkimg bat Bezug 
auf füj:^ koimak, wofür wir die ältere Form 
füjÄoi> kotmak lassen, verlassen haben.) 
*Qj^ tüzi{ — ^^pk^ barca alle, insgesammt, sämmt- 
lich. y^Q 0*^ tüzi barca alle miteinander. 
Qi^ Qt^ tüzisi alle insgesammt. 
V. »l y ^i^ tüzik Art, Gattung. 

' — iL^i^ ' — >ui^ u^ t^ ^.^tt^ir. v_ju|yc 
cecek jazlir aiida tüincn miiig tüzik. Blumen 
entfalten sich dort von hunderttausend Arten. (17) 
pifOfe tiizün ganz, im Ganzen, gänzlich. p^ 
f^'Di^ f^i^ tüsün kilki alcak sein ganzes 
Naturel ist sanft (unterthänig). (8) 
p^ toliin Held, tapferer Jüngling. \ ^ ^ \) = 
ej tosun oh Tapferer. — Vgl. osm. f^y^h Lp 



>_& 



ha tosunum auf mein Tapferer! Der concreto 
Begriff von t ist im Osmanli ein junger 
Stier. 
i i i> f\i tüzünmek sich bereiten, sich herrichten; 



^^sy'^ düzülmek sich ordnen, sich reihen. 
v_jlC^ Y * f \ j tözünlük Ordnung, Schicklichkeit, 
Vollkommenheit. 

> i »n > ^ i |^ tüzük Ordnung, Eegel, Norm, Kichtschnur, 
Vorschiift. Zumeist ein Synonym mit ^^cj^ törü 
Gesetz. 

> .ti^i^iY) tüzmek ordnen, reihen. > -i ii j i^ d ^ » % wr 
cerik tüzmek ein Heer zusammenstellen. 

ya^ tös, tus Gefährte, Freund, der Gegenüber- 
stehende, Werth. ' . « t ^ \kü^ > * <i \j tenk tösing 
deinesgleichen: cag. ji^oSsit^ tengdas Busen- 
freund, j ya^ pV- altun t'ösi was dem Golde 
gegenübersteht, Goldeswerth hat. yo^ yi- es tös 
seinesgleichen. — Vgl. cag. ji^y tus Theil 
(Abuska); magy. tt/sz Gegensatz. 

yofe tös Gedanke, Einbildung, Traum, Wahn. 
P01. ' 1 1 ^ 1 Yßf ^ ^^^ töstek agun diese traum- 
artige Welt. 

0{<>A^ tösekli Träumende, Träumer. 

fu^ü^y tusak. Der Gegensatz von 'y>^ kisen 
Fessel, folglich Freiheit, freie Wahl, Unab- 
hängigkeit, oder derartigen Zustand bekundenden 
Gegenstand oder Abzeichen. (Sieh fh^Äu^ß^.) 

^fAu^Ot? tusaklik der Freiheit hat. 

kisenlik körniis kerekce jürir. tusak/ik 
turmas tilekce barir. Der Fesseln anhat, gehet 
wie es befohlen wird, der Freiheit hat, gehet 
nach eigener Lust. (11) 
>.. t i ^ iyfl^ töscmek träumen, v «jj '\^ab V^b ^^-^ 
tösdmek träumen. 

kisi tös tösese jorik ke barir. Hat Jemand 
einen Traum, so geht er zum Ausleger. (86) 
w^f^^^^, tüvct, duvat Tinte, Tintenfass. 

tüvet birle koldu kakat jitik. Er verlangte 
schnell Tinte und Papier. — Vgl. osm. ^f^o 
devat Tintenfass, Schreibzeug. 



— 241 — 



A. = 



J- 



Qil. jäi Sommer, zum Unterschiede vou /Ui. jaz 
Frühling. 

üci jazki jolttiz üci jaiki bil. Drei sind die 
Frühlingssterne, drei die des Sommers. (8) 

*pui. jajik (;jUoo lose, locker, verwirrt. Als 
Epitheton von — Qi^ti dünja. — Vgl. osm. 
,^^1_> jajmak ausbreiten, zerstreuen. 

Raoii. jmik Anverwandte, der Nahe. Gleich dem 
arabischen .—«-jwjj nah bjjsf Anverwandte. 

huj^flii:^. javiitmak annähern, nahe bringen. 

*Hipi.V javlak (iiLxj und jj jx.) gut, edel. Hier scheint 
der Annotator sich geirrt zu haben, denn pi> g i \ 
ist nichts anderes als eine verschiedene Ortho- 
graphie von '^^^ javlak stark, gi-oss, welches 
als Beiwort zu ^01^1% tangsuk Wunderding 
(erste Seite der Handschrift) auch besser passt. 

> %xiXjang.jeng^e\sQ, Manier, Art, Antlitz, Gattung. 

Qi^ui. -,^ btr jangi einerlei, auf einer Weise. 
Qi^iJi. p^i. atin jengi anders, verschieden. 

tutar özke es tös özi jengi kör. Nimmt als 

Freund und Genosse sich seines Gleichen, sieh! (40) 
püfitil janalmak nahe kommen, nähern. 

^^ ^ N_D£üQO t^ (>^^ -— a u^ — ui. 

janalab cikai da körüb saklasa. Nähert der 

Arme sich, sieht er ihn, so soll ihn bewahren. 

(47) — Vgl. osm. ;^^Läj janasmak nahe 

kommen. 
>. ^l^ll^ jenik leicht, bewegsam. f^i- ^^ ■ — %lui>. 

jenik kil atak spute dich (mache leicht den 

Fuss). (44) 
Q^ fhüi. janikli der Umkehrende, der Erwie- 

dernde, der Vergelter. 0^ fi^^^ii. p^ fc^ s'özdin 

janikli der vom Worte absteht. 

lilin sözlemis sözdin janmas eren, sözidin 
janikli tisiler sani. Was die Zunge gespro- 
chen, von dem steht der Mann nicht ab, der 
von seinem Worte absteht, den halte für ein 
Weib. (72) 
flöitl. januk, auch ftiüx janik Antwort, Vergeltung. 



Sieh iglu. akn und das darauf bezügliche Vers- 
paar. 

». C\rii\ janut Erwiederung, Vergeltung, Antwort. 

v_*ij^ ' — ^ti.1 jamU be7^mek antworten, erwie- 
dern. f^^ > Cinnv janut kilmak vergelten. 
yS^ " ^'^'i3 i^ ^^'" ' ^ janutin bajat berke Gott 
vergelte es dir. 

ötejin janut birke üc. Ich will zahlen Drei 
als Vergeltung für Eins. (36) 
flß^ ' — C \ n ii. ^„ janutluk vergeltend , anerkennend, 
dankbar. 

jamithik kisi ol kisi etküsi. Der dankbare 
Mensch ist der (wahre) gute Mensch. (82) 
• — «Jii. jeng Sieg, Gewinnst, Erleichterung, Mittel. 

0/ jikning emi jengi. Jenen Uebels Arznei 
und Mittel. (61) 

Qi^ul. V ll^>^> ^ V ^i^gilni^ Q^^ v_a£i^ ^Oiloi^ 
soktck sub tisi sohbetining jengi. Kaltes 
Wasser ist eine Erleichterung nach dem Um- 
gange mit Frauen. (51) 
« « i jC\ :u^u\. jengitmek erleichtern, mildern. 

usanma katiklan jüküngni jengit. Sei nicht 
träge, fasse dich, erleichtere dir deine Last. 
(87) — Vgl. cag. JLa5Ca_5 je7tgil leicht; magy. 
gyenge schwach, gyengiteni schwäolien. 

poji^OO^ janggilamak ertönen lassen, erschallen 
lassen. -,i^o"^ p*^ fb "— ^"^ kokte onin 
jangi lai- lässt in den Lüften (Himmel) seine 
Stimme ertönen. (7) — Vgl. osm. yäj L janku 
Wiederhall; cag. ^LoJ^jJol janktilamak er- 
tönen. 

fll^iil. janklik ähnlich, gleich, pt^i^jou^ 0^9 bic 
janglik derartig. 

^fO"^ jangluk Irrthum, Falschheit, Vergäng- 
lichkeit, Welt. ^ ^ Q^ ftojoii^ janghik 
okli kizi die Menschen, eigentlich Sohn und 
Tochter der Welt oder des Irdischen. 

*flD^tyil. jangluk («of) Mensch. Eine bildliche 
Benennung mit vorigem identisch, ungefähr nach 

31 



242 — 



der Weise des arabischen .jL^^f Mensch, von 
welchem es heisst ,jL^u<*ÄJf ^^ i-^j-« ijU*jf Jf 
(das Wort insan) Mensch ist von Vergesslich- 
keit {nisjan) entstanden. 

füi^ v_Aiii. jang sak Aehnlichkeit, Ebenbild. Ein 
Synon. mit ' — %u^^^ mengsek, fü^ula. oksak. 

* ^i jC\ ii^;>iiA. jaiiksatmak {'^l^m^S oksat) nach- 
ahmen, vergleichen, ein Gleichniss bringen. 
v_s.l^i^u^ ^tyßj_ inmiggar jangsatib die- 
sem ähnlich. - — Vgl. cag. ,^Le^^5dL_j jangi- 
laniak nachahmen, ähneln; JSS^^jang/i ähn- 
lich, gleich, als wie. 

flijflyyiib ja7igsil'mak täuschen, betrügen, irren. 

ozmigni jangsilnia ej Utk bakin. Oh Ilik 
täusche dich nicht und passe auf! — Vgl. cag. 
^ULajL ja7Ülinak sich irren; osm. JiJ^S^, 
janlis falsch, irrig. 
ftA^üi. jangsak Prahler, Maulmacher, Aufschneider. 

tilin sözle7nese akin ter kisi. ögüs söz lese 
ad jangsak basi. Wer nicht spricht , den 
nennt man stumm, wer viel redet, den nennt 
man Faselhanns. 

fiiji^i^ jangsamak hohle Reden reden, sich 
prahlen, eitles Geschwätz führen, faseln. — Vgl. 
osm. yijL) jankti, Echo, ^jUSf^üL janhäattiak 
wiederhallen. 

ftijul. j'anmak zurückgeben, zurückkehren, um- 
kehren, erwiedern. 

cinin özke alkil Jan jalkanin. Nimm die 
Wahrheit dir, gib die Lüge zurück. (84) — 
Vgl. cag. iJjUjLj Janniak umkehren, zurück- 
kehren. 

^aiLl. janrri, auch ^i^ul. jantru zurück, aufs 
neue, wieder; von füf**^ janmak zurückkehren, 
sich umwenden. 

^i^ao^ui. janttwniak umkehren, umwenden, zurück- 
bringen. 

bii cikmis sözün jantru bilmes özün. Das 
herausgebrachte Wort kann man nicht mehr 
zurückbringen. (48) 



ffl^" ^ janiru, janturu zurück, wieder, hingegen; 
ein Synonym mit ^i^ öirü, \<.i^ ^:&^ 
jantru janmak zurückkehren, umkehren. (45) 

_31L O^ioIlX ^^^ —f^ —^ 

vefa kilsa jantrti jattuti gefa, gefa küsa 
ötrü kilur bic vefa. Thut man Gutes, ist die 
Eückvergeltung Unheil, Thut man Unheil, erwie- 
dert man mit Gutem. (76) 

*v_Sjtl jab (v;-^) viel, schnell. \^^i^ japrak 
sehr viel, sehr schnell. Scheint mit dem azer- 
bajganischen v-^^ lap, eine Sylbe zur Bezeich- 
nung des Superlatives verwandt zu sein. — 
Vgl. Klapr. S. 28. fkjiat, tavrak schnell. 

— ^ java^ jaba eitel, leer, wüst, öde, nichtig, 
vergänglich. f^üJ^Ö — 3^ Java kilmak ver- 
geuden, verschwenden. — Vgl. cag. LjL jaba 
L>L> gaba nutzlos, wertlüos. qLoLj jaman 
schlecht, nichtswürdig. i-sLa- cap Lüge. ^^LiL 
jaban Wüste. 

füi:iOj3i^. japurmak verrichten, enden, schliessen. 
pi j:-^^£i i \ ,u^ naniaz japurmak das Gebet 
verrichten; eigentlich beschliessen , denn beten 
heisst fiüj^ /^Mii- namaz kilmak, so wie noch 
heute im osm. i^jJLä vUj. 

fu^^ßjjtl. japutmak bedecken lassen, verdecken. 

nenük al (silLa.) japutdufig kizil mengzmgi. 

Wie hast du dein ehrenhaftes (rothes) Antlitz 

bedeckt? (89) 
{&^jabus, javuz böse, schlimm. — Vgl. osm. wL> 

jauz böse, zornig, wild, «of v.b jauz adam 

ein wilder Kerl. 
füi,9il. japmak bereiten , venichten , herrichten, 

vorbereiten. 

fü f^ —&^ pO*^ Y^r JOO^ 

sangga men kerekin japa turka meii. Das 
Nöthige wiU ich dir vorbereiten. (15) — Vgl. 
cag. ,vUjLs japmak bauen; osm. i^3-*jL) jap- 
mak machen. 
füWil javlak, jablak stark, heftig, plötzlich, 
grausam, wüd. 



- 243 - 



ne tengsiz ölüm sen ej javlak ölünt. Wie 
ungleich bist du Tod, oh du gi-ausamer Tod! 

kizü til kara baska javlak jaki. Die rothe 
Zunge ist dem schwarzen Haupte (der Jugend) 
ein wilder Feind. (49) 

fü^ iS{9*^ japlumak, > n i ^ i9^- jeplüntck 
erbauen, erbaut werden. Q^ 3^ OfO^f^O 
könglü jeplu niedi sein Herz ward nicht 
erbaut. 

*fü:i^giX japrak viel. Im Texte interpretirt mit 
•^S köb viel; doch deutet die Suffixe rak 
auf den Comparativ, folglich mehr; dem Sinne 
nach ist besser mit häufiger, öfter zu über- 
setzen. 

jvI'wMrjA japrakin oftmals, häufigst. 

p^^v^j'-^- jabritmak, javritmak vereiteln, leer 
machen, verderben (von — ^ Java eitel, leer), 
abmagern; der Gegensatz von - ^^C\^"Aj ll^ scm- 
ritmek fett machen. 

biliksiz kisi bütün jabrihir. Der Unwissende 
vereitelt 'Alles. (59) 

^^ v—Sa:*. — pl. — ^^ öiÄ^ /t>^Ä*i*/ 
saking kaihi birle Jana jabritür. Durch 
Sorgen und Kummer magert es (das Schicksal) 
ihn wieder ab. (51) 

(Das Wurzelwort v— Sul. jab oder jav ist 

zu finden im osm. javan mager, schlecht. 

uig. jaba, Java eitel.) 
(\^^ Jabsi, Japst zudringlich, anklebend, an- 
klammernd. Sieh Y'^'i^^^. Joknis. 

p*^ —^ ,^Qjqs" /Ci^oi*b Of^ '-^- fc*^ 
ka/i Jabsi tengsiz bolur ersa sen. Wenn 
du zudringlich und unordentlich bist. (60) 

*Qtiii. Jeki, Jegi (^iLü) gut. — Vgl. cag. *i)fjXj 
Jekrek besser; osm. ^foXs Jejdir es ist besser. 

,;jAi>i. Jekir Sattel. 

QC ^^M>^ Jekir gi Sattler. — Vgl. cag. ,Kjf eger 
und .Kj Jeger\ osm. vXif ^'i?r Sattel. 

^5l>l. /^>^« die Speise, das Essen, v— « l j l ^ .^i^l. 
Jekü Jemek (gleich > . « i jA ^ «i Jemek) essen, 
speisen. So osm. viUj liUj Jemek Jemek speisen; 
persisch vulgär 0"^;>^ *^;5^ chorek chorden 
speisen, essen. 



^ ^J>l. Jekli Esser, der isst 

cj Jekli icikli Javalik bile. Oh der du in 
Eitelkeit isst und trinkst (lebst). (75) 
>.- > j jC\n t^iLi Jekretmek gut machen, verbessern. 

biliklik kisiler at öz Jekretir. Der Weise 
macht selbst seine Leibeigenen gut. (22) 
V iiy^>il. Jeksek gütlich, weidlich. Hinsichtlich des 
Affixes V . « it^ sek sieh \^ sik. 



(5z^ tört neng 7ic7iz tutma Jeksek Juri. Diese 
vier Dinge verachte nicht und sclu-eite weidlich 
fort. (10) 
fu^ Jaka zur Seite, bei Seite, beisammen. 

Jaraksiz kisike Jürüme Jaka. Mit den nutz- 
losen Menschen gehe nicht beisammen. (61) 

püil Jakin, Jagin Element, piui. < — ^:ia^ /ö>/ 
Jakin die vier Elemente, ,^-»^yi y*clxc anasir 
arbai unter welchen im Texte des K. B. Feuer, 
Wasser, Luft und Erde angeführt werden. 

fbiui. Jakik glänzend, brennend, strahlend. 

Jakik di'mja devlet Jarutur Jüzin. Die glän- 
zende Welt, das Glück erleuchtet ihr Gesicht. (89) 

füji^ ^^ ^li^L Jakilamak in Feindseligkeit ge- 
rathen, sich verfeinden. 

fhi^iiuV Jakilik feindselig, feindlich. 

Jakilik kisi ke kopar niing coki. Dem feind- 
seligen Manne erhebt sich seine Tausend Macht. 
(61) 

QC ^ fui. Jakici Kriegführer, Kiieger. 

;Uiui. Jakiz dunkel, schwarz, braun. Zvmieist als 
Epitheton für Erde, als: ^ ^tliul. Jakiz Jer\ 
osm. )_) Ijj kara Jer und pers. »Luw ii)Lä. 
chak-i-sieh schwarze Erde. — Vgl. osm. 
j_jb Jaghiz braun, gi'au. 

floiiiA- Jakuk nahe. 

^b^ püi:Su Jakukhik Nähe. — Vgl. cag. i^.L? 
Jauk, Javuk nahe. 

flo^ fbiliX Jakukliik erspriesslich, nützlich, wohl- 
thuend. — Vgl. cag. ^JUsL) Jakmak wohl 
bekommen; osm. ^5*^X5 Jakismak geziemen. 

31* 



— 244 



fiijQÜii. jakumak nahe kommen, nähern. 

tiriklik ticukti jakudi ölüm. Das Lehen 
erlosch, es nähert sich der Tod. (80) — Vgl. 
osm. ;j.*ÄJ jakin nahe. 
pH^AÜiN jakurmak annähern, nahe bringen. 

««?■ özüngke jakurma. Den bring dir nicht 
nahe. (46) 

jiratsa jaki jahäsa atas, dass er den Feind 
entferne, und den Freund nahe bringe. (60) 
fuMiiL jakmak nahe kommen. 

—^ —^^. p^ f. — tA9 a'-^ =^ 

(5?^ iki bile iske jakma aba, kalt jaksa 
kilding tiriklik jaba. Mit diesen Zweien nähere 
dich der Arbeit nicht: wenn du nahe kommst, 
hast das Leben du vergeudet. (11) — Vgl. 
osm. ^jjjJü jakin nahe. 
■ «^''^_ J^ jemlefimek sich nähren, sich sätti- 
gen, sich erquicken. 

/5?< körklük jüz körse jüz sevlinür, köngül 
aclir anda gait jemlinür. Der Anblick einer 
Schönheit erfreuet das Gesicht, das Herz öffnet 
sich, die Seele nährt sich davon. (46) 

^ jel Schlag (Ki-ankheit) , Eheumatismus. Im 
Texte eine garstige Krankheit genannt, die nur 
durch Zauberformeln geheilt werden kann. (63) 

^jii. jalatic. Sieh /IpJ^ jolauc. 

\^ ^(jii^ jaiaiiclik Gesandtschaft, pi fi^ f^f^- 
^ Qu^s jalauclikka itku er ein zur Ge- 
sandtschaft passender Mann. 

s_jLU^. jelenk, jalang nackt, bloss. 

pjlq^ _ja^ .- % !i ^v ^ nMi^ *— *ib '-' "^ '^ 
anadin nedek tokti ersa bukün, aning dek 
barir tnen jelenk ming jmmkun. So wie ich 
von der Mutter geboren bin heute, so ziehe ich 
nackt und mit tausend Leiden. (30) 

fd^ L^ jelen küs nackt, bloss. 

«. tn{_ /CiKi Y^ jelenküslük entblösst, baar, nackt. 
Sieh igüüo koku^ kuku. 



^j_ ■ — »ü^ jalangniis nackt, entblösst. 

/^ö/w «<: kajusi jalangmis. Der Eine ist 
hungrig, der Andere ist nackt. (74) 

pijiü^N jalkamak straucheln, fehlen, irren. — 
Vgl. cag. ^LidL_) jalkan. jalgan falsch, irrig. 

poili^jii. jalingttk das Vergängliche, das Eitle, 
das Trügerische, die Welt. ^ j.iüla. iHouiyx 
jalinguk oklani der Erdensohn, Mensch. Sieh 

ftojoJii. jangluk. 

— 3fil. jalba dumm, platt, ein Synon. mit ;ioiiiD^ 
munduz Narr. 

p^ 05 Qiipo Aß^ioj &^- ^ f^ 

taki jalba munduz kisi bu bilin, ajtmah 
beklerke acsa tilin. Ein dummer Narr ist 
Jener, wisset es, der ohne es zu sagen, mit 
den Fürsten zu sprechen beginnt (seine Zunge 
öffnet). 
fbojp. jalg2ck, jalkuk Mensch, der Irdische, 
Erdensohn. Scheint so wie ^ ^^ flDoi^JAl. ja- 
lingkuk okli den abstracten Begriff von unecht, 
falsch, vergänglich zu geben, und ist ^\i jalgan 
falsch verwandt. \v:x:^ jalkuk kommt im ganzen 
Manuscripte durchgänglich in der Bedeutung 
Mensch vor. 
ioÜQ^ fiOii^ jalkuslukun allein. Adverbium vom 

Hauptworte fio^ ,Aciljii. jalkusluk Einsamkeit. 
*fbDul. jalcik (»1— «) Mond, in welchem Worte 
die Wurzel ^ jal, jol scheinen, hell sein 
und hiervon jillamak glänzen zu erkennen ist; 
eben so wie in jasik Sonne die Wurzel jis, 
is {isik Licht, isnemek scheinen) den Grund- 
begriff des Lichtes enthält. Einige Aehnlichkeit 
hat hierin das Neupersische, wo Sonne nicht 
aus einem primitiven, sondern zusammengesetzten 
Worte besteht, denn afitab oder apitab heisst 
eigentlich Sonnenschein, vom veralteten af, ap, 
nap Sonne und tab Schein. 
fkiil. jarak Taugen, Nutzen, Rüstung, Waffe. 
füj^i^iX i V i ' t ''^'^ jarakin jaramak seine Dienste 
verwerthen, Nutzen. > «ü^''" ^ f^*^ jarak kör- 
mek genehmigen, approbii-en. («.«Lj^Lxivj) 
fh^ fuaii. jaraklik tüchtig, rüstig, brav. 



245 - 



^ fkiiX jaraksiz unpassend, unnütz, unwürdig, 
schädlich, verderblich. 

bu kill ka kulluk jaraksiz bolur. Dem Skla- 
ven Unterthänigkeit (zu sagen) ist unpassend. (54) 
^ Ai3ii. jereri^ auch ^} 'y^^^^ jeriri Neider, Feind, 
Rival. (?) 

^ß.y akrik talim jeririsi ögüs. Seine (der 
Herrschaft) Sorgen sind viel, seine Neider zahl- 
reich. (13) Sieh s_AULsoüo kengümek. 

Q£ » ^i*\\\ jaratci Schöpfer. 

^u:iu. jaras Freundschaft, Genossenschaft, ^»:iu. 
füi>4> jaras kilmak Freundschaft schliessen. 

pyuaii. jarasik passend, geziemend. 

^u^ijQ QU. ,011. ü. p^iaii. 

jarasik ne ersa ani berdiler. Was geziemend 
war, das gaben sie ihm. (23) 

Q^ t^siix jarasti Friede. Eintracht. Ein Nomen 
verbale nach der Bildungsart des osm. ^)^ 
görülti Getöse, Lärm, ^ijS akinti Strömung. 
Aus dem Zeitworte flu^Mau. jarasmak sich aus- 
söhnen. 

^ ^ jari Hilfe, Salbe, Heilmittel, Mittel. 

ka/i il isinke tüs'ülkü dcse, tüsülkti jari 
jok sös aitim kese. Wenn du nach des Volkes 
Sinne dich richten willst, da gibt es zum richten 
kein Mittel, das sei dir kurz gesagt. (55) ^ ^ü 
^ui^ jari kilmak helfen. - 
jardini Hilfe. 

>-■ t^'^n jerik krank, siech. 

Qi Qaii. jarici Helfer. Beispiel sieh QC v_^cjya^ 
bösütci. 

füuaau. jarunmak Freund werden, sich befreunden. 
(Von ^. , cag. ,L_j Freund, welches türkischen 
und nicht persischen Ursprunges ist.) 

\^jjpii:iu jarumak glänzen, scheinen. Qtüaai X q jc^ 
j'üzü jarukai er sei geehrt! (Sein Antlitz 
glänze !) 

y yin jarumis strahlend, glänzend. 

katik kiska jandi jarumis jaji. In harten 
Winter verwandelte sich sein glänzender Sommer. 



Vgl. osm. |.j,Lj 



fid^iiCiUi. jaru/mak erleuchten, beleuchten, erhellen, 
fii^ilu. jarmak beurtheilen, critisiren. 

dunjani jarib aiblarin aitib. Er beurtheilt die 
Welt und bespricht ihre Fehler. — Vgl. cag. 
^,Lj jarlig Urtheil, Kichterspruch (und nur 
später fürstliches Handbillet); p-)^;L; jarguc 
Tribunal ; mong. QCiii^its. jarffhuci Richter. 

pljgij. jarlik Befehl, Aufgebot. — Vgl. cag. 
«aJ.Lo jarlig Schreiben, Diplom; osm. jcrlig 
Handbillet des Fürsten. 

l^ijÜM^n. füuik^ jarlikmak jarlimak Ge- 
fallen finden, lieben. 

'^Jii^x jatak zu Puss. 

kaju j:r kolaclajn j'nkrür jatak. Der Eine 
zieht die Erde durchmessend zu Fuss. (34) — 
Vgl. cag. ^^\^, jajak\ osm. ^\^jajan\ magy. 
gyalog zu Fuss. 
p^ pi^ jataklik der zu Fuss gehende, Infanterist. 
Fussgänger. 

wiil. ^l^MiS O'?*^ \^ 0"^ fu^l^ 

jataklik jakika temnr kalkan at. Dem feind- 
lichen Fussgänger wirf ein eisernes Schild zu. (61) 
L^ii jatin schwach, kraftlos, träge. 

tapnkka crik bol jasukka jatin. Sei beflissen 
im Dienste, in der Sünde träge. (29) 

'\yLi:^.jatik ausgedehnt, ausgebreitet, ^j^u. ()oJ55 ^ 
ej bilki jatik oh du Vielgelelu-ter (vom ausge- 
dehnten Wissen). (67) — Vgl. ^^aj Lj jajik aus- 
gedehnt, breit. 

fu^a. jatik Fremde, Hergereiste, Auswärtige. 

Q fdx ^ ;;>aaa. ^iia^ ^0^^ fu^ 

jatik etkü tutsa jarur er juzi. Wer den Frem- 
den gut behandelt, dem erleuchtet das Antlitz. (14) 
Vgl. cag. ujL jat fremd, auswärtig. 

fut fli^ti. jatiklik flach, eben (späterer Gebrauch 
des richtigem fu^). ^ fü^ p^ D5 bu ja- 
tiklik jer diese flache Erde. (In der am Schlüsse 
des K. B. befindlichen und in der Zeitschrift der 
D. M. S. von mir schon veröffentlichten Kaside, 
von welcher das K. B. bedeutend älter ist.) 

>... «^C\ i ^ jctik gehörig, gelangend, anbelangend, ge- 
bührend. 



— 246 — 



okiiska tunir akirlik jetik. Der Klugheit ist 
Achtung gebührend. 
p^|^^>^ jatilmak sich ausbreiten, sich ausdehnen, 
sich verbreiten. 

o^tmda jatilmak tilese ating. Willst du deinen 
Namen in der Welt verbreiten. (65) — Vgl. 
cag. ^ LJLoLj jajibnak verbreiten. 

piii'^n jatkak Bett, Lager, Lagerstelle, Bettstelle. 

/U|3^ jatbas anstatt, j'atmaz er liegt nicht (gleich 
dem Jakutischen und Altai-türkischen); doch weil 
diese Form nur zwei, dreimal vorkommt, so ist sie 
unter den grammaticalischen Eigenheiten nicht 
angeführt worden. 

^M^^u^ j'aima/c ausdehnen, ausbreiten. füj^Ui. Qii^ 
atini jatmak sich einen Euf machen (seinen 
Namen ausbreiten). 

^^i\ jetrii genügend, vollauf. Von jetmek genü- 
gen und dem Adverbialsuffixe ra, r^, ;'/, ru, rü 



als im osm. 



^;>— 



^f asuri zu sehr, zu viel. 



;Ux jaz Frühling und Qi^ jai der Sommer. Qi> ;Ui. 

;\c^ ^£i^ jazki jolduz Frühlingsstern. 
*Au. jaz (^U?)) Schade, Vergehen, Unheil, das 

Gegentheil von pu*^ asik Nutzen. 

jaz ersa bu etkü bji künlilk sangga, jarin 
bolkasi aski bütkil manzz<^- Sollte der Gute 
dich heute mit Bösem (Schaden) auch berühren, 
morgen wird's zum Nutzen dir, glaube es mir. 
(19) — Vgl. cag. o;)'^ jazuk Schade, Sünde; 
osm. ijsLj jaz'ik Schade! osm. i^J-»)' azniak 
irren; magy. haztcg falsch, lügenhaft. 

f^ix. jas Trauer, Betrübung. f^ü^ot? A"- j^'''^ ^^'^" 
mak Trauer anlegen. — Vgl. cag. ^;^Ls jas 
Trauer; magy. gyasz Trauer. 

^ ;UJL jazi Ebene, flaches Land. Als Gegensatz 
zu fü^i tak Berg. — Vgl. cag. ^LivL? jazmak 
ausdehnen, ausbreiten. 

/>üp. jazim Fehler, Gebrechen, Abbruch. ^^^ 
füjfii> jarivt kilmak verfehlen, Fehler begehen. 

torüsü toktisti jazim kilvtaku. Sein Gesetz 
und Sitte soll nie einen Fehler begehen. (46) 



fbi^ jazuk Sünde, Vergehen, Verbrechen. 
Q^ ptDip. jazuk/i Sünder, Verbrecher, Schuldiger, 
pt j'iflm ^ n , jazlmnnak Irrthum begehen, fehlen. 
f^j- /Ui. jazmak schlecht anwenden, verfehlen, 
in Schaden bringen. 

z///' «/'//' oktuni ktmi sözleding, kereki bu 
erdi bilik jazmading. llik sagte: ich habe 
verstanden, du hast recht gesprochen, dieses war 
nöthig, das Wissen hast du nicht schlecht an- 
gewendet. (39) 
fu^ ;Ui. jazlik Schädlichkeit, Schaden, Irrthum. 

f^: /^ t=- *-*"> füfH? —f^ — *^ ^ 

(5zr ö/' ^/'.ya diismen ming al jazliki. mmgin 
dostung ersa bir ol asliki. Hast du einen 
Feind, Tausend ist sein Schade, hast du 
Freunde zu Tausend, Ein ist ihr Nutzen. 

\^^^i^^. jastanmak sich anlehnen, ^iui^ip. pi>ii. 
jengm jastanir er lehnt seine Wangen an. 

pt|;i\. jasin Blitz. 

fiiju^ jasnamak blitzen. Q^^ p^ jasin 
jasnadi es blitzte. — Vgl. cag. »iA>4 isim 
Blitz. 

*fiA^ ya«X' (vLjiO Sonne. — Vgl. cag. |»aAü 
jasi^n Blitz; ^^A/iof m/^ Licht; ^LoLjiof is- 
fzamak glänzen. 

^i^ j'ß«/ blau, gi'ün. 

pip^ ^fl^iaa^. p^Y^ lAa> b^\^^ 
«5 (://^?i( lekse uiiititr özim, jasil k'öktin östün 
jilrittür sözün. Trifft ein wenig Wohl ihm, 
vergisst er sich, und lässt bis zum blauen 
Himmel seine Stimme fahren. (24) 

fu^fi^ jasilmak grünen, grün sein, blühen. 
v_juQi£ ^ ^^i^ jasilhi cecek die Blume soll 
blühen. (8) 

« — u^^x jesmek zerstäuben, zerstreuen. 

jesse jaki bütini. Dass er den Feindeshaufen 
zerstreue! — Vgl. bag. lilUAiuu jesmek auf- 
lösen, aufbinden. 
(Oa ^ jasru verborgen, heimlich, verstohlen, 
leise. 



— 247 — 



» 



ilikke baka tnrdi jasrit, közün. Er sah heim- 
lichen Blickes auf Ilik hin. (21) — Vgl. 6ag. 
^^..«.aLj jasunin verborgen. 
^5|)is^ jingü, ^'^f^ j'öngü Perle. 

biliklik SOZI jingi ja/mt ieki. Des Weisen 
Wort ist Perlen und Rubinen werth. (73) — 
Vgl. magy. gyöngy Perle ; cag. j^su^^ jingü 
Perle. 

• »ß^ 5|}"^- jincülük mit Perlen versehen, mit 

Perlen voll. 

^-*^ ei)^ 06^ 3^S ^ t^ A^b 

tengiz ol bii bekler töbi jincülük^ tengizke 
jaukli bajuktc kerek. Ein Meer sind die 
Fürsten, dessen Grund mit Perlen voll, wer dem 
Meere sich nähert, muss sich bereichern. (76) 

;ai^. jipai\ Sieh ,^l^3l. ipar. 

v—jisi. jik Krankheit, Uebel, Unwohlsein, Gebre- 
chen. ,;jQf y- ^*^- ^*^ y/>^?>z^- ne iur was 
fehlt dir? — Vgl. cag. »ilxj jik Uebel. 

V, ,%\_ ' — «>\ jiklik garstig, ekelhaft. > « 1 {^ >— »ii. 
V— JLl. jiklik ik garstiges Uebel. (63) 

v_jü^iOis. jikihnek zu Grunde richten, vernichten, 
schwächen, krank machen, f^^ jü^ii^i^ f*0^^b 
töretken jikitkcn idini oh du erschaffender und 
vernichtender Gott ! 

V— ti^ijj^. jikleviek arg werden , krank werden, 
erkranken. 

^—JL^jJii. jiklik^ auch ^— *^jj^ iklik erkrankt, von 
einer Krankheit behaftet. ■— il1^ ^^ jü jiklik 
der vom Schlage (Wind, Hexenschuss, eigent- 
lich Rheuma) Behaftete. (63) 

— j^ jime alle, alles insgesammt. — Vgl. cag. 
iui» hemme alle insgesammt. 

fti^ip. jilinmak sich versammeln, sich anhäufen, 

^ '^. ßlki Thier, das Vieh , Unmensch. Qfio 
^Q. ^ fij^ yUjajL kisi ermes jilki ol das ist kein 
Mensch, sondern ein Vieh! v-^Q- ^^ ftp. jilki 
i'U Vieh! Ochs! (Schimpfnamen.) 

okussuz kisiler iökel jilki ol. Unverständige 
Leute sind vollkommen Vieh. (16) 
QC ^ f^ jilkici einer der Pferdezucht betreibt, 



Pferdehüter. — Vgl. cag. ^^-üJ^aj jilki das 
Gestüt. 
pi^i uy . jillamak alt werden, bejahrt wer.'Ln. 

karifnas bu etkü naca jillasa. Der Gute 
altert nie, wenn er noch so viele Jahre lebt. 
(13) 

\^iLi^jildisf>^>^jildiz Wurzel. >— »Il^ui. s <in^r|^ 
töbüng jildising deinen Stamm und deine Wurzel. 
Qi^Cii A^ilj^ Q^ asli jildiz köki seine wahre 
echte Wurzel. (43) — Vgl. Klapr. 14. ^ciip. 
jildis Wurzel; jak. silis Wurzel. 

fi^i^üi. jiraf/mk, fij^ füiiü. jirakmak sich ent- 
fernen. 

7/j'/ ?/<:// bardi anindin jirab. Es verschwand 
sein Schlaf, ging hin von ihm sich entfernend. 
(85) 
pi^^iai^ jirainiak entfernen, beseitigen. 

okusluk kcser öpke özdin jirat. Den Zorn, 
der die Klugkeit beeinträchtigt {keser schneidet) 
entferne von dir. (10) 
fti^fiaii. jirilmak gerufen werden, geholt werden. 

ütci jirildi tamur kördiler., ol jik kirn ne 
ermis ajtt berdiler. Aerzte wurden gerufen, 
sie besahen den Puls (Ader), was die Krank- 
heit sei sagten sie. (23) — Vgl. cag. ijjL-el^wyj 
jirlamak jauchzen, schreien. 

^11. jit, auch >— ^:i. it Geruch, Wohlgeruch. 
QÄii. ^L^;if:^ karampjil jiti Nelkengernch. — 
Vgl. cag. ij Geruch; magy. illat Geruch. 

Qi^ jiti. auch v »^C\^^ sieh v »>C\V 

«_jajo.liiii. jitikmck zu Grunde gehen, in Verfall 
gerathen, verloren gehen. 

asizlik jitikmis naca Jtllasa. Der Böse geht 
zu Grunde, wenn er noch so sehr im Wachsen 
ist. (11) — Vgl. cag. ii)L«xjjcjf itürmek ver- 
lieren. 

j(^^ii. jitim Frass, Futter. — Vgl. cag. |^a_s 
jejim der Frass; osm. |^ jcm Futter. 

v_jl1^ A^^ jitimlik gefrässig, begierig. AOO^Cfc» 



— 248 — 



v_iü^ />^^ '— » * b tongus tek jitini gierig 

gleich einem Schweine. (43) 

t»''^r^Y, jüürmck verlieren, verderben. 

y^««z bol jitürme künilik jolin. Sei gerecht, 

und verliere nicht den Weg der Gerechtigkeit. 

(87) — Vgl. cag. yi)Le,^f itürmek verlieren, 
s., «lirv jünek ( Jo) Wassermann (Aquarius 

Gestirn), 
—»lex jünk Wolle, Pferdehaare. 



fü^i^iCA. jongmak verleumden, anschwärzen. 

meni kirn jongsa aitkü mangga. Der mich 

verleumdet, sage es mir. (84) 
füi> > «l^^ jongkak verleumderisch. 
*Qr püÄ^Iai. joiigkakci Verläumder. (Interpretirt 

mit ^ V ^l^^|^f sifat jer der die Qualität 

irgend eines Mannes isst nach dem persischen 

^^o^«^ ui-Ujiö anschwärzen.) 

l'b^ai. ^o*b — -^ p*^ (F f^O*'^ 
naca ket er ersa okusluk ohik, jongkakct 
jakin ersa tch'ir juhik. Wie gross der 
Mensch, wie gelehrt und achtsam er immer sei, 
ist der Verleumder nah, so bringt er Unheil 
gewiss. (83) 

ftfiiai. j'unmak sich waschen. 

;UjiL v_jüi^ 0^^^ Q^iiCi. waq50*> 
kopub jundi kildi jene tang namaz. Er 
erhob sich, wusch sich, verrichtete sein Morgen- 
gebet. (57) 

fl^0iOi. joncik dünn, unansehnlich, armselig, 
schwach, icx^ p^^iil. Aa^*^ jabuz joncik söz 
ein schlechtes, schwaches Wort. — ^'gl. jak. 
tsondo hager; cag. ^Uj^ jonmak schnitzen. 

__pk^ai. jiipka zart, dünn, fein. 

QO^io:^ jükci Lastträger, Träger. 

ö türme jük kelke özüng jükci bol. Wähle 

nicht, käme die Last, sei selbst Lastträger. (87) 

fbx juk^ jok. ^—JujÄi. ftoi. juk etmek opfern. (?) 

füfMiAi^. jokalmak vernichten, zu Grunde richten. 

v_»iei^ _;>juiaL /Ujiio )^f^ {^ <^B 

bu söz iske kirmes jokalma özüng. Diese 

Kede taugt nichts, richte dich nicht zu Grunde. (54) 



^ pax joki Veniichtung, Verschwendung, auch 
flßX jok als Gegensatz zu :^ bar Existenz, 
^üji^ ^ pÄL joki kihnak vernichten, ver- 
schwenden. (31) (cag. ^UJLajj ^^ osm. ,^j-j 
»iUijf jok etmek vernichten, zu Grunde richten.) 

f^ ps. -i^ ^ ^^ ^ fciloi. 
joktin bar kilür da kilür jok barin. Aus 
Nichtsein macht er Sein, und aus Sein wieder 
Nichtsein. (56) 

«— %a:^ ü n^ jokurt geronnene Milch; osm. «i^;**-? 
jo7iri. 

yaSiii^. jokrus ein Synonym von Q^jJ»^ japst 
anklebend, und daher auf den Gedanken bringt, 
dass ersteres mit cag. ^Uäo jokmak ankle- 
ben, anheften, oder dessen transitive Form 
i^Le,jj:^ jokiirmak verwandt sei. (?) 

füji+uai joklamak in die Höhe kommen, hinauf- 
steigen. 

>■,■»i^^l^ ^)^2<> ^ <_juü. ^iiex 10 ' »np ^^ 
jesik kökke joklar neng ol kör jülek. Um 
in den blauen Himmel zu steigen, sieh Ver- 
mögen ist die Hilfe. (57) 

füjiiilai. joklamak erhöht werden, geehrt werden, 
welchem die Wörter jok (jokari hoch), jük 
{jüksek hoch) jüge hoch zu Grande liegt. — 
Vgl. osm. i^L«^wj joklamak untersuchen, 
(vielleicht von lüften, Deckel oder Hülle auf- 
heben ?) 

fla^ |Hil. jokluk Verderben, Vernichtung. 

bii üc is ncekü jokluk töbi ol. Diese drei 
Dinge, aUe drei sind des Verderbens Grand. 
(59) 

pilaj. pc^. ^ -^ai^ s-Jiüi. :^ 
kalir neng barir men jokluktai. Es bleibt 
das Vermögen, und ich ziehe mit Verderben 
hin. (24) 
pijC^yv jumitmak versammeln, zusammenbringen, 
in einen Haufen versammeln, sich anschliessen, 
zueignen, gesellen. 

negüdek jumitti bu artam sangga. Wie so 
hat diese Tugend zu dir sich gesellt? (35) — VgL 
cag. i^Loj-j jumniak drücken, zusammendrücken, 
»y£a. gom Haufe. 



— 249 



fujiajQl. jumtdntak sich schliesseu, sich zuschliessen. 
fbilQl. v—iut, ^ajso Y^ f^^ Q^=>b pl> 

ßp'^''« ^^^^^^ juzke kömürtek jutuk . k'örür 
köz jumuldi otiti otiik. Es umfing die Welt 
ein kohlschwarzes Verderben, das sehende Auge 
schloss sich, der Wachsame schlief ein. (55) 
* pujiicjD^ jumutmak ( ^oüLaj ) versammeln , 
schaaren. 

jimmtti angga er affwi ötrüini. Es schaarte 
sich um ihn der Menschen Tüchtige. (12) 

f\£\\ jYiniös. jömüs Obst, Früchte, Nahrung, 

" Kost. 

kajiika at alsa kajuka jümös. Dem einen 
schaffe er ein Pferd, dem andern Nahrung. (47) 
QC yo^ jümiisci. ßimösci ein häuslicher Diener, 
Page, Bote. (Vielleicht vom vorhergehenden Worte 
der Obstbewahrer, Speisebewahrer?) 

[Ate 0^ — f^^ ''^^ 0^- 0^ 

/'z'iz ///z taprak baka kör tedi . jumtisci 
bakib aiti bir er tunir. Er sandte schnell 
einen Mann, dem er befahl zu sehen; der Bote 
sah und sprach: ein Mann ist da. (85) — 
Vgl. Klapr. »,.:i,i^j''\ jumsnb ein Abgesandter. 
(27) 
*^ 1^1^ Junik i (»'D^ö barca) Masse, Haufe, 
alle, alle insgesammt. 

^ ^l>Af JtPf^ f'-^ t^ />^ 

talini jumkilarin ölüm sacniis ol. Viele 
Haufen hat der Tod auseinander gestreuet. (68) 

Li^t^ua^i^ -^i2iv V \\\\. Q^ ,A^i. 

P)^" f^:i^ O^^^e f^^*^ Ob — ^'- 
akirladi ilik kör dktülmisin , atadi angga 

berdi jumki isin. Es achtete Hik den öktül- 
mis und vertraute ihm alle seine Geschäfte an. 
Vgl. uig. — fp^ jhne alle; cag. s^yeyi jtimuk 
zugedrückt, «^ g07n alle. 
füpa^ j^ jiimhirmak anhäufen lassen, auf- 
speichern lassen, sammeln lassen, 

-£^13^^ j^ pjii> |t, p^^^ w^ :^^ 

kelir kut tapukta kalhi pimturur, köngül 



basa jumki aiinka barur. Erscheint das 
Glück im Dienste, häuft man vieles an, doch 
hängt das Herz daran, so geht alles an Andere 
über. (75) 
f;^ jol Schicksal, Loos, Mal. (?) 
*_^ jola (£fv=>) Fackel, Licht, Helle. 

jola erdi chalk ka karanggu töni. Eine 
Fackel war er dem Volke in finsterer Nacht. 
Vgl. 6ag. )iOJo jold^cz Stern; osm. ^^«iUj 
jUlamak glänzen, scheinen. 

fUjß:L julak^ jolak mager, dünn. Ist im Texte 
immer als Gegentheil von fJi^ semiz fett ge- 
braucht. 

rt}Oifai. jolauc. f^p'^ ja/auc Prophet, Gesandter. 
Von jollamak senden. 

p.l4^|^ülMl. jalaucilik Prophetenthum. 

^ij_ — ^s^ jolamak scheinen, leuchten, glän- 
zen. 

*> \\\f\\ jülek (oOwo) Hilfe, Stütze, Helfer. Ein 
Synon. mit — fi^ arka Stütze. 

bajat ak bolu berkü arka jülek. Gott möge 
Helfer und Stützer sein. 
> .«ij'jj^N jölemek, jülemek helfen, stützen, pfle- 
gen, versorgen, Sorge tragen für Jemand. 

piiDÖ o^iü^oiS qV^ t^ oW 
kicik erding oklan biliksiz ohmg , seni ol 
jöledi kopardi häun. Klein warst du, uner- 
fahren dein Sinn, er hat dich gepflegt und 
glücklich erzogen. (83) 

*^^, joluk (fjö) Aufopferung. füi+^ fiojai. 
joluk kilmak aufopfern, preisgeben. 

^u^ ^to>ai. johiklamak zum Opfer bringen, auf- 
opfern. 

sevük gan joluklab tapuk etejin. Damit ich 
die theuere Seele aufopfernd dienen möge. 
(54) 
^iCi. johis gleich fc^ joluk Aufopferung, Hin- 
gebung. 

akz ganz chalk ka kilür ol jolus. Der opfert 

sein Leben und Gut dem Volke auf. (87) 

32 



— 250 — 



<— juffüX jülmek retten, befreien. 

:yi^ ^ qIij AO^b 5**^ — B9 

bela katku tekse meni ol jüler. Wenn Un- 
glück oder Sorge mich trifft, so rettet er mich. 
(68) 

jcLj^ jolduz Stern. Dieses Wort verhält sich 
zu jolamak scheinen, leuchten dermassen wie 
das osm. \oJU jildiz Stern zu i^^Uj jilla- 
mak glänzen. 

QC fiT^^K jolduzgi Sterndeuter. Im Inhaltsver- 
zeichnisse ist dieses Wort mit dem arabischen 
j^^^lViOj- mvjuggitn interpretirt. 

:^. jor eine Art ärmliche Speise, Grütze, welche 
als Kost der Armuth und Zufriedenheit einmal 

als ,nQX Qt±. arpa jor identisch mit ^ — ^9^ 

arpa as, zweimal ^aoi. f^ccii kopuk jor Kleien- 
Speise oder Grütze angeführt ist. 

QoJ-OV ()^> }pa^ >-Sat, J^i^ ^c^ ftqsQÖ 
kopuk jor jemini tep tonuni koi jungt. 
Kleiengrütze ist meine Kost, Schafswolle mein 
Kleid. (68) 

kerek arpa jor ttd, toturku acini. Keiche 

mir Gerstengrütze, vor mein Hunger wird sich 

sättigen. (68) 

(Klaproth Seite 14 steht -ä1 jicr nach der 
chinesischen Uebersetzung mit gekochtem AVaitzen 
interpretirt, doch stimmt diess mit den in den 
Citationen angeführten Beispielen nicht über- 
ein, und die chinesische Uebersetzung dieses 
Wortes ist ohne weiteres als fehlerhaft zu be- 
trachten.) 
fliaai. jorik, auch flo^oi. joruk Schritt, Gang, 

Lauf, Richtung, Beschaffenheit, Lebenswandel. 

bu ol dünja halt joriki jolz, kisike katü- 
mak tilese kalt. Dieses ist der Zustand, der 
Gang und Weg der Welt, wenn du zu den 
Menschen dich gesellen willst. (66) 

bolur küki etkü joriklari tüz. Ihr Charakter 
wird gut, ihr Wandel gerade. (18) 

at artamasa jorik bulku söz. Dass der Name 



nicht zu Grund geh' und das Wort seinen Lauf 
finde. (42) 
fuj^^iöX jorimak gehen, wandeln, ziehen. 

tapiikta jorikli umtm^ka jorir . tapukci 
umunc kesse turmas barir. Wer im Dienste 
geht, geht zur Hoffnung, wenn der Diener die 
Hoffnung verliert, zieht er weiter. (78) — Vgl. 
magy. järni gehen; osm. '^■y-^y?. jürümek 
gehen. 

^i^lioi. jorzsmak zusammen gehen. >;j^;ißl. i5V^^iQ^ 
jorisu jürir er geht in Begleitung. 

*v_, C\ , ^~in i jurit {-^.ye) Mars (Gestirn). 

fican. joruk Auslegung, Traumdeutung. 

ftoaai. joruk gangbar, was einen Gang hat. 
^a:iai (^^ pip^ sözin kildi jortik er ver- 
schaffte Geltung seinem Worte. (34) 

Q^ fbaajL jortikli das gehende Thier. Sieh 
Q^ flQ|^.a ticuklz. 

Q'0au:a2^ jorkuci oder ()|}aii3a. yia^ tos jorknci 
Traumausleger, Traumdeuter. 

ftji^iai. jormak auslegen, deuten. ^upü. -\tl2b 
tos jormak einen Traum deuten. 

V— »Ol. jut. Sieh Q^ai. jicti oder flüiiül. juttik. 

0^. jutt (anderswo po^av jutuk) Verderben, 
Unheil, Unglück. 

agunka bela ol bütünke juti. Der Welt ist 
er ein Unglück, dem Volke Verderben. (18) — 
Vgl. mong. ^-^ül. jut, dzut, Missernte, Hungers- 
noth. (Schm. 311. b.) 
* f\at£^. jtitztk («ji.>La.) Zufall, Unglück, Verderben, 
Vernichtung, Kuine. 

asizka ot erdi jaki ka jutuk. Dem Bö- 
sen war er Feuer, dem Feinde ein Verderben. 
(12) 
\^P£^ jutmak ertragen, erdulden, zu sich nehmen, 
verzehren, verbrauchen, verstecken. 

bti es tös jükün jut sima könglini. Des 
Freundes Mühe ertrage und breche nicht sein 
Herz. (61) So im Osmanli eine bildliche Ee- 



- 251 - 



densart j-*J^y-?. jtäulmaz es kann nicht hinab- 
geschluckt, eigentlich ertragen werden. In der 
Bedeutung von , verbrauchen " , „verschwenden" 
kommt es vor Seite 9 : 



kömüs kalsa altun meningdin sanga, anijut- 
■makil. Bleibt dir Gold und Silber von mir, 
so verschwende es nicht. 



c = c, g. 



I 



pijiln^ir cavukmak statt fuiilcj^is cabukmak 
Euhm erlangen, berühmt sein. 

agun da cavukmis kidi belkiUük. In der 
Welt war sein Glück sicherlich berühmt. (12) 

(giCi v—Djc cav^ cab Euf, Euhm, Berühmtheit. 

*QC — jjii gefaci {^\Jlo.) Leidstifter, Unheil- 
bringer. 

fu^il^ ^_DaC cablinmak berühmt werden. Q^i. 
,;jüi^ '— 2uc ati cablinür sein Name wird be- 
rühmt. (42) 

*_juA^^ciC cebrzlmek sich drehen, sich umkehren. 

^ ^jüüC cakari, auch ^^ -^iisi. cakri das Gegen- 
theil von f^j^^^ mang leiclitgläubig , folglich 
misstrauisch, schwergläubig. (59) 

|üiiiiC cakkan funkelnd, glänzend, blinzelnd, 
schimmernd. 

jiüUüC V— Ju^ (^^ p^li. Q^f^ pifO- 
jasik tutti jilzke sarik sakapran, özin kildi 
altun öngi tek cakkan. Gelben Saffran hielt 
die Sonne vor's Antlitz, und machte gleich 
Goldes Farbe sich funkelnd. (70) — Vgl. cag. 
^AJiUi. cakin Blitz, ^UjäLs- cakmak Feuer 
schlagen. 
^ cal Betrug, Lüge, Falschheit. 

^2w ^rj'ß <5?^ calin bilür ersa ein. Wer es 
immer sei, der diese Lüge für Wahrheit nimmt. 
(68) — Vgl. cag. (.jJLs. calim Betrug; magy. 
csalni betrügen. 
— i^liC cerke Freibrief, Diplom, Erlaubniss. Viel- 
leicht auch Eeihe, Eeihenfolge. (?) 

O0*t A»ev /PV°- —"^^^^ ^>^ P^wi 
katin keldi cerke özüm sözleki. Nachher 
kam die Erlaubniss für mich selbst zu reden. 
(9) — Vgl. cag. Kv_j> gerge fürstliches Hand- 
billet. 



QC QO^äiCi cerkigi Helfer, Erfreuer. QD^o '^ Q*- 

aj'a cerkigi oh Helfer, oh Gott! 
s t t j i o tyiiS cerkülmek erfreuen, fröhlich machen. 

aja cerkigi kel meni cerküle. oh Helfer komm 



und erfreue mich. (12) — Vgl. cag. ^Uä 






girkmak (kirg.) frohlocken, jauchzen. 

V— jLi^ *— »"Di^i ceceklik Blumenfeld, von 
cecek Blume. 

>^^ |HaaiC catckmis berühmt. 

pc ein aufrichtig, geradeweg, redlich. 

yoila (^i^z. qL y^ Q||MO pe qIoo 
knni ein kisilerni ökti okus. Die geraden 
aufrichtigen Leute hat der Weise gelobt. — 
Vgl. cag. ^J.fr^- ein wahr, aufrichtig. 

fti^ pcl ciniik Eedlichkeit, Ehrlichkeit, Aufrich- 
tigkeit. 

QiMJC cikai, cikaj arm, dürftig, der Arme, unbe- 
mittelt. Ist oft als Juxta oppositum zu (^ baj 
reich gebraucht. -— jujuiu^ piilr cikain tirilmek 
in Armuth leben. 

tapukta cikai bil jazukta bai. In der Pflicht 

kenne (dich) arm, in Verbrechen reich. (53) 
puiiu^ic; cikaimak arm werden, verarmen. 
put. QiiiJC cikajlik Armuth, Dürftigkeit, — Vgl. 

Klapr, S. 27 Qiiixi «f^a/ schwer, beschwerlich; 

mong. ^iiJC «/Sz// arm, bedürftig. (Kowal.) 
:^;^^i^ cikar der Ost. fÄ> >;)^i9 pb ;^"^ cikar- 

din batarka von Ost bis nach West. 
^Uiüi cikis Ausgang, Erfolg, Ende. 

cikis körniese is bobir erke kor. Wo der 
Erfolg unsichtbar ist, das bringt dem Manne 
Schande, 
pi^ cikün Unglücksfall, Ereigniss (gleich JtSviLo.) 
Widerwärtigkeit. 

32* 



252 



kücinke küvem'6 köküs kerkuct, jüri tör- 
meti bir cikünke alin. Der auf seine Kräfte 
die Brust sich ausstreckt, kann einem Unglücks- 
falle nie entgegen treten. (74) 

^-jc eil eine Partikel dem deutschen lieh ent- 
sprechend. t-i^O^ ikcil kränklich. (66) Im cag. 
JLa^ eil im selben Sinne, doch nur hei Be- 
zeichnung von Farben. Z. B. JL-j^äf akcil 
grau weisslich. 

ji^ii citan Skorpion. (Als Himmelszeichen hier 
angeführt.) — Vgl. cag. ^^LAA:^. cijan Skorpion. 

fü^iQ^j v_D£C cobrunniak zusammenschrumpfen. 

— igoc cübe^ gilbe Oberkleid. 

gübesi tüsenmis jengin jastamir. Auf dem 
ausgebreiteten Oberkleide schwach hingelehnt. (85) 
Vgl. osm. s-^sk gübbe: magy. stiba Oberkleid. 
v—^^gcc cobra Suppe. 

jt>e- ^**^ ov — :^^ BS 

^ö/ cobrasining ilnii. Das Eecept der Honig- 
suppen. (Ein Kecipe, welches auf der ersten 
Seite des Buches sich befindet.) — Vgl. osm. 
ju,^ corba Suppe. 

iiooc cöken, c'ogen Treibjagd, Jagd auf wilde 
Thiere. 

Y^ y^^ —ASS r^*^ :) t*^ 

/^a/z' atlanir bolsa bekler suka, Ja kuska 
c'ökenke ja il körküke. Begibt der Fürst sich 
zu Pferde zur Truppe, auf die Falkenjagd, Treib- 
jagd oder Volksbesichtigung, (47) so muss ein 
redlicher Diener ihm zur Seite stehen; ist aber 



dieser unredlich, so heisst es im darauffolgenden 
Verspaare 

löser at öze avda kus da situda, so stürzt er 
vom Pferde in der Treibjagd (avda), Falken- 
jagd und in der Armee, — welches die Iden- 
ticität des Wortes av mit cöken so ziemlich 
beweist. — Vgl. mong. Q^^Kf^ tsökkekü 
verjagen, verfolgen. (Schm. 335, b.) 
ficc cok, cuk Macht, Würde, Grösse, Kraft. 
v—Äj^i^ 0*- f^ cohni kesmek seine Macht 
brechen. Sieh fujuüu. jakilik. — Vgl. mong. 
pcc cok Hitze, Glut, Majestät, Macht, (Schm. 
332. c.) 
^ 1^ coki Verläumder, Lügner. (48) 
füjcc comak ein Ehrentitel entsprechend dem 
Worte ^^iCfe tongga nach dem Inbegriff der 
Wurzel /ysi com dicht, fest, in der Bedeutung 
von , starker ", „ tüchtiger ". 

tilek iki boldi ej rrzik comak. Zwei Wünsche 

sind es oh edler Held? (67) 
ploi} fjji comkiik Name eines Vogels; vielleicht 

mit dem cag. ^ilUs-^A^ cimcek. aucli cünicük 

Sperling verwandt. 
^uji^ Ipi coinlamak sammeln, zusammenfassen. 

aning sözün barin comladi. Er sammelte 
dessen Worte gänzlich. (22) — Vgl. cag., «^ 
com alle, Haufe; raagy. csomö Haufe. 
' — «u^ culab eine Art Scherbet, noch gegen- 
wärtig im Turkestan unter diesem Namen be- 
kannt. Das arabische v^'^ gulab, welches be- 
kanntlich vom persischen ^"^^ gul ab Kosen- 
wasser, Essenz entstanden ist. 



253 — 



1^, i^ = s, 



iuip^ saßlkan umherirrend, blöde. 

y^iC^raly sanhttts einer, der sich einen Kuf er- 
worben hat, berühmt. 

^ sav, sao, sau, auch v— 2ui^ sab Kunde, Kund- 
schaft, Euf, Nachricht- — Vgl. magy. szö 
Wort, Kede. 

^ sav, sao (?) ein häufiges Epitheton zu p2\^ 
alhin Gold. Möglich das arabische ^Lo saf 
rein; sonst ist es mir ganz unbekannt. 

QC ^ sauet, sav gi Prophet, Verkflnder, Nach- 
richtgeber. — Vgl. cag. 0vjLi=' ts^J^ saugt 
chatun Botschafterin. 

|j )V^Cu iy sandtcjc Amsel (?) ^j}^iii^ f^-^ sarik 
sandiiic Goldamsel. 

sarik sandujc ket onin sajradi. Die Gold- 
amsel sang mit starker Stimme. (70) 

QC |Cii^ sev gi Jungfrau, Geliebte (ein Himmels- 
zeichen). . 

* Q^ ^*-\5"f sevikli ( ^fof^) Liebende, Verliebte. 

> «rv ti^ j-^w/^', richtiger ^-»&,^ sevük geliebt, 
lieb. Zumeist ein Epitheton des Propheten. 
QC iOii^ >— ma oit^ i^^i//' j-rtz/f^' geliebter Prophet, 
der theure Prophet: manchesmal OJ^'C"^ "— ^Si" 
habib sauci. demzufolge das uig. ' — *2^ nur 
eine üebersetzung des arab. v**+^ habib ist. 

v_jia^ v_Aߣu/, auch v_ACj^y:^^ sevükl'ük Liebe, 
Freude, verliebt, liebend. 



Q^UO ■— JL2il>2CU^ 



sevüklük kisining jüzü belkülük. Des lieben- 
den Mannes Antlitz ist bekannt. (37) 

sevüklük 7iisani negü ermis aj. Sage, was 

ist das Zeichen der Liebe! (37) 
^D^AS^f seving, sebing Freude, Entzücken. 
pt)iA5*V sevingin freudig, mit Freude. 
v_*i^ jyAS**f sevinglik freudig, erfreuet. 

/>^ = K h h- -^ /WV 
sevinglik men sendin ej idim. Erfreuet bin 

ich von dir oh mein Gott! 

>— ^^ sepid, sob'id, sefid (?) Venus der Planet. 

Im Texte mit einem solchen arabischen Worte 

interpretirt, welches sowohl y>A-«) zeniin Erde, 



als auch »>-*>) ztikre Venus sich lesen lässt, 
und ich habe aus den verzerrten unpunktirten 
Zeichen ersteres gelesen, weil dieses als fehlender 
Stern in den sieben Planeten im Sinne besser 
hineinpasst. 
' — lii^^ scvütntek sich beliebt machen, geliebt 
werden. 

kamtikka sevütmek tilese özüng. Willst du 

dich bei Allen beliebt machen. (62) 
^ sak rührig, eifrig, bieder, gesund. — Vgl. 

cag. osm. ^Uj sag gesund, 
flu^ sak Weise, Manier, Kichtung. foi^ V^ atin 

sak auf andere Weise, anders. (86) pu^ fti^ 0^9 

bti saklik derartig. — Vgl. cag. ^Lw sak 

Seite, Theil, Gegend. 
fiuf sak Unflath, Makel, Fehler. Qfn^v ftoi. ^ füi^ 

saki jok kisi makelloser Manh. — Vgl. jak. 

sack Unflath. 
* p;i\9*^ saaparan (^f vÄi)) Safran. 

jasik tuili jüzke sarik saaparan. Gelben 
Safran hielt die Sonne vor ihr Antlitz. (70) 
pu ^nü it^ sakinmak sich bewegen, sich bekümmern. 

;^ 0^ O^OCb V^ Ob ^-^^^=^ t^W> 
ilik turdi naca sakindi özi, köngül jirtti 
Jas tökti iki közi. Ilik stand und bekümmerte 
sich sehr, er zerriss sein Herz, seine Augen 
vergossen Thränen. (69) 

jjuiila^ saking Kummer, Elend, Sorge, 

pi|UiMi*^ sakinglik besorgt, bekümmert. 

fü^ yCÜii^ sakizmak lauem, zielen, wachen. 

^uiu^ sakis Zahl, Gedanke, Meinung, Einbildung, 
AVahn, Rechnung, Auslegung, j^^ ^Lsüij^ sakis 
siz zahllos. 

jil aj kün sakisi. Die Ausrechnung der Jahre, 

Monde und Tage (gehört den Astronomen). 
QC ^uüu^ sakisci Bewahrer, Achtgeber, Eechner. 
Quluf sakni sorgfältig, achtsam. 0^^ > »m t^ r i^ 

— ^yoi^ sözüng sakni s'özle sprich sorgfältig 

das Wort. 



254 — 



füji^ 0""^ saknilamak bedauern, bemitleiden. 
Li^tij^»^ (A^ 0""^ sakni ladt öktiUniisin 
er bedauerte den Öktülmis. (31) 

füjüu^ sakmak zählen, herzählen, aufzählen. — 
Vgl. osm. ^j^jLo sajmak zählen. 

fu^ \^ saklik Kührigkeit, Emsigkeit, Vollkom- 
menheit. 

bu saklik bile kör Hin sakladi. Mit dieser 
Emsigkeit sieh! hat er sein Volk bewacht. (13) 
Q^\iuy sakci Wächter, Hüter, Beschützer, Ver- 
theidiger. 

/^ f^ h^ =^S O^BS ^S /'iHf^ 
kitic balta boldi bu il sakcisi. Schwert und 

Axt sind Beschützer des Volkes. (48) 

*^iiliii^ sekendiz (JL».\) Venus (Gestirn). 

*v_j4^oowf sekümek (^^oLäj ^fw) auf die Knie 

niederfallen, das Knie beugen. 

bu ajtoldi kirdi k'öründi seküb. Ajtoldi trat 
ein und kaum erschienen, fiel er auf die Knie 
nieder. (15) — Vgl. jak. sügüi knien; mong. 
g)jcco.fflj^ niederknien. (Schm. 373. c); cag. 
iilUy^ cökmek niederfallen. 
' — »i^o^ sekmek fliehen, sich davon machen, ent- 
springen. 

^ p^ s_sa^ füFb 
jamki sangga kelsimi, düsmen sekib ölsüni. 
Alles soll zu dir kommen, der Feind vor dir 
fliehen. (19) — Vgl. cag. liJL^jCwj sekmek über- 
springen; osm. liUjj-Cw. sejretmek hüpfen; 
magy. szökni fliehen, szökdelni hüpfen. 
* v- t i j'^ .ia ^ semritniek ( Oys« s^ sir sevcd 
er wird satt) nähren, füttern; eigentlich senii- 
ritntek von semtr, osm. j.a*«j semiz fett, feist. 

özi semritür kein özi jekuci. Sie selbst 
(Erde) nährt ihn (den Menschen) sie selbst isst 
ihn aucli. (31) 

(In einem Wortspiele zwischen j_j jer Erde 
und j_s jer er isst sagt »ofvLiUJUi' in einem 
Verse o ^^wj^j^ JLo ^_^of ,_^ ^o>->i' sie selbst 
nährt den Menschen, sie isst ilm auch.) 



fuju^ salik Wind. Nach der im Texte vorkom- 
menden Stelle eher der Morgenwind, Zephir. 
li2ii^ saran, seren geizig, knauserig. 

t^ f^ÄM^ r^ ; ; • • 

aki tapki kil, saranka tapinma ej tapinir 
kisi. Dem Freigebigen diene, dem Geizigen diene 
nicht, oh dienstbarer Mensch! (19) 
p^ yiu^ saran lik Geiz. 

akilik ökküsn saranlik sökküsi. Die Frei- 
gebigkeit soll man beloben, den Geiz bespotten. 
(34) 
füj_ -j^i^ sararniak anstrengen, in Eifer bringen. 

/^?<// »■«« sararku ebitse beki. Der Diener 
muss seine Seele anstrengen, wenn es seinem 
Herrn gut thut. (37) 
^-.lil>!^ntl^ serinniek sich befleissen, sich bemühen, 
sich anstrengen; eigentlich sarinmak sich an 
etwas anhängen, von welchem das uig. Zeitwort 
im abstracten Sinne entstanden. 

serinkil serinmek eren kilki ol. Befleisse 
dich, denn Fleiss steht dem Manne zu. (27) 

/)ilii^ serim Fleiss. Anstrengung, Mühe. 

• iL^ ty^ seriinlik beflissen, fleissig. 

■ "^"1 scrp schwer, schwierig, mühsam, rauh. 
>— MiJ^ QOi_*_ Ai^ py- f4i^ V^ 
atas tutmak asan kütezmeki serp. Einen 
Freund zu gewinnen ist leicht, aber ihn zu be- 
wahren ist schwer. (61) fufii> ^ 's .^ti^ — Qi- aj'a 
serp kilik oh du von rauher Natur. (76) — 
Vgl. osm. uj»jo sarp steil; magy. zord rauh. 

V— ^2i»^ sart Kaufmann, und hiervon Sart («j^L^) 
die persischen Einwohner Chivas und Chokands, 
die von jeher gegenüber der kriegerischen Turk- 
stämme durch friedliche Gewerbe und Handel be- 
kannt waren. 

negü der isit enidi sartlar basz, agun tepre- 
tiikli kitai arkisi. Höre nun wie der Chef der 
Handelsleute (= ^Uj.:s^^ der mit der chine- 
sischen Karawane die Welt dmxhziehende spricht. 



255 — 



(82) — Vgl. mong. f;jriC\"^ii^ sartavaka Kaufmann. 
(Kow. 1337. a.) 

qc fls^ satikci Kaufmann, Handelsmann, cag. 
iJjJüLai satkun verkäuflich. 

^^ii^Ui^ satkümak geschmäht oder beschimpft 
werden. So ^fvil^iy \^ ^^u^O^- ,Ci^i. etkü 
öktilir asiz satkihir der Gute wird belobt, der 
Böse beschimpft. (18) 

V ^rw^i^ sesut, sesüt vielleicht ■^0^*^ seküt 
weiss, grau (?). Beispiel sieh unter ^j^ica^ 
songsur. 

füjiü^ satkamak beschimpfen, bespotten, beleidi- 
gen, verhöhnen. 

kisin satkamasa küvez lik küe. Dass er durch 
Stolz Niemand beleidige. (20) 
füj^ satmak zählen, aufzählen, herzählen. 

katnzck türlük artam anggar satsalar. Man 

zähle ihm alle Arten Tugenden auf. (48) — Vgl. 

osm. ^3^L*i sajmak zählen. 
— ^ siba glatt, püs^ui^ — ^ siba tumsukin 

seinen glatten (glänzenden) Schnabel. (7) Vgl. 

cag. ^jLji%-Ki-M sipalamak glätten, streicheln; 

magy. sima glatt. 
*^Ai^ siber, siver (väa^^^o) Ereuud, Geliebte, 
^uulu^ sinamis erprobt, erfahi-en; von sinantak 

probieren, versuchen. Q^Ui^ V^i"^ sinamis kisi 

ein erfahrener Mann. — Vgl. cag. ^L«lj-y« 

sinamak versuchen, probieren. 
i|ViI.ii^ sinice, sinige ein kleiner, sich von Eliegen 

nährender Vogel. 
y^^ sitiger Festung, Feste. 

japulkai sangga bti singerdin kap7ck. Dass 

mir das Thor dieser Feste geschlossen werde. (67) 

>.- t^ i- j5>iotly singimlik der Alles bezwingt oder 

überwältigt, der etwas erträgt oder inne haben kann. 

{^ ,^ t^ ^*- Z^Q *-*^ /^»^W 
singimlik bolur ök tili öz kisi. Alles über- 
wältigt der Mann von wahrer Zunge. (49) 
v-ju^O^ singmek überwältigen, meistern, brechen, 
bezwingen. 

okan erklik, ol kamtiktin singer. Gott ist 



mächtig, er überwältigt Alles. (53) — Vgl. cag. 
vilUJO^y»« singmek verdauen, überwältigen. 
^0^ sigir, sikir Grube, Höhle, Tiefe. 

ölüm bir sigir uci jok töbi. Der Tod ist 
eine Grube, die kein Ende und Boden hat. (24) 
Vgl. cag. yj^ sir Grube; magy. sir Grab; 
osm. jjUä- cigir Furche. 
flli^ sik oder v—aAj^ sik eine Partikel, welche 
den Begriff von lieh, ähnlich, gleich, der- 
artig ausdrückt, ft^ p^i- atinsik anders, son- 
derlich. \^ f^cjc. ubiksik grossartig. 

künilik üsele kesermen isin, atirmas de bek 
sik ja kul sik kisin. Nach Gerechtigkeit be- 
urtheile ich (schneide) die Dinge, unterscheide 
weder Fürstliche, noch Sklaven. — Vgl. osm. 
^^_wj si in ,^^^yi> karamsi schwärzlich. 
^i^ «_^ii^ sikatmak. Sieh ^ij- *_^iü^ 
j^iil^ sikim Kichtscheit, Lineal, Schnur. 

sikim tek küni put ekildi koti. Mein schnur- 
gerader Eücken bog sich herunter. (23) 
v-,^iuly sikit das Gewein, das Geplär, die Thräne. 
piui^ •-_Ä:w^ sikit kilmak weinen. 

bajat hükmi birle sikitni akit. Lass auf 
Gottes Befehl die Thränen fliessen. (26) 

*^u^ > ^\ \\ \ \^ sikitmak (syvS") weinen. 

^ij_ ,;5eii.^ sikurmak einräumen, Platz machen, 
aufnehmen. 

isittim köngül ke sikurdim ani. Ich habe 
gehört und mir in's Herz eingeräumt. (55) 
*()^ fhi^ sikli (^) Zahn. 

o'4r 01)*^"^-**=^ J^ f^^ 0*^^ A=^ 
otuz iki siklini ürüng ingüler. Meine 32 

Zähne, helle Perlen. (80) 

ftijiiüi^ siktamak weinen machen. 

naca külse bir kün jene siktatur. Wie sehr 
es einmal lacht, so macht es wieder dich weinen 
(das Schicksal). (87) 
*fajii^ simak (ii)L«,^ojL_>) besiegen, bewältigen. 



— 256 



brechen, fü^^ ql ^ ^ jakmi simak den 
Feind besiegen. (S. 41) Q^o^oo — ^ srma 
könglüni breche nicht sein Herz (61) (betrübe 
ihn nicht). So wie im osm. v3>»jj ^^j-tUä. 
chatirini k'irmak beleidigen; eigentlich seinen 
Sinn brechen. — Vgl. cag. ^Uäa_mj sinmak 
brechen. 

»■ «^[^y silik rein, klar, fromm, edel, heilig. 
Zumeist als Ansprache »-. « ^ jj^ y ^ ej silik oh 
Keiner! oh Frommer! — Vgl. 6ag. £jJLs-a.w silig 
rein, sauber, glatt. 

V \\\_ >- « . ^jj y siliklik Keinheit, Zierlichkeit, Ord- 
nung, Tugend, Frömmigkeit. 

siliklik bile öz sözin ajdi bil. Mit Reinheit 
sprach er seine "Worte. (15) 
*pu^ j_^ili^ sirilmak oder sirilmek (^oS j-yo) 
Ausdauer haben, gedulden, beharrlich sein, Zu- 
flucht nehmen. 

sirilsa sarilsa jakisin uriir. Der beharrlich 
und fleissig ist, besiegt seinen Feind. (44) 

JtP^p- Ob e*^ fü- \^^ t^ t^^ 
sirildim sangga inen tükelii j'üsüm. Ich 

habe mein Vertrauen in dich gesetzt, und wurde 

geehrt (mein Gesicht war erfüllt). (21) 

y— \\ \^ \ i^ sizik Gram, Schmerz, Weh, Uebel, das 

Stechen eines Schmerzes. 

barür inen inunkar sen sizik tutmakil. Ich 
ziehe hin, du betrübst dich, doch halte keinen 
Gram. (24) — Vgl. osm. ^y^ s'iz'i Jucken, 
Stechen einer Wunde. 
*Q^ sn, soj Heer, Soldaten. Ist zumeist als 
Synon. für ' — «J^iC cerik Heer und v_^i. -j. 
er at Ki-iegsvolk, Eeitervolk gebraucht. 

—^ f ■ P- f ■ 1^ — ^ fe pV c^ 
susin baslasa kein isün islese. Der seine 
Armee anführe, und seine Arbeit vemchte. (41) 

*nii_yi^g (3^ SU baslar (,I^L**,su_wj) Heerführer, 
General; vom Zeitworte ^tui^^^ü^ß jCCU^ su bas- 
lamak eine Ai-mee anführen oder befehligen. 

Q^ igüi^ su basi Heerführer, Armeecommandant. 
Das osm. subasi Polizeichef mag daher eher 
mit diesem als mit dem von Hammer ver- 



mutheten »Aufseher des Wassers" oder richtiger 
der Wasserleitungen im Zusammenhange stehen. 

pt^ici^ songun am Ende, schlüsslich, zuletzt. 

-— Aa<>iai^ söngük Bein, Knochen, Spiess. 

0^ ' — *iO*ßV söngükci der mit Spiess Bewaifnete; 
von ' — ÄQ^iai^ söngük Spiess. 

'öcüngi etil in tut kamuk Jollarin, konutci 
söngükci kotürkil arik. Drittens mache alle 
Strassen sicher, die mit konut (?) und Spiess 
Bewaffneten hebe ganz auf. (79) - — Vgl. osm. 
^^y^ süngi Bajonnet, Spiess. 
^ACi^i^Y soiigsur Marder, Zobel. 

saeiin boldi sungsur iüki dek sesüt. Mein 
Kopfhaar wurde gleich dem Haare des Zobels 
weiss (?). (80) — Vgl. cag. >^joo.4-«j stiinsur 
Marder; osm. yy^^i sainur Zobel. 
v_Sü^ sab passend, schön, richtig, angemessen. 

jaki saiicmis erzik eren joli söb. Schön 
ist das Loos des edlen Mannes, der den Feind 
durchbohrt. (45) — Vgl. jak. söb richtig, 
passend; raong. v ■ ?|^'^^^ jüb richtig, gut; cag. 
V^ jüb gut, 
s— ^ 'riffi y söbüt zur rechten Zeit; von — S£*^ söb 
richtig, passend und »— ^a. üt Zeit. 

«^^^?/ der isitkil bilik barkuci, biliksizni 
buäin söbüt tutkuci. So höre , wie ' der weise 
Wandelnde spricht, der den Thoren von diesem 
(Weintrinken) zur rechten Zeit abhält! (42) 

> »n t^ sub, suv Wasser, Ehre, Achtung, Glanz. 
032*^ AQl. juz subi Ehre (des Antlitzes Wasser). 
Vgl. persisch ^f ab Wasser, Glanz, i5^vjf ab- 
rui Ehre (Gesichtsglanz) >fjoj j-yi**-'^^ scinsir 
i-abdar ein damascirtes (glanzvolles) Schwert. 

piO^ v_s.2i^ subluk wässerig, glänzend, ehrenhaft. 
Aal pi£<Q2ji^ subluk JUZ Geehrter. 

^^ pA:^ f^ ^-^ 01)^ v-ilafii. 
__^ fiÜHi. qI»p^ —jo^t /^ pf^ 
jüzüng tuci subluk tiäajin dese, tilin söz- 
leme sözni jalkan öze. Willst du dich stets 



- 257 



in Ehren halten, so lasse nie eine Lüge über 
die Zunge kommen, (62) 

^lOifitf söküs Fluch, Schimpf. 

• «4iO^ sökmek auffahren, aufspringen, sich plötz- 
lich bewegen. 

X— ^i. s_jiCj^ wOi^i. N—Oi^ Q^iS^^ /t>0^' 
sökec kopti örleb atab türhlk at. Auffahrend 
erhob er sich empor, verschiedene Namen nen- 
nend. (80) — Vgl. magy. szökkenni plötzlich 
in die Höhe steigen; cag. JUjw^JO*j sekirtmek 
hüpfen. 

>- n^ Qgi^ sökmek macheu, thun, vermögen. ^-Qi. 
>- < i j t^ jol sökmek Weg zurücklegen, reisen, 
gehen. Im osm. wird dieses Zeitwort sowohl 
im Sinne von trennen, zerlegen, als auch bildlich 
für thun können, gelingen gebraucht. Iso ■^ y-^ 
söker es geht, yS y.j*> sökniez es geht nicht. 

fbj^ sok blind, geizig, karg, eifersüchtig, neidisch. 
' «fi{_ /^ fiüj^ sok közlük neidisch, hab- 
süchtig; wird immer als Gegensatz gebraucht in 
• — fcD^ ,iüO f^c^ iok közlük satt, zufrieden; 
osm. -^S"^ ^ ac gözlü gefrässig, yi^.^ ^j_j 
tok gözlü zufrieden. — Vgl. cag. ;jjvjj sokur 
geizig; jak. sochchor einäugig; mong. sochor 
blind. (Schm. 367. a.) 

flciiloi^ sokuk kalt; hie und da auch ^.iMei^ soktk, 
auch flccu^ savuk. 

lak bir tatuk bu tisi tatki ol, sokuk stika 
junmak aning jengi ol. Noch ein Genuss 
ist die Weiberlust, in kaltem Wasser sich waschen 
ist dessen Erholung. (51) 
Qiilßi^ soknt nahe, enge, in Berührung. Mit dem 
Suffixe Qi. ni gleich qI^ asni, ^'^ bütni. 

«-»^0 Ob — irb (}^!5> 0^ e-^O 

/^ß/k sokni keldi tiloti köszk, kaju kellt 

erke kör öblü isik. Der ihm nahe kam, 

wünschte Glück ihm, der zu ihm kam (zum 
Manne), küsste die Schwelle. (13) 

f^fc O^W sakmlamak bedauern, Mitleid haben, 

sich ob Jemand bekümmern, 
fu^ '^£^ soklanmak geizen, begierig sein. 



füfii^ ftüj| »00**^ nengge soklanmak nach 
Vermögen geizen. (39) 

özüng soklanürsen agun terkeli. Du selbst 
bist begierig. Schätze (Welt) zu sammeln. (52) 
puji^uCi^ soklamak sicli vermengen, sich mischen, 
sich gesellen. 

p^e o^^a Ob ^ o^'- pi^ 

jaiic. ^ 0^4^ —BS 0^ 0^ 
?7m elä' tüzhi böjdü bötün, büri koj bile 
soklati ol üiün. Das Keich bestellte, ordnete 
er, und es wuchs das Volk, zu dem Wolfe ge- 
sellte sich das Schaf jener Zeit. (13) — Vgl. 
osm. cag. ^\^yiyM sokulmak sich heran- 
drängen, sich dazumischen. 
^mjCi^ somlamak sammeln (?), von der Wurzel 
(•j^ som dicht, massiv. f^M^^ p*Q- o^iin som,- 
lamak singen. (Die Stimme sammeln.) 

ceceklikte sinüge otmn somlati. Im Blumen- 
felde hat die Lerche zu singen begonnen. (85) 

' — »ojfi*^ soluk, sülük schön, frisch, behend (von 
Pferden). 

— -^ süre Reihe, Ordnung. — Vgl. magy. 
sor Reihe; osm. ^ya s'ira Reihe. 

(Caoi^ soru Frage. 

bu acti urunka siliklik so7'un. Er eröffnete 
in der Zeit eine helle Frage. (69) 
> — fciijiDDDi^ sücünmek Gefallen finden, schmecken, 
von <_*OD0i^ sücük süss, gleich dem osm.,^j*ÄjU? 
tatamnak Wohlgefallen finden, von ^\^ tat, 
dad Geschmack. 

^-^ 0^ 0^ ^P^ O^i^D^V P> f^'^ 
tapuk ka sücündi kör ajtoldi ket. Am Dienste 

fand Wohlgefallen der Ajtoldi sehr. 

V— *^D0*^ sücik süss, Wein, Süssigkeit. < — »j^ ^A)*^ 
^— »Jfl)Oi^ sekertek sücik zuckersüss. ■ — Vgl. 
6ag. ^y=^yM sügük und li)^^ gügük süss. 

«— juj_ ^ü^Oi^ sücülmck trennen, scheiden, ab- 
sondern, wegnehmen. 

Pb h^ '^ Pb ^iliüj j^pDOi^ 

sücülme mening di'n bu iman toni. Nimm 
nicht weg von mir des Glaubens Kleid. (12) 

^-^'^ Pb h^» ^5 
33 



258 — 



bu toi tönt söclilb. Die finstere Nacht trennte 
sich. — Vgl. osm. liLeJi"^ sökülimk sich 
trennen, sich absondern. 
v.jkM^D|p^ sücütmek versüssen, süss werden. 

qIu^ QIO >_^61p^ —AHO fV- P*^ 

jarin aski kelse sücütkei seni. Morgen kann 
sein (des wahren aber bittern Wortes) Nutzen 
kommen, und dir süss werden. (82) 
QC ^ sözci Wortführer, Fürsprecher. 

bolsa arat sözcisi. Er soll der Mannschaft 

Fürsprecher sein. (47) 
.-ini^ci^ sözük Eede, Gerede, Sprache. > «r i^Si^ 

ff^^ '\U3 sözük basladim. Ich habe zu reden 

oder die Rede begonnen, 
pijiüyvy sojurkamak beschenken, lieben, erfreuen. 

durch Geschenke Jemand auszeichnen. 

sojurka ani scn ej korkt tohm. Beschenke 
du ihn oh Vollmond schöner! (49) 



fü^aaia*^ sojurmak erfreuen, beschenken, lieben, 

an Jemand Wohlgefallen finden. — Vgl. cag. 

^_Jue\±^ yyK-M sujurgamak Jemand wohlwollen. 
>- > ) j f n y n i^ sösü/mek sich klären, sich läutern, 

sich auflösen. Qji. Q^p^ sösüldi alz d^Ls.) 

sein Zustand ordnete sich. (79) 

r^ Üb t^f Ob /l>^ Ob ^-^ pi^ 
Hin kotti kacti sözüldi tuki. Er verliess sein 
Land und floh, seine Fahne löste sich auf. 
(36) 

5^i^ satu Treppe, Leiter. — Vgl. cag. jL-m 
satu Leiter, Terrasse; mong. 3^1^ satu Treppe. 
(Kow. 1446. b.) 

< — *£J^ sük stiU, schweigsam, f^y^ s_Jic^ sük 
turntak schweigen, j^ü^^^ wJic^ pp^? tilin 
sük tutmak still sein. — Vgl. Klapr. S. 26 
N_sj5fp3 v_*ß^ suk bolub Euhe; magy. süket 
taub. 

wju^iic^ sükmek still sein, verstummen. 



Alphabetisches Verzeichniss 

der im Texte des Kudatku Bilik zumeist vorkommenden arabisch-persischen Wörter. 



Deutsch 

Achtung 

Schatz, Schatzkammer 
Ansehen, Groll . . . 

Wahrheit 

Weisheit 

Zucker werk .... 

List, Trug 

Schöpfer 

Schrift 

Geschöpfe 

Gebet 

Welt 

Freund 

Glück 

Glaube 

Herr, Gott 

Barmherzigkeit . . . 

Prophet 

Adulterie 

Geheimniss 

Würdig 

Keise 

Heil 

Strafe 

Seid 

Dichter 

Bedingniss 

Glaubensgesetz . . . 

Zweifel 

Zucker 

Dank 

Gefährten 

Umgang 

Schwäche 



Uig. Teit 

^ o 

— P^ 

— ^S^ 

— 0^ 



Arab.-pers. 



-h 

— s^ 






! WIM 



w£-Lw<j 
V.XAM. 



Deutsch 

Einsiedler .... 
Tod, Leos .... 
Schliesslich .... 
Sitte, Anstand . . 
Gemein, niedrig 
Wunsch, Verlangen 
Pein, Qual .... 

Gott 

Ursprung .... 
Heil, Gnade . . . 
Vermächtniss . . . 

Volk 

Sicher 

Herrscher .... 

Glück 

Eitel, nichtig . . 
Unglück, Uebel 
Erklärung .... 

Vers 

Krone 

Thron 

Leib, Körper . . . 
Vertrauen .... 

Lob 

Mittel 

Seele 

Leid 

Welt 

Wezir, Pförtner . 
Zustand, Lage . . 

Freund 

Beweggrund . . . 
Buchstabe . . . . 
Verbot 



Uig. Tcit 

w 

V— D.iüi. 

— BS 

— e^ 



Arab.-pers. 
JLöf 



V 

iL? 



.u 



ük^ 



►L^ 



A*^ 



33' 






- 260 - 



Deutscli ülg. Teit 

Wort »— su^ 

Vermögen, Gut . . ^ij- 

Beispiel t"fÜ- 

Trübsal v_iilm^ 

Güte '-As Q ;^j- 

Moschee «_AiQi|i^ 

Muselman füPY^ 

Bedeutung ^^ '^i/^ 

BösewicM . . . . . w^ji^^q^ 

Plötzlich p —S^Jr 

Heuchler fu3 — |aj_ 

Disputation .... — y^ — |dj- 

Zeichen [ifii- 

Gnade, Huld .... - ^i^l 

Leidenschaft, Hauch . (U^giL 

Vezir -4»^ 

Treue ....... — Q^ 

Aber, jedoch .... \^^ 

Eifer v_^ i^iL 

Tugend ^juol 

Leidenschaft .... — ql 

Kubin v_iiaüu. 



Arab.-pers. 



JLe 

JUS* 







Deutsch 



Gehorsam . 
Schliesslich 
Welt . . . 
Entschuldigung 
Nachwelt 
Verstand . . 
Wissenschaft 
Gnade . . . 
Religionskriege 
Unachtsam . 
Nachlässigkeit 
Eevolte . . 
Sünde . . . 
Auszeichnung 
Grab . . . 
Werth . . 
Schicksal 
Verhängniss 
Feder . . . 
Ungläubiger 
Buch . . . 
Schatz . . . 



ülg. Text 

/^ 

■ Cin Li. 



Arab.-j)«r8. 

JLäfr 
JULfc 



OLmaS 
LmU 



^: 



y 



Facsimile vom Blatte 6 des Originaltextes des Kudatku Bilik. 



/^ 



*S^»^6«*^iJ>3^ 







u\ti*^* ^ 



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9 






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- .M^^»» — ««> -^ fc*^ 



,>-tf^««« » ^*i^ 










Vergleiche Seile 62, Vers 11 ulf. 



Lith, togt. V. J.O.uiiLh^ i.i;ip;ip. 



Berichtigungen. 



Seite 12 

12 

14 

20 

23 

28 

49 

57 

59 

59 

61 

63 

63 

64 

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73 

75 

78 

78 

80 

81 

83 

87 

91 

112 

121 

124 

128 

131 

141 

161 

173 

173 



Zeile 7 von oben lies 462 statt 463. 
„ 11 „ „ „ die zwischen dem statt diem zwischen de. 
„ 15 „ „ „ 498 statt 998. 
im Alphabet soll >— s. statt — q stehen. 
Zeile 11 von oben soll o,\ statt y^ stehen. 
1 „ „ lies 462 statt 463. 
„ 4 „ ,. „ bermes statt ber'mez. - 
„ 13 „ „ „ bitik statt bitib. 
„ 13 „ „ „ bütin b'ötin. 
„ 16 „ „ „ tarangilar statt tarangilar. 
„ 8 „ unten „ töretilmisi statt toretümi — si. 
„ 13 „ oben „ jürinies '&\a,ii jorimas. 
„ 21 ,, „ „ kulun statt kolun. 

„ 12 „ unten „ sein edler Herr gesandt statt edel sein Herr erschaffen. 
„ 12 „ oben soU zwischen kajusi und icer siib stehen. 
lies nmajjin statt mujjsin. 
„ koviirmus statt kovtirmüs. 
„ chalik ka statt chalik ke. 
er sonderte ab statt er machte, 
gab statt gab. 

,u^ statt ;U^; ^ -t i. ^^t ' statt wJLi^; '. — t i^^ i^ statt <—ju^ 
8 „ „ „ barmasun statt bermesun. 

5 „ „ „ jortukuni statt jurälMm. 
10 ., „ „ ^z/ese statt Heise. 

6 „ „ „ jikitlik ^tatt jikktlik. 
fb^ai- statt flcüQX 
sügtnse statt suginse. 

21 „ unten „ -- fc ^ ^ t.. statt > t , '^l > l 

6 „ oben „ v- g .l ^ i.. statt v—A^i. 
8 „ unten „ asli statt asti. 

14 „ „ turmasa statt türmese. 

7 „ oben „ t'ösün statt tösün. 
12 „ „ „ £^ statt ^yä, 
14 „ „ „ I^Lö statt iLö 



11 
11 
11 



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9 „ 

■i-" 11 11 11 

-'■^ 11 11 11 

14 „ unten „ 

Ai 11 11 11 

8 „ oben „ 



11 



Seite 175 Zeile 17 von unten lies sJ;;Lj statt Vi)L; ' 

„ 177 „ 5 „ oben „ >^aä*j statt t-^JUi" 

„• 185 „ 14 „ „ „ Hausfrau statt Fraufrau. 

' ,1 190 „ 9 „ unten „ > 1 l ^^ y ^ l statt v »■\j>i^ai. 

,, 192 „ 11 „ oben „ -,'3 statt Qi^ 

„ 195 „ 20 „ unten „ kilingi statt küisigi. 

„ 199 „ 4 ,, ,, „ pU^ statt füiilo. 

„ 200 „ 21 „ oben „ hoffen statt hopen, 

i> 201 „ 2 „ unten „ kul statt kut. 

" 207 „ 4 „ „ „ py^t, statt pfr^- 

„ 208 „ 22 „ „ „ ^•/ statt ÖL 

„ 210 „ 10 „ oben ,, balmklab statt belinglab. 

„ 211 „ 15 „ unten „ Jarumas statt /aramas. 

„ 213 „ 7 „ „ „ bolkak statt kolkak. 

■1 214 „ 17 „ oben „ ^^<-yjii statt ^j.*-ea»-« 

„ 215 „ 6 „ „ ,, baslamak statt baslamtik. 

,, 215 „ 15 u. 16 von unten lies jerermg v-aIu—;^ ztsAi javaring - «'Vi ^ 

■1 217 „ 19 von oben lies ;iOy v—aoj^ statt /luu - ^'■'■ iii^ 

„ 218 „ 7 „ ,, ., isi statt z«. 

„ 220 „ 19 „ „ „ tut statt tue. 

„ 223 „ 18 „ „ „ elik statt elib. 

„ 240 „ 2 „ unten „ tosun statt /öi««. 

„ 241 „ 12 „ oben „ jjyc statt ljjj. 

„ 246 „ 22 „ „ „ "pjjku. statt p^. 



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